12. Dezember 2018 – 14:20
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Andre Ricken gründet zusammen mit der Joy Pool Enterprises GmbH, der Muttergesellschaft der Ferry Know How GmbH aus Berlin, die neue Troll Touristik GmbH. Damit würden der Standort sowie zahlreiche Arbeitsplätze der insolventen Troll Tours Reisen GmbH gesichert, teilen die Partner mit. Das Unternehmen hatte Anfang Oktober einen Insolvenzantrag gestellt.

Der neue Gesellschafter Ferry Know How ist spezialisiert auf Fähren und Kreuzfahrten und firmiert als deutscher Generalagent von St. Peter Line, einer russischen Reederei mit Hauptsitz in Sankt Petersburg, die im Linienverkehr zwischen Russland, Estland, Finnland und Schweden tätig ist. Das Unternehmen wird, wie auch die Muttergesellschaft selbst, von Patrick Brandt und Uwe Giese als geschäftsführenden Gesellschaftern geleitet.

Der Außenauftritt der neuen Troll Touristik GmbH soll unter "Troll Tours - Eine Marke der Troll Touristik GmbH" erfolgen. Der Fokus werde, wie bisher bei Troll Tours, auf Nordeuropa liegen und das Produktportfolio überwiegend Rundreisen, Aktiv- und Erlebnisreisen umfassen.  Außerdem werden individuell zusammengestellte Einzel- und Gruppenreisen angeboten.

Fokus bleibt derselbe

Buchungsstart soll am 1. Januar sein, als Kundengeldabsicherer fungiert, wie schon bei der insolventen Troll Tours Reisen GmbH, die Zurich Insurance plc mit Sitz in Frankfurt. Die bereits vorliegenden Troll-Tours-Kataloge "Nordland Winter 2018/19" und "Expeditionen & Seereisen 2019/20" behalten ihre Gültigkeit. Reiseangebote daraus sollen in Kürze wieder buchbar sein.

Die insolvente Troll Tours könne die bisher getätigten Buchungen nicht durchführen, teilen die Neugründer mit. Mit dem Einverständnis von Reisebüro, Kunden, Versicherung & Leistungsträgern vor Ort könnten diese Buchungen im Rahmen einer Pauschalreise bei Reisebeginn im Jahr 2019 auf die neue Gesellschaft übertragen werden. Kunden und Reisebüros sollen dazu "in chronologischer Reihenfolge" kontaktiert werden.

Lösung für Gläubiger aus dem Vertrieb

Für fast alle Buchungen für Abreisen im Dezember 2018 gebe es mittlerweile Lösungen, so Ricken. Ein Teil der Buchungen habe abgesagt werden müssen, einen Teil der Buchungen könne die Versicherung durch Zahlungsgarantien gegenüber den Leistungsträgern vor Ort durchführen.
Im Vertrieb wollen Ricken, Brandt und Giese überwiegend mit stationären Reisebüros zusammenarbeiten, die Provision soll bei mindestens zehn Prozent liegen. Für den Ausfall der Provisionen der insolventen Troll Tours Reisen GmbH soll es laut Ricken "eine Lösung geben".  Die entsprechenden Reisebüros würden diesbezüglich von der Troll Touristik GmbH kontaktiert, kündigt er an.

Für die insolvente Troll Tours Reisen GmbH hat das Amtsgericht Arnsberg hat am 1. Dezember das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter ist Dr. Axel Kampmann, Lissaboner Allee 1, 44269 Dortmund ernannt worden. Gläubiger sollen über das weitere Vorgehen postalisch durch den Insolvenzverwalter informiert werden.

Christian Schmicke

 

12. Dezember 2018 – 13:13
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Geschäftsführerin Dagmar Kimmel geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Seit fast 20 Jahren sitzt die Touristikerin beim Wanderreisespezialisten im Boot – 1999 wechselte sie von der Stena Line zu Wikinger Reisen und übernahm bei dem Veranstalter mit Sitz im westfälischen Hagen die Verantwortung für die Bereiche Marketing, Vertrieb und Personal. Seitdem trieb sie die Entwicklung des Aktivreisespezialisten zusammen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Daniel Kraus voran. Wikinger Reisen sieht sich heute als Marktführer für Wanderurlaub.

