13. Dezember 2018 – 17:30
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Nicht jedem Kreuzfahrtunternehmen wird das Bild vom schwimmenden Rummelplatz gut gefallen. Andererseits tun vor allem die großen US-Reedereien vieles dafür, dass ihre Schiffe diesem Klischee entsprechen. So kündigte Carnival Cruises am Donnerstag die erste Achterbahn an Bord eines Kreuzfahrtschiffes an. Auf dem rund 240 Meter lange Kurs im hinteren Teil des für 2020 geplanten Neuzugangs "Mardi Gras" erreichen die elektrisch angetriebenen Achterbahnwagen bis zu 65 Stundenkilometer und befinden sich zwischenzeitlich fast 60 Meter über dem Wasser. Außerdem verspricht die Reederei Adrenalin-Fans eine "rennwagenartige" Beschleunigung.

Die "Mardi Gras" ist für 5.200 Passagiere ausgelegt und fährt von Port Canaveral in Miami aus, nur eine Autostunde von den Rummelplätzen der Walt Disney World und der Universal Studios an Land entfernt. Ein Video mit Impressionen von dem Ritt gibt es hier.

 

13. Dezember 2018 – 16:12
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In einem Appell an den Bundestag fordern acht Wassersport- und Tourismusverbände, mehr Geld in die marode Infrastruktur auf den deutschen Freizeitwasserstraßen zu investieren. Die Unterzeichner beklagen in ihrem Schreiben, dass die im Wassertourismuskonzept des Bundesverkehrsministeriums versprochen Mittel für "Projekte zum Erhalt der vorwiegend touristisch genutzten Nebenwasserstraßen" nicht im Haushalt eingestellt worden seien. Erste Schleusen müssten bereits geschlossen werden, ganze Wassersportreviere seien vom Netz abgeschnitten. Um den drohenden Infrastrukturkollaps zu vermeiden und Deutschland auch künftig als wassertouristische Destination erfolgreich zu positionieren, müsse jetzt gehandelt werden, heißt es in dem Brief.

Umsatzbringer für strukturschwache Regionen

Der Präsident der Deutschen Tourismusbundes, Reinhard Meyer, hält die durchgängige Befahrbarkeit des Bundeswasserstraßennetzes für nicht mehr gewährleistet. Nicht nur Paddler, Segler und Motorbootsportler hätten nun das Nachsehen, sondern auch ländliche und strukturschwache Regionen, in denen der Wassertourismus wesentlich zum Lebensunterhalt beitrage. "Hier muss es endlich zu einer auskömmlichen Finanzierung der Nebenwasserstraßen kommen", fordert ADAC Vizepräsident, Kurt Heinen. Wassertourismus und Wassersports hätten laut einer Studie im Jahr 2016 allein an den Binnenwasserstraßen jährlich rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz generiert und 66.000 Menschen den Lebensunterhalt gesichert.

"Hoher Stellenwert"

Das Verkehrsministerium hatte ursprünglich schon 2016 finanzielle Hilfe versprochen, passiert ist aber nichts. Die derzeit verfügbaren Mittel reichten nicht einmal aus, dem Substanzverlust der Schleusen und Wehre wirkungsvoll zu begegnen, so die Unterzeichner des Schreibens. Konkret wollen die Verbände einen eigenständigen Haushaltstitel für Nebenwasserstraßen und ein Sonderinvestitionsprogramm, um akut drohende Schleusensperren zu verhindern.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes schätzt die Zahl von Sport- und Freizeitbooten auf fast eine Million. An besonders attraktiven Wasserstraßen habe sich ein intensiver Fremdenverkehr für Kurz- und Langzeiturlauber entwickelt. Die Fahrgastschifffahrt habe hieran einen großen Anteil. "Die Zahl von mehr als 800 Fahrgastschiffen mit rund 200.000 Plätzen belegt den hohen Stellenwert dieses Schifffahrtszweiges und des dazugehörigen Fremdenverkehrs", schreibt die Behörde auf ihrer Website.

Andreas Förster

13. Dezember 2018 – 14:42

Der britische Billigflieger muss Kunden, die einen Flug stornieren, keine Steuern und Gebühren zurückerstatten. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt/Main. Die in Luton, England ansässige Airline Easyjet darf also bei Verträgen mit deutschen Kunden das britische und walisische Recht anwenden, das eine Erstattung ausschließt, befanden die Richter.

