20. Januar 2019 – 11:36
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Wie die Airline am Samstag mitteilte, hat sie eine Lösung zur Abdeckung des kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs gefunden. Insgesamt gehe die Summe "über den angestrebten Betrag von 15 Millionen Euro deutlich hinaus", sagt Geschäftsführer Karsten Balke. Die entsprechenden Mittel sollten der Airline "in der nächsten Woche zufließen". Damit sei "die mittel- und langfristige Perspektive der Germania als unabhängige mittelständische Fluggesellschaft gesichert", erklärt Balke.

Die Buchungslage sei gut, Vorausbuchungszahlen für die kommenden Monate und den gesamten Sommerflugplan 2019 lägen über dem Vorjahreswert. Fluggäste, Lieferanten und Vertragspartner könnten "somit auch zukünftig auf die Leistungsfähigkeit der Germania Fluggesellschaft vertrauen“". Wer der oder die Geldgeber sind, verrät der Airline-Chef nicht.

In den vergangenen Wochen immer wieder kolportierte Pläne für einen Verkauf von Teilen oder sogar der gesamten Fluggesellschaft sind damit offenbar vom Tisch. Balke versichert, sein Unternehmen werde "die bereits in der Vergangenheit begonnenen strategischen und strukturellen Entwicklungen intensivieren, optimieren oder gegebenenfalls korrigieren." Das ist auch nötig, denn die Germania-Gruppe schrieb in der jüngeren Vergangenheit rote Zahlen. 2016 verbuchte sie 32 Millionen Euro Verlust, 2017 waren es 8,3 Millionen Euro. Für 2018 wird ein Konzernjahresergebnis zwischen minus 20 bis minus 30 Millionen Euro erwartet.

18. Januar 2019 – 17:08
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Anachronismus oder clevere Idee? Per Vertriebsinfo präsentiert Thomas Cook für die Marke Neckermann Reisebüros die Möglichkeit, im neu eröffneten Cook’s Club Sunny Beach am bulgarischen Sonnenstrand "halbe Doppelzimmer" für Alleinreisende zu buchen. "Doppelt profitieren!" wirbt der Veranstalter für die Aktion. Die Kunden sparten Geld, weil der Einzelzimmeraufschlag entfalle, und sie lernten andere Alleinreisende kennen. Das Zimmer teilten sich jeweils Gäste gleichen Geschlechts, erläutert der Veranstalter und wünscht "ausgezeichnete Buchungserfolge".

In Reisebürogruppen in Social-Media wird die Aktion eifrig kommentiert. Die meisten Reaktionen sind negativ bis belustigt. Einige Reiseprofis fühlen sich an die 80er erinnert, in denen solche Offerten gängig gewesen seien. Andere vermuten, die Kunden sollten auf diese Weise den Standard von Inforeisen für Expedienten vorgeführt bekommen. Nut wenige sehen darin eine Alternative für Ihre Kunden.

Was meinen Sie? Sind "halbe Doppelzimmer", die im übrigen bei Rundreisen durchaus noch gang und gäbe sind, ein ernstzunehmendes Angebot für preisbewusste Kunden? Oder geht die Aktion an heutigen Kundenbedürfnissen vorbei? Würden Sie selbst Ihren Kunden solche Offerten empfehlen? Machen Sie mit bei unserer kurzen Umfrage. Wir sind gespannt auf ihre Meinung. 

Zur Umfrage gelangen Sie hier.

 

18. Januar 2019 – 14:21
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Zum zweiten Mal binnen weniger Monate muss Ryanair-Chef Michael O'Leary seine Gewinnprognose kassieren. Mehr Passagiere, aber niedrigere Ticketpreise bescheren der Airline wohl erneut hundert Millionen Euro weniger Gewinn als gedacht. Am Ende ist sie damit noch lange nicht. Aber die Billig-Strategie gerät an ihre Grenzen.

Ein Kommentar von Christian Schmicke 

Es wirkt wie pure Ironie: Ausgerechnet jene Airline, die der Welt seit Jahren vorgaukelt, ihr sei nichts lieber als billige Flugtickets, kassiert zum zweiten mal innerhalb weniger Monate ihre Gewinnprognose. Waren es beim letzten Mal noch Streiks und drohende Kostensteigerungen, so ist es nun ein deutlicherer Rückgang der Ticketpreise im Winter als bisher erwartet. Um sieben Prozent seien sie gesunken. Deshalb korrigiert Airline-Chef Michael O’Leary die Erwartung erneut um hundert Millionen auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro nach unten.

