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08. August 2018 – 07:20
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Aufgrund eines Polizeieinsatzes am Flughafen Frankfurt kam es am Dienstag zu Ver­spätungen und Flugausfällen auf Flügen von und nach Frankfurt. Nachdem eine vierköpfige Familie trotz eines positiven Sprengstofftests in den Sicherheitsbereich gelangt war, hatte die Bundespolizei unter anderem einen Boardingstopp in den Sicherheits­bereichen A und Z des Terminals 1 sowie eine Räumung dieser Bereiche ange­ordnet. Die Bereiche B und C des Terminals waren davon nicht betroffen. Um 14:30 Uhr wurde die Sperrung nach rund zweieinhalb Stunden wieder aufgehoben.

Ursache für die Räumung sei "ein individuelles Fehlverhalten einer Luftsicherheitsassistentin der Fraport AG", teilt Flughafenbetreiber Fraport mit. Großkunde Lufthansa erklärte, es komme "in der Folge des Einsatzes zu Verspätungen und einzelnen Flugstreichungen“. Die Auswirkungen würden bis in die Abendstunden anhalten. Zudem hätten einzelne Flüge Frankfurt ohne Fluggäste verlassen müssen, um Flugzeuge und Crews mög­lichst schnell wieder an Abflughäfen außerhalb Frankfurts zu positionieren und so den Flugplan zu stabilisieren. Rund 7.000 Lufthansa-Fluggäste seien aktuell von den Flugstreichungen betroffen. Kunden, die ein Ticket für einen Flug von oder nach Frankfurt mit Flugdatum vom 7. August besäßen, könnten einmalig kostenfrei auf einen Flug bis zum 14. August umbuchen, erklärte die Airline. Außerdem habe man vorsorglich 2.000 Hotelzimmer für die Nacht zu Mittwoch gebucht.

Insgesamt fielen nach Angaben von Fraport am Dienstag 99 Flühe aus, von dem falschen Alarm seien 13.000 Passagiere betroffen gewesen. Allerdings seien nicht sämtliche Flugausfälle auf die Panne zurückzuführen, heißt es. Auch am Mittwochmorgen kam es noch zu Störungen im Flugbetrieb. Es sei damit zu rechnen, dass es noch den gesamten Tag über zu Verzögerungen komme, heißt es. Fluggäste sollten sich daher rechtzeitig über den Status ihrer Flüge informieren.

07. August 2018 – 16:51

Sabre Corporation, American Airlines, American Express Global Business Travel, Carlson Wagonlit Travel und die Flight Centre Travel Group wollen mit einem gemeinsamen “Beyond NDC”-Programm ein großes Fass aufmachen. Der Zusammenschluss kündigte in einer Telefonkonferenz an, nicht weniger als "die nächste Generation der Retailing-, Vertriebs- und Fulfillment-Systeme für die Touristik“ auf die Strecke zu bringen. "Beyond NDC“ werde "die Reisebranche durch die Entwicklung, Integration und Prüfung von ganzheitlichen Funktionalitäten zur Bearbeitung von NDC-fähigen Angeboten und Aufträgen voranbringen", kündigt Dave Shirk, President Travel Solutions bei Sabre, an. "Durch die Partnerschaft mit der größten Fluglinie der Welt und einigen der weltweit führenden TMCs werden wir NDC-fähige Lösungen bieten, die über Shopping und Buchung hinausgehen. Die Lösungen werden in die Systeme für Retailing, Vertrieb und Fulfillment integriert, auf denen die Touristik aufbaut", verspricht er.

Kunden werden zunächst von dem Projekt des Technikdienstleisters, der Airline und der drei großen Geschäftsreisedienstleister nicht allzu viel merken. Denn noch befindet sich das Projekt gerade einmal in der ersten Phase der Pilotierung. Dabei wollen die vier Launch-Partner zunächst gemeinsam mit Sabre an der Produktentwicklung arbeiten und Betatests durchführen. Der Kreis der Teilnehmer soll dsukzessive wachsen. Weitere "Beyond NDC"-Partner sollen im Laufe des Jahres bekanntgegeben werden.

