21. Juni 2018 – 15:40

Mit Spannung wird erwartet, ob touristischen IT-Anbieter die neuen Prozesse, die im Zuge des Inkrafttretens des neuen Reiserechts am 1. Juli erforderlich werden, rechtzeitig in den Griff bekommen. Unterdessen gerät die Debatte um den richtigen Zeitpunkt für die Ausgabe der vorvertraglichen Kundeninformation immer mehr zum Schlagabtausch. Den hatte sich zunächst Bewotec-Chef Bernhard Koller mit dem DRV geliefert, indem er erklärte, es sei früh genug, die Information zusammen mit der Reisebestätigung herauszugeben, was der Verband prompt bestritt.

Mehrere Lösungswege

Mittlerweile hat Koller klargestellt, dass er den von ihm beschriebenen Weg zwar nach wie vor für richtig hält, das Bewotec-System  Myjack biete Reisebüros aber mehrere Möglichkeiten, die Formulare herauszugeben. So könne die Herausgabe auch mit der Anmeldung vor der sogenannten „Aktion B“ erfolgen. Sobald der Kunde seine Bereitschaft zur Buchung bestätigt habe, könne der Verkäufer aus einer Buchungsanfrage einen Angebotsvorgang und daraus eine Reiseanmeldung erstellen, um dann das Formblatt und die Einreisebedingungen auszuhändigen. Auch die Aushändigung des Formblatts ohne vorherige Erstellung der Reiseanmeldung sei möglich, wenngleich sie den Nachteil habe, dass bei X-Buchungen der Nachweis fehlt, wenn der Kunde nach der Buchung nicht unterschreiben möchte. Den von ihm bevorzugten Weg der Herausgabe mit den Reiseunterlagen würden allerdings „alle Großkunden“ von Bewotec wählen, legt Koller nach.

Abteilung Attacke

Unterdessen hat sich auch der Chef der Techniksparte des Schmetterling-Reisebüroverbundes Schmetterling Technology, Ömer Karaca, zu Wort. Ohne Bewotec explizit zu nennen, kritisiert er: „Es scheint, als verfolge jeder große touristische Technikanbieter seinen eigenen Mythos zur technischen Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie, vor allem in Bezug auf den Zeitpunkt der Formblattausgabe.“ Dabei priesen Softwareanbieter „nicht ausreichende Systeme als die ultimative Branchen-Lösung an oder interpretieren das neue Reiserecht falsch“.

Dass Karaca davon überzeugt ist, die Sache mit dem eigenen Unternehmen im Griff zu haben, versteht sich von selbst. „Für diese gesetzliche Anpassung haben wir in all unseren Technikprodukten smarte, produktübergreifende und in der Praxis einsetzbare Lösungen integriert. Unsere IT-Produkte sind nicht nur als Single-Lösung PRRL-konform, sondern auch übergreifend und verzahnt“, lobt er die eigene Lösung. Die Schmetterling -Lösung sei nicht nur „die einzige Software, die das automatische Erstellen der Formblätter im Beratungsprozess integriert hat“, sondern biete neben digitalen Unterschriftsmöglichkeiten auch hinterlegte Formulare und Sicherungsscheine sowie die Archivierung mit vollständiger Revisionssicherheit.

Den Anbietern ist offenbar klar, dass ihre Performance im Zuge des neuen Reiserechts für sie zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden kann. Ob dabei am Ende diejenigen die Nase vorn haben, die am lautesten klappern, wird sich zeigen.

Christian Schmicke

21. Juni 2018 – 14:01
reisebusinmuenchen

Einem Bericht des touristischen Fachblatts "Arecoa" zufolge fehlt bei fast drei Vierteln aller Reisebusse in der Dominikanischen Republikeine gültige Betriebslizenz. Dies habe wiederum Auswirkungen auf den Versicherungsschutz der Reisenden, so Michel Musa Banks, der Präsident des Verbands der Tour-Veranstalter in der Dominikanischen Republik, Opetur. Käme es zu einem Unfall in einem Bus mit abgelaufener Betriebslizenz, dann zahle manche Versicherung nicht, warnt Banks.

