29. August 2018 – 15:34
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Seit über zehn Jahren wurden in Europa nicht mehr so viele Hotels gebaut wie 2018. Das Wachstum beträgt im Vergleich zum Vorjahr beeindruckende 18 Prozent und ist das höchste seit 2007. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Lodging Econometrics. Insgesamt waren im zweiten Quartal 2018 1.388 Hotelprojekte mit 219.251 Zimmern in der Pipeline. Davon waren 693 Projekte mit zusammen 112.580 Zimmern im Bau. Bei 403 Projekten mit 62.538 Zimmern soll der Bau in den nächsten zwölf Monaten begonnen werden und 292 Projekte mit 44.133 Zimmern sind in der frühen Planungsphase.

Immer mehr Neueröffnungen

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden laut der Studie 198 Hotels mit 26.164 Zimmern neu eröffnet, auch hier liegt ein deutliches Wachstum von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor. Lodging Econometrics prognostiziert für die nächsten Jahre ein anhaltendes Wachstum: Bis Ende 2018 sollen demnach 367 neue Hotels mit 49.295 Zimmern eröffnet werden. Für das Jahr 2019 erwarten die Analysten 383 Neueröffnungen mit 53.030 Zimmern und für 2020 rechnen sie mit 392 neuen Hotels mit 60.740 Zimmern.

Deutschland liegt an der Spitze

Die meisten Projekte sind in Deutschland geplant, wo 247 Hotelbauten mit 47.155 Zimmern in der Pipeline sind. Auf den Plätzen folgen Großbritannien mit 247 Projekten und 36.487 Zimmern, Frankreich mit 130 Hotelneubauten mit 15.198 Zimmern sowie Portugal mit 83 Projekten und 8.531 Zimmern.  Polen landet mit 80 Projekten (12.221 Zimmer) auf Rang fünf.

Die meisten Hotels baut Accor-Hotels

Accor-Hotels ist mit 220 Projekten mit 28.281 Zimmern die Hotelkette mit den meisten Projekten in Europa. Es folgen Marriott International mit 178 Projekten (29.740 Zimmer), Hilton Worldwide mit 166 Projekten (26.114 Zimmer) und InterContinental Hotels Group (IHG) mit 138 Projekten (23.044 Zimmer). Diese vier Unternehmen tragen allein 51 Prozent der gesamten Hotelneubauten in Europa.

THo

29. August 2018 – 15:11
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Die Phalanx der Veranstalter, die Einzelleistungen mittels der Zugabe von Servicepaketen als Pauschalreisen etikettieren, bröckelt. Nach Thomas Cook verkauft nun auch Schauinsland Reisen Nur-Hotelbuchungen vom 1. September an wieder als Einzelleistung. Wie andere Anbieter auch sichern die Duisburger diese mit einer zusätzlichen freiwilligen Insolvenzversicherung ab. Damit reagiert der Veranstalter laut Vertriebschef Detlef Schroer auf "die bisherigen Erfahrungen mit der neuen Reiserichtlinie". Rechtsexperten und Versicherer hatten die Rechtmäßigkeit des Kunstgriffs, den Einzelleistungen ein Servicepaket hinzuzufügen, um sie zu Pauschalreisen zu machen, in Frage gestellt. "Mit der Änderung möchten wir für unsere Vertriebspartner Klarheit schaffen", so Schroer. Das Paket bleibt den Kunden indes erhalten. Ergänzend zum freiwilligen Insolvenzschutz ist weiterhin die Betreuung durch eine örtliche Reiseleitung sowie der Zugang zum neuen Portal "Mein-Schauinsland" mit Reiseinformationen im Preis enthalten.

 

28. August 2018 – 17:55
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Der Veranstalter hatte nach dem Tod eines britischen Ehepaares im Alter von 63 und 69 Jahren im Steigenberger Aqua Magic Hotel im ägyptischen Hurghada alle rund 300 Gäste, die er in der Anlage hatte, in andere Unterkünfte verlegt oder auf Wunsch nach Hause reisen lassen. Das Paar war aus noch ungeklärter Ursache gestorben. Nach Auskunft der ebenfalls anwesenden Tochter verstarb der Vater trotz ärztlicher Hilfe noch im Hotel, während seine Gattin in ein Krankenhaus transportiert wurde und dort ihr Leben verlor.