Während die gebürtige Krefelderin ihre Zeit künftig mit der Erkundung neuer Reiseziele, mit Wandern, Radfahren und in der Natur verbringen will, tritt bei Wikinger Reisen ein Enkel des Firmengründers Hans-Georg Kraus ihre Nachfolge an. Janek Kraus, zuletzt im Finanzbereich in Diensten des Aktivitätenportals Get Your Guide, übernimmt Kimmels Job in der Geschäftsführung. Kraus arbeitete nach seinem Bachelor-Abschluss an der Otto Beisheim School of Management zunächst als Analyst bei der Barclays Investment Bank, bevor er 2016 zu Get Your Guide wechselte.

11. Dezember 2018 – 17:15
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Queensland und der benachbarte australische Bundesstaat Northern Territory werden zum Ende der Woche vom wiedererstarkten Tropensturm "Owen" heimgesucht und bereiten sich auf heftige Regenfälle und orkanartige Winde vor. Laut Vorhersage erstarkt der Zyklon über dem Golf von Carpentaria im Norden Australiens und trifft vermutlich am Freitag in der Region um Kowanyama an der Ostküste des Golfes im Bundesstaat Queensland auf Land. Von dort aus bewegt er sich in südöstlicher Richtung weiter.

Es dürfte sich um das stärkste Unwetter im Nordosten Australiens handeln, seit Zyklon "Debbie" im März über Queenslands Küste raste. Bereits im von Mittwoch an ist laut Meteorologen mit starken Regenfällen zu rechnen, die Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutsche auslösen können. Zum Wochenende wird mit bis zu 85 Litern Wasser pro Quadratmeter gerechnet. Auch Sturmschäden sind zu erwarten. Auf den Straßen und an den Flughäfen entlang der Küste von Queensland muss mit Einschränkungen gerechnet werden.

11. Dezember 2018 – 16:42
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Die Entscheidung im Nationalrat gegen die Abgabe, die den CO2-Ausstoß des Luftverkehrs verringern sollte, fiel denkbar knapp aus. Nach der Gesetzesvorlage hätten Passagiere, die von der Schweiz aus starten, zwischen umgerechnet 11,50 und 18 Euro für einen Europaflug mehr bezahlen müssen. Für längere Flüge wären 26 bis 44 Euro fällig geworden.

Die Einnahmen durch diese Abgabe wären zwar zu zwei Dritteln wieder an die Bevölkerung geflossen, dennoch votierten jetzt nur 88 Politiker für die Ticketsteuer und 93 dagegen. Innerhalb Europas ist die Situation unterschiedlich. So existieren seit 2011 in Deutschland und Österreich entsprechende Abgaben. In Österreich wurde sie 2017 halbiert. In den Niederlanden soll die 2009 abgeschaffte Steuer wieder eingeführt werden, wie kürzlich die neue Koalition beschlossen hat. Sie soll generell sieben Euro pro Flug betragen. Frankreich erhebt bereits seit 2006 eine geringe Luftverkehrssteuer, Irland kassiert sie seit 2008. Im laufenden Jahr hat Schweden eine CO2-Abgabe eingeführt. Am längsten gibt es die Abgabe in Großbritannien, nämlich seit 1994.

Ziel der Abgabe ist es den Ausstoß von CO2 durch den Luftverkehr zu lenken. Ob dies gelingt, ist strittig. Der europäische Luftfahrtverband ist generell gegen solche Steuern, weil sie nicht zielführend seien, so ein Sprecher von A4E Airlines for Europe gegenüber "Aerotelegraph". Die internationale Luftfahrtorganisation Iata plädiert für globale Lösungen und lehnt regionale ab.

Thomas Horsmann

11. Dezember 2018 – 15:53
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Im nächsten Sommer will der Ferienflieger Urlauber mit 80 Jets zu beliebten Destinationen bringen. Die massive Aufstockung der Flotte ist auch nötig, denn das Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines weitet das Angebot im Sommerflugplan 2019 um 15 Prozent aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem Türkei-Geschäft.