Die Pointe der Geschichte: Es liegt offenbar keineswegs an den Busunternehmen, das ihren Vehikeln gültige Lizenzen fehlen, sondern an der zuständigen Landesbehörde. Seit das Tourismusministerium die Verantwortung für die Ausstellung der Lizenzen an das nationale Institut für Verkehr und Landtransporte, Intrant, übertragen hat, wurden keine Lizenzen mehr ausgestellt. Die Behörde habe den notwendigen Prozess für die Verlängerung oder Neuausstellung noch nicht einmal angestoßen, kritisiert Banks. Er halte es für einen großen Fehler, Intrant damit zu beauftragen.

Zudem weist der Verbandsvertreter auf ein weiteres Problem hin: Neben den legalen Anbietern, deren Lizenzen häufig abgelaufen sind, gibt es eine Vielzahl von illegalen Anbietern, die erst gar keine Lizenz besitzen. Bereits mehr als die Hälfte aller Angebote seien illegal, so Banks. Er fordert vom Tourismusministerium, gegen die ungesetzlichen Verkäufe von Touren am Strand oder durch Mitarbeiter in Hotels vorzugehen. Vor allem die wichtigste touristische Region Punta Cana sei vom illegalen Verkauf und dem Anbieten nicht genehmigter Touren betroffen.

AF

21. Juni 2018 – 13:19
brief

Flugzeitenänderungen, neue Abflugorte, Verspätungen und Flugausfälle – die Performance der Lufthansa-Tochter Eurowings bietet schon länger Anlass zu Diskussionen. Auch im stationären Vertrieb sind die Unregelmäßigkeiten kurz vor Beginn der Sommerferien ein Riesenthema. Mehr als 100 Reisebüros, die sich auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe von Reisebüroinhabern zusammengeschlossen haben, reicht es nun. In einem Brief, der Reise vor9 vorliegt, äußern sie ihren Zorn über die ständigen Pannen und drohen mit Konsequenzen.

"Wir sind nicht mehr bereit, den Unmut unserer Kunden über gehäufte Flugzeiten- und Flughafenänderungen alleine und auf unsere Kosten zu tragen", heißt es in dem Schreiben, das an den Eurowings-Vorstand. Besonders die zahlreichen Änderungen zu sehr frühen oder späten Abflügen träfen die Kunden, und darunter vor allem Familien mit Kindern, hart. Ein weiteres Ärgernis seien Flughafenänderungen, nach denen Kunden plötzlich statt von Köln ab Stuttgart fliegen sollten.

Flugzeiten- und Airportänderungen en masse

"Die Unzufriedenheit und der damit verbundene Ärger trifft uns Reisebüros regelmäßig und wird von Tag zu Tag größer", klagen die Reisebüros. Viele Kunden nähmen "bereits Abstand davon, Flüge mit Eurowings zu buchen", denn der Ruf der Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit eile der Airline mittlerweile weit voraus. "Für uns als Vermittler ist das Vertrauen in Ihre Gesellschaft und die Grundlage Eurowings mit gutem Gewissen zu verkaufen und zu empfehlen, nicht mehr gegeben", resümieren die Vertriebsprofis.

Für die Reisebüros resultiere aus der Situation eine Menge Mehrarbeit, die sehr viel Zeit koste, ohne dass sie dafür vergütet würden: "Seitens der Fluggesellschaften ist es selbstverständlich, dass die Verkaufsstellen keinen Verdienst erhalten, dafür aber 300 Prozent Serviceleistung am Kunden erbringen."

Frist bis Monatsende

Abschließend stellen die Reisebüros Eurowings ein Ultimatum. Sie erwarteten eine schriftliche Stellungnahme bis spätestens zum 30. Juni, in der sich die Airline dazu äußern solle, wie Sie sich eine angemessene Vergütung der Reisebüros für die geleistete Mehrarbeit vorstelle und welche Maßnahmen Sie anstrebe, um künftig gehäufte Flugzeitenänderungen zu unterbinden. "Sollte diese Frist fruchtlos verstreichen sehen wir uns leider gezwungen, Ihnen mit Wirkung vom 1. Juli jedwede Änderung von Flugzeiten und/oder Flughafen mit pauschal 50 Euro pro Buchung und Änderung in Rechnung zu stellen." 