Nun wird der Gouverneur der ägyptischen Provinz Rotes Meer, Ahmed Abdallah, mit den Worten zitiert, die Besucher aus dem Hotel abzuziehen, sei eine Überreaktion. Andere deutsche Veranstalter, die ebenfalls Kunden in der Steigenberger-Anlage haben, besorgten diesen nur auf ausdrücklichen Wunsch eine andere Bleibe. Abdallah erklärte nun, die Anteilnahme am Wohlergehen der Thomas-Cook-Kunden habe den Konzern wohl zu der Überreaktion verleitet und behauptete, die Mehrzahl der Gäste, die das Haus habe verlassen sollen, habe sich geweigert, dies zu tun. Eine Untersuchung des Zimmers habe zudem ergeben, dass dort kein giftiges Kohlenmonoxid aus der Klimaanlage ausgetreten sei, wie es die Tochter des verstorbenen Paares gemutmaßt hatte.

Verdachtsmomente

Unterdessen erklärte diese in verschiedenen Ton- und Videoaufnahmen gegenüber britischen Medien, "irgendetwas" in dem Zimmer habe den Tod ihrer Eltern verursacht. Beide hätten sich am Vorabend noch in bester gesundheitlicher Verfassung befunden und man habe gemeinsam zu Abend gegessen. Am Morgen habe sie beide Eltern in sehr schlechtem Zustand vorgefunden, nachdem diese nicht zum Frühstück erschienen waren.

Zugleich wächst die Zahl der Gerüchte die sich um vermehrte Krankheitsfälle in dem betroffenen Hotel ranken. So berichtet das Portal "Reisereporter", deutsche Urlauber, die im August im Steigenberger Aqua Magic Urlaub gemacht hätten, berichteten von "Durchfall, Magenkrämpfen und Erbrechen, dreckigem Geschirr und einem überforderten Hotelarzt". Eine namentlich genannte Familie wird mit der Aussage zitiert, Durchfall sein in dem Hotel "an der Tagesordnung" gewesen und ungefähr die Hälfte der deutschen Gäste, mit denen sie Kontakt gehabt habe, sei daran erkrankt. Britische Touristen posteten Fotos von halbrohem Geflügelfleisch, die aus der Anlage stammen sollen.

Durchfallerkrankungen

Dagegen zitiert das ägyptische Portal "Egypt Independent" den Gouverneur mit der Bemerkung, nur 23 der insgesamt 1.995 Gäste des Hotels hätten überhaupt medizinische Hilfe gesucht, also rund 1,2 Prozent. Das britische Boulevardblatt "Sun" fährt dagegen einen Vertreter einer Kanzlei auf, die Mandanten bei Krankheitsfällen im Urlaub vertritt, um Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Der Mann, Richard Conroy, behauptet, seit 2014 habe er 195 Forderungen gegen das Steigenberger Aqua Magic Hotel vertreten, darunter 174 von Thomas-Cook-Kunden.

Bei all dem ist es wichtig, zu wissen, dass Durchfallerkrankungen von Europäern in Ägypten keine Seltenheit sind. Das Auswärtige Amt rät dazu, keinesfalls Leitungswasser zu trinken, sondern ausschließlich Wasser "sicheren Ursprungs", auch zum Zähneputzen und Geschirrspülen. Zudem sollten nur Speisen genossen werden, die entweder gegart oder selbst geschält seien. Die Buffets ägyptischer Hotels sind allerdings voll mit appetitlich angerichteten Salaten und geschälten Früchten.

Je länger sich die Untersuchungen über die tatsächliche Todesursache der beiden Urlauber hinziehen, desto stärker schießen die Spekulationen ins Kraut und desto mehr wird die Angelegenheit zum Problem für das Hotel, Thomas Cook und im schlimmsten Fall die ägyptische Tourismusbranche. Am Wochenende war die Rede davon, dass mit einem Untersuchungsergebnis in zehn Tagen zu rechnen sei. In knapp einer Woche sollten daher alle Beteiligten klüger sein.