Tatsächlich könne Easyjet bei einer Kündigung durch den Passagier sogar auf Vertragserfüllung bestehen und den vollen Flugpreis einbehalten, so das Gericht. Ausgehend vom Maßstab des englischen und walisischen Rechts verstoße die Klausel nicht gegen Gesetze zum Schutz der Verbraucherinteressen.

Ausländisches  Recht gilt

Nach englischem Recht ist es zulässig, Steuern und Gebühren nicht zurückzuerstatten, wenn der Fluggast den Flug storniert hat, obwohl die Aufwendungen der Fluggesellschaft gar nicht erst entstanden sind. Generell kann nun eine ausländische Fluggesellschaft in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festlegen, das auf Beförderungsverträge, die in Deutschland abgeschlossen werden, ausländisches Recht anwendbar ist.

Geklagt hatte die Wettbewerbszentrale, die auch Verbraucherinteressen wahrnimmt. Sie ist der Ansicht, dass die Verbraucher durch die Klausel, Steuern und Gebühren nach Stornierung nicht zu erstatten, unangemessen benachteiligt werden. Das Landgericht Frankfurt hatte der Klage noch stattgegeben. In der Berufung wurde die Klage nun abgewiesen.

Das Urteil kann beim Bundesgerichtshof angefochten werden.

Andreas Förster

13. Dezember 2018 – 14:23
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Angesichts der Rückgänge für sein Stammland ist der Spezialist mit einem Umsatzwachstum von einem Prozent durchaus zufrieden, so Geschäftsführer Markus Zahn. Die Urlaubskarawane ziehe wieder von West nach Ost, das become Portugal zu spüren. Für Reisebüros hält Olimar ein Bonbon bereit: Künftig gibt es auf alle Flüge die volle Provision.

Das Jahr sei zwar gut angelaufen, doch zum Sommer hin war das Buchungsplus weitgehend abgeschmolzen, sagt Zahn. “Und Last-Minute fand in diesem Jahr nicht statt.” Das habe mit dem Jahrhundertsommer in Deutschland zu tun, der viele Deutsche zu Hause bleiben ließ. Die Verlagerung vom westlichen ins östliche Mittelmeer bekam Olimar auch in Spanien zu spüren. Dort verzeichnete der Veranstalter ein Minus von vier Prozent. Dennoch konnte Olimar den Umsatz insgesamt um ein Prozent auf 86,2 Millionen Euro steigern. Die Zahl der Gäste erhöhte sich um ein halbes Prozent auf 137.000.

Punkten mit Sonderwünschen und voller Flugprovision

Im neuen Touristikjahr kommt Olimar seinen Agenturen bei der Provision entgegen. Künftig gibt es für alle Flüge die volle Provision. Bisher war dies nur für Pauschalreisen mit Charterflügen der Fall. Auf den Fluganteil dynamisch produzierter Trips und reine Flugtickets gibt es bislang nur sechs Prozent. Beim Verkauf helfen soll die freiwillige Insolvenzabsicherung aller Einzelleistungen von Olimar.

Beim Produkt setzt Olimar weiter auf Portugal, das 70 Prozent des Geschäfts ausmacht. Der Spezialist will das Hinterland weiter erschließen und hat dort neue Rund- und Erlebnisreisen zusammengestellt. Neue Zielgebiete sind derzeit nicht geplant.

Dafür baut Zahn seinen Concierge-Service aus, von dem auch Reisebüros profitieren. Olimar erfüllt bei Anruf Sonderwünsche, ändert Rundreisen ab, reserviert Tische im Restaurant, bucht Ausflüge oder besorgt Eintrittskarten für Events. Dafür verlagt Olimar ein Vermittlungsentgelt zwischen 10 und 50 Euro. Darauf und auf die Leistung selbst erhalten Reisebüros die volle Provision.

Thomas Hartung

13. Dezember 2018 – 13:42
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"Wir wollen mit den Städten in einen Dialog treten, die Fakten klarstellen und dann gemeinsam überlegen, welches Modell effektiv ist und dabei Homesharing nicht einschränkt", sagt Nathan Blecharczyk, Mitgründer von Airbnb, im Interview mit dem "Handelsblatt". Das Portal war in den vergangenen Jahren immer wieder mit Städten in Konflikt geraten, weil diese es für zunehmende Wohnraumknappheit und steigende Mieten verantwortlich machen. Die lukrative Möglichkeit, Wohnungen an Touristen oder Geschäftsreisende zu vermieten, veranlasse zahlreiche Wohnungseigentümer, ihre Immobilie nicht mehr regulär zu vermieten, klagen die Kommunen.