CS

07. August 2018 – 16:26
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Der Sturm der Kategorie 4 befindet sich südöstlich der Inseln im Pazifik und wird sie voraussichtlich Mitte der Woche südlich passieren, teilte das National Hurricane Center der USA mit. Hector bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 22 Stundenkilometern nach Westen und erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 km/h. Wenn sich der Sturm exakt an den prognostizierten Verlauf hält, sind ganz große Beeinträchtigungen auf Hawaii nicht zu erwarten. Doch schon eine geringe nördlich Abweichung zur Vorhersageroute hätte dramatische Auswirkungen auf die Hawaii-Inseln. Die Behörden forderten Reisende und Bewohner auf, sich über die lokalen Medien weiterhin zu informieren und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört, sich über öffentliche Schutzräume in der Nähe zu informieren. Zudem sollten, wenn möglich, Vorräte an Wasser und Nahrungsmitteln angelegt sowie genügend Batterien für Kofferradios oder Taschenlampen besorgt werden. Selbst für den günstigsten Fall warnt der Nationale Wetterdienst allerdings vor stürmischem Wind, rauer Brandung und Überschwemmungen an der Küste sowie heftigen Regenfällen.

Ob sich der Hurrikan auf den gerade aktiven Vulkan Kilauea auswirken wird, lässt sich nicht vorhersehen. Der Kilauea bricht seit mehreren Monaten immer wieder aus. Wegen der Lavaströme mussten mehrere Wohngegenden evakuiert werden. Der Volcanoes National Park auf Big Island wurde zeitweise für Besucher geschlossen.

THo

 

07. August 2018 – 15:17
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Inzwischen sind zwei Feuer im Norden zum größten jemals in dem US-Bundesstaat registrierten Waldbrand zusammengewachsen. Im Land wütet ein weiteres gutes Dutzend Brände. Alle großen Flughäfen und Straßen sind jedoch offen und werden von den Bränden nicht bedroht. Dennoch können einige Straßen und Attraktionen wegen der teilweise starken Rauchentwicklung vorübergehend geschlossen sein, teilte California Tourism mit. Allen Reisenden wird empfohlen sich mit ihrem Hotel und dem örtlichen Besucherbüro in Verbindung zu setzen, um zu sehen, ob das Ziel betroffen ist. Auf der Internetseite visitcalifonia.com sind Informationen zur aktuellen Lage in den Waldbrandgebieten verlinkt. ((https://www.visitcalifornia.com/california-wildfires ))

Zu den geschlossenen Touristenattraktionen zählt der Yosemite-Nationalpark. Derzeit sind alle Eingänge und Straßen in dem Gebiet bis auf Tioga Pass und Teile der Tioga Road wegen starker Rauchentwicklung geschlossen. Grund sind drei Feuer in der Umgebung des Nationalparks. Das Ferguson-Feuer hat seit Mitte Juli über 36.000 Hektar Wald verbrannt. 2.400 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um es zu bekämpfen. Hinzu kommen das Donnell-Feuer und das Lion-Feuer, die ebenfalls zur schlechten Luftqualität beitragen.  

Der riesige Waldbrand im Norden Kaliforniens hat Teile der Counties Lake und Mendocino erfasst. Er wird Mendocino-Komplex genannt. Er bestand ursprünglich aus dem River-Feuer und dem Ranch-Feuer, die zusammengewachsen sind und inzwischen eine Fläche von 115.000 Hektar verbrannt haben. Fast 4.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz, etwa 30 Prozent des Feuers sind laut California Department of Forestry and Fire Protection (Cal Fire) unter Kontrolle. Bis 15. August sollen es 100 Prozent sein. Bislang starben in der Region zwei Menschen.

Gegen das Carr-Feuer in der Nähe von Redding nordöstlich von Mendocino kämpfen rund 4.800 Feuerwehrmänner. Dort starben bereits sechs Menschen.

Insgesamt sind derzeit in Kalifornien zur Bekämpfung von Waldbränden 14.000 Feuerwehrleute im Einsatz.  