Insgesamt steht Reisenden im kommenden Jahr ein Streckennetz von rund 90 Zielen in 30 Ländern zur Verfügung, darunter beliebte Destinationen in der Türkei, in Bulgarien und Griechenland. Um 50 Prozent aufgestockt wird das Angebot ins ägyptische Hurghada. Tunesien wurde wieder ins Programm aufgenommen, der Flughafen Enfidha-Hammamet wird ab Köln-Bonn, Leipzig/Halle sowie Stuttgart angeflogen. Zum ersten Mal ist Beirut auf dem Flugplan, das ab Stuttgart und Düsseldorf angeboten wird. Die Zahl der Flüge auf die Kanarischen Inseln wurde hingegen verringert. 

900.000 zusätzliche Sitze nach Antalya und Izmir

Schwerpunkt des Sommerflugplans sind die Türkei-Verbindungen, die Sun Express erneut deutlich aufstockt. Im Vergleich zum Vorjahr steigert die Airline die Anzahl der Sitzplätze zu den Hotspots der Türkischen Riviera um 500.000 auf 3,5 Millionen. Von Düsseldorf aus starten weiterhin sechs Maschinen täglich, von Köln-Bonn geht es fünfmal und von Frankfurt aus dreimal täglich dorthin. Ab Basel und Zürich verstärkt Sun Express die Präsenz ebenso ab Wien mit bis zu drei täglichen Verbindungen.

Stark ist auch die Steigerung der Verbindungen nach in Izmir. Hier erhöhte Sun Express die Anzahl der Sitzplätze um 400.000 auf 1,6 Millionen. Die Stadt wird ab vielen deutschen Airports mehrmals täglich angeflogen, darunter verstärkt von Düsseldorf, Hannover, München, Stuttgart und Frankfurt.

Anatolien-Geschäft wächst weiter

Mehr Flüge gibt es zudem nach Anatolien, das Geschäftsfeld ist das am stärksten wachsende der Airline. Die zum Winterflugplan aufgenommene tägliche Verbindung zwischen München und Ankara wird im kommenden Sommer auf insgesamt elf Flüge pro Woche erhöht. Von Düsseldorf bietet Sun Express neun wöchentliche Verbindungen in die türkische Hauptstadt und zwei neue Frequenzen nach Küthaya/Zafer und Malatya an. Zusätzlich können Passagiere ab Düsseldorf direkt nach Adana, Kayseri, Diyarbakir sowie Samsun-Çarsamba reisen.

Sun Express startet von insgesamt 18 Flughäfen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sowie von 37 weiteren Airports in Europa.

Thomas Horsmann

11. Dezember 2018 – 14:14

Am Montag hatte der europäische Verbraucherverband BEUC eine Initiative gegen die sogenannten No-Show-Klauseln gestartet, die von vielen Fluggesellschaften angewendet werden. Er forderte die EU-Kommission in einem Brief dazu auf, derartige Klauseln zu verbieten. Auch auf nationaler Ebene sind die Verbraucherverbände aktiv, um die Regelungen zu ändern. So soll etwa KLM in Griechenland und den Niederlanden verklagt werden. Und der britische Verband Which? Forderte Air France, KLM, Swiss, Qatar, Emirates, BA, Virgin Atlantic, Flybe and Singapore Airlines auf, die No-Show-Praxis zu beenden. Die Thomas Cook Airlines hätten darin schon eingewilligt, heißt es.

Halbe Million Euro Strafe

Schützenhilfe erhalten die Verbraucherschützer nun von der Regierung der Balearen. Sie verurteilte die spanische Fluglinie Iberia auf eine Beschwerde von sieben Kunden hin zu einer saftigen Strafe von knapp einer halben Million Euro aufgebrummt, nachdem sie die die No-Show-Klausel angewendet hatte. Die Regierung hält dies für rechtswidrig. Das erklärte laut der "Mallorca Zeitung“ der für Verbraucherrechte zuständige Staatssekretär der Balearen-Regierung, Francesc Dalmau, am Montag. Iberia werde vermutlich Einspruch gegen diese Entscheidung einlegen, heißt es in der Meldung. Dann müsste sich die Justiz mit dem Fall beschäftigen.

Notwendige Einschränkung oder Missbrauch?

