13. November 2018 – 16:22

Air Conso, so der Name des neuen Flugbuchungsportals, soll zum Jahresende startbereit sein und den Schmetterling-Agenturen den Flugverkauf erleichtern. Das Portfolio umfasst Iata-Tarife, Low-Cost-Flüge, sogenannte Nego-Fares, also speziell ausgehandelte Tarife, Veranstaltertarife sowie Direct Connect Fares, mit denen der Vertrieb GDS-Gebühren umgehen kann.

Auf diese Weise hätten Reisebüros "die Möglichkeit, im Flugbereich mit dem Internetangebot mitzuhalten", kündigt Schmetterling an. Die grafische Benutzeroberfläche soll eine leichte Bedienung und den Vergleich sämtlicher Tarife auf einen Blick ermöglichen. Neben der Reservierung und Buchung von Tickets sind auch Zusatzleistungen wie Gepäck oder Sitzplatzreservierungen verfügbar.

Ausschlaggebend für den Schritt, den Reisebüropartnern einen eigenen, in die Schmetterling-Plattform integrierten Consolidator anzubieten, dürfte die Strategie von Lufthansa und anderen großen Airlines sein, manche Tarife sowie Zusatzleistungen nur noch über NDC- sowie Direktvertriebskanäle anzubieten. Die Optionen, die den Reisebüros auf diese Weise bei GDS-Buchungen verloren gehen, soll Air Conso für sie zurückgewinnen.

13. November 2018 – 14:39
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Die Lufthansa-Tochter hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das im kommenden Jahr den Flugbetrieb stabilisieren und Verspätungen oder Flugausfälle verhindern soll. Wichtigster Punkt ist die erhöhte Zahl von Reserveflugzeugen.

Sie werden laut Eurowings-Chef Thorsten Dirks besonders im Sommer 2019 mit ihren Crews in Düsseldorf, Köln, Hamburg und Stuttgart vorgehalten und sollen bei Bedarf zum Einsatz kommen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die „Wellenbrecher“, die Eurowings im neuen Flugplan vorgesehen hat. Das bedeutet, dass diverse Maschinen zwischen den Abflug-Wellen für bis zu drei Stunden geparkt werden. Dies sind meist Flugzeuge, die morgens und abends innerdeutsch fliegen. Kommt es zu Engpässen, können sie ebenfalls bei Bedarf kurzfristig eingesetzt werden. Diese beiden Maßnahmen hat Eurowings laut Dirks bereits umgesetzt.

Mehr Puffer

Auch vier weitere Schritte sollen vom kommenden Sommer an dafür sorgen, dass die Performance weiter verbessert wird. So ist geplant, dass die Eurowings-Flieger abends früher an den Ziel-Flughäfen landen, um Schwierigkeiten mit Nachtflugverboten zu vermeiden. Damit soll auch die Zahl der Ausweichlandungen an anderen Airports verringert werden.

Verspätungen will Eurowings verringern, indem mehr Puffer in die Flugpläne eingebaut werden. Gleichzeitig bleiben die Maschinen länger am Boden, was ebenfalls einen Puffer bei Verspätungen und größere Stabilität im Flugplan bewirken soll. Das führe zwar zu weniger Umläufen pro Maschine, dafür aber zu Stabilität im Flugplan, erläutert Dirks.

Eigene Inlandsflotte

Für die innerdeutschen Flüge richtet Eurowings zudem eine eigene Flotte ein. So könne vermieden werden, dass die Flugzeuge von Problemen in anderen Lufträumen, wie etwa in Südeuropa, betroffen seien, sagt Dirks. Im Sommer hatten diese Probleme zu zahlreichen Verspätungen bei Abendflügen geführt, wenn Maschinen mittags auf Touristenrouten Richtung Südeuropa eingesetzt wurden.

