Tägliche News für die Travel Industry

2. April 2025 | 20:54 Uhr
Teilen
Mailen

Airlines zögern bei NDC-Vertrieb trotz Potenzials

Zwei Drittel der Airlines haben mit der Umsetzung von NDC begonnen. Doch bei der umfassenden Digitalisierung von Buchungs-, Service- und Abrechnungsprozessen, dem sogenannten Offer and Order, ist der Fortschritt gering. Laut einer neuen Studie haben nur 27 Prozent der Fluggesellschaften diesen Schritt eingeleitet.

Flugzeug

Die Digitalisierung von Buchungs-, Service- und Abrechnungsprozessen hat bei vielen Airlines Luft nach oben

Anzeige
nicko cruises

Kreuzfahrt-Fans aufgepasst: nicko-cruises-Woche in Counter vor9

Einmal mit dem Schiff rund um den Globus. nicko cruises schickt die VASCO DA GAMA wieder auf Weltreise – 175 Tage als Ganzes oder einzeln in elf Routen buchbar. Was Expis darüber wissen sollten, lesen sie in unserer neuen nicko-cruises-Woche auf Counter vor9. Jetzt beim Gewinnspiel mitmachen und Kreuzfahrt von nicko cruises gewinnen!

Die Zahl ist das Ergebnis eines Berichts unter dem Titel "Die Zukunft des Airline-Vertriebs" (The Future of Airline Retailing), der auf einer Online-Befragung von 78 Fluggesellschaften und 28 Interviews mit Handels-Fachleuten durch das Marktforschungsunternehmen Atmosphere Research Group basiert. Unterstützt wurde die Studie vom Technologieanbieter Accelya.

Ziel: Buchung wie bei Amazon

Die Vision der Befürworter ist ein vollständig digitalisierter Vertriebsprozess, der sich an E-Commerce-Modellen orientiert. Dazu gehören personalisierte Angebote, bildgestützte Produktdarstellung und ein einheitlicher Kunden-Datensatz, der die heutigen Passagierdatensätze, E-Tickets und Zusatzleistungen ersetzt.

"Ein einzelner Kundendatensatz erleichtert sowohl Airlines als auch Reisebüros den Umgang mit Umbuchungen und Störungen", erläutert Tye Radcliffe, Chief Customer Success Officer bei Accelya. Der Luftfahrtverband Iata bezeichnet dieses Konzept als "One Order".

2028 als Etappenziel

Rund 44 Prozent der befragten Airlines rechnen laut Studie damit, bis 2028 wesentliche Fortschritte bei Offer and Order zu erzielen. Allerdings erwarten fast ebenso viele – 38 Prozent – , auch dann noch mit Altsystemen zu arbeiten. Ein entscheidender Punkt sei die Entwicklung bei den globalen Distributionssystemen (GDS), heißt es weiter. Der Marktanteil der NDC-basierten Buchungen soll laut Studie bis 2028 auf 21 Prozent steigen, während die sogenannten Edifact-basierten GDS-Buchungen (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) von derzeit 33 auf 14 Prozent sinken könnten.

Milliardenpotenzial, aber langsamer Weg

Eine frühere McKinsey-Studie beziffert laut dem britischen Fachportal Travel Weekly das wirtschaftliche Potenzial von Offer and Order auf bis zu 45 Milliarden US-Dollar bis 2030. Dennoch bleibt der Wandel komplex. Technologische Umstellungen, interne Widerstände und die Umstellung bestehender Prozesse bremsten viele Airlines aus, heißt es in der aktuellen Studie.

Neu definiert werde innerhalb der neuen Strukturen auch die Rolle des Vertriebs, unterstreicht das Fachportal Phocuswire. Reisebüros erhielten über moderne Schnittstellen Zugang zu denselben Inhalten und Angeboten wie Direktkunden. Damit könnte das Modell auch den stationären Vertrieb stärken – sofern die nötigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Ob die Transformation tatsächlich in der Breite bis 2028 gelingt, bleibt laut der Studie offen. Klar sei indes: Ohne Investitionen in digitale Strukturen und neue Prozesse würde die Lücke zwischen Anspruch und Realität im Airline-Vertrieb nicht kleiner.

Christian Schmicke

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige Reise vor9