Konkret geht es darum, dass bei vielen Fluggesellschaften automatisch der Rückflug verfällt, wenn ein Passagier den Hinflug nicht antritt. Die Airlines begründen diese Regelung mit ihren komplexen Tarifbestimmungen, bei denen ein Hin- und Rückflug oft vergleichsweise günstiger verkauft wird als Oneway-Flüge. Sie wollen damit vermeiden, dass Kunden billigere Tickets nutzen, indem sie eine Teilstrecke absichtlich verfallen lassen. BEUC-Generaldirektorin Monique Goyens hält dies für unfair. Ein Passagier habe schließlich für die Tickets bezahlt und dürfe erwarten, dass er sie auch nutzen kann, argumentiert sie. Zudem kritisiert der BEUC, dass die entsprechenden Regeln in den Beförderungsbedingungen versteckt seien.

 

11. Dezember 2018 – 13:29
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Der Verband rät Mitgliedern, die von der Abmahnwelle der RS Reisen & Schlafen GmbH betroffen sind, "dezidierte Nachweise sowohl zur aktuellen gewerblichen Tätigkeit von RS als auch zum Bestehen eines Wettbewerbsverhältnisses zwischen RS und ihnen einzufordern". Davon unabhängig sollten berechtigt abgemahnte Büros die Beanstandungen, zum Beispiel einen fehlenden Link auf die Online-Schlichtungsplattform (OS-Plattform), ein fehlerhaftes Impressum oder ähnliches, unverzüglich beseitigen.

Der DRV selbst finanziert derzeit eine negative Feststellungsklage eines Mitgliedbüros gegen RS Reisen & Schlafen. Die Klage sei eingereicht und werde derzeit im schriftlichen Verfahren verhandelt, teilt er mit. „Der sich massiv ausbreitende Missbrauch von Abmahnungen muss verhindert werden, denn hier scheinen dreiste Beutelschneider unterwegs zu sein“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Anzeichen für Missbrauch

Unter Beteiligung mehrerer auf Wettbewerbsrecht spezialisierter Rechtsanwaltskanzleien will der Verband RS Reisen & Schlafen eine missbräuchliche Abmahntätigkeit nachweisen. Wie Reise vor9 bereits berichtete, verdichten sich Anzeichen dafür, dass es sich bei dem Unternehmen nicht um eines handelt, das tatsächlich im Wettbewerb zu den abgemahnten Unternehmen steht. Das wäre aber die Voraussetzung für eine berechtigtermaßen vorgenommene Abmahnung.

Zunahme gerichtlicher Auseinandersetzungen

Mit der Zunahme zweifelhafter Abmahnungen durch Unternehmen, bei denen es sich eigentlich nur um Briefkastenfirmen handelt, steht die Reisebranche nicht allein da. 2017 sei jede fünfte Abmahnung zeit- und kostenintensiv vor Gericht gelandet, hat der DRV ermittelt. Dabei hätten Abmahnungen ursprünglich dazu gedient, Gerichtsverfahren zu vermeiden und Verstöße schnell und einfach zu beseitigen. 2015 landeten nur sieben Prozent der Fälle vor Gericht.

Neues Gesetz soll Missbrauch stoppen

Auch die Bundesregierung will gegen unseriöse Abmahnungen vorgehen. Das geplante Gesetz zur Stärkung des fairen Wettbewerbs stellt Abmahnungen nicht grundsätzlich in Frage. So sollen etwa Wirtschaftsverbände abmahnen dürfen, allerdings nur, wenn sie in einer Liste beim Bundesamt für Justiz geführt und wenn die Interessen ihrer Mitglieder unmittelbar betroffen sind. Neu ist zudem, dass Abmahnende nachweisen müssen, dass sie tatsächlich in echter Konkurrenz zu den Abgemahnten stehen.

Abmahnungen sollen sich zudem unter der neuen Gesetzgebung nicht mehr finanziell lohnen. Wer nur Kleinigkeiten abmahnt, bekommt seine Aufwendungen im Rahmen der Abmahnung künftig nicht mehr erstattet. Das soll dazu führen, dass es seltener zu kostenintensiven Gerichtsverfahren kommt. Für die mittelständisch geprägte Reisebranche sei das eine gute Nachricht, meint der DRV. Der eingebrachte Gesetzentwurf zur Stärkung des fairen Wettbewerbs geht nach seiner Einschätzung "in die richtige Richtung". Er weise aber Schwachstellen auf. So enthalte er „noch zu viele unbestimmte Rechtsbegriffe, die der Auslegung bedürfen“, erklärt der Verband.

