21. September 2018 – 17:59
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„Die Kunden haben kein Verständnis für die neue Bürokratie“, schimpft ein Reisebüro. „Sie reagieren mit völligem Unverständnis über die Bürokratie und Papierverschwendung“, berichtet ein anderes nach zwei Monaten Erfahrung mit dem neuen Pauschalreiserecht. „Egal wie sexy wir das Thema verpacken, die Kunden wirken genervt, gelangweilt oder desinteressiert“, so eine weitere Reisebürostimme. Sie wollten einfach nur Urlaub buchen.

Auch die Reisebüros selbst lassen kaum ein gutes Wort an der Pauschalreiserichtlinie. „Wir verwalten uns schwindlig“, kommentiert eine Agentur. „Reine Papierverschwendung“, meint ein anderer Teilnehmer einer exklusiven Umfrage von Reise vor9, an der mehr als 500 Reisebüros teilgenommen haben.

95 Prozent der Reiseprofis stöhnen über einen „sehr hohen“ oder „hohen“ Aufwand durch die erweiterten Informationspflichten. Nur fünf Prozent finden ihn „erträglich“. Den Mehraufwand für die Beratung beziffern viele auf eine Viertelstunde pro Buchung. Die Erklärungen benötigen viel Zeit. „Teilweise ist das Angebot weg, bis man endlich zur Buchung kommt, dann geht Angebotssuche von vorne los“, so ein Expedient.

„Es ist wirklich schrecklich“

Besonders die neue Reiseart „verbundene Reiseleistung“ macht den Urlaubsverkäufern zu schaffen. Viele versuchen sie zu vermeiden. „Das buche ich nur auf Kundenwunsch“, sagt einer. „Es ist leider alles undurchschaubar und wirklich schrecklich“, resigniert ein anderes Reisebüro. Los kommen die Reisebüros von der verbundenen Reiseleistung aber nicht. Zwar sagt fast die Hälfte der Agenturen, verbundene Reiseleistungen machten weniger als zehn Prozent ihres Geschäfts aus. Bei fast jedem zehnten Büro ist es mehr als die Hälfte des Umsatzes.

Die Unterstützung durch die Veranstalter bewertet fast die Hälfte der Teilnehmer als „mittelprächtig“. Nur 30 Prozent fühlen sich „eher gut“ und „sehr gut“ unterstützt. Am meisten Lob bekommt Tui. „Die restlichen Veranstalter lassen zu wünschen übrig, gerade die kleineren“, bemängelt ein Büro und spricht vielen aus der Seele. „Eigentlich haben nur Tui und DER das neue Reiserecht gut umgesetzt. Bei allen anderen muss man die Informationen meist selber zusammensuchen“, kommentiert ein anderes. Ein Viertel der Reisebüros beurteilt die Unterstützung durch die Reiseveranstalter generell als „eher schlecht“ oder „miserabel“.

„Dann hat der Kunde verloren“

Besonders viel Unsicherheit herrscht beim Umgang mit Einzelleistungen wie Nur-Hotels. Hier wünschen sich die meisten Reisebüros vor allem eine einheitliche Regelung der Veranstalter. 45 Prozent der Agenturen geben dem Verkauf als Einzelleistung plus freiwilliger Absicherung den Vorzug. Die sogenannte „gewillkürte Pauschalreise“ findet im Vertrieb mit 38 Prozent keine mehrheitliche Zustimmung.

Einzelleistungen durch Kombination mit anderen Services als Pauschreise zu behandeln, ist nicht nur juristisch fragwürdig. „Sobald es verschiedene Leistungen bei verschiedenen Veranstaltern sind, hat der Kunde mehrere Pauschalreisen gebucht“, erklärt ein Reisebüro. „Er ist dann zwar gegen die Insolvenz des Veranstalters abgesichert, aber was, wenn der Flug bei Veranstalter 1 ausfällt und der Kunde bei Veranstalter 2 eine Kreuzfahrt gebucht hat? Dann hat der Kunde verloren und wir haben den Ärger.“