Eurowings-Chef Thorsten Dirks hatte jüngst Probleme der Airline eingeräumt, diese aber in erster Linie auf Wetterkapriolen, Fluglotsenstreiks und Probleme bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen zurückgeführt. Gleichwohl gab er zu, dass das massive Wachstum nach der Airberlin-Pleite seine Airline vor Probleme stelle. So habe Eurowings in den vergangenen sechs Monaten 3.000 Mitarbeiter eingestellt und damit die Belegschaft in etwa verdoppelt. Außerdem seien dieses Jahr weitere rund 40 Flugzeuge dazugekommen. Das müsse man jetzt „erst einmal verdauen“.

Christian Schmicke

 

20. Juni 2018 – 18:01
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Mehr Provision für die eigenen Hotelmarken und die Wiederaufnahme von Aldiana ins Provisionsmodell machen Thomas Cook für Reisebüros noch interessanter. „Damit senden wir im Vertrieb ein wichtiges und klares Signal“, sagt Vertriebsgeschäftsführer Carsten Seeliger. Und das heiße Wachstum für Cook und seine Reisebüropartner.

Die Reaktionen aus den Reisebüros waren einhellig: „Aldiana ist zurück in der Familie“, meinten die einen. „Es kommt zusammen, was zusammengehört“, äußerten sich andere. Und jetzt, da Thomas Cook wieder Gesellschafter von Aldiana ist, folgt auch das Provisionssystem der neuen Konstellation. Vom nächsten Geschäftsjahr an zählen alle Aldiana-Reisen bei der Berechnung des Gesamtumsatzes mit.

Mit Aldiana und neuen Hotels schneller in eine höhere Umsatzklasse

So manches Reisebüro dürfte allein durch die Addition der Umsätze bei Thomas Cook in eine höhere Staffel aufsteigen. Denn die Umsatztabellen im Provisionssystem bleiben nahezu unverändert. Lediglich beim Wachstums-Incentive werden die Sprünge, für die es 0,05 Prozent extra gibt, statt 3, 6 und 9 Prozent künftig 5, 10 und 15 Prozent sein. Und: Reisebüros, die weniger als 175.000 Euro Umsatz mit Thomas Cook machen, erhalten künftig pauschal nur sieben Prozent.

Dafür hat Seeliger noch ein weiteres Goodie für die Reisebüros. Denn für alle Reisen mit den konzerneigenen Hotelmarken wie Sentido oder Casa Cook gibt es künftig von der ersten Buchung an 10,5 Prozent Provision, in den Umsatzklassen über 175.000 Euro jeweils ein halbes Prozent mehr. Das biete dem Vertrieb viele Wachstumschancen, denn allein im kommenden Geschäftsjahr kämen 15 bis 20 neue Thomas-Cook-Hotels dazu, darunter drei weitere Aldianas. Und unter den neuen Marke Cook’s Club sollen bis zu 15 Anlagen eröffnen.

Aldiana wieder mit Rabatt für den eigenen Urlaub buchen

Trotz der Integration von Aldiana bleibt der Außendienst des Clubanbieters gesondert aktiv, sagt Vertriebsleiterin Michaela Stein-Städter. Die Mitarbeiter sollen sich besonders um die Best-Partner unter den Reisebüros kümmern. Wichtig für alle Expis: Aldiana ist auch wieder im Thomas-Cook-Rabattprogramm Easy-Way integriert. Das heißt, Reisebüromitarbeiter können rabattierte Aldiana-Reisen auch in den Ferien wieder selbst buchen.

20. Juni 2018 – 18:00
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Die neue Kartenlösung bietet in Europa tätigen Unternehmen und ihren Mitarbeitern eine flexible, sichere, komfortable und weltweit einsetzbare Bezahllösung für geschäftliche Ausgaben auf Reisen. Die European Corporate Card wird am 24. September zunächst in Frankreich eingeführt. Bis Ende 2019 soll sie in 18 weiteren europäischen Ländern verfügbar sein. Statt verschiedener nationaler Banken ist Airplus der zentrale Ansprechpartner für alle Belange, was Unternehmen nach Meinung des Kreditkartendienstleisters zahlreiche Arbeitsschritte erleichtert.