Thomas Horsmann

13. November 2018 – 13:53

Das hat der DRV zusammen mit dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr ermittelt und im DRV-Reisebürobarometer mit Zahlen unterlegt. Demnach erwirtschafteten Reisebüros, die rechnerisch weniger als fünf Vollzeitkräfte beschäftigen, im Jahr 2017 rund 80 Prozent ihrer Erlöse mit Veranstalterreisen. Mit zunehmender Größe nimmt dieser Anteil ab. So generierten Büros mit fünf bis zehn Mitarbeitern noch gut zwei Drittel ihrer Erlöse mit der Touristik, bei Unternehmen mit mehr als 20 Vollzeitkräften sind es dagegen nur knapp 40  Prozent.

Je größer das Reisebüro, desto höher wird der Anteil der Erlöse, die aus dem Verkauf von Flugtickets, aber auch aus der Eigenveranstaltung und sonstigen Einnahmen wie etwa Servicegebühren resultieren. So macht der Fluganteil bei den Büros mit zehn oder mehr Mitarbeitern nahezu 30 Prozent aus. Zum Vergleich: Bei Agenturen mit bis zu fünf Angestellten liegt der Anteil bei 8,3 Prozent, bei Büros mit bis zu zehn Beschäftigten sind es 15,5 Prozent. Grund dafür dürfte der höhere Anteil von Geschäftsreisen in den großen Büros sein, der eine größere Zahl verkaufter Flugtickets mit sich bringt. Ähnlich wie im Flugbereich verhält es sich mit den Einnahmen aus Eigenveranstaltung und den sonstigen Erlösen. Bei kleineren Reisebüros machen sie gerade einmal um die zwölf Prozent der Einnahmen aus, während es bei Büros mit mehr als 20 Mitarbeitern immerhin 28 Prozent sind.

13. November 2018 – 13:44

Wenn Sie die Verfügbarkeit für einen Flug abfragen, sortiert das System die Ausgabe nach der bequemsten Verbindung und beginnt mit den Verbindungen am Morgen. Was aber, wenn Ihr Kunde zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort ankommen möchte? Damit Sie nicht vor blättern und nach der passenden Verbindung suchen müssen, können Sie ganz einfach direkt bei der Verfügbarkeitsabfrage die gewünschte Ankunftszeit vorgeben: AA 15DECFRANYC1430.

Amadeus Flüge Ankunftszeit

AA steht dabei für die „Availability Arrival Time“, und die Abfrage zeigt die Verfügbarkeit für den 15. Dezember von Frankfurt nach New York mit einer Ankunft um 14:30 Uhr Ortszeit, sortiert nach der definierten Ankunftszeit in New York und nach der kürzesten Reisezeit (beginnend eine Stunde vor der definierten Zeit).

Die gleiche Abfrage können Sie mit der Eingabe AD für die „Availability Departure Time“ starten, zum Beispiel AD 15DECFRANYC1300. Die Ausgabe wird nach dem gleichen Muster sortiert.

Diesen Praxistipp hat Amadeus Germany für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

12. November 2018 – 19:26
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Rolle rückwärts in der Tourismusförderung: Die zunächst in Aussicht gestellte, dann aber für 2019 erst einmal nicht verlängerte Erhöhung der Bundesmittel zur Leistungssteigerung im Tourismusgewerbe tritt nun doch in Kraft.  Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat beschlossen, dass auch 2019 wieder ein Budget von 2,6 Millionen Euro zur Förderung innovativer Projekte in der deutschen Tourismuswirtschaft zur Verfügung stehen soll. Damit steht einer Erhöhung für das Jahr 2019 nichts mehr im Weg. Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, begrüßt die Entscheidung naturgemäß. Zuvor hatte der DTV gegen die geplante Beschränkung der Bundesmittel protestiert. Aus Sicht des Verbandes sei die aktuelle Entscheidung "ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, mit dem die Regierungsparteien zeigen, dass sie die im Koalitionsvertrag festgehaltene Stärkung des Tourismus ernst nehmen", heißt es nun.