Christian Schmicke

28. August 2018 – 16:23
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"Was wir derzeit aus Kundensicht bieten, hat nicht Fünf-Sterne-Niveau", räumte Carsten Spohr in Anspielung auf das bekannte Skytrax-Ranking am Montag bei einer Veranstaltung in Frankfurt ein. Das habe er, der im Schnitt fast einen Flug pro Tag absolviere, in diesem Sommer oft genug am eigenen Leib erfahren und seine Familie im heimischen München abends allein lassen müssen.

Dass man in der Lufthansa-Spitze über derlei Ärgernisse angesichts guter Wirtschaftszahlen nur müde lächele, will der Airline-Chef aber keinesfalls gelten lassen. "Wir sind sehr nah dran", sagt er. Sowohl an den Mitarbeitern, die aktuell unter 120 Prozent ihrer normalen Belastung ächzten, als auch an den Kunden, die angesichts der zahlreichen Flugausfälle und Verspätungen in diesem Jahr verärgert seien. Insgesamt arbeite die Airline derzeit permanent in einer Art Überlastungsmodus.

Balance zwischen Aktionärs-, Mitarbeiter- und Kundenwünschen

Ziel der Lufthansa-Airlines müsse es sein, die richtige Balance zwischen den Wünschen von Aktionären, Mitarbeitern und Kunden zu finden, erläutert Spohr. Dass dies spätestens seit der Airberlin-Pleite vor einem Jahr nicht mehr gelungen ist, weiß er, und bezeichnet die Pannenserie im Zuge der Übernahme großer Teile der Airberlin-Flotte und der Einstellung von rund 3.000 neuen Mitarbeitern frei nach einer Formulierung des Chefs der Tochter Eurowings, Thorsten Dirks, als "Wachstumsschmerzen".

Dabei beharrt der Airline-Manager darauf, dass Lufthansa nach dem Aus der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft die Chance habe nutzen müssen. Denn wenn man einmal erhaltene Slots nicht an mindestens 80 Prozent der vorgesehenen Tage nutze, seien sie weg. "Wir hätten nicht zusehen können, wie andere sich den Kuchen einverleiben", insistiert Spohr.

Viele Gesellschaften mit eigenen Strukturen

Zu den hausgemachten Faktoren der Problematik zählt der bunt zusammengewürfelte Haufen von Unternehmen, die unter dem Kürzel EW der Low-Cost-Tochter Eurowings fliegen. Nerben Eurowings Deutschland mit Sitz in Düsseldorf gibt es Eurowings Europe, Standort Wien, Germanwings, die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), ein Überbleibsel von Airberlin, Brussels Airlines und nicht zuletzt Sun Express, ein Joint Venture der Lufthansa mit Turkish Airlines.

Sie haben jeweils eigene Betriebsgenehmigungen, Gehalts- und Tarifstrukturen. Den einen fehlen Piloten, den anderen Maschinen, die nicht einfach untereinander getauscht werden können. Die Integration neuer Maschinen in die Flotte dauerte länger als gedacht, und auch die Rekrutierung von Personal verlief alles andere als reibungslos, wie Eurowings-Chef Dirks einräumt.

Wetterkapriolen, Sicherheitspannen, Fluglotsenstreiks

Hinzu kamen externe Faktoren. Blitzeinschläge, die Maschinen zeitweise schachmatt setzten, Fluglotsenstreiks, Abfertigungsprobleme an den Flughäfen. Auch die Hitzewelle des Sommers habe Herausforderungen mit sich gebracht. „Das bedeutet beim Gepäckausladen: jede Stunde zehn Minuten Trinkpause“, erzählt Dirks. „Und wenn man mal bei 38 Grad im Frachtabteil eines Flugzeugs war, weiß man, warum das so sein muss.“ Als dies verzögere die Abläufe aber zusätzlich.