Dass O’Leary die schlechte Nachricht mit gestiegenen Passagierzahlen und höheren Zusatzeinnahmen wegzuwischen versucht – geschenkt. Seine Formulierung, man werde die Strategie, in Sachen preis „passiv“ und in Sachen Auslastung „aktiv“ vorzugehen, fortsetzen, klingt wie eine Durchhalteparole. Die Geister, die er rief, wird er nicht mehr los. Mit der Kapazität wächst auch der Anteil derer, die sich erst durch Billigstangebote hinter dem Ofen hervorlocken lassen.

Einen Abgesang auf die Low-Cost-Strategie der aggressiven Iren anzustimmen, wäre allerdings verfrüht. Wenn O’Leary nun darauf spekuliert, dass Konkurrenten wie die einst hochgejubelte Norwegian, Wow Air, Flybe oder vielleicht auch Germania früher die Segel strecken müssen als Ryanair, liegt er vermutlich richtig. Doch der Erkenntnis, dass der lang anhaltende Low-Cost-Hype an seine Grenzen gelangt ist, wird er sich nicht verschließen können – sei es nun mit oder ohne weiteren Dämpfer im Gefolge des Brexits.

 

18. Januar 2019 – 13:12
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Die Trump-Administration erwägt, den Weg für Schadenersatzforderungen gegen ausländische Unternehmen freizumachen, die sich auf Kuba engagieren. Am 16. Januar erklärte Außenminister Mike Pompeo, die Anwendung von Teil III des Helms-Burton-Gesetzes werde diesmal lediglich für 45 Tage ausgesetzt, "um eine sorgfältige Überprüfung durchzuführen, ... unter Berücksichtigung der nationalen Interessen der Vereinigten Staaten und der Bemühungen um einen beschleunigten Übergang zur Demokratie in Kuba".

Diese Klausel des 1996 erlassenen Gesetzes besagt, dass US-Bürger und firmen das Recht haben, Unternehmen zu verklagen, die von den Enteignungen im Zuge der kubanischen Revolution profitieren. Die Anwendung dieser Klausel war von den Vorgängerregierungen regelmäßig für ein halbes Jahr ausgesetzt worden, weil sie Konflikte, vor allem mit Partnern aus Europa fürchteten. Experten werten die aktuelle Ankündigung der Trump-Regierung nun als deutliches Zeichen, dass sie den Teil III des Helms-Burton-Gesetzes diesmal zur Anwendung bringen will.

Hotelgesellschaften im Visier

Dies könnte Verfahren gegen zahlreiche Unternehmen zur Folge haben, von den großen spanischen Hotelketten bis hin zu türkischen und chinesischen Unternehmen, die an der Instandsetzung und dem Ausbau kubanischer Häfen mitarbeiten. Denn wirtschaftliche Aktivitäten ausländischer Firmen sind auf der Zuckerrohrinsel meist nur im Joint Venture mit staatlichen kubanischen Unternehmen möglich. Von diesen Modellen machen insbesondere spanische Hotelgesellschaften wie Iberostar oder Meliá intensiv Gebrauch.

Bereits im November hatte die Trump-Regierung die Zahl der Unterkünfte auf Kuba, in denen US-Bürger nicht übernachten dürfen, erweitert. Auf der ergänzten „schwarzen Liste“ landeten laut kubanische Medien unter anderem 19 Hotels, darunter auch das neue Fünf-Sterne-Hotel Iberostar Grand Packard in der Altstadt von Havanna.

US-Firmen bleiben ungeschoren

Schon 2017 hatte Trump die Möglichkeiten amerikanischer Staatsbürger, nach Kuba zu reisen, eingeschränkt. Unberührt davon blieben allerdings Gruppenreisen, die in der Regel als Aufenthalte zu Bildungszwecken etikettiert werden. Auch US-Kreuzfahrtgesellschaften dürfen weiterhin Passagiere nach Kuba bringen, obwohl sie dort Anlegegebühren an die vom Militär betriebenen Terminals bezahlen und ihre Kunden in der Regel mit staatlichen kubanischen Incoming-Agenturen auf Ausflüge bringen.