 

12. November 2018 – 18:34

Der Reisebürovertrieb hat 2017 von der positiven Gesamtentwicklung der organisierten Touristik profitiert und Umsatzrenditen zwischen 1,1 und 1,5 Prozent erzielt. In der Tendenz sei zu erkennen, dass die Ertragskraft der Unternehmen deutlich zugenommen habe, analysiert das DRV-Reisebürobarometer auf Basis der Daten von 1.200 Büros. Doch es bleiben viele Herausforderungen.

Zum zehnten Mal hat das Reisebürobarometer die Umsatz- und Ertragskraft des stationären Vertriebs ermittelt. Grundlage dafür sind die Daten von gut 1.200 Reisebüros, die für einen vermittelten Umsatz im Volumen von 4,6 Milliarden Euro stehen. Die gute Nachricht zuerst: Von der positiven Entwicklung der organisierten Touristik im Jahr 2017 insgesamt ist auch im stationären Vertrieb etwas hängen geblieben. Und: An der positiven Entwicklung konnten Büros sämtlicher Größenordnungen teilhaben. Lediglich bei den ganz kleinen Büros mit weniger als zwei Vollzeitarbeitskräften stagnierten die vermittelten Umsätze auf einem Wert von durchschnittlich 1,18 Millionen Euro. Dafür konnten auch sie beim Erlös, also bei den tatsächlichen Einnahmen aus Provisionen, Servicegebühren, Eigenveranstaltung und anderen Quellen, leicht auf knapp 135.000 Euro zulegen. 

Ebenso wie bei der Umsatzrendite, also dem Gewinn, der vom vermittelten Umsatz übrig bleibt. Hier bewegten sich die Werte zwischen 1,1 und 1,5 Prozent, wobei die höchsten Umsatzrenditen von Büros mit drei bis fünf Vollzeitmitarbeitern erzielt wurden. Am unteren Ende rangieren in dieser Hinsicht Unternehmen mit zwei bis drei Mitarbeitern, aber auch den großen Firmen mit zehn bis 20 Mitarbeitern liegt der Wert nicht besser.

800.000 Euro pro Nase müssen es sein

Dennoch warnt Bernd Zillich, hauptberuflich bei der Reisebürokette Derpart aktiv und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Reisebürobarometer im DRV: "Um auf mittlere Sicht konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Reisebüros ihre Umsätze weiter steigern." Denn die Rahmenbedingungen der Branche erforderten dazu immer höhere Investitionen - in die Technik ebenso wie in die Ladenausstattung und vor allem in qualifizierte Mitarbeiter. 800.000 Euro pro Mitarbeiter müsse ein Büro schon erreichen, um das zu stemmen.

Werte unterscheiden sich stark

Davon seien die Reisebüros, unabhängig von ihrer Größe, unterschiedlich weit entfernt, sagt Zillich. Zum Beleg führt er die großen Unterschiede an, die die Arbeitsgruppe bei Büros ein und derselben Kategorie ermittelt hat. So erreichten etwa die Büros in der Größenordnung zwischen drei und fünf Vollzeitkräften im Schnitt einen Umsatz von 665.000 Euro pro Kopf. Das beste Viertel in der Gruppe kam hingegen auf einen Wert von 751.000 Euro pro Mitarbeiter. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Rund ein Viertel der Büros mit weniger als drei Vollzeitkräften erzielte nach Abzug des einkalkulierten Unternehmerlohns überhaupt keinen Gewinn.

Noch deutlicher als bei den Pro-Kopf-Umsätzen unterscheiden sich die Werte beim Gewinn pro Arbeitskraft. Sie liegen bei Mini-Büros im Schnitt bei 8.700 Euro, während die Spitzengruppe 15.300 Euro erreicht. Bei Büros mit drei bis fünf Mitarbeitern liegen die Werte zwischen 9.500 Euro im Durchschnitt und 17.600 Euro bei den 25 Prozent der ermittelten Büros, die die besten Resultate erzielten.