Dennoch sind Spohr und Dirks guten Mutes, dass es bergauf geht. So habe sich die Zahl der Pannen im August „deutlich reduziert“, obwohl nach wie vor Hochsaison sei. Im Winter mit seinen weniger dicht bepackten Flugplänen werde man größere Zeitpuffer einplanen. Und für den nächsten Sommer liege das Augenmerk klar auf „qualitativem Wachstum“.

Verbesserung gelingt nur im Zusammenspiel

Für einen reibungslosen Betrieb benötige man allerdings die Unterstützung der Systempartner, bei denen Veränderungen erfahrungsgemäß erst mit Verzögerung Wirkung zeigten. Wenn Flughäfen heute mehr Sicherheitspersonal einstellten, dauere es drei Jahre, bis dieses fertig ausgebildet sei, nennt Dirks ein Beispiel. Und auch bei der Flugsicherung sei dringend eine Verbesserung des komplizierten Systems von Zuständigkeiten und Übergaben vonnöten.

Zudem dürfe nicht an allen Airports auf Teufel komm raus Wachstum zugelassen werden, darin sind sich die Lufthansa-Manager einig. Dass das nordrheinwestfälische Verkehrsministerium die Wachstumspläne des Flughafens Düsseldorf erst einmal gebremst habe, sei völlig richtig, finden sie – zumindest, bis am Boden und in der Luft Lösungen für den zunehmenden Verkehr gefunden seien. So müssten Fluggesellschaften immer häufiger unterhalb von 8.000 Metern fliegen, weil der Luftraum darüber überlastet sei. Das treibe nicht zuletzt die kosten nach oben. Bei einem Mallorca-Flug, beispielsweise, benötige eine Maschine dann rund 600 Kilogramm mehr Kerosin.

Christian Schmicke

 

28. August 2018 – 15:11

Das belegen Zahlen der Welttourismusorganisation UNWTO. Die französische Lebensart und Kultur wollten 2017 demnach 86,9 Millionen Besucher kennenlernen. Damit liegt Frankreich, wie bereits im Jahr 2016, unangefochten an der Spitze der Top-Destinationen. Der Zuwachs zu 2016 betrug 5,1 Prozent. Auf den zweiten Platz aufgerückt ist Spanien mit 81,8 Millionen Besuchern, der Zuwachs zu 2016 betrug deutliche 8,6 Prozent.

Die USA rutschten hingegen vom zweiten auf den dritten Platz ab. Nur noch 75,9 Millionen Besucher wollten Amerika kennenlernen, das ist ein Minus zum Vorjahr von 3,8 Prozent. Die USA sind, laut den Daten der UNWTO, das einzige Land unter den Top-Ten, das ein Besucherminus verzeichnete.

Auf den Plätzen folgen China (60,7 Millionen Besucher), Italien (58,3 Millionen), Mexiko (39,3 Millionen) und Großbritannien (37,7 Millionen). Den größten Sprung machte die Türkei. Sie kletterte mit 37,6 Millionen Besuchern und einem Zuwachs von 24,1 Prozent vom zehnten auf den achten Platz. Allerdings hatte das Land 2016 erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Deutschland erreichte trotz eines Zuwachses von 5,2 Prozent auf 37,5 Millionen Besucher nur noch den neunten Platz. Im Vorjahr lag die Bundesrepublik noch auf Platz sieben. Das Schlusslicht der Top-Ten ist in diesem Jahr Thailand, das von 35,4 Millionen Besuchern angesteuert wurde. Das ist ein Zuwachs von 8,6 Prozent.

In den USA bleibt das meiste Geld

Betrachtet man die Einnahmen aus dem Tourismus, verschiebt sich das Bild. Hier liegen die USA uneinholbar vorne. 210,7 Milliarden Dollar gaben Reisende in den USA im vergangenen Jahr aus, das waren 1,9 Prozent mehr als 2016. Auch in dieser Rangliste liegt Spanien mit 68 Milliarden Dollar auf dem zweiten Platz, bei einem Zuwachs von 10,1 Prozent. Bis zum fünften Platz gibt es keine Veränderungen. Auf dem dritten Platz findet sich Frankreich (60,7 Milliarden Dollar, +9 Prozent), Platz vier belegt Thailand (57,5 Milliarden Dollar, +13,1 Prozent). Es folgt Großbritannien auf dem fünften Rang (51,2 Milliarden, +12,1 Prozent).