THo

 

07. August 2018 – 14:40
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Niemand wünscht es sich, aber es passiert: Geld, Karten und Papiere sind auf einmal weg oder man wird Opfer einer Straftat. Dann benötigen Reisende, ob Urlauber oder Business Traveller, die Hilfe einer Botschaft oder eines Konsulats. Allerdings unterhält nicht jedes EU-Land in jedem Staat eine diplomatische oder konsularische Vertretung. Doch für solche Fälle gibt es eine praktische Lösung. Denn als "nicht vertretener Unionsbürger" können Reisende die Hilfe des Konsulats oder der Botschaft eines beliebigen Mitgliedsstaats unter denselben Bedingungen wie die Staatsangehörigen des betreffenden EU-Landes in Anspruch nehmen.

Eine Website der EU-Kommission bietet einen Überblick, welches Land in welchem Staat vertreten ist oder nicht. Außerdem bietet sie über eine Suchfunktion eine Liste aller EU-Vertretungen in den betreffenden Staaten. Das Internetportal enthält zudem allgemeine Informationen über das Recht von nicht vertretenen Unionsbürgern auf konsularischen Schutz in Drittstaaten.

Die Informationen zum Schutz nicht vertretener Unionsbürger finden Sie hier.

07. August 2018 – 11:47

Deutsche können visafrei in 177 von 194 Ländern reisen. Doch unter denen mit Visumpflicht sind einige beliebte Urlaubsländer. Für sie muss man rechtzeitig vor der Reise ein Visum beantragen. Das Ausfüllen kostet allerdings Nerven und Zeit. Denn oft ist der Papierkram kompliziert wie eine Steuererklärung und muss teils auf Englisch erledigt werden. Einfacher geht es, wenn man das Visum online bei einem Dienstleister beantragt. Das hat den Vorteil, dass der gesamte Antragsprozess durch eine ausgeklügelte Software nur noch sieben Minuten dauert – und nicht den halben Tag. Für diese Dienstleistung, vom Einholen des Visums bis zur Dokumentenbeschaffung, muss der Reisende eine Gebühr zahlen, die zu den üblichen Visakosten des Reiselandes hinzukommen. Das ist das Geschäftsmodell von Viselio, einem Schweizer Start-up, das seit Anfang des Jahres auch in Deutschland vertreten ist. Nach der Expansion nach Österreich deckt das Unternehmen nun den gesamten DACH-Raum ab. Zielgruppe des Dienstleisters sind Privatkunden, aber auch Reisebüros, OTAs und Logistikdienstleister, die den Service ihren Kunden anbieten sollen.

Mitverdienen beim Visa-Antrag

Unternehmen, die den praktischen Service ihren Kunden anbieten, entlasten damit die eigenen Angestellten und verdienen an jedem Visumantrag mit. Viselio bietet dazu unterschiedliche Partnerschaftsmodelle an. Für kleinere Reisebüros eignet sich am besten das Affiliate-Partner-Programm. Alle Visaprobleme werden damit outgesourct, die Integration ist kinderleicht und die Provision beträgt bis zu 25 Prozent. Für Reisebüros mit hohem Visa-Volumen bietet Viselio eine Lösung mit integriertem Dashboard an. Für OTAs und Plattformen mit sehr großem Visa-Volumen hat das Start-up eine API-Schnittstelle entwickelt, die den Datenaustausch und eine weitere Vereinfachung des Visa-Prozesses ermöglicht. Über seine API kann der Anbieter nämlich Buchungsdaten des Reisenden übernehmen und das Visumformular schon zu einem wesentlichen Teil vorab ausfüllen (z.B. Name, Adresse, Reise-Route, etc.). Viselio bietet den Vertriebspartnern zudem eine Auswahl an Tools an, die sich einfach in die jeweiligen Websites einbinden lassen.

Das Start-up nimmt Visa-Anträge für Reisende fast aller Nationalitäten an, die von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus verreisen wollen. Länder, die von der Visa-Software abgedeckt werden, sind im Moment Russland, China, Indien und Vietnam.