Thomas Hartung

21. September 2018 – 14:05
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Von Christian Schmicke

Die Dramaturgie ist immer dieselbe. Lufthansa kündigt einen weiteren Schritt zur Abkehr vom Verkauf über externe Mittler oder neutrale Buchungssysteme wie die der GDS an, und der Aufschrei der Empörung in der Branche ist ihr gewiss. Das war so, als die Airline die Provision strich, als sie die GDS-Gebühr einführte und als sie ankündigte, manche Tarife exklusiv über die Direktvertriebskanäle anzubieten. Und es ist auch jetzt so, da Lufthansa verkündet, dass sie ihre Economy-light-Tarife künftig ausschließlich über Direct Connect oder die Unternehmens-Website anbietet.

Auch die Argumente, die dagegen vorgebracht werden, sind immer dieselben. Von einer Auflösung der Markttransparenz ist die Rede, von Wettbewerbsverzerrung im Vertrieb, vom „Knüppel zwischen die Beine der Reisebüros“, die auf die Tarife nicht zugreifen können, und davon, dass am Ende die Kunden dafür die Zeche zahlen müssten.

Das alles ist wahr. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Anbieter von Waren oder Dienstleistungen in keiner Branche ein Interesse an einem transparenten Markt haben. Ob Fahrräder, Computer, Smartphones, Telekommunikation, Autos, Küchen oder Versicherungen: immer unterscheiden sich die Angebote gerade in so vielen Details, dass ein sorgfältiger Vergleich statt Klarheit meistens Verwirrung hinterlässt. Vor diesem Hintergrund ist es völlig nachvollziehbar, dass sich Lufthansa einer unmittelbaren Vergleichbarkeit im Sinne von Markttransparenz verweigert, wo immer es möglich ist.

Erfahrungswerte

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2015? Damals kündigte Lufthansa die GDS-Gebühr an und argumentierte damit, dass sie mit den 16 Euro, die sie seither kassiert, die Differenz zwischen den Kosten im Eigenvertrieb und denen, die für Buchungen via GDS anfallen, ausgleiche. In der Touristik und auch im Geschäftsreisebereich wurden daraufhin die bekannten Drohkulissen aufgebaut. „Wegsteuern!“ lautete die Parole. Der Geschäftsreiseverband VDR verstieg sich gar zu der Aussage, die Firmen, die er vertrete, könnten „bis zur Hälfte ihrer rund zwei Milliarden Euro Jahresumsatz bei der Lufthansa auf andere Fluglinien oder die Bahn verlagern“. Die Freizeitsparte der Reiseindustrie reagierte nach außen hin ähnlich.

Hinter den Kulissen aber wurden sogleich Verhandlungen über Möglichkeiten zur Umgehung der GDS-Gebühr geführt, an denen sich Firmen, Veranstalter und auch Vertriebsorganisationen beteiligten. Das Ergebnis ist bekannt. Lufthansa zog den Einstieg in den Ausstieg aus dem klassischen GDS-Vertrieb durch, immer mehr Großkunden, Veranstalter, Consolidators, TMCs und Vertriebsketten schufen Schnittstellen. Vom groß angekündigten Widerstand blieb nichts übrig.

Neues Spiel?

Mit dieser und früheren Erfahrungen gewappnet, hat Lufthansa bei jedem weiteren Schritt, der auf den Direktvertrieb zusteuert, leichtes Spiel. Zumal die GDS, die nach außen hin als Speerspitze der Empörungskultur auftreten, die Airlines gerne und für gutes Geld bei der Einrichtung neuer NDC-fähiger Schnittstellen unterstützen. Der Zug, Lufthansa, IAG oder Air France-KLM auf diesem Weg zu bremsen, ist längst abgefahren. Allerdings lehrt die Erfahrung auch, dass jedem Versuch, sich von Vergleichbarkeit abzuschotten, ein Gegenimpuls folgt. Das könnte in diesem Fall – auch wenn die GDS jetzt rufen werden: „Das sind wir schon!“ – eine neue Art von Metasearcher sein, der die Direktvertriebswege dann doch wieder mit einschließt.