 

10. Dezember 2018 – 19:50

Große und mittlere Reiseveranstalter kommen ohne Fremdvertrieb nicht aus, zeigt die Strukturanalyse von Touristikprofessor Torsten Kirstges. Anbieter mit mehr als 150 Mitarbeitern generierten mindestens zwei Drittel ihres Umsatzes über Reisebüros. Je kleiner ein Veranstalter ist, desto mehr wird direkt verkauft.

Fremdvertrieb für drei Viertel der Anbieter ohne Bedeutung

Dabei zeigt sich, dass sich die Anteile der Vertriebswege in den vergangenen zehn Jahren nicht dramatisch verändert haben. Der Anteil des Fremdvertriebs, also über Mittler, die nicht dem Veranstalter gehören, ist demnach sogar von 18 auf 20 Prozent gestiegen. Allerdings lag er vor 20 Jahren noch bei 35 Prozent.

Fast drei Viertel der Veranstalter gibt an, dass fremde Reisebüros nicht einmal 20 Prozent ihres Umsatzes bringen. Jeder vierte Anbieter verkauft überhaupt nicht über Reisebüros. Nur 15 Prozent sagen, Agenturen generieren mehr als die Hälfte ihres Geschäfts.

90 Prozent der Veranstalter verkaufen im Web

Das Internet konnte sein Kuchenstück von 36 auf 42 Prozent vergrößern. Dazu zählt Kirstges den Verkauf über die eigene Homepage, Internet Booking Engines (IBE), per E-Mail, Mobile und Apps. Rund 90 Prozent der befragten Veranstalter lassen Kunden direkt im Internet buchen. Mehr als ein Drittel von ihnen erzielt über die Hälfte ihres Umsatzes online. Die gilt allerdings nur für die vielen kleinen Anbieter. Mittlere und große Veranstalter tun sich deutlich schwerer mit dem Online-Verkauf, mitunter liegt der Anteil bei nur fünf Prozent.

Rückläufig sind die „sonstigen“ Kanäle wie eigene Reisebüros, Messen oder Direktmailings. Der Sonstige-Anteil fiel in zehn Jahren von 36 auf 38 Prozent. Diese Vertriebswege sind allerdings für große wie kleine Veranstalter gleichermaßen wichtig.

Zahlen von 274 Veranstaltern ausgewertet

Kirstges hat in seiner „Strukturanalyse des deutschen Veranstaltermarktes 2018“ die Antworten von 274 Anbietern aller Größenordnungen erfasst. An der Studie nahmen Ein-Mann-Unternehmen ebenso teil wie Veranstalter mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Die Analyse kann in Buchhandlungen (ISBN:  978-3-935923-31-6) oder direkt beim Autor Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für 59 Euro inklusive Versand bestellt werden.

Thomas Hartung

10. Dezember 2018 – 17:35

Ein Reiseportal muss vor Vertragsabschluss neben dem Flugpreis auch eventuell anfallende Extrakosten für Gepäck angeben, hat das Oberlandesgericht Dresden. Die Preise sind selbst dann zu nennen, wenn das Gepäck nicht auf dem Portal, sondern nur direkt bei der Airline zugebucht werden kann. Dieses Urteil hat der Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) gegen Invia Flights Germany durchgesetzt, die unter anderem Ab-in-den-Urlaub und Fluege.de betreiben.

„Billig-Airlines verlangen oft hohe Preise für Zusatzleistungen, die bei anderen Gesellschaften im Flugpreis enthalten sind“, sagt Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim VZBV. „Die Aufgabe eines Gepäckstücks ist mitunter so teuer wie der Flug selbst. Ein echter Preisvergleich ist deshalb nur möglich, wenn alle Kosten genannt werden.“

Die Richter schlossen sich der Auffassung der Verbraucherschützer an, dass das Portal damit gegen die Luftverkehrsdienste-Verordnung der Europäischen Union verstößt. Diese schreibt vor, dass bei Flugpreisen auch die Kosten für wählbare Zusatzleistungen anzugeben sind. Die Angaben müssen klar, transparent und eindeutig bereits am Beginn jedes Buchungsvorgangs erkennbar sein. Die Mitnahme größerer Gepäckstücke, so die Richter, sei für viele Fluggäste von wesentlicher Bedeutung. Ihre Angabe sei daher von zentraler Bedeutung.