Christian Schmicke

17. Januar 2019 – 15:27
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Kein Overtourism, keine Umweltproblem, kristallklares Wasser, unverbauter Meerblick und das alles bei blauem Himmel und unter karibischer Sonne. Mit diesem Versprechen vermarktet MSC Cruises das "Ocean Cay MSC Marine Reserve". Die Privatinsel, die der Reederei gehört, eröffnet offiziell am 9. November.

Die italienische Kreuzfahrtgesellschaft der Welt hat die Insel, die zu den Bahamas gehört und nur 65 Seemeilen von Miami entfernt liegt, vor einigen Jahren gekauft. Inzwischen wurde das Eiland, das früher zur Sandgewinnung diente, renaturiert und entmüllt. Es folgte die Umwandlung in ein blühendes karibisches Paradies und exklusives Reiseziel. Die Insel umgibt ein 64 Quadratkilometer große Meeresreservat mit einer Korallen-Aufzucht, in der das Wachstum neuer Korallen gefördert und unterstützt wird. MSC hat zudem angekündigt, auf Ocean Cay ein Meereslabor einzurichten, in dem klimaresistente Korallen erforscht werden. Die Besucher sollen außerdem die Möglichkeit haben, sich über den Schutz der Ozeane und die Erhaltung der Korallenriffe mit speziellen Edutainment-Programmen zu informieren.

Die "perfekte Insel mit Karibikflair"

"Wir haben ein Gästeerlebnis kreiert, bei dem die Natur im Mittelpunkt steht. Dennoch ist auch das Schiff integraler Bestandteil, denn über den eigenen Pier können die Gäste den ganzen Tag zwischen Insel und Schiff wechseln und sowohl die Angebote an Land wie auch an Bord uneingeschränkt nutzen", sagt Gianni Onorato, CEO von MSC Cruises. Die Kreuzfahrer können zwischen sieben verschiedenen Strandbereichen wählen. Ruhe und Entspannung fänden sie auf den sieben Kilometer feinstem Sandstrand genauso, wie Strandspiele und Wassersport, wirbt die Reederei. Mal ist der Strand flach und für Kinder geeignet, mal eher für Wassersport aller Art. Die Besucher können auf der Insel zwar nicht übernachten, das tun sie ja in ihren Kabinen an Bord, allerdings können sie Cabanas für den Tag mieten. Wer sich die Zeit in einem Spa vertreiben will, hat dazu ebenfalls Gelegenheit. Gegen Aufpreis, versteht sich.

Ruhe und Sport, Wellness und Party

Rund um die Insel gibt es Schnorchel-Safaris, Kajak-Touren und Ausflüge mit dem Paddelboot. Der Family Explorer Club bietet darüber hinaus Aktivitäten für die ganze Familie. Wer sich lieber auf der Insel austoben möchte, für den hat Ocean Cay auch Unterhaltungsmöglichkeiten, von Sportspielen und Wettbewerben über Tanzunterricht bis hin zu Familienaktivitäten. Zudem bleibt das Schiff bis spätabends liegen, damit die Gäste die romantischen Sonnenuntergänge für Katamarantouren oder Konzertveranstaltungen mit DJs und Live-Musik rund um den Leuchtturm nutzen können. Klar, dass es auch verschiedene Bars, Essens- und Einkaufsmöglichkeiten auf Ocean Cay gibt.

Eine noch privatere Insel

Wer auf der Suche nach einem ganz besonderen Erlebnis ist, kann eine kleine Insel in der Nähe von Ocean Cay für einen Tag privat mieten. Das Angebot beinhaltet ein privates Boot, das für den Tag zur Verfügung steht, Liegen mit Sonnenschutz, Getränke und Verpflegung. Und ein ganz besonderes Highlight: Ein nahegelegenes Schiffswrack lädt zum Schnorcheln ein.