Urteil zwingt Airbnb zur Herausgabe von Vermieterdaten

Dass die Kooperation zwischen Airbnb und den Städten auf wackeligen Füßen steht, verdeutlicht ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts München vom Donnerstag. Dieses verurteilte Airbnb nun, Daten zu Vermietern von vermittelten Wohnungen an die Landeshauptstadt München herauszugeben. Die irische Muttergesellschaft hatte gegen die Herausgabe der Daten geklagt und damit argumentiert, dass dies nach dem für sie geltenden irischen Recht nicht erforderlich sei.

Die Stadt München hatte zuvor mehrere Betreiber von Wohnungs-Plattformen im Internet aufgefordert, ihr bestimmte Daten zur Verfügung zu stellen, um unerlaubte Wohnungsangebote ausfindig zu machen. Zu diesen Daten gehört neben Namen und Adressen auch die Buchungsdauer der angebotenen Wohnung. Ohne Ausnahmegenehmigung darf in München eine private Wohnung nicht länger als acht Wochen innerhalb eines Kalenderjahres vollständig vermietet werden. Dadurch soll vermieden werden, dass zu viele Wohnungen dem angespannten Wohnungsmarkt entzogen werden. Nun muss Airbnb die von Blecharczyk angekündigte Kooperationsbereitschaft auf richterliche Anordnung unter Beweis stellen.

Ohnehin erwartet Blecharczyk nicht, dass sich die Probleme mit den Städten schnell lösen lassen. "Ehrlich gesagt glaube ich, dass es Jahre braucht, um zu zeigen, dass wir das Richtige getan haben und dass wir bei den Herausforderungen der Städte auf der richtigen Seite stehen“, sagte er dem "Handelsblatt". Ihm sei klar, dass es für die Sharing Economy Regeln geben müsse. Airbnb wolle "dabei mithelfen" und arbeite daher "gemeinsam mit den Städten". Aber damit das wirklich effektiv sei, brauche man eine "faktenbasierte und sachliche Diskussion".

Bis Juli soll Airbnb fit für die Börse sein

Unabhängig von den Konflikten befindet sich Airbnb hierzulande weiter auf Wachstumskurs. Allein in den letzten zwölf Monaten hätten 3,6 Millionen Menschen Airbnb genutzt, um nach Deutschland zu reisen, so Blecharczyk gegenüber dem "Handelsblatt". Umgekehrt seien sieben Millionen aus Deutschland heraus über Airbnb in die Welt gereist. Auch über 550 "Entdeckungen", also Auflüge und Events, lassen sich nach seinen Worten mittlerweile in Deutschland über Airbnb buchen. Seit dem Start des Bereichs im vergangenen Jahr seien 11.000 Buchungen zustande gekommen.

Im Juli nächsten Jahres solle das Unternehmen für die Börse fit sein, kündigt der Firmenchef an. Ein genaues Datum für den Börsengang habe man sich aber noch nicht gesetzt.

13. Dezember 2018 – 11:32

Gerade wenn Kunden noch unentschlossen sind, ist die attraktive und maßgeschneiderte Präsentation der Angebote nach ihrem Besuch im Reisebüro entscheidend. Die Live Beratung in Traveltainment Bistro Portal gibt die Möglichkeit, Kunden nach dem Beratungsgespräch durch eine personalisierte Angebots-Website von einer Buchung zu überzeugen. Verschiedene Optionen zur Anpassung der Katalogbeschreibung und des Angebotsfotos lassen Gestaltungsspielraum – so verändern Sie mit wenig Aufwand Details, die den Ausschlag zur Buchung geben können.

Ein Beispiel aus der Praxis: Familie Tanner möchte ein paar Tage in Paris verbringen, die Eltern sind jedoch unsicher, ob eine Städtereise auch ihrer siebenjährigen Tochter gefällt. Sie haben Ihren Kunden im Gespräch empfohlen, ein Hotel in der Nähe des Disneyland Paris zu wählen und Sightseeing mit einem Freizeitparkbesuch zu verbinden – daran hatten die Tanners noch gar nicht gedacht. Ihr Vorschlag könnte sie überzeugen.