Größe, Standort oder Kettenzugehörigkeit allein nicht entscheidend

Insgesamt sei festzustellen, dass die Größe allein nicht das ausschlaggebende Kriterium für Erfolg im Sinne einer hohen Umsatzrendite sei, so die DRV-Marktforscher. Auch sei der Standort, etwa in ländlichen Gegenden oder Metropolen, Lauflagen oder abseits davon, nicht zwangsläufig ein entscheidendes Kriterium. Ebenso wenig, wie die Zugehörigkeit zu einer Kooperation oder Kette. Entscheidend für den Erfolg sei vielmehr gutes Management und, als Teil dessen, überzeugende Antworten auf die drängenden Personalfragen.

Christian Schmicke 

 

12. November 2018 – 13:03

Die Badeurlauber haben die Bedenken, die sie noch 2017 umtrieben, über Bord geworfen und sind scharenweise in die Türkei zurückgekehrt. In den ersten neun Monaten des Jahres reisten mit knapp 3,6 Millionen fast ebenso viele Deutsche in das Land am Bosporus wie im Gesamtjahr 2017. Bezogen auf den Vorjahreszeitraum ergibt sich ein Zuwachs von 22 Prozent.

Davon profitiert auch Türkei-Spezialist Öger Tours, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert und seit 2010 zu Thomas Cook gehört. Geschäftsführerin Songül Göktas-Rosati spricht von einem „deutlich zweistelligen Plus“ bei den Türkei-Buchungen, was bereits unterjährig zu einer Aufstockung der Flugkapazitäten geführt habe. Und für das nächste Jahr rechnet sie mit weiteren Zuwächsen, die die Besucherzahlen aus Deutschland wieder auf das Niveau von 2015 bringen könnten.

30 Prozent mehr Flugsitze

Entsprechend optimistisch fällt das Flugangebot im nächsten aus Sommer aus, für den Göktas-Rosati nach eigener Aussage 30 Prozent mehr Kapazität eingekauft hat als im Vorjahr. Vor allem Antalya ist dann von jeder Milchkanne aus zu erreichen. Von 22 deutschen Flughäfen stehen nach Öger-Angaben in Spitzenzeiten bis zu 500 Flüge pro Woche auf dem Plan. Aber auch andere türkische Ziele punkten mit mehr Angebot. So wird Izmir von zwölf, Dalaman von neun, Bodrum von acht und Gazipasa von drei Airports angeflogen.

Dabei verteilt sich die eingekaufte Hotelkapazität für den nächsten Sommer auf weniger Hotels. Aus 303 Anlagen im Vorsommer wurden 290 für 2019. Davon sind laut Öger Tours 25 neu, 38 Häuser wurden also aussortiert. Wie alle Thomas-Cook-Marken bietet auch die Hamburger Tochter zum nächsten Jahr späte Check-outs am Abreisetag als kostenpflichtige Zusatzleistung an. Außerdem feiert die neue Marke Cook’s  Club mit  je einem Haus in Alanya und Marmaris im nächsten Sommer in der Türkei Premiere.

11. November 2018 – 12:42
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Zum Jahreswechsel will sich DER Touristik eine neue Struktur verpassen. Das gesamte Portfolio wird in 15 Produktgruppen unterteilt, die markenübergreifend in der Hand eines Verantwortlichen liegen sollen. In der Hierarchie soll die Ebene der Bereichsleiter wegfallen. Später kommt auch die Markenvielfalt auf den Prüfstand.

„Wir wollen mehr Marktnähe“, erklärt René Herzog das Ziel, „und damit die kommerzielle Performance verbessern“. In der Vergangenheit habe die Produktion zu sehr im Mittelpunkt gestanden, so der CEO Central Europe. Das soll sich durch die Reorganisation ändern.

Die 15 Produktgruppen werden jeweils von einem Standort für alle Veranstaltermarken verantwortet. Herzog: „Wir haben künftig mehr Mitarbeiter, die sich direkt mit dem Markt auseinandersetzen.“ Auch das Yield-Management soll dadurch einen größeren Stellenwert bekommen.