20. September 2018 – 16:37
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Student Fabian Höhne wollte letztes Jahr mit einem Last-Minute-Flugticket spontan und günstig verreisen. Doch am Schalter blieb er stehen, zu spät. Höhne recherchierte und fand zudem heraus, dass trotz seiner Erfahrung 20 Prozent aller Flugplätze leer bleiben. Die will er nun füllen, mit Studenten, so die Kurzfassung der Geschäftsidee des Reise-Start-ups Flyla aus München.

Zusammen mit dem Wirtschaftsinformatiker Frederic Lapatschek (22) gründete der 25-jährige Höhne das Buchungsportal Flyla. Höhne macht gerade seinen Master als Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Informatik und Finance an der TU München. Flyla ging im November 2017 online, im Februar 2018 folgte die offizielle Firmengründung. „Die Verzögerung ergab sich durch die Formalien um das bundeseigene Gründerstipendium Exist.“

Etihad und Eurowings machen mit

Flyla (sprich: Flaila) ist ein Fantasiewort. Dahinter steckt die Überlegung, „als Student einfach mal wegzufliegen und von günstigen Preisen zu profitieren.“ Nun sind Höhne und Lapatschek stolz, dass sie es geschafft haben: Die ersten Airline-Kunden (Etihad Airways und Eurowings ab 1. Oktober) sind an Bord, die eigene Buchungsplattform mit NDC-Standard ist fertig. Im Laufe des nächsten Monats sollen weitere internationale Fluggesellschaften auf der Plattform integriert werden, sagt Höhne.

Und so funktioniert das Geschäftsmodell: Flyla authentifiziert die User über einen Abgleich mit den Universitätsdatenbanken. Bei eingeschriebenen Studenten gibt es eine positive Rückmeldung. Die Matching-Algorithmen greifen dann auf verschiedene Datenpunkte zu: Studenten können zum einen mitteilen, wann sie wohin verreisen möchten. Zum anderen nutzt Flyla Informationen zu Klausurterminen, Semesterferien und weiteren, Studium spezifischen Informationen, um individuelle Angebote zu verschicken.

Algorithmus bringt Reisewunsch und freie Plätze zusammen

Höhne beschreibt es so: „Wenn ich weiß, wann ein Student verreisen kann und möchte, biete ich ihr oder ihm die günstigen Studententickets auf den noch freien Flugsitzen an.“ Eine Win-Win-Situation. Die Airline profitiert, weil sie nicht auf ihren Restplätzen sitzen bleibt. Und Flyla erhält eine einstellige Service-Gebühr.

Das System funktioniert so gut, dass das Start-up, das aktuell aus vier Mitarbeitern besteht, nun expandieren möchte und händeringend nach Entwicklern sucht. Als nächstes sollen exklusive Tipps von Studenten, die vor Ort leben, auf der Flyla-Seite erscheinen. „Mittelfristig sehen wir unsere Verdienstmöglichkeit gerade auch in Zusatzverkäufen wie dem Hostel vor Ort oder, wo junge Menschen ihre Surfbretter ausleihen…“, erklärt Höhne.

Andreas Förster

20. September 2018 – 15:30
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Ihr sei "der Kragen geplatzt", antwortet Roswitha Schlesinger auf die Frage, warum sie für das Präsidentenamt im Mittelstandsverband ASR kandidieren wolle. Außerdem sei sie von anderen Mitgliedern darum gebeten worden. "Wenn sich jetzt nichts ändert, dann können wir einpacken", sagt die Inhaberin des Reisebüros ITD Travelmanagement in Borkheide.

Vorwürfe gegen amtierendes Präsidium

Stein des Anstoßes für Schlesinger ist die Arbeit des aktuellen ASR-Präsidiums, namentlich die von Präsident Jochen Szech und Schatzmeisterin Anke Budde. Die eigentliche Strippenzieherin im Verband sei Budde, sagt Schlesinger. In deren Privatwohnung liefen derzeit sämtliche Telefonate auf, die eigentlich in Geschäftsstelle des Verbandes in Berlin bearbeitet werden sollten, die aktuell unbesetzt sei.

