26. Juni 2018 – 14:49

In Zeiten von Namensfreiheit und Patchwork-Familien sind auf Flügen Kinder mit anderen Nachnamen als die Eltern keine Seltenheit mehr. Wenn es unter zwei Jahre alt sind und im Flieger keinen eigenen Sitzplatz beansprucht, wird das Kind zusammen mit der Begleitung gebucht. Und das geht in Amadeus Air so:

Die Eingabe des/der Kleinkinder (Infants) erfolgt direkt bei der Namenseingabe im PNR zusammen mit den erwachsenen Passagieren.

Variante mit einem Erwachsenen:

> NM1TEST/ANNA MRS (INFMUSTER/LISA/11JAN18)
- 1 erwachsene Person mit Sitzplatz ist Frau Anna Test
- 1 Infant ohne eigenen Sitzplatz ist Lisa Muster

Durch die obige Eingabe wird vom System automatisch ein SSR-Element (Special Service Request) an die jeweilige Fluggesellschaft kreiert. Dadurch erhält die Fluggesellschaft eine entsprechende Nachricht über das mitreisende Kleinkind.
> SSR INFT LH NN1 MUSTER/LISA 11JAN18

Variante mit zwei Erwachsenen:

>NM2TEST/OLIVER MR/ANNA MRS (INFMUSTER/LISA/11JAN18)
- 2 erwachsene Personen Oliver und Anna Test
- 1 Infant ohne eigenen Sitzplatz ist Lisa Muster

Darstellung in der grafischen Oberfläche:

Screenshot Amadeus Praxistipp Familienname Kind Foto Amadeus

Aufruf der grafischen Oberfläche für PNR-Erstellung bzw. -Bearbeitung: Nach der Eingabe des Erwachsenen auf die Lupe klicken und das Geburtsdatum sowie den Namen des Kindes eingeben.

Diesen Praxistipp hat Amadeus Germany für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

26. Juni 2018 – 12:34
tag-der-reisebueros

Im März hat die QTA den 2. Juli als Tag der Reisebüros ausgerufen. Das Datum ist natürlich kein Zufall, tritt an besagtem Montag doch das neue Reiserecht in Kraft. Die Diskussion in der Brache läuft seit langem und ist hitzig. Doch ist ungewiss, ob das Thema und die damit verbundenen Änderungen beim Verbraucher bereits angekommen sind. Vermutlich wissen die Kunden weniger darüber, als die Profis vermuten und so scheint es eine gute Idee, dass die Reisebüros die Sache selbst in die Hand nehmen. Das bietet den Vorteil, die Themen selbst setzen sowie Rolle und Bedeutung des stationären Vertriebes inszenieren zu können.

QTA-Sprecher Thomas Bösl hat alle Mitgliedsbüros der Allianz aufgefordert, in einer breit angelegten Social-Media-Aktion via Facebook, Twitter und Instagram die Botschaft zum Kunden zu tragen. Als Unterstützung für die Agenturen gibt es Postings, Banner und Vorlagen. Mit dem Reisebüroinhaber Ralf Hieke aus Ibbenbühren wurde zudem ein gut zweiminütiger Audiospot produziert, der am 2. Juli in 40 Radiosendern über den Äther gehen soll. Auf Youtube gibt es einen Trailer zum Tag der Reisebüros, der bislang aber auf wenig Resonanz stieß.

Bei Tui schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die eigene Imagekampagne läuft seit Mitte Juni und fällt terminlich mit dem Tag der Reisebüros zusammen. Man unterstützt die Initiative, vergisst aber nicht zu erwähnen, dass bei Tui jeder Tag ein Tag der Reisebüros sei, so Franchise-Chef Sibo Kuhlmann. Der Hashtag #mitsicherheitreisebüro animiert zum Feiern. Auf der Website gibt es hierzu ein Video nebst Rezepten für Cocktails, die am Tag der Reisebüros auch dort serviert werden sollen. Die Initiative wird getragen von der Flugbörse, Mein Reisespezialist, Neckermann Reisen, Reiseland, RTK, Schmetterling, Sonnenklar TV und Tui Travel Star.