Sie sind nun dabei, die persönliche Angebots-Website für die Tanners in der Live Beratung zu erstellen und haben bereits verschiedene Angebote aus Bistro Portal übertragen. Unter der Angebotsliste sehen Sie im Register Details für jedes Hotel verschiedene Optionen.

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Beim ersten Hotel fällt Ihnen auf, dass ein bestimmter Veranstalter besonders ausführliche Beschreibungen und ansprechendes Bildmaterial liefert. Sie können die Ihren Kunden angezeigte Katalogbeschreibung schnell und einfach ändern, indem Sie unter Katalogbeschreibung im Drop-down-Menü Hotelbeschreibung von: diesen Veranstalter auswählen und auf Übernehmen klicken. Das Angebot wird nun entsprechend markiert.

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Auf der Kunden-Angebotsseite informiert anschließend ein Hinweis den Kunden über die geänderte Hotelbeschreibung. Sie möchten außerdem das Angebotsfoto nutzen, um die Familie Tanner von der Familienfreundlichkeit des Hotels zu überzeugen. Klicken Sie hierzu unter Angebots-Vorschau auf Ihr favorisiertes Bild, es wird mit einem blauen Rahmen markiert

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Bestätigen Sie Ihre Änderung mit einem Klick auf Übernehmen. So ersetzen Sie in wenigen Schritten die Außenaufnahme des Hotels durch Minnie Maus im Disneyland. Dieses Bild erscheint nun in Groß auf der persönlichen Angebotswebsite und überzeugt bestimmt auch das jüngste Mitglied der Familie Tanner.

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Das Modul Live Beratung in Traveltainment Bistro Portal ist kostenpflichtig.

Diesen Praxistipp hat Traveltainment für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

 

13. Dezember 2018 – 08:43

Für den Branchenprimus TUI schien 2018 die Sonne: Der Reisekonzern hat seinen Umsatz um 5,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro gesteigert. Auch der Gewinn ist gestiegen, um 7,6 Prozent auf 730 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg sogar zweistellig.

Konzernchef Fritz Joussen sieht sich damit in seiner Strategie bestätigt. Er setzt vor allem auf eigene Hotels und Kreuzfahrtschiffe. „Mehr als 70 Prozent unseres Ergebnisses kommen heute aus den selbstgestalteten Urlaubserlebnissen. Dadurch können wir uns deutlich vom Wettbewerb differenzieren.“

Die Region Zentral, zu der auch der Quellmarkt Deutschland gehört, ist ebenfalls gewachsen. Dort wurden Reisen für 6,5 Milliarden Euro verkauft, ein Plus von 8,7 Prozent. Das bereinigte Ergebnis der Region verbesserte sich um 25 Prozent auf 89 Millionen Euro.

Konzernweit setzt Joussen auch 2019 seinen Fokus auf mehr Gewinn. Das bereinigte Ebita soll um mindestens zehn Prozent wachsen. Was die Buchungen betrifft, ist das neue Jahr allerdings weniger positiv angelaufen. Für den bevorstehenden Winter liegen sie „knapp auf Vorjahresniveau“.

Thomas Hartung

12. Dezember 2018 – 16:55

Viele Informationen, die Portale aus der Reisebranche anböten, seien seriös. In einigen Punkten habe sich aber der Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße erhärtet, so die Behörde. So könnten sich etwa Hotels bessere Positionen im Ranking erkaufen, dies sei für Verbraucher aber nicht erkennbar. Die betroffenen Portale können nun Stellung beziehen, bevor im nächsten Jahr der Abschlussbericht veröffentlicht wird. 

Das „Konsultationspapier zur Sektoruntersuchung Vergleichsportale“, das vom Kartellamt jetzt vorgestellt wurde, untersucht zahlreiche Internetportale aus den Bereichen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen. Für alle Vergleichsportale im Internet gelte, dass durch den Vergleich verschiedener Angebote und die Weiterleitung zu einer Bestellung die Suchkosten der Verbraucher reduziert und ihre Entscheidungsfindung verbessert werden könne, urteilte die Behörde. Die Kartellwächter untersuchten bei den Vergleichsportalen Faktoren wie die Eigenständigkeit des Vergleichs, die Breite der Marktabdeckung, das Ranking der Angebote, die Hinweise auf Verfügbarkeiten oder den Umgang mit Bewertungen hinsichtlich ihrer Neutralität beziehungsweise ihrer Transparenz.