Erste Vertriebspartner gibt es bereits

Darüber wie viele Unternehmen in Deutschland bereits eine Partnerschaft eingegangen sind, wollte das Start-up keine Angaben machen. Eine Sprecherin teilte auf Anfrage lediglich mit, dass es bereits Reisebüros gebe, die mit Viselio kooperierten. Das Start-up hat nach eigenen Angaben Standorte in Bern, Belgrad, Berlin und Wien.

Viselio ist übrigens nicht der einzige Anbieter mit dieser Geschäftsidee, auch die „Deutsche Visum und Konsular Gesellschaft“ bietet den online Visa-Service bei etwa gleichen Konditionen an. Hinzu kommen diverse Visaagenturen, die auf analoge Bearbeitung der Anträge setzen.

THo

06. August 2018 – 16:18
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Ein Erdbeben der Stärke 6,9 hat am 5. August abends Lombok und die vorgelagerten Gili-Inseln erschüttert. Das Epizentrum lag - wie bei dem vorherigen Beben vom 29. Juli - im Nordosten von Lombok im Bereich des Rinjani-Vulkans. Zahlreiche Menschen kamen im Umkreis um das Epizentrum ums Leben, viele durch Geröllabgänge und Steinschlag. Insbesondere im Norden entstand zudem ein erheblicher Sachschaden. Das Beben war auch 40 Kilometer entfernten Sengigi Beach und auf den vorgelagerten Gili-Inseln deutlich zu spüren. Auch hier gab es Sachschäden, verletzt wurde niemand.

Zahlreiche deutsche Reiseveranstalter haben derzeit Gäste auf Lombok so auch DER Touristik. Die Kölner und Frankfurter Veranstaltermarken hätten derzeit eine "dreistellige Gästezahl" auf Lombok und eine "zweistellige Gästezahl" auf den Gili Inseln, heißt es auf Anfrage von Reise vor9. Alle Gäste würden von DER Touristik kontaktiert. Sämtliche Gäste, die bislang erreicht worden seien, befänden sich in Sicherheit. Gäste, die ihre Handynummer leider nicht beim Veranstalter hinterlegt hätten, würden schnellstmöglich von ihren Reisebüros kontaktiert.

Unterschiedliche Stornoregeln

DER Touristik bietet Lombok-Pauschalreisegästen vor Ort einen Umzug nach Bali an. Die Gili-Gäste müssten aus Sicherheitsgründen nach Bali wechseln. Etwaige Mehrkosten für Transfer- oder Hotelleistungen übernehme der Veranstalter. Lombok- und Gili-Kunden mit Abreisetermin bis zum 1. September können kostenlos Umbuchen oder Stornieren.

Tui hat nach eigenen Angaben aktuell 51 Kunden auf Lombok und den Gili-Inseln. Diese würde in Sicherheit gebracht, erklärt der Konzern. Kunden, die mit Abreise bis zum 31. August einen Trip auf die betroffenen Inseln gebucht haben, können diesen kostenlos umbuchen oder stornieren.

FTI macht keine Angaben zur Zahl der Gäste auf den indonesischen Inseln, betont aber, dass es diesen gut gehe. Die Kunden seien in Hotels auf Bali untergebracht worden. Für Reisende in den betroffenen Gebieten, die vorzeitig abreisen wollten, würden Rückreisemöglichkeiten gesucht, erklärt der Veranstalter.

Thomas Cook hat nach eigener Aussage nur wenige Reisende auf den Inseln. Alle seien wohlauf, betont der Veranstalter. Der Veranstalter hat Reisen dorthin mit geplantem Startzeitpunkt bis zum Monatsende abgesagt.

Hotel aus Sicherheitsgründen verlassen

Studiosus gibt an, zahlreiche Reisende in Indonesien, aber lediglich eine Reisegruppe auf den Gilis zu haben. Den Gästen gehe es gut, erklärt der Veranstalter. Da das Hotel, in dem die Gruppe untergebracht gewesen sei, aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden könne, seien die Gäste am Montagmorgen zurück nach Lombok gebracht worden.