Thomas Horsmann

 

17. Januar 2019 – 15:05
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Im April und Mai wird die südliche Start- und Landebahn am Flughafen Dubai international erneuert. Für die Arbeiten ist ein Zeitfenster von insgesamt 45 Tagen vom 16. April bis zum 30. Mai vorgesehen. Während dieses Zeitraums legt Emirates an ihrem Hub 48 Maschinen ihrer Flotte still und reduziert die Zahl der Flüge um 25 Prozent.

Davon sind auch die Verbindungen nach Deutschland betroffen. Nach Frankfurt fliegt die Airline statt wie bisher 21 Mal pro Woche im April 17 Mal und im Mai 14 Mal. Zwischen Dubai und München finden im April 16 und im Mai 14 wöchentliche Flüge statt. Regulär sind auch hier 21 Verbindungen. In Düsseldorf reduziert sich die Zahl der Umläufe während dieses Zeitraums von 14 auch sieben pro Woche. Von und nach Hamburg fliegt Emirates dann acht statt 14 Mal.

17. Januar 2019 – 14:38
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Die Taxifahrer von Madrid wollen vom nächsten Montag an in einen unbegrenzten Streik treten. Stein des Anstoßes ist, wie bereits bei einer ähnlichen Aktion im Sommer, die Vergabe von Lizenzen an Konkurrenzunternehmen wie Uber oder Cabify. Die Taxifahrer verlangen eine Regelung zur Einschränkung der Lizenzvergabe. Rund 95 Prozent der Fahrer hätten sich für den Streik ausgesprochen, berichtet das spanische Fachportal "Hosteltur".

Zusätzliche Brisanz erhält das Thema aus touristischer Sicht, weil in der spanischen Hauptstadt vom 23. bis zum 27. Januar die touristische Fachmesse Fitur mit mehr als 200.000 Besuchern stattfindet. Die Fortbewegung dürfte für Messeteilnehmer angesichts des Ausstands der knapp 16.000 Taxifahrer zum Geduldsspiel werden.

17. Januar 2019 – 13:27
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Nach gut elf Jahren in Diensten des Konzerns ist Schluss. Welbers, der seit 2015 als Direktor Omnichannel Marketing, Vertrieb und E-Commerce ein ziemlich breites Aufgabenspektrum zu absolvieren hatte, verlässt das Unternehmen Ende Februar. Thomas Cook erklärt in einer Mitteilung, die Trennung erfolge aus familiären Gründen.

Der frühere Unternehmensberater, der 2007 als Vertriebsdirektor bei Thomas Cook anheuerte, war in diversen Funktionen für den Konzern aktiv. Unter anderem arbeitete er nach der Übernahme von Öger Tours zwei Jahre lang an der Integration der neuen Tochter. Anschließend führte er für zwei weitere Jahre den Vertriebsdienstleister GfK in Bochum, bis er 2015 in die Zentrale in Oberursel zurückkehrte.

Welbers Aufgabengebiete werden konzernintern verteilt. Seine Rolle im Marketing hat bereits zum Jahresbeginn Pauline Rouri übernommen. Die 43-Jährige leitete seit 2014 als Marketingdirektorin von Thomas Cook France das Marketing der Marken Thomas Cook, Jettours und Aquatours. Die Aufgaben im Bereich „Omnichannel“-Vertrieb und E-Commerce übernimmt Carsten Seeliger, Geschäftsführer Vertrieb, E-Commerce, Marketing und Service.

 

16. Januar 2019 – 16:53

Bei dem Terroranschlag auf einen Hotelkomplex in der kenianischen Hauptstadt am Dienstagnachmittag waren 14 Menschen getötet worden. Die Islamistengruppe Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.

Der Reiseveranstalter Studiosus handelte schnell und setzte bereits am nächsten Tag einen Sicherheitshinweis auf seine Webseite. Andere, wie Ikarus Reisen, Wikinger Reisen, DER oder Diamir, warten erst einmal ab. „Grund zur Besorgnis für unsere Kunden vor Ort in Kenia gibt es noch nicht“, sagt Diamir-Geschäftsführer Jörg Ehrlich. Sie befänden sich an von Nairobi und insbesondere vom Nachbarland Somalia aus gesehen weit entfernten Orten auf Safari- oder Erholungsurlaub am Strand. Bislang habe es noch keine besorgten Nachfragen von Kundenseite gegeben. Natürlich werde man die Situation im Auge behalten und auch so bewerten, wie das Auswärtige Amt es vorgebe.