"Airplus-Kunden und ihre Mitarbeiter können jetzt auf einen einzigen Partner zählen, der alle Prozesse zentralisiert, vereinfacht und harmonisiert: von der Implementierung des Kartenprogramms bis hin zu Bezahlung und Reporting", erläutert Airplus-Chef Patrick Diemer.

MN

 

20. Juni 2018 – 16:30

Reisebüromitarbeiter kennen viele Hotels und ihre Besonderheiten aus eigener Erfahrung. Mit diesem Wissen können sie die Hotelsuche im Traveltainment Bistro Portal mit dem Feature Expi-Attribute individualisieren. Das heißt, nicht nur auf vorgegebene Hotelattribute zurückgreifen, sondern auch eigene Kriterien anlegen und bestimmten Hotels zuweisen. Zum Beispiel „Hunde erlaubt“ oder „gute Parkmöglichkeiten“. Darauf können dann später alle Kollegen im Reisebüro zugreifen. Und so einfach geht’s:

Expi-Attribut anlegen

Bistro Expi Attribute 1

Klicken Sie auf den blauen Button Expi-Attribute oberhalb der Hotelliste (nicht in der Suchmaske). Dann öffnet sich das Fenster Expi-Attribute setzen. Durch einen Klick auf Attribute bearbeiten gelangen Sie in das Einstellungsmenü der Expi-Attribute.

Bistro Expi Attribute 2

Wählen Sie ein Symbol aus, geben Sie ihrem neuen Attribut einen Namen und klicken Sie hinzufügen. Im selben Dialogfeld können Sie auch festlegen, welche Expi-Attribute direkt unterhalb des Suchbuttons für die Schnellsuche angezeigt werden sollen. Unter Definierte Attribute lässt sich die Liste sortieren, die vier ersten Einträge werden in der Suchmaske angezeigt.

Expi-Attribut vergeben

Wollen Sie eines Ihrer eigenen Kriterien einem oder mehreren Hotels zuweisen, geschieht dies direkt in der Hotelliste: ein Hotel (oder durch Halten der Strg-Taste mehrere Hotels) auswählen, mit der rechten Maustaste anklicken und die Option Expi-Attribute wählen. Es öffnet sich ein Fenster mit allen angelegten Expi-Attributen, von denen Sie nun beliebig viele auswählen können. In der Hotelliste zeigt die Spalte E. alle Expi-Attribute eines Hotels an.

Hotels mit Expi-Attributen suchen

Bistro Expi Attribute 3

Für die Hotelsuche nach Expi-Attributen gibt es einen Button in der Suchmaske, über den die Auswahl eines oder mehrerer Expi-Attribute möglich ist. Sind für eine Suche mehrere Expi-Attribute ausgewählt, werden nur Hotels angezeigt, für die alle diese Attribute gesetzt sind.

Diesen Praxistipp hat Traveltainment für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

20. Juni 2018 – 16:30

Schon jetzt stöhnen die Passagiere in Europa über Verspätungen ihrer Flüge. Bis 2040 könnten die Lage noch viel dramatischer werden, befürchtet die Organisation zur zentralen Koordination der Luftverkehrskontrolle in Europa, Eurocontrol. Das geht aus der Studie „European Aviation in 2040 - Challenges of Growth“ hervor, die am Mittwoch auf dem ACI-Flughafenkongress in Brüssel vorgestellt wurde.

In dem Szenario steigert sich die Zahl der um mehr als zwanzig Minuten verspäteten Flüge um 60 Prozent, Verspätungen von über zwei Stunden versiebenfachen sich. Die durchschnittliche Verspätung würde sich, laut Studie, auf 20 Minuten einpendeln. Das würde bedeuten, dass täglich fast eine halbe Million Passagiere von mehrstündigen Verzögerungen betroffen wären. In Europa wären dann 16 Flughäfen so überfüllt wie London Heathrow oder Frankfurt heute, sie wären an ihrer Kapazitätsgrenze.

Insgesamt schätzt Eurocontrol, dass die Zahl der Flüge in Europa um mehr als die Hälfte auf 16,2 Millionen pro Jahr steigt. Für Deutschland hieße das, dass die Zahl der täglichen Flüge um etwa 4.000 zunimmt. Zudem wird in der Studie geschätzt, dass die 111 wichtigsten Flughäfen in Europa ihre Kapazität nur um 16 Prozent steigern können. Deshalb könnten 1,5 Millionen Flüge mit etwa 160 Millionen Fluggästen nicht realisiert werden.  