Nach einer Änderung in der Berechnungsmethode sackte China vom sechsen auf den 12. Platz ab. Dafür stieg überraschend Macao (China; 35,6 Milliarden, 17,6 Prozent) vom 12 Platz 2016 auf den neunten 2017. Italien belegt Rang sechs (44,2 Milliarden, 7,7 Prozent), Australien (41,7 Milliarden, 9,3 Prozent) Rang sieben. Deutschland ist wie im Vorjahr auf Platz acht (39,8 Milliarden, 4,2 Prozent). Schlusslicht ist Japan mit 34,1 Milliarden bei einem Plus von 14,4 Prozent.    

Bemerkenswert erscheint, dass im achten Jahr in Folge Europa die meistbesuchte Region der Welt ist. 2017 besuchten den Kontinent 670 Millionen Touristen, insgesamt wurden weltweit 1,3 Milliarden Touristen registriert. Den Asien-Pazifik-Raum bereisten 323 Millionen Menschen, Amerika 208 Millionen. Afrika besuchten 62 Millionen Reisende, den Mittleren Osten 58 Millionen.

THo

28. August 2018 – 14:34
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Das ergibt sich aus Flugbuchungszahlen, die das Datenanalyse-Unternehmen Forward Keys ermittelt hat. Demnach gingen die Buchungen für Bali-Flüge nach dem zweiten Beben auf der Nachbarinsel Lombok am 5. August gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43 Prozent zurück. Bis zum ersten Erdbeben, das am 29. Juli stattfand, hatte das Buchungsvolumen noch um 15 Prozent über dem der ersten sieben Monate des Jahres 2017 gelegen.

Für Indonesien insgesamt fällt der Effekt mit 26 Prozent nicht ganz so deutlich aus, doch  das vorherige Buchungsplus von 10 Prozent für das Land dürfte damit aufgefressen sein. Am stabilsten präsentierte sich die Hauptstadt Jakarta, für die die Flugbuchungen nach den Beben auf Lombok lediglich um zwei Prozent fielen.

Nach zahlen des Wortld Travel & Tourism Councils sorgt der Tourismus in Indonesien für zehn Prozent aller Arbeitsplätze. In den touristischen Zentren liegt der Anteil naturgemäß deutlich höher.

27. August 2018 – 16:30
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Das rät der global operierende Reisesicherheitsdienst "Internsational SOS". Zwar sei der Notstand auf der indonesischen Insel, die seit dem 5. August von mehreren schweren Beben heimgesucht worden war, am 25. August aufgehoben worden. Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen, besonders in den am stärksten betroffenen Norden und Osten Lomboks sowie auf die Gili-Inseln, sollten Reisende jedoch Abstand nehmen. Insgesamt seien die Menschen auf der Insel noch sehr stark von Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in Anspruch genommen.

Gegenüber dem NDR berichtete eine Deutsche, die als Urlauberin nach Lombok gekommen war und sich dort schließlich mit Hilflieferungen von Nahrungsmitteln, Zelten, Decken, Kleidungsmitteln oder Hygieneartikeln engagierte, von extremen Schicksalen. Viele Menschen hätten auf Fußballplätzen übernachtet, ohne jedes Dach über dem Kopf. Zahlreiche Bewohner seien durch den Verlust von Freunden und Angehörigen traumatisiert. Insgesamt forderten die Beben nach jüngsten Angaben der Katastrophenschutzbehörde weit mehr als 500 Menschenleben. 77.000 Häuser seien dabei zerstört worden und fast 400.000 Menschen lebten noch in Notunterkünften.

Für den als Einnahmequelle wichtigen Tourismus auf der Insel sind das keine guten Nachrichten. Denn Anfang November beginnt dort die Regenzeit.