Zudem bewahre Budde das Mitgliederverzeichnis des ASR bei sich zu Hause auf. Darauf wolle sie als Vorsitzende des Bildungsausschusses Zugriff haben, doch der werde ihr trotz mehrmaliger Aufforderung verwehrt. Nun wolle sie diesen Anspruch mittels eines Rechtsanwalts durchsetzen.

 

ASR-Verantwortliche widersprechen

Auf Nachfrage von „Reise vor9“ weist das amtierende ASR-Präsidium, dem Jochen Szech, Anke Budde und Martin Pundt angehören, Schlesingers Vorwürfe zurück. Es sei schlicht falsch, dass die Geschäftsstelle des ASR verwaist sei und die Mitgliederdaten bei Budde privat aufbewahrt würden. Die Daten befänden sich auf dem Server und gedruckt in der ASR-Geschäftsstelle.

Richtig sei jedoch, dass Schlesinger der Zugang zu den Mitgliederdaten verwehrt werde. Dies sei schon aus Datenschutzgründen nicht möglich. Zudem gebe es einen Mitgliederbeschluss aus dem vergangenen Jahr, dass Mitgliedern die Anschriften nicht zur Verfügung gestellt werden dürften.

Zur Vorbereitung der Wahlen auf der Mitgliederversammlung vom 2. bis zum 4. November in Wien habe die Geschäftsstelle alle Kandidaten angeschrieben und um ein zweiseitiges Schreiben zu ihrer Kandidatur gebeten. Dies solle den Mitgliedern als Teil der Tagungsbroschüre zugesandt werden. Bislang sei von Schlesinger nichts eingegangen. Bisher liege offiziell auch noch keine Kandidatur von ihr vor, wie sie die Satzung vorschreibe.

 

Kommunikationsbedarf nach innen und außen

Jenseits persönlicher Fehden sieht Schlesinger beim ASR auf allen Feldern der Kommunikation Verbesserungsbedarf. Die Basis der Entscheidungsträger müsse durch eine bessere Einbeziehung des Vorstandes, aber auch der Mitglieder, erweitert werden. Derzeit gebe es keine funktionierende verbandsinterne Kommunikation. Szech und Budde fällten Entscheidungen im Alleingang, wirft Schlesinger dem Führungsduo vor.

Auch nach außen müsse mehr geredet werden, nicht zuletzt mit den anderen Verbänden, so Schlesinger. Neben DRV und BTW schließt sie dabei auch den Reisebüroverband VUSR ein, der sich vom ASR abgespalten hatte. Zu deren Vorsitzender Marija Linnhoff sei ihr Verhältnis "in Ordnung", sagt die Reisebüroinhaberin. Jeder müsse mit jedem sprechen können. Das sei wichtig, um bei wichtigen Branchenthemen die Kräfte bündeln zu können.

Christian Schmicke

20. September 2018 – 14:31

Michael Knapp, Direktor des Quellmarktvertriebs von Tui Deutschland, ist künftig auch für die deutschen Franchisebüros des Konzerns verantwortlich. Deren bisheriger Chef, Sibo Kuhlmann, verlässt nach 17 Jahren Ende September das Unternehmen.

Seit 2011 leitet Kuhlmann die Franchiseorganisation der Tui mit über tausend Partnern, zu der unter anderem die Tui Reisecenter gehören. Zuletzt machte Kuhlmann mit der Gründungsinitiative „Tui mein Shop“ von sich reden, mit der Tui Quereinsteiger von der Gründung eines Reisebüros überzeugt will.

Kuhlmann verlässt die Tui aus eigenem Wunsch, heißt es in einer Pressemitteilung. Er wolle sich „neuen beruflichen Herausforderungen stellen“. Seine Position wird nicht wieder besetzt. Tui-Vertriebschef Knapp soll den Job mit übernehmen.