Weitere Aufenthalte auf Lombok und den Gili-Inseln sind bei Studiosus ab Ende August geplant. Man werde „nach sorgfältiger Prüfung der Lage zeitnah entscheiden, ob wir diese Reisen wie geplant durchführen können oder ob wir den Gästen ein Alternativprogramm anbieten müssen“, erklärt der Münchener Studienreisespezialist, der seinen Kunden aktuell kein Recht auf kostenlose Stornierung oder Umbuchungen einräumt. Sollte man jedoch gezwungen sein, die Programme für diese Reisen abzuändern, hätten die Kunden umgehend Anspruch auf einen kostenlosen Rücktritt von ihrer geplanten Reise.

06. August 2018 – 14:22

Zur Wochenmitte soll der Sturm, der sich dem Land von Südosten nähert, in der Nähe der Hauptstadt Tokio auf Land treffen. Das japanische Meteorologische Institut rechnet damit, dass Taifun "Shanshan" dann Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern erreicht und anschließend in nordöstlicher Richtung weiterzieht. Bereits am Dienstag ist mit starken Regenfällen zu rechnen. Die japanischen Fluggesellschaften JAL und ANA warnen bereits vor Verzögerungen und Flugausfällen an Tokios Flughäfen Haneda und Narita am 8. und 9. August.

"Shanshan" ist der nächste Akt in einer Serie von Wetterkapriolen, die Japan heimsuchen. Anfang Juli hatte zunächst der Wirbelsturm "Prapiroon" den Süden des Landes gestreift, bevor Taifun "Maria" Japan überquerte und für heftige Überschwemmungen sorgte. Schließend legte eine Hitzewellre das Land lahm, bevor mit dem Tropensturm "Jongdari" das nächste Unwetter für einige Schäden und zahlreiche Flugausfälle sorgte.

06. August 2018 – 13:33

Allen globalen und nationalen Polit-Querelen des ersten Halbjahrs zum Trotz lassen sich die Deutschen ihre gute Reiselaune nicht verderben. Das zeigt der aktuelle Tourismusindex des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft zur Jahresmitte. "Unter dem Strich werden sie sich dieses Jahr voraussichtlich noch einmal rund 30 Millionen mehr Tage Erholung, Erlebnisse, Genuss und Abenteuer im In- und Ausland gönnen", sagt BTW-Chef Michael Frenzel. Wie die Menschen ihre zusätzliche Reisezeit genau verbrächten, sei noch nicht endgültig klar, so Frnezel. Ein Gewinner des Jahres dürfte aber auf jeden Fall das eigene Land sein, vermutet er. Laut Tourismusindex legten bis April die Tagesreisen, die zum größten Teil innerhalb Deutschlands stattfinden, um fünf Prozent zu. Zudem übernachteten die Deutschen bis einschließlich Mai sechs Prozent häufiger in den Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen in Deutschland, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. "Vieles spricht dafür, dass dieser ‚Deutschlandtrend‘ der ersten Monate uns auch durch das weitere Jahr begleitet. Neben den attraktiven Angeboten spielt 2018 ganz sicher auch das anhaltend schöne Wetter dem Reise- und Ausflugsziel Deutschland in die Karten", erklärt der BTW-Präsident.

Neben Besuchen von Freunden und Familie haben laut BTW vor allem Ausflüge zu Veranstaltungen und Events (+19%) sowie Fahrten zum Ausgehen/Vergnügen (+39%) zum Aufschwung der privaten Tagesreisen im ersten Drittel des Jahres beigetragen. Davon profitieren vor allem die Städte: Berlin (+28%) und Hamburg (+37%) empfingen deutlich mehr Tagesgäste.