Nairobi wird meist nur kurz gestreift

Dass sie das Geschehen in und um Nairobi wachsam beobachten werden, darin sind sich die Veranstalter einig. Ikarus und Wikinger Reisen stehen dazu in intensivem Austausch mit ihren Agenturen vor Ort und in Tansania. Wikinger-Sprecherin Eva Machill-Linnenberg verweist darauf, dass die erste Kenia-Tour des Jahres am 10. Februar startet, bis dahin habe man drei Wochen Zeit, um möglicherweise den Reiseverlauf anzupassen, falls eine verstärkte Gefahr für Touristen sowie entsprechende Hinweise durch das Auswärtige Amt das notwendig machen sollte. Nairobi werde zudem nur beim Hinflug mit einer Übernachtung am Flughafen gestreift, die Reisen gehen danach weiter in die Nationalparks Richtung Tansania. Und für den Rückflug werde Nairobi gar nicht mehr gestreift.

Auch Norma Vahle, Afrika-Spezialistin bei Ikarus Tours, ist gelassen. Aktuell habe man keine Kunden in Kenia, die Hochsaison beginne erst im Juni. Wenn dieser näher rücke, werde man die Situation neu evaluieren und sich eng mit den Agenturen vor Ort abstimmen.

Hochsaison erst im Sommer

Studiosus-Pressesprecher Frano Ilic betont ebenfalls, dass man aktuell keine Gäste vor Ort habe. Dennoch habe man sich entschieden, einen aktualisierten Reisehinweis zur Lage in Kenia zu veröffentlichen, das sei Teil des Sicherheitsmanagements im Unternehmen. Auch zuvor habe es einen allgemeinen Reisehinweis gegeben, diese werden für alle Reiseziele kontinuierlich an die aktuelle Situation angepasst. Zudem würden in akuten Gefahrensituationen die 7.000 im Verteiler befindlichen Reisebüros mit Hinweisen vom Auswärtigen Amt sowie die Gäste, die ihre Reise in ein akut gefährdetes Gebiet gebucht haben, informiert. Generell meide man Nairobi schon länger, es gebe dort keine Übernachtungen oder Besichtigungen mehr.

Auch DER Touristik bietet schon länger keine Reisen nach Nairobi an, allenfalls nutze man den Flughafen für Rundreisegäste mit einer Übernachtung, sagt eine Sprecherin. Es seien aktuell einige Anrufe aus Deutschland zum Thema Sicherheit in Kenia eingegangen, Stornierungen lägen aber keine vor. DER habe ein eigenes Krisenmanagement, dass die Situation vor Ort aufmerksam beobachte, so die Sprecherin.

Andreas Förster

16. Januar 2019 – 16:42
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Friedel Knipschild, Chef des Busreiseveranstalters Hunau Reisen aus dem sauerländischen Schmallenberg, hat seine Konsequenzen aus dem Brexit-Chaos gezogen. Er hat Großbritannien vorerst aus dem Kanon der angebotenen Reiseziele gestrichen. Das berichtet der "WDR". Knipschild befürchtet, dass die Reisezeit durch das erwartete Chaos, zum Beispiel am Hafen in Calais, für die Fahrgäste extrem lang werde. Wegen der Wartezeiten am Zoll müssten dann außerdem nicht mehr nur ein, sondern zwei Busfahrer an Bord sein.

Seit das britische Unterhaus am Dienstagabend den Brexit-Vertrag zwischen der britischen Regierung und der EU erwartungsgemäß abgelehnt hat, sind die weiteren Perspektiven so unklar, dass sich die Branche ernsthafter denn je mit der Möglichkeit eines Brexits ohne Vertrag auseinandersetzen muss. De facto bestehen jetzt folgende Möglichkeiten: Die britische Regierung könnte den Brexit-Vertrag neu verhandeln. Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, hat jedoch schon klargestellt, dass die Europäische Union zu inhaltlichen Änderungen nicht bereit ist. Die Briten könnten auch neu über den EU-Verbleib abstimmen. Allerdings will auch das eine Mehrheit des britischen Parlaments nicht, ebenso wenig wie Regierungschefin Theresa May. Als dritte Möglichkeit bliebe ein Brexit ohne Vertrag. Auch dies will eine Mehrheit des britischen Parlaments eigentlich verhindern. Wenn allerdings auch keine der anderen Möglichkeiten zum Zuge käme und sich Großbritannien nicht noch entschlösse, den Brexit abzusagen, liefe die Entwicklung unweigerlich darauf hinaus.