27. August 2018 – 14:19
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Die Geschichte liest sich wie eine Räuberpistole aus einem schlechten Film: Reiseveranstalter in Nepal sollen Himalaya-Reisenden Abführmittel ins Essen gemischt haben, um bei deren Versicherungen abzukassieren. Ermittler des nepalesischen Tourismusministeriums hätten acht Veranstalter, vier Krankenhäuser und drei Hubschrauberanbieter als Beteiligte an dem Betrug identifiziert, heißt es in der "Kathmandu Post".

Die lokalen Reiseagenturen sollen Touristen demnach absichtlich krank gemacht haben, um diese anschließend aufwändig per Hubschrauber aus den Bergen retten zu lassen. Dabei sollen Dokumente gefälscht worden sein, um die Nottransporte zu rechtfertigen. Außerdem heißt es, Wanderer mit leichten Erkrankungen wie Erkältungen seien von ihren Guides gedrängt worden, Helikopterrettungen in Anspruch zu nehmen. Anderen wurden offenbar Beteiligungen an den Erstattungen durch die Versicherungen versprochen.

Keine Einzelfälle

Man habe allein in der Zeit vom 30. Mai bis zum 1. August 61 solcher Fälle aufgedeckt, berichtet der Assistance-Chef des britischen Assistance-Unternehmens Travellers Assist, das internationale Versicherer in Nepal repräsentiert. An die Adresse des nepalesischen Tourismusministeriums wurde die Drohung gerichtet, wegen der Menge an Betrugsversuchen ab dem 1. September keine Versicherungen für das Land mehr anzubieten. Ein Vertreter des Tourismusministeriums wird dazu mit den Worten zitiert, man werde scharfe Maßnahmen ergreifen, um dem betrügerischen Treiben beizukommen.  Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig Nepals.

Reise vor9 hat daraufhin deutsche Veranstalter befragt, die in Nepal touristisch aktiv sind. Vom Studienreisespezialisten Studiosus heißt es auf Anfrage: "Uns ist nichts bekannt, dass Gäste von uns von diesen Praktiken betroffen waren. Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Opfern eher um Aktivurlauber als Studienreisende handelt."

Langjährige Partnerschaften

Die Tui-Tochter Gebeco, die in Nepal eine Aktivreise mit leichten Wanderungen im Kathmandu- und Pokhara-Tal und eine Trekking-Reise anbietet, betont, sie arbeite "ausschließlich mit Agenturen zusammen, in die wir vollstes Vertrauen haben". Es sei "unvorstellbar, dass diese sich auf derart unlautere und kundenunfreundliche Weise bereichern würden", sagt Sigrid Grüneke, Produktmanagerin Südasien. Mit den Partnern vor Ort bestehe eine "jahrelange seriöse Zusammenarbeit, die in Agenturverträgen mit Haftungsklauseln manifestiert ist". Sollte nur ein Ansatz von Betrug erkennbar sein, würden Gebeco die Zusammenarbeit sofort beenden.

Es gebe in Nepal eine "unüberschaubare Anzahl von Trekking-Anbietern", so dass es "durchaus vorstellbar“ sei, dass einige Agenturen auf diese Weise Geld verdienten, räumt Grüneke ein. Allerdings sei ihr bis heute "nichts davon zu Ohren gekommen".

Auch Dagmar Kimmel, Geschäftsführerin des Wanderreiseveranstalters Wikinger Reisen, kann sich nicht vorstellen, dass die örtliche Agentur, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, und deren Guides kriminelle Praktiken verfolgen. "Wir arbeiten seit sehr sehr vielen Jahren mit der Agentur zusammen und  kennen unsere Guides auch seit vielen Jahren ganz persönlich durch mindestens jährliche Besuche“, unterstreicht Kimmel.