19. September 2018 – 15:31
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So beliebt sie auch sind, Kreuzfahrten haben eine Menge Kritiker und sogar Gegner. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des vom Marktforschungsinstitut Nordlight Research herausgegebenen Trendmonitors Deutschland. Immerhin geben 14 Prozent der befragten Bundesbürger an, Kreuzfahrten zu lieben, und weitere 20 Prozent, aus Neugier künftig einmal eine Kreuzfahrt auszuprobieren sowie zehn Prozent, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Hochsee-Kreuzfahrt unternehmen zu wollen.

Dem gegenüber kann jeder dritte Deutsche Kreuzfahrten gar nichts abgewinnen und rund 40 Prozent halten sie zudem in stärkerem Maße für umweltschädlich. Doch egal, wie viele Skeptiker es gibt: Beachtliche 71 Prozent der Kreuzfahrer beurteilen ihre Erfahrungen als „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“. „Mäßig zufrieden“ oder gar „enttäuscht“ sind nur neun Prozent. Befragt wurden mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren in Haushalten mit Internetanschluss.

Mittlere Generation hat größtes Interesse

Wer denkt, Kreuzfahrten seien nur etwas für die „ältere“ Generation, liegt falsch. Denn das mit 43 Prozent größte Interesse zeigt die mittlere Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen. Die unter 30-Jährigen interessieren sich nur zu 30 Prozent und die über 50-Jährigen sogar nur zu 28 Prozent für den Urlaub auf See. 

Die beliebtesten Reiseziele liegen laut der im Juli erhobenen Umfrage vor allem in der Karibik und Mittelamerika (42%), gefolgt von Australien und Neuseeland (35%). Dahinter liegen Nordeuropa (31%), der Pazifik (29%) und Nordamerika (28%). Dass das Mittelmeer hier so gut wie keine Rolle spielen soll, erstaunt. Denn schließlich fahren dort die meisten Schiffe mit deutschen Passagieren.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der potenziellen Kreuzfahrer interessiert sich für Landgänge. Über ein Drittel (38 Prozent) legt Wert auf eine deutschsprachige Reiseleitung an Bord.

Aida und MSC die bekanntesten Marken

Der bekannteste Anbieter von Kreuzfahrten ist Aida Cruises: 82 Prozent der Befragten kennen des deutschen Markführer. Dahinter folgen MSC Cruises (67 Prozent), Tui Cruises (56 Prozent), Costa Cruises (53 Prozent) und Hurtigruten (52 Prozent). In punkto Popularität, gemessen an der generellen „Nutzungsbereitschaft“, führen ebenfalls Aida, MSC, Tui, Hurtigruten und Norwegian Cruise Line. Dahinter folgen: Costa, Royal Caribbean, Color Line, Carnival und Celebrity.

Etwa die Hälfte die Interessenten bucht bei einem auf Kreuzfahrten spezialisierten Reisebüro; 39 Prozent tun das bei einem normalen Reisebüro oder direkt über die Website der Reederei (36%). Jeder Vierte reserviert über die Website eines unabhängigen Anbieters.

Andreas Förster

19. September 2018 – 14:54
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Davon ist Markus Heller, Chef der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner, überzeugt. Auf der Basis einer Studie zu Strukturveränderungen im deutschen Reisemarkt stellte er auf dem FVW-Kongress der fest, Booking decke mit eigenen Portalen und dem Zukauf von Metasearchern bereits viele Bereiche der Touristik ab. Mit dem Kauf des Gastro-Reservierungsportals Opentable mische der Konzern nun auch bei "schnelldrehenden“ Produkten mit. In diesem Sektor, der sich gegenüber Hotelreservierungen und Reisen durch die erheblich häufigere Nutzung auszeichnen, sei Booking bislang noch nicht vertreten gewesen. Im Zuge der Ausbreitung in sämtliche Bereiche der Branche und ausgestattet mit einem riesigen Stamm an Kundendaten nähere sich Booking dem Vorbild Amazon, an dem sich viele touristische Sektoren orientieren wollten, immer stärker an.