EU-Notfalllplan für den Flugverkehr

Obwohl Premierministerin May eine Verlängerung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus immer und immer wieder abgelehnt hat, gilt ein Aufschub derzeit als wahrscheinlichste Lösung. Doch auch ein No-Deal-Brexit rückt immer mehr in greifbare Nähe. Dieser hätte vermutlich noch dramatischere Auswirkungen auf die Reisebranche als alle anderen Varianten. Die EU-Kommission hat kurz vor Weihnachten einen Notfallplan für den No-Deal-Brexit beschlossen, der unter anderem verhindern soll, dass der Luftverkehr zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich vollständig zum Erliegen kommt. Diese Maßnahmen würden allerdings "lediglich die Aufrechterhaltung grundlegender Verkehrsverbindungen gewährleisten und keinesfalls Ersatz für die erheblichen Vorteile der Mitgliedschaft im einheitlichen europäischen Luftraum bieten", heißt es dazu aus Brüssel.

Voraussetzung dafür sei zudem, dass das Vereinigte Königreich Luftfahrtunternehmen aus der EU gleichwertige Rechte übertrage und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleiste. Dann soll eine Verordnung zur Gewährleistung der Erbringung bestimmter Luftverkehrsdienste auf zwölf Monate befristet in Kraft treten und zusätzlich eine Verordnung zur Verlängerung bestimmter Lizenzen für die Flugsicherheit auf neun Monate befristet. Auf diesen Notfallplan verweist auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft auf Anfrage von Reise vor9 und erklärt, die Airlines diesseits und jenseits des Kanals seien in unterschiedlicher Weise durch den Brexit betroffen, abhängig von der jeweiligen Firmen- und Eigentümerstruktur, dem Flugnetz und anderen Faktoren. Alle Fluggesellschaften bereiteten sich auf die möglichen Szenarien vor, auch auf das Szenario eines Hard Brexits.

Aufwändigere Einreiseformalitäten, Ende der Freizügigkeit

Der DRV erklärt auf Anfrage, er stehe schon seit einigen Monaten im Kontakt mit den zuständigen Ministerien, darunter Bundeskanzleramt, Auswärtiges Amt, Bundeswirtschaftsministerium, Bundesverkehrsministerium, um Schaden von der Reisewirtschaft abzuwenden. Auch aktuell gebe es einen Austausch mit Bundesregierung und Ministerien. In seinem jüngsten "Politikbrief" weist der Verband auf das Risiko eines Stillstands im Flugverkehr ebenso hin wie auf die Möglichkeit, dass "Reisen von, über oder nach Großbritannien dieses Jahr auch kurzfristig storniert werden" müssten. Im schlimmsten Fall sei sogar eine gegenseitige Visumpflicht zwischen der EU und Großbritannien denkbar. Und auch mit der Niederlassungsfreiheit für Unternehmen sowie mit der Freizügigkeit für deren Mitarbeiter könnte es dann vorbei sein.

Im Hafen von Calais sind die Vorbereitungen für den Brexit bereits getroffen. Neue Parkplätze und Flächen für Grenzkontrollen wurden gebaut, um die zu erwartenden Staus zu verringern. Der Hafenbetreiber sieht dem Brexit offenbar gelassen entgegen. „Ich sehe ab dem 29. März überhaupt kein Problem, egal ob mit oder ohne Vertrag. Großbritannien verlässt die Europäische Union, der Hafen von Calais ist vorbereitet, damit der Güterverkehr genauso läuft wie heute“, zitiert der „Deutschlandfunk den Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Jean-Marc Puissesseau. 2018 wurden in Calais neun Millionen Reisende abgefertigt. Ob es in diesem Jahr ähnlich viele sein werden, steht allerdings in den Sternen.

Christian Schmicke

 

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