Verflechtungen und Kooperationen

Beim Problemfeld Verflechtungen und Kooperationen habe sich gezeigt, dass in allen Branchen zwischen den untersuchten Portalen zahlreiche horizontale Kooperationen und Verflechtungen bestehen. Dies führe teilweise dazu, dass vermeintlich eigenständige Portale lediglich auf die Datenbasis und/oder den Tarifrechner eines anderen Portals zurückgriffen. Das sei für den Verbraucher nicht erkennbar, kritisierte das Bundeskartellamt. Beim Problemfeld Marktabdeckung fielen unter anderem Hotel-Vergleichsportale mit geringer Marktabdeckung auf. Da die Verbraucher in der Regel keine Information darüber erhalten, welche Anbieter auf einem Vergleichsportal nicht dargestellt werden, besteht das Risiko einer vorschnellen und damit suboptimalen Entscheidung.

Bezahltes Ranking

Die Darstellung des Vergleichsergebnisses bietet zahlreiche Beeinflussungsmöglichkeiten. Im Reisebereich fielen besonders die Hotel-Vergleichsportale auf. Das Kartellamt kritisierte die eigentliche Reihenfolge der dargestellten Angebote beim Erstranking: „Zum einen kann das Portal die Höhe der von einem Anbieter gezahlten Provision unmittelbar als Ranking-Parameter, im Rahmen eines Partner-Programms oder über einen Ranking-Booster berücksichtigen und dem Angebot dadurch zu einem besseren Listenplatz verhelfen, was insbesondere im Hotelbereich üblich ist.“ Auch einige Metasearcher berücksichtigten die Höhe der gezahlten Vergütungen bei der Darstellung des Vergleichs verschiedener OTA-Angebote für dasselbe Hotel, so das Kartellamt in seinem Bericht. Der Verbraucher werde auf den untersuchten Portalen grundsätzlich nicht darüber aufgeklärt, wie groß der Einfluss der Provisionen auf das Ranking jeweils ist. Zudem könne er diesen Einflussfaktor auch nicht gezielt ausschalten.

Unwahre Knappheitshinweise bei Hotel- und Flugvergleichsportalen

Zum vierten untersuchten Problemfeld der sonstigen Beeinflussungsfaktoren kritisierte die Behörde vor allem die Reisebranche. Die untersuchten Vergleichsportale setzten neben dem Ranking weitere Mittel ein, um den Verbraucher zu einer (vor)schnellen Buchung bzw. Bestellung bestimmter Angebote auf ihrer Seite zu veranlassen. „So sind insbesondere im Reisebereich zahlreiche Hinweise auf die begrenzte Verfügbarkeit oder die besonders große Nachfrage für einzelne Hotels oder steigende Preise bei Flügen typisch“, so das Bundeskartellamt. Bei den Nutzerbewertungen gab die Behörde allerdings Entwarnung. In diesem Problembereich fand sie nur sehr wenige Beanstandungen.

Insgesamt, so das Bundeskartellamt, zeige die Sektoruntersuchung, dass viele der untersuchten Vergleichsportale trotz der unbestrittenen Vorteile für den Verbraucher nicht dem Idealbild einer neutralen Plattform entsprächen und dass zu verschiedenen Punkten Handlungsbedarf bestehe. Die Behörde ordnete einige der festgestellten Verhaltensweisen als Rechtsverstöße ein. Dies betreffe vor allem den Einfluss der Provisionen auf das Ranking, gelt aber auch für unwahre oder täuschungsgeeignete Knappheits- oder Exklusivitätshinweise.

Thomas Horsmann

12. Dezember 2018 – 15:37

Den Buchungsumsätzen eines extrem starken Vorjahresmonats kann die Nachfrage im diesjährigen November nach aktuellen Zahlen der Marktforscher von der GfK nicht das Wasser reichen. Die Umsätze mit Winterurlaub für die aktuelle Saison 2018/19 liegen um ein Prozent darunter, die mit Sommerurlauben um zwei Prozent. Die Verluste sind im stationären Reisevertrieb aufgelaufen. Ohne das zweistellige Wachstum im Online-Reisevertrieb, das für knapp ein Fünftel des Monatsumsatzes im Gesamtmarkt steht, wäre die Novemberbilanz negativer ausgefallen.