Auch der Suchmaschinen-Gigant Google werde die Wertschöpfung in der Touristik entscheidend verändern, glaubt Heller. Das Unternehmen steuere den Kundenzugang, indem es selbst als Schaufenster für die Produkte der Reiseindustrie fungiere. Dass Google & Co. aktiv in die Touristik einsteigen werden, davon geht auch Amir Amidi, Touristikchef des Technologie-Beratungsunternehmens Plug and Play Tech Center aus dem Silicon Valley, aus. Bislang hätten Google und Amazon ihre bisherigen Geschäftsbereiche als lukrativer empfunden als den Verkauf touristischer Dienstleistungen, erklärt er. Doch um weiter wachsen zu können, müssten sie ihre Aktivitäten in neue Geschäftsfelder ausdehnen. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass sich die Technologie-Giganten, allen voran Google, künftig auch direkt im Reisegeschäft engagierten.

Die Studie zu den Strukturveränderungen im deutschen Reisemarkt kann auf der Website von Dr. Fried & Partner kostenlos heruntergeladen werden.

19. September 2018 – 13:41
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Der Pleite von Air Berlin ist noch nicht ganz ausgestanden, da schlittert schon die nächste Berliner Fluggesellschaft in die Insolvenz. In einem Schreiben an die Mitarbeiter begründet die Geschäftsführung die finanziellen Schwierigkeiten unter anderem mit Problemen bei der Personalsuche, geänderten Vorschriften, verspäteten Flugzeuglieferungen und einem Triebwerksschaden, der aufgrund von Flugausfällen zusätzliche Kosten erzeugt habe, meldet N-tv.

Charterkunden springen nicht ab

Die großen Veranstalterkunden wie Tui, Thomas Cook, DER Touristik und FTI sehen in der Pleite offenbar keinen Grund, ihre Charterpläne mit der Airline zu überdenken. Schließlich soll der Flugbetrieb von und nach Deutschland, Österreich, Holland und in die Schweiz nach Auskunft der Airline uneingeschränkt weiterlaufen. Eine Thomas-Cook-Sprecherin erklärt auf Nachfrage: "Alle Flüge ab und nach Deutschland finden planmäßig statt und werden weiterhin von Small Planet Airlines Deutschland durchgeführt. Das gilt auch für Flüge mit Condor ab/bis Köln, die mit einem Flugzeug der Small Planet Airlines durchgeführt werden." Tui-Sprecherin Anja Braun erläutert: "Tui hat in der Wintersaison die Stationierung jeweils eines Small-Planet-Flugzeuges im Vollcharter für die Flughäfen Leipzig und Paderborn mit Flügen auf die Kanaren und nach Ägypten geplant. Dies hat weiterhin Bestand." Auch von DER Touristik heißt es. "Unsere Reisen werden wie geplant durchgeführt." FTI weist zudem darauf hin, dass die Kunden auch im Fall von Einschränkungen gut abgesichert seien, da fast alle eine Pauschalreise gebucht hätten. Das Luftfahrtbundesamt hat gegen die Weiterführung des Flugbetriebes keine Einwände geäußert.

Entschädigungsflucht?

Die Chartergesellschaft hatte schon seit längerem  Probleme mit Verspätungen und damit zusammenhängenden Entschädigungen. Aufgrund dieser Forderungen sowie der notwendigen Finanzierung von Wetlease-Ersatz für die defekte Maschine spitzte sich die finanzielle Krise zu. Durch die Inslvenz können Passagiere nun rückwirkend wohl keine Entschädigungen für verspätete oder annullierte Flüge mehr erwarten. Darauf macht das Fluggastportal EU-Flight aufmerksam. So gesehen lässt sich die Pleite und der damit verbundene Schutz vor Gläubigerforderungen auch als Flucht aus den Entschädigungsverpflichtungen interpretieren.

In den vergangenen Monaten hatte es zahlreiche zum Teil mehrtägige Verspätungen bei Small Planet Airlines gegeben. Die Charterfluggesellschaft war 2015 in Berlin als Tochter der litauischen Small Planet Airlines gegründet worden.