06. August 2018 – 08:00
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Intrepid Travel wurde 1989 von Geoff Manchester und Darrell Wade gegründet, auf ihren ersten Touren führten sie Gäste nach Thailand. Seit gut einem Jahr ist James Thornton, zuvor Managing Director, CEO des mittlerweile weltweit operierenden Veranstalters. Reise vor9 sprach mit ihm über Ziele, Herausforderungen und den Stellenwert einer Zertifizierung, der sich der Veranstalter unterzogen hat.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Intrepid Travel hat sich als B-Corproration zertifizieren lassen. Können Sie uns kurz erklären, was das ist?
Thornton: Eine B-Corp ist, vereinfacht gesagt, mit dem Fair-Trade-Siegel in der Konsumgüterindustrie vergleichbar. Die Zertifizierung bescheinigt uns, dass nicht der Gewinn als Selbstzweck im Mittelpunkt unseres Handelns steht, sondern das Bestreben, positive Effekte für unsere Mitarbeiter, unsere Partner, unsere Kunden und die Umwelt zu erreichen.

Es gibt viele Zertifizierungen, die diesen Anspruch erheben. Warum habe Sie diese ausgesucht?
Weil sie den Unterschied macht zwischen einem großartigen Unternehmen und einem, für das Nachhaltigkeit im wesentlichen ein Marketingthema ist. Die Zertifizierung war ein dreijähriger Prozess, mit dem 40 Leute in unserem Unternehmen durchgehend beschäftigt waren. Alle 23 Niederlassungen, die zu Intrepid Travel gehören, mussten darin einbezogen werden, und sie wurden in Sachen soziale Verantwortlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Transparenz auf Herz und Nieren geprüft. Das war schon ein großer Akt.

Viele Konzernchefs werden angesichts der These, dass Profit kein Selbstzweck ist, zwar verständnisvoll mit dem Kopf nicken – aber die meinen vermutlich etwas anderes als sie.
Das ist wahr. Bis wir uns vor drei Jahren von Tui gelöst haben, ging es bei uns auch hauptsächlich um den Gewinn. Der entscheidende Punkt ist aber, dass eine sinnstiftende Unternehmensphilosophie keineswegs dazu führt, dass man nichts mehr verdient. Im Gegenteil: Wenn man davon überzeugt ist, das Richtige zu tun, spüren das auch die Kunden und der Erfolg wächst.

Ihre Reisegruppen sind überwiegend in ärmeren Ländern unterwegs, die von großer sozialer Ungleichheit geprägt sind. Was tun Sie konkret, um dort etwas zu verbessern?
Richtig, 90 Prozent unserer Gäste reisen in solchen Ländern. Dass wir kleine landestypische Unterkünfte und Restaurants wählen, öffentliche Verkehrsmittel bevorzugen, auf faire Arbeitsbedingungen bei unseren Partnern und Dienstleistern achten und die Begegnung mit den Menschen vor Ort suchen, gehört dazu. Das tun andere zugegebenermaßen auch. Manchmal muss man aber noch ein wenig darüber hinaus gehen.

Was meinen Sie?
Um ein Beispiel zu nennen: In Indien hatten wir noch vor zwei Jahren keinen einzigen weiblichen Tourguide, und es bewarben sich auch keine Frauen dafür. Also haben wir unseren Regional Manager vor Ort losgeschickt, um aktiv um weibliches Personal zur Führung unserer Gruppen zu werben. Ein Jahr später waren schon elf unserer 66 Tourguides vor Ort weiblich. Und mittlerweile sind es 22.

Ist Wachstum bei all dem ein Thema für Sie?
Oh ja. Wir wollen das erste nachhaltige Reiseunternehmen mit einem Milliardenumsatz werden. Wir nennen dafür zwar keine konkrete Jahreszahl. Aber wir sind mittlerweile bei 400 Millionen Dollar Jahresumsatz angelangt und sind im vergangenen Jahr um 17 und im Jahr davor um 16 Prozent gewachsen. Wenn sich das fortsetzt, wovon wir überzeugt sind, werden wir unser Ziel in einigen Jahren erreicht haben.

Die Konkurrenz in Ihrem Geschäftssegment wächst. Auch im deutschen Markt hat die Zahl der Anbieter zugenommen, und diejenigen, die schon da waren, wachsen auch weiter. Setzt Ihnen das zu?
Ich sehe das positiv. Denn mit dem Angebot wachsen die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein für unsere Reiseform. Davon profitieren alle. Und für uns gilt es einfach nur, einen guten Job zu machen.

 

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