Einzelreisende besonders gefährdet

Ovid Jacota, Geschäftsführer des Trekkingreisespezialisten Hauser Exkursionen, hat indes schon von derartigen Betrugsfällen in Nepal gehört. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle handele es sich um Alleinreisende, die vor Ort eine Trekkingreise bei einer der vielen Straßen-Agenturen in Thamel, der touristische Innenstadt von Kathmandu, beauftragten. Hauser Exkursionen selbst arbeite mit zwei Agenturen in Nepal zusammen, mit „langfristige Geschäftspartnerschaften“ bestünden. „Die kürzeste Geschäftsverbindung beträgt hier 20 Jahre, die längste 45 Jahre", sagt Jacota. Zusätzlich habe Hauser Exkursionen einen Deutschen Mitarbeiter vor Ort, der für die Qualität der Reisen sorge, und für Auswahl, Aus- und Fortbildung der Reiseleiter. Aus diesem Grund sehe er die Wahrscheinlichkeit für derartige Praktiken bei Reisen von Hauser Exkursionen bei "null Prozent".

"Ich persönlich finde die geschilderten Praktiken äußerst schädlich für Nepal und für die 99 Prozent der Nepali, die seit vielen Jahren äußerst zuverlässig, ehrlich und gerade in schwierigen Situationen am Berg mit hoher Professionalität arbeiten", sagt Jacota. "Sie retten dadurch Menschenleben seit es Tourismus in Nepal gibt. Ich finde es deswegen verwerflich und nicht fair, wenn einige Wenige diese ausgezeichnete Arbeit Vieler mit einem schlechten Ruf belegen." Das sieht auch Gebeco-Managerin Grüneke so: „Es ist bedauerlich, wenn durch solche Betrügereien der Ruf Nepals als Trekking-Destination Schaden nimmt", unterstreicht sie.

Christian Schmicke

 

27. August 2018 – 12:57

Rund zwei Wochen nach einem ersten vom Deutschen Reiseverband (DRV) initiierten Gespräch bei dem sich Eurowings bei den Reisebüros für die Mehrarbeit der vergangenen Monate entschuldigt hatte, haben sich die Airline und der DRV erneut getroffen. Laut einer Pressemitteilung, die der DRV anschließend versandte, ging die Airline dabei mit dem stationären Vertrieb auf Schmusekurs. "Beide – Eurowings und die deutschen Reisebüros – gehören zusammen", hätten die Vertriebsverantwortlichen der Airline während des Gesprächs in der Geschäftsstelle des DRV klargestellt, teilt der Verband mit, und: Eurowings werde "künftig eng und partnerschaftlich mit dem DRV und dem Reisevertrieb zusammenarbeiten und insbesondere die Kommunikation verbessern".

Perspektivisch solle die Verbindung von Eurowings zum Reisevertrieb weiter vorangetrieben werden, heißt es. Ralf Hieke, Vizepräsident mittelständische Reisemittler, zeigt sich mit dem Ergebnis des Treffens zufrieden: "Ich bin froh, dass wir im Austausch mit Eurowings unsere Positionen für den Vertrieb sehr deutlich machen konnten und wir jetzt an einem Tisch sitzen", so Hieke. Damit sei "eine gute Basis gelegt für die künftige Zusammenarbeit".

Arbeitsgruppe soll Konfliktthemen klären

Dazu soll zunächst einmal eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern von Leisure- wie Business-Reisebüros ins Leben gerufen werden. In dieser Arbeitsgruppe sollen "aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Branche sowie in der Kommunikation und Zusammenarbeit offen diskutiert und Lösungen gefunden werden, die allen Beteiligten gerecht werden", kündigen Verband und Airline an.

Zusätzliche Zeitpuffer

"Die Kommunikation zwischen uns und den Reisebüros wird in Zukunft deutlich verbessert werden", verspricht Eurowings-Vertriebschef Oliver Schmitt. Die laufende Übergangsphase nach der Insolvenz der Air Berlin sei organisatorisch wie operativ ein Kraftakt. Doch immerhin zeigten die Maßnahmen, die Eurowings hierzu eingeleitet habe, erste Ergebnisse, berichtet Schmitt. "Wir konnten unsere Performance spürbar verbessern und Flugplan-Änderungen signifikant reduzieren."