Die Markenvielfalt steht ebenfalls auf dem Prüfstand. Allerdings noch nicht jetzt. Zunächst müssten alle Veranstalter der DER Touristik auf der einheitlichen Buchungstechnik Phoenix Unlimited laufen, so Herzog. Heute würden damit Dertour, Meiers und ADAC sowie die Autoreisen von ITS produziert. Bis 2020 soll das komplette Portfolio umgestellt sein. Dann, so Herzog, „werden wir darüber nachdenken, ob wir alle Marken brauchen“.

Durch den Umbau von DER Touristik fällt die Managementebene der Bereichsleiter weg. Einige Stellen würden abgebaut, der größte Teil jedoch „umgewidmet“. Details würden derzeit mit den Personalvertretern abgestimmt und sollen im Dezember vorgestellt werden.

Thomas Hartung

09. November 2018 – 16:47
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Das Portal kritisiert, ein Beitrag im ARD-Magazin "Plusminus" über den Reise vor9 berichtete, stelle seine Position verkürzt dar. In dem Beitrag hatte ein Reporter gekaufte Bewertungen auf Holidaycheck, Tripadvisor und Google geschmuggelt. Der Ansatz von Plusminus, "ein paar gefälschte Bewertungen" zu erstellen", spiegele nicht die Praxis, mit der man sich täglich konfrontiert sehe, heißt es von Tripadvisor. Zudem sei man bei der Bekämpfung des Phänomens durchaus erfolgreich.

Der Bericht, in dem ein Reporter zusammen mit einem Hotelier gekaufte Bewertungen in die Portale von Google, Tripadvisor und Holidaycheck geschmuggelt hatte, ließ die Portale alt aussehen. Alle 13 Bewertungen, die in Auftrag gegeben worden waren, fanden ihren Weg ans Ziel. In der Reportage wird Tripadvisor mit einem kurzen Statement zitiert. "Es ist ein wenig aussagekräftiges Experiment, ein paar falsche Bewertungen zu erstellen und uns damit ertappen zu wollen", heißt es darin.

Kleine Mengen von Bewertungen interessieren Betrüger nicht

Das will die Plattform so nicht auf sich sitzen lassen. Was die Fakten angeht, hat man der Darstellung wenig entgegenzusetzen, doch die Relevanz des Experiments zweifelt Tripadvisor an. In einer Stellungnahme an „Plusminus“, die Reise vor9 vorliegt, heißt es: "Es ist ein wenig aussagekräftiges Experiment, ein paar falsche Bewertungen zu erstellen und uns damit ertappen zu wollen, weil sich das von den Betrugsversuchen, die wir täglich sehen und gegen die wir vorgehen, unterscheidet." Betrüger seien "nicht daran interessiert, eine kleine Anzahl gefälschter Bewertungen zu veröffentlichen - sie wissen, dass dies keine Auswirkungen hat - und hinterlassen daher Muster und Strukturen, die wir aufspüren können".

Zudem verfolge Tripadvisor die Verkäufer von Fake-Bewertungen und gehe dagegen vor. "Unser Untersuchungs-Team hat einige deutsche Unternehmen, die gefälschte Bewertungen zum Kauf anbieten, im Visier. Unsere Ermittlungen bei einem dieser Unternehmen führten dazu, dass sämtliche Tripadvisor-Erwähnungen von deren Webseite entfernt wurden." Wenn ein Unternehmen für bezahlte Bewertungen merke, dass man es auf dem Schirm habe, stelle es seine Versuche, das System zu manipulieren, ein. Stattdessen gehe es dann zu anderen Review-Sites mit weniger ausgefeiltem Betrugsschutz. Alles in allem bleibe das Problem dennoch "akut", deshalb ziehe Tripadvisor "bei hartnäckigen Tätern Vollstreckungsmaßnahmen in Betracht".