Die Wintersaison steht damit Ende November kumuliert immer noch bei einem Umsatzplus von sieben Prozent, obwohl sie im Vergleich zum Vormonat erneut einen Prozentpunkt eingebüßt hat. Dennoch bleibt das aufgelaufene Plus laut GfK ansehnlich. Rund 3,8 Milliarden Euro haben die Deutschen bislang für ihre Winterurlaube ausgegeben – das meiste davon für Reisen im November und Dezember, die einen Umsatzanteil von 46,5 Prozent haben. 

Mit dem Buchungsmonat November rückt aber auch der Sommerurlaub wieder in den Fokus der Kunden. Sie stehen für 56,8 Prozent des Monatsumsatzes. Obwohl die sommerlichen Reisebuchungen im abgelaufenen Buchungsmonat ihr Vorjahresniveau nicht halten konnten und um zwei Prozent schrumpften, weist die Sommersaison kumuliert noch ein von fünf Prozent auf. Die bis dato aufgelaufenen Frühbucherumsätze haben demnach bereits für Wachstum gesorgt.

Unter den Reisemonaten der kommenden Sommersaison sticht der Pfingstmonat Juni hervor: Er weist aktuell ein Umsatzwachstum von 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf und steht mit einem Umsatzanteil von 23,9 Prozent für fast ein Viertel aller bisher generierten Sommerumsätze. Bis auf den Mai, der durch die übliche Verschiebung der Pfingstferien 9,5 Prozent verliert, weisen alle Reisemonate des Sommers 2019 derzeit Umsatzzuwächse auf. 

12. Dezember 2018 – 14:50
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Die beliebte thailändische Urlaubsinsel bei Krabi leidet seit Jahren unter Mangel an Trinkwasser. Die Zustände sind derzeit so prekär, dass die Verwaltung der Insel dringend um staatliche Hilfe bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser bittet. Ursachen sind steigende Bevölkerungszahlen, Touristenmassen sowie die Verschmutzung der Insel. 

Die Sorge wächst, dass Ko Phi Phi Don, die größte Insel des Archipels, ihre Attraktivität für Touristen verlieren könnte. Trotz eines feuchten Klimas mit mehr als 2.000 Millimetern Niederschlag pro Jahr gibt es nur zwei große Wasserspeicher, die für Leitungswasser genutzt werden können. "Während der trockensten Zeit des Jahres - von November bis April - ist die Insel voller Touristen, was den Wasserbedarf stark ansteigen lässt", erklärte Sitang Pilailar, eine Expertin der Kasetsart-Universität in Bangkok, der Zeitung "The Nation". Die Süßwasserspeicher leerten sich und könnten ohne Niederschläge nicht aufgefüllt werden. Einige Unternehmer nutzten Grundwasser aus eigenen Brunnen, um den Bedarf zu decken. Die Folge sei, dass der Grundwasserspiegel sinkt und Salzwasser eindringt. Das wiederum führe zu langfristigen Schäden im Naturparadies, so die Expertin.

Abwasserprobleme

Hinzu komme, dass sich bei aktuellen Untersuchungen gezeigt habe, dass das Grundwasser durch Umweltverschmutzung mit Schwermetallen und Krankheitserregern verseucht sei. "Obwohl die Insel über eine relativ effiziente Abwasseraufbereitungsanlage verfügt, wird Abwasser weit über die Kapazität des Systems hinaus erzeugt. Das überschüssige Abwasser wird direkt in das Meer gespült und gelangt von dort ins Grundwasser", sagte Sitang. Die Verwaltung der Insel sieht sich außer Stande, die nötigen Maßnahmen zum Ausbau der Kläranlage zu finanzieren. Es drohe die Zerstörung der Insel, so der Verwaltungschef. Ko Phi Phi Don liegt nicht – wie der größte Teild der Phi-Phi-Inselgruppe – im Marine-Nationalpark Hat Noppharat Thara-Mu Ko Phi Phi. Der Marinepark umfasst insgesamt über 80 Inseln in der Region Krabi. Die Phi-Phi-Inseln sind besonders wegen der herrlichen Maya Beach auf Ko Phi Phi Leh so berühmt, die aus Naturschutzgründen seit Monaten für Touristen gesperrt ist.

Thomas Horsmann

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