Der Winterflugplan 2018/2019 solle "ebenfalls mit zusätzlichen Zeitpuffern optimiert werden, was zu mehr Stabilität beitragen wird", kündigt der Eurowings-Vertriebschef an. Das Ziel sei es, "sowohl den Vertriebspartnern als auch den Kunden einen zuverlässigen und pünktlichen Flugplan zu bieten". Für den nächsten Sommer werde man "ebenfalls sehr sorgfältig planen – mit der Option zur Aufstockung – um auch in der Hochsaison Stabilität sicherzustellen", so Schmitt.

27. August 2018 – 08:00
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Verunsicherte Kunden, gestresste Reisebüros, Veranstalter unter Handlungsdruck, ein Hotel in Erklärungsnot – und bei all dem bleibt unklar, ob sich überhaupt etwas ereignet hat, was die Tourismusbranche auf irgendeine Art beeinflussen konnte. Klar ist bislang nur: Zwei britische Touristen, einer davon in Diensten von Thomas Cook, sind im Steigenberger Aqua Magic Hotel im ägyptischen Hurghada verstorben. Die Todesursache ist nicht abschließend geklärt.

Obwohl Todesfälle im Urlaub ein zwar tragisches, aber nicht völlig ungewöhnliches Ereignis sind machte der Tod der beiden Urlauber in britischen Medien sofort die Runde, stets unter Erwähnung der für den Fall eigentlich unerheblichen Tatsache, dass eines der beiden Todesopfer in Großbritannien in Diensten von Thomas Cook gestanden haben. Verschiedene Zeitungen berichteten zunächst, die Todesursache seien in beiden Fällen Herzinfarkte gewesen. Die ägyptischen Behörden schlossen Gewalt als Todesursache aus.

Widersprüchliche Aussagen

Die Tochter des verstorbenen Ehepaares, die sich ebenfalls in dem Hotel aufhielt, äußerte den Verdacht, ihre Eltern könnten einer Kohlenmonoxidvergiftung oder verunreinigtem Essen zum Opfer gefallen sein. Sie seien bis kurz vor ihrem Tod bei bester Gesundheit gewesen. Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser wird in britischen Medien mit den Worten zitiert, es gebe keine Hinweise auf eine Vergiftung. Thomas Cook unternehme jedoch alles, um der Sache auf den Grund zu gehen und die ägyptischen Behörden bei der Untersuchung des Vorfalls zu unterstützen. Unter anderem seien Proben von Lebensmitteln genommen worden. Die abschließenden Untersuchungen dürften etwa zehn Tage in Anspruch nehmen.

Laut britischen Tageszeitungen melden sich Gäste zu Wort, die zuvor in dem Hotel Urlaub machten und von nicht durchgebratenem Geflügelfleisch und Durchfallerkrankungen berichten. Belege für diese Geschichten gibt es allerdings nicht.

Cook quartiert Kunden um

Unterdessen entschied sich Thomas Cook, alle 300 Gäste, die der Veranstalter zu diesem Zeitpunkt in dem Hotel hatte, umzuquartieren oder auf Wunsch bei nächster Gelegenheit nach Hause zu fliegen. In einem von Geschäftsführerin Stefanie Berk unterzeichneten Schreiben, das in sozialen Netzwerken kursiert, erklärt der Konzern, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die darauf basiere, dass die Todesursache noch nicht abschließend geklärt sei und dass es Berichte über weitere Erkrankungen in dem Hotel gebe. Zudem verspricht Berk betroffenen Kunden eine Ausgleichszahlung von 250 Euro.

Eine Sprecherin des betroffenen Steigenberger Aqua Magic Hotels, wird von der Deutschen Presse-Agentur mit der Aussage zitiert, bei der Ausquartierung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Nicht alle Gäste hätten sich entschieden, das Hotel zu verlassen. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des britischen Ehepaars. Andere deutsche Veranstalter, von denen sich ebenfalls Gäste in dem Hotel befinden, haben bislang keine konkreten Maßnahmen getroffen. Sie verfolgten die Entwicklung vor Ort aber mit Hilfe eigener Mitarbeiter intensiv und würden im Fall weiterer Erkenntnisse eine Neubewertung vornehmen, heißt es.

Christian Schmicke

 

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