Zusammearbeit mit Behörden

Zur Frage nach Verbesserungsmaßnahmen, um künftig Bewertungsbetrug zu vermeiden, erklärt der Plattformbetreiber: "Wir haben bereits Gespräche mit Regulierungs- und Kontrollbehörden in einigen Ländern begonnen, wie der Competition and Markets Authority (CMA) im Vereinigten Königreich sowie der Federal Trade Commission (FTC), und begrüßen die Gelegenheit, mit Betrieben aus dem Gastgewerbe, Verbraucherschutzorganisationen, Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten."

Außerdem verweist Tripadvisor auf den Fall des italienischen Unternehmens Promosalento, dessen Inhaber zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8.000 Euro verurteilt wurde, weil er Pakete mit gefälschten Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe in Italien verkauft hatte. Das Portal hatte in diesem Fall die Strafverfolgung als Zivilkläger durch die Bereitstellung von Beweisen aus den betriebsinternen Untersuchungen und durch seinen Rechtsberater unterstützt.

09. November 2018 – 15:21

Die Organisation hat Ende Oktober im Rahmen der Passenger Agency Conference die Regeln zur Akkreditierung von Reisebüros geändert. Nach Auffassung des Europäischen Reisebüro- und Veranstalterverbandes Ectaa untergraben die neuen Regelungen aus der Sicht des Vertriebs "den Abstimmungsprozess der Akkreditierungskriterien“ und verhindern, dass die Agenten die Möglichkeit haben, bei Streitigkeiten "eine Mediation mit Hilfe eines unabhängigen Mediators zu erreichen". Ectaa-Chef Michel de Blust droht mit Gegenmaßnahmen.

Konkret soll es nach dem Willen der Iata im Zuge der Beurteilung der Reisebüros nach finanziellen Kriterien, die auf auf nationaler oder regionaler Ebene festgelegt werden, nun "Dritten erlaubt" sein, diese Kriterien zu überprüfen und dem für den Abstimmungsprozess zuständigen Agency Programme Joint Council (APJC) Empfehlungen zu machen, sobald Iata die vorhandenen Kriterien als "mangelhaft oder unzureichend" einstuft. Dies bedeute, dass die Möglichkeiten für Agenten, die Kriterien festzulegen, massiv eingeschränkt würden und mache die dafür zuständige Gremien "größtenteils irrelevant", klagt Ectaa.

Möglichkeiten zur Mediation ausgehebelt

Zudem habe der Airline-Verband "trotz starken Widerspruchs von Seiten der Agentenvertreter und in Missachtung der eigenen Regeln" bei der Konferenz einseitig Änderungen am sogenannten TAC-Programm verabschiedet. Dieses Programm bietet Reisebüros bislang die Möglichkeit, eine Überprüfung von für sie nachteiligen Iata-Entscheidungen durch einen unabhängigen Mediator, den so genannten Travel Agency Commissioner (TAC), zu beantragen. Die von den Airlines beschlossene Neuregelung schränke "in erheblichem Maße die Möglichkeit für Agenten, eine unabhängige Mediation zu erzielen". Zudem missachte der Beschluss die Regel, dass Änderungen im TAC-Programm grundsätzlich von Airlines und Agenten gemeinsam beraten und festgelegt werden müssten, protestiert der Reisebüroverband gegen die Vorgehensweise.

Ectaa-Generalsekretär kündigt Gegenwehr an

Agentenvertreter hätten ihre "massiven Bedenken mehrfach vor der Wahl geäußert" und es sei ihnen zugesagt worden, dass ihre Bedenken gehört und berücksichtigt würden, wettert Ectaa. Trotzdem seien die Änderungen nun einseitig von den Iata-Airlines in einer geschlossenen Sitzung beschlossen worden. Das sei "ein Schlag ins Gesicht aller IATA Agenten und Reisebüros sowie Reiseveranstalter weltweit", wird Michel de Blust, Generalsekretär der ECTAA, zitiert. "Dies ist kein kooperativer Ansatz und macht die Verzerrungen der IATA Regeln zu Lasten der Agenturen beim Flugticketvertrieb deutlich. Wenn ein kooperativer Ansatz nicht möglich ist, werden wir andere Wege suchen müssen," droht der Ectaa-Chef.

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