Aus diesen Gründen müsse die Politik schon jetzt handeln, so Eurocontrol. Um die Kapazitäten anzupassen, sei der Bau zusätzlicher Landebahnen erforderlich.

 

20. Juni 2018 – 15:36
naumburg-pixabay

Die Welterbe-Liste der Unesco bekommt Zuwachs. Welche der vorgeschlagenen Kulturstätten und Landschaften aufgenommen werden, entscheidet die UN-Organisation vom 24. Juni bis zum 4. Juli. Unter den 29 Kandidaten als Welterbestätten sind einige touristische Highlights.

Von Naumburg bis Jakarta. Nominiert wurden zum Beispiel die Altstadt der indonesischen Hauptstadt Jakarta, die Soldatenfriedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg in Belgien und Frankreich sowie die Prosecco-Hügel von Conegliano Valdobbiadene in Italien. Der traditionelle Handelshafen von Khor Dubai, die historischen Stätten in der Hafenstadt Quanzhou in China sowie das historische Ensemble in Nimes, Frankreich, sollen ebenfalls als Welterbe geschützt werden. Aus Deutschland bewerben sich die Kathedrale von Naumburg in Sachsen-Anhalt (Foto) und die Wikinger-Anlage Haithabu-Dannewerk in Schleswig-Holstein.    

Komplexer Prozess. Hauptkriterium ist, ob die vorgeschlagenen Stätten, als "Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen". Die Entscheidung trifft einmal im Jahr nach sorgfältiger Prüfung das 21-köpfige Welterbekomitee, das von der Generalversammlung der Vertragsstaaten der Welterbekonvention gewählt wird. Unterstützt wird das Welterbekomitee von drei internationalen Fachgremien.

Mehr als 1.000 Stätten. Zum ersten Mal wurde die Unesco-Welterbe-Liste 1978 veröffentlicht. Damals wurden zwölf Welterbestätten vorgestellt. Aus Deutschland mit dabei der Aachener Dom. Heute sind es bereits 1.073 Welterbestätten in 167 Ländern, 42 alleine in Deutschland - und es werden jedes Jahr mehr. Denn die Auszeichnung als Welterbestätte ist nicht nur ein Schutz für die Stätte, die Aufnahme in die Welterbe-Liste ist auch bares Geld wert. Schließlich wird die Stätte dadurch weltweit bekannt und erhält starke touristische Aufmerksamkeit. Und steigende Besucherzahlen bedeuten höhere Einnahmen.

Pro und contra. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Kritiker, die eine Inflation von Welterbestätten sehen und eine Entwertung der Auszeichnung befürchten. Der Denkmalschutzverein World Heritage Watch schlägt deshalb vor, die Liste zu schließen und 50 Jahre zu pausieren. Zudem zweifeln manche Tourismusforscher im Zuge der Overtourism-Debatte daran, dass der auf Sehenswürdigkeiten fixierten Welterbe-Tourismus tatsächlich ein Segen für die Destinationen ist. So  meint etwa Tourismusprofessor Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Erfahrung zeige, dass Weltkulturerbestätten oft nur kurze Aufenthalte mit hoher Konzentrationen der Besucher an einem Ort hervorbrächten.

THo

 

20. Juni 2018 – 15:02
ryanairaircraftfotoryanair

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat in einem Schreiben an die Fluggesellschaft die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Sie waren nach Warnstreiks im vergangenen Dezember aufgenommen worden, blieben aber nach Angeben der Gewerkschaft bislang ergebnislos. Ryanair weigere sich, "akzeptable Kompromisse über die Arbeits- und Vergütungsbedingungen ihres Cockpitpersonals in Deutschland zu schließen", wirft der Vorsitzende Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit, Ingolf Schumacher, der Airline vor. Dem Management sei "offenbar noch nicht klar, dass die bisherige Unternehmenspraxis, Beschäftigungsbedingungen einseitig zu oktroyieren, vorbei ist", kritisiert er.