AF

19. September 2018 – 13:21
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Mutter- und Tochterunternehmen bringen die angekündigte gemeinsame Pauschalreise-Suche mit grafischen Masken, neuen Funktionen und Abläufen in Amadeus Tour Market (Toma) und Bistro Portal in den nächsten Wochen als Pilotprojekt in ausgewählte Reisebüros. Als Veranstalter nehmen im ersten Schritt DER Touristik Deutschland und Thomas Cook an der Weiterentwicklung teil.

Usability--Tests mit Reisebüros

Bei der Entwicklung der neuen Suche würden Reisebüros regelmäßig in die Bewertung von Zwischenergebnissen eingebunden, betont Uta Martens, Uta Martens, Geschäftsführerin von Amadeus Germany. Bereits vor der nun eingeläuteten Pilotphase seien zahlreiche Expedienten über Usability-Tests in die Entwicklung einbezogen worden, sagt Martens. Das geschehe in der Regel über Web-Konferenzen, teilweise aber auch in den Büros. In den Tests würden Beratungsgespräche simuliert, so dass Expedienten unmittelbar ihre Rückmeldung geben könnten.

Die neue Pauschalreise-Suche solle die Suchfunktionen vereinfachen, sie mit zusätzlichen Informationen anreichern und aneinander angleichen, kündigt die Amadeus-Managerin an.  Ziel der Entwicklung sei es, dass Reisebüro-Mitarbeiter Traveltainment Bistro Portal als anbieterübergreifendes Beratungs- und Angebotsvergleichssystem und Amadeus Tour Market als ein in die Tiefe gehendes Produkt für die Buchung von Veranstalterleistungen gleichermaßen bedienen könnten.

Neuer Info-Bereich mit Bildern und Karten

Auf Basis der Anregungen der Praktiker sei unter anderem ein neuer Info-Bereich neben der Hotelliste entstanden, über den sich Hotelbilder und Karten aufrufen und vergrößern lassen. Daraus resultieren für die Veranstalter umfangreichere Darstellungsmöglichkeiten, während Reisebüros sich und ihre Kunden über Lage und Aussehen des Hotels informieren können, ohne das System verlassen zu müssen. Die intuitive Nutzeroberfläche, die sich an Internet-Prozessen orientiert, soll die Erstellung von Angeboten ebenso vereinfachen, wie neue Filter-  und Suchfunktionen.

Wann genau die neu aufgesetzte Technologie Einzug in sämtliche Büros halten soll, die mit Amadeus arbeiten, darauf will sich Martens noch nicht festlegen. Ziel sei es aber, das Projekt im Laufe des nächsten Jahres komplett auszurollen.

19. September 2018 – 12:38
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Die spanische Hotelkette hat ein Gebäude neben dem Bahnhof Victoria Station erworben, das sie bis 2020 zu einem Vier-Sterne-Hotel umbauen will. Wie schon andere Häuser der Kette, zum Beispiel in New York, leistet sich auch das neue Riu in der britischen Hauptstadt eine Toplage in unmittelbarer Nähe des zweitgrößten britischen Bahnhofs, der Westminster-Kathedrale und des Buckingham-Palastes.

Das künftige Riu Plaza Hotel in London wird das erste Haus der Kette in England sein. Unternehmenschef Luis Riu, der die Hotelprojekte entwickelt, war nach eigenem schon seit längerem auf der Suche nach einer guten Gelegenheit, um dort mit der Stadthotelmarke weiter zu expandieren. Das nunmehr geplante Hotel soll über 350 Zimmer verfügen und sich hauptsächlich an Gäste richten, die in London Urlaub machen und die Stadt erkunden wollen.

Das Gebäude wurde ursprünglich in den sechziger Jahren erbaut und 1997 komplett renoviert. Für das künftige Hotel soll die Fassade des Hauses weitgehend erhalten bleiben, während das Innere unter komplett neu gestaltet wird. Neben den Gästezimmern, von denen einige eine hervorragende Aussicht bieten sollen, will das Hotel ein Restaurant, eine Bar und außerdem eine Freiluftterrasse bieten.

 

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