FW

25. Juni 2018 – 18:09

Lufthansa entdeckt Software- und App-Entwickler als neuen Vertriebskanal. Sie sollen künftig mit ihren Tools auch Flüge der Konzerngesellschaften verkaufen können. Das wird durch die Lufthansa-Schnittstelle Open API (Application Programming Interface) möglich, die um eine Buchungsfunktionalität für Flüge erweitert wurde. Die kann praktisch jedes Start-up in seine Anwendungen einbauen.

Damit habe Lufthansa ein neues Experimentierfeld für Start-ups geschaffen, sagt Reinhard Lanegger vom Lufthansa Innovation Hub in Berlin. „Wir hoffen dadurch Ideen für zahlreiche innovative und Kontextbasierte Reiseangebote zu befeuern.“ Als Beispiel nennt Lufthansa etwa ein Event-Portal, das zu den Eintrittskarten auch gleich die passenden Flüge anbieten kann.

Die Schnittstelle mit Buchungsfunktionalität ist derzeit aber nur für Flüge ab Großbritannien freigegeben. Die Anfrage von Reise vor9, wann Deutschland folgt, hat Lufthansa noch nicht beantwortet. Auch nicht die Frage nach dem Status der Start-ups, ob sie damit Reisemittler werden.

25. Juni 2018 – 17:29
knapp-michaeltui-vertriebsdiektorfoto-tui

Das kürzlich von dem Kooperationsverbund vorgestellte Servicepaket “Quality plus“ soll Reisebüros von Juli an über die Tui-Buchungssysteme verfügbar gemacht werden. Das QTA-Paket umfasst etwa Sitzplatzreservierungen, Flughafentransfers und die Organisation von Reisevisa sowie diverse Versicherungen der Europäischen Reiseversicherung AG (ERV) und der International Passenger Protection Limited (IPP) aus London. Dazu gehört unter anderem der Insolvenzschutz für Einzelleistungen. Die Reisebüros sollen beim Verkauf der Leistungen ein Service-Entgelt erheben.

Tui-Vertriebsdirektor Michael Knapp lobt das Ancillaries-Paket. Es gehe „genau in die richtige Richtung“ und schafft „eine klassische Win-win-Situation für Kunden und Reisebürovertrieb“, sagt er. Auf diese Weise ließen sich "Kundenorientierung und neue Vergütungschancen im Reisebüro miteinander verbinden". QTA-Spercher Thomas Bösl freut sich über die neue Buchungsmöglichkeit für die Pakete. Sie sei ein "wichtiges Signal für die gesamte Branche und sollte alle Reisebüros darin bestärken, selbstbewusst zusätzliche Serviceleistungen anzubieten und sich vergüten zu lassen", meint er. 

25. Juni 2018 – 14:24
eurowingsairbus-320-auf-rollfeldfoto-eurowings

Nachdem die Klagen über massenhafte Flugzeiten- und Flughafenänderungen sowie Verspätungen und Flugausfälle immer lauter wurden, ist die Luftfahrtindustrie in die Offensive gegangen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Eurowings entschuldigte sich, wie bereits gemeldet, am Freitag bei Vertriebspartnern und Kunden und auch das Mutterunternehmen Lufthansa warb für die Unregelmäßigkeiten bei der Kundschaft um Nachsicht und Verständnis.

Ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen

Am Montag lancierte schließlich der Luftfahrtverband BDL ganzseitige Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen, in denen er unter der Überschrift „Auch der Himmel stößt mal an seine Grenzen“ ebenfalls um Entschuldigung bat. In ganz Europa sei es zu langen Wartezeiten, Flugstreichungen und Unregelmäßigkeiten gekommen, räumt die Organisation ein. "Viele Tausend Fluggäste kamen nicht wie geplant an ihr Reiseziel. Dafür entschuldigen wir uns bei Ihnen – als Unternehmen der Luftverkehrsbranche."

Man arbeite gemeinsam an der Optimierung der Rahmenbedingungen, heißt es in der Anzeige. Gleichwohl müssten die Passagiere mit weiterem Ärger rechnen: "Im vor uns liegenden Sommer werden die Maßnahmen noch nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Es wird daher kurzfristig weiter zu Unregelmäßigkeiten kommen", steht in der Veröffentlichung, die vom gesamten Präsidium unterzeichnet ist.

Noch keine Reaktion auf Reisebüro-Schreiben

Noch keine Rückmeldung haben unterdessen die rund 130 Reisebüros erhalten, die sich am vergangenen Donnerstag in einem Brief an Eurowings wandten und darin gegen die unvergütete Mehrarbeit, die aus den Flugplanänderungen, Verspätungen und Flugausfällen resultiert, protestierten. Reisebüroinhaberin Stefanie Deiters-Galiläa, die das Schreiben gemeinsam mit ihren Kollegen verfasst hat, erklärt auf Anfrage, sie habe noch keine Reaktion auf das Schreiben erhalten.  Ein Massenschreiben, wie die Fluggesellschaft es veröffentlich habe, werde man als Antwort auch nicht akzeptieren. "Wir bleiben bei unseren Forderungen", unterstreicht die Inhaberin einer Agentur im Bayrischen Aichach.

Die  Reisebüros hatten Eurowings angedroht, ihr von Juli an für jedwede Änderung von Flugzeiten und/oder Flughafen pauschal 50 Euro pro Buchung und Änderung in Rechnung zu stellen, wenn sich die Airline bis dahin nicht dazu äußere, wie sie sich eine angemessene Vergütung der Reisebüros für die geleistete Mehrarbeit vorstelle und welche Maßnahmen Sie anstrebe, um künftig gehäufte Flugzeitenänderungen zu unterbinden.

Christian Schmicke

25. Juni 2018 – 12:54

Das Portfolio an Ausflügen und Exkursionen von Tui ist imposant: Weltweit kommen über 10.000 Angebote zusammen. Für diese Leistungen garantiert der Veranstalter ab Beginn der Sommerferien, dass seine Kunden den besten Preis erhalten. Und zwar unabhängig davon, ob die Buchung bereits in der Heimat bei einem Reisebüro, vor Ort bei einem Reiseleiter oder online erfolgte. Ist das Tui-Angebot teurer, bekommt der Urlauber die Differenz erstattet. Zu beachten ist, dass es sich um den "exakt gleichen Ausflug" handeln muss, damit die "Wertgarantie", so der Tui-Termninus, greift.

Das Ausflugsgeschäft liegt den Hannoveranern derzeit besonders am Herzen, denn die Wertgarantie ist bereits der dritte Baustein, der platziert wurde: "Tui Collection" bündelt die lokalen Exkursionen, mit denen Reisende Land und Leute authentisch und auf umweltverträgliche Art erkunden können. Und das "Plus"-Paket bringt den Kunden immer eine kostenlose Zusatzleistung beim Besuch von Sehenswürdigkeiten oder Top-Attraktionen, wie etwa die unbegrenzte Nutzung aller Fahrgeschäfte in einem Freizeitpark. T

Tui hatte im März den Kauf der Sparte "Destination Management" der Bettenbank Hotelbeds für 110 Millionen Euro bekannt gegeben. Dadurch sollen die Präsenz und das Angebotsportfolio der spanischen Tochter Tui Destination Services, in die der Zukauf integriert wird und die mittlerweile in Tui Destination Experiences umbenannt worden ist, ausgeweitet werden, sagte Konzernchef Fritz Joussen damals. Der Konzern hatte die Sparte, in die Zielgebietsativitäten wie Transfer, Gäste-Betreuung und Ausflüge in den Urlaubsländern fallen, zum strategischen Wachstumsfeld erklärt und weist sie seitdem in der Ergebnisberichterstattung gesondert aus.

FW

25. Juni 2018 – 12:18
paragraphnavback

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert die Politik auf, die Klagebefugnis für die Musterfeststellungsklage zu überdenken. Die Klagemöglichkeit biete "unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes ein Einfallstor für Rechtsmissbrauch – bis hin zu möglicher Erpressung von Unternehmen durch private Organisationen mit handfesten Eigeninteressen", erklärt DIHK-Justiziar Stephan Wernick.

So zeige etwa der Streit um die Klageberechtigung der Deutschen Umwelthilfe, wie schwer sich der Gesetzgeber mit Unterscheidungskriterien bei privaten Verbänden tue. "Deshalb halten wir die Klageberechtigung privater Vereine nach wie vor für einen Webfehler", so Wernicke. Er sieht sogar absurde Wettläufe um die erste Klage kommen.

Mit der Musterklage können Betroffene, vertreten durch Verbände, gemeinsam gegen Unternehmen vorgehen. Die Klagebefugnis der Verbände ist an einige Bedingungen geknüpft: So müssen sie beispielsweise mindestens 350 Einzelmitglieder oder 10 Mitgliedsverbände haben und seit vier Jahren bestehen. Dies kritisieren wiederum etliche Verbände unter anderem aus dem Umwelt- und Naturschutz, da dadurch eine Vielzahl hochqualifizierter Verbände nicht klageberechtigt sei.

MN

 

22. Juni 2018 – 18:18
dirks-thorstenceo-eurowingsfoto-eurowings

Nachdem am Donnerstag rund 130 Reisebüros einen Protestbrief an die Airline gerichtet hatten, entschuldigte sich die Führung der Lufthansa-Tochter am Freitag bei Kunden und Vertriebspartnern für Flugplanänderungen, Flugausfälle und Verspätungen, von denen zahlreiche Kunden betroffen gewesen seien. "Dies bedauern wir sehr und bitten Sie um Entschuldigung, insbesondere auch für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten im persönlichen Kontakt mit Ihren Kunden", schreiben die Geschäftsführer Thorsten Dirks und Oliver Wagner in einem Brief an die Reisebüros.

"Enormer Kraftakt"

Zugleich versuchen sie, das Tokuwabohu zu erklären. Im ersten Sommerflugplan nach der Insolvenz von Airberlin arbeite man „mit Hochdruck daran, die im Markt fehlende Kapazität zu ersetzen“. Dabei gehe es um „die enorme Anzahl von mehr als 140 Flugzeugen“. Die laufende Übergangsphase sei "operativ wie logistisch ein enormer Kraftakt, für den es keine Blaupause gibt", so die Eurowings-Chefs. Innerhalb weniger Monate habe Eurowings mehr als 70 Flugzeuge zu sich transferiert, 3.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt und aufwendige Umbauarbeiten organisiert. Zugleich räumen sie ein: "Unabhängig davon, ob die Probleme der vergangenen Wochen auf interne oder externe Faktoren zurückzuführen sind: Wir haben nicht immer die Qualität erbracht, die Sie von uns erwarten und wie wir sie auch von uns selbst fordern. Sie sind zu Recht unzufrieden und wir sind es auch."

Hoffnung auf Normalisierung

Neben den Wachstumsproblemen hätten auch externe Faktoren Eurowings das Leben schwer gemacht, betonen Dirks und Wagner mit Blick auf die Streiks der französischen Fluglotsen und zahlreiche Unwetter in den vergangenen Wochen. Immerhin besteht nach ihren Worten aber Aussicht auf Besserung. „Durch den sukzessiven Zulauf weiterer Flugzeuge erwarten wir einen wieder zuverlässigeren Flugbetrieb. Der aufwendige Transfer früherer Air-Berlin-Flugzeuge wird Ende Juli abgeschlossen sein. Damit reduzieren sich die Flugplanänderungen erheblich, sodass sich der Kundenkontakt schnell wieder normalisieren sollte“, versprechen die Airline-Manager. Zahlreiche Maßnahmen habe man