In den nächsten Tagen will die Gewerkschaft beim deutschen Ryanair-Cockpitpersonal eine Urabstimmung einleiten, bei der über Streiks entschieden werden soll. Die Abstimmung werde bis Ende Juli laufen, heißt es. Cockpit stehe dem Unternehmen in diesem Zeitraum "zu Sondierungsgesprächen zur Verfügung, um gegebenenfalls doch noch einen Wiedereinstieg in Verhandlungen über marktgerechte Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu erreichen". Dabei will sich die Gewerkschaft an vorangegangenen Abschlüssen mit Tuifly orientieren.

20. Juni 2018 – 13:43
detlefschroer

Der Trend, mit dem Inkrafttreten des neuen Reiserechts Einzelleistungen mit einem Servicepaket zu verknüpfen und dann als Pauschalreise zu etikettieren, greift weiter um sich. Nun ist auch Schauinsland Reisen auf den Zug aufgesprungen. Das kündigt Vertriebschef Detlef Schroer in einem Vertriebsmailing an. Reine Hotelbuchungen werden demnach künftig mit einem Paket aus Reiseleitung, 24-Stunden-Notfallservice, Zugang zur Info-Plattform "Mein-Schauinsland" und einem digitalen Reiseführer gekoppelt. Durch die Verbindung der Leistungen entsteht eine Pauschalreise und die Kunden erhalten einen Sicherungsschein.

Inflation der Pakete. Damit geht Schauinsland in dieser Hinsicht genauso vor wie Thomas Cook. Die Auch Tui wählt den Weg der Verknüpfung mit einem Servicepaket, steckt den Rahmen dafür aber noch großzügiger. Denn der Marktführer macht auf diese Weise auch die Buchung von Mietwagen und Campern zur Pauschalreise. Flüge können bei Tui ebenfalls zu Pauschalreisen werden, allerdings ist dafür die Hinzubuchung einer Landleistung über den Veranstalter erforderlich. Das neue Flugprodukt "Fly & Mix", das Tui zum 1. Juli einführt, verbindet den Flug mit einer Mietwagen-, Camper- oder Hotelbuchung und macht daraus automatisch eine Baustein-Pauschalreise.

Voller Schutz ohne Paket. Auch DER Touristik und FTI haben angekündigt, Buchungen für Hotels und Ferienhäuser sowie Mietwagen und Camper abzusichern, indem sie dafür einen Sicherungsschein herausgeben. Gegenüber der Buchung einer echten Pauschalreise entfällt allerdings das entsprechende Formblatt, da hierfür mindestens eine zweite Leistung erforderlich wäre. Dennoch genieße die Kundschaft bei dieser im Branchenjargon "gewillkürte Pauschalreise" genannten Buchungsform "den vollen Pauschalreiseschutz", versichert DER Touristik in einer Vertriebsbroschüre. Noch weiter gehen die Mittelständler Bentour und Olimar. Sie wollen sämtliche Bausteine, die über sie gebucht werden, auf diese Weise absichern, darunter auch reine Flugbuchungen.

Rechtliche Fragen. Ob sich diese Praxis tatsächlich durchsetzen kann, ist allerdings nicht ganz sicher. Denn der Gesetzgeber wollte die Einzelleistungen ja explizit aus der Pauschalreisehaftung heraushalten. Diese Vorgabe umgehen die Veranstalter – die einen ganz offensichtlich und die anderen mittelse eiines leicht durchschaubaren Kunstgriffs. Wenn allerdings nun jede einzelne Leistung ebenso abgesichert wird wie die Pauschalreise, müsste der für den Insolvenzschutz vorgesehene Einlagentopf eigentlich vergrößert werden, kritisieren vor allem Vertreter der Versicherungswirtschaft. Denn aktuell ist das maximale Risiko, für das sie eintreten müssen, auf 110 Millionen Euro pro Jahr begrenzt. Diese gesetzliche Grenze basiert freilich noch auf Annahmen, bei denen die neue Reisegesetzgebung keine Rolle spielte. Ob demnächst die Veranstalter mit ihren verbraucherfreundlichen Offerten zurückgepfiffen werden, ob der Versicherungsumfang ausgeweitet oder das Thema einstweilen unter den Teppich gekehrt wird, muss sich noch zeigen.

Christian Schmicke

 

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