Das Oberlandesgericht stellte außerdem klar: Wie viel die Airline für das Gepäck berechnet, muss der Vermittler auch angeben, wenn der Kunde die Gepäckaufgabe für den ausgewählten Flug nicht auf dem Portal mitbuchen kann. Mitzuteilen seien die Kosten, die am Tag des Vertragsabschlusses bei der Fluggesellschaft für den Flug erhoben werden.

OLG Dresden vom 13.11.2018, Az. 14 U 751/18

10. Dezember 2018 – 11:05
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Drei Buchstaben verunsichern derzeit die Reisebüros: NDC. Doch was bedeutet die „New Distribution Capability“ für den Vertrieb wirklich? Fragen an Uta Martens, Geschäftsführerin von Amadeus Germany:

Reisebüros haben NDC bisher eher als Bedrohung erlebt. Zu Recht?

Aus unserer Sicht nicht. NDC ist weder gut noch böse, sondern ein neues Datenformat. Fluggesellschaften wollen mit der Hilfe dieses neuen Datenformates unter anderem ihren Passagieren besser zugeschnittene Angebote machen, mehr verkaufen und schneller auf Marktgegebenheiten reagieren. Der Vertriebsweg Reisebüro ist für den Verkauf dieser neuen Angebote ausdrücklich vorgesehen.

Airlines können dann aber auch steuern, wer was verkaufen kann.

Das ist technisch richtig und teilweise auch heute schon gelebte Praxis. Airlines wünschen sich jedoch auch Vertriebsreichweite, und diesen Wunsch können wir gemeinsam erfüllen. Unsere Aufgabe ist es, die NDC-Angebote von Airlines für Reisebüros verfügbar zu machen.

Was bedeutet NDC für den Vertrieb?

Dass Reisebüros besser auf persönliche Vorlieben ihrer Kunden eingehen und mit Hilfe der Airline-Partner perfekte Angebote zur Verfügung stellen können. Angebote, die ein Reisender nicht ausschließlich auf einer Airline-Webseite, sondern auch über den Reisebürovertrieb erhält. Unter anderem durch NDC wird dies technisch ermöglicht.

Zum Beispiel?

Es geht sehr viel um den Verkauf von Zusatzleistungen. Es gibt ja heute schon Ancillary Services, die wir alle kennen – Gepäck, Sitzplatzauswahl und Essen – und die Reisebüros verkaufen können. Künftig können das noch viele andere Leistungen mehr werden.

Wie sieht es auf der Vertriebsseite aus?

Die Tests mit ersten Reisebürokunden laufen jetzt an. Im ersten Quartal nächsten Jahres werden wir ihnen die ersten NDC-Angebote verfügbar machen können. Welche Reisebüros sich unserem NDC-X-Programm angeschlossen haben, ist bekannt.

Auf Reisebüroseite sind nur Geschäftsreiseanbieter dabei.

Das stimmt nicht ganz. Travix aus Amsterdam betreibt zum Beispiel Online-Portale wie CheapTickets und Flugladen. Außerdem gibt es weitere interessierte Vertriebspartner, über die wir noch nicht sprechen können.

Wann werden alle Reisebüros für die NDC-Angebote freigeschaltet?

NDC-Angebote werden in der Amadeus Selling Platform Connect für alle Reisebüros verfügbar sein. Wir gehen davon aus, dass die Nutzer im zweiten Quartal nächsten Jahres mit der NDC-Oberfläche arbeiten können. Das ist der Plan, und wir sind gut unterwegs.

Wird die NDC-Oberfläche zusätzlich Geld kosten?

Es ist noch zu früh, dazu verbindliche Aussagen zu machen.

Das ganze Interview mit Uta Martens lesen Sie im aktuellen Reise vor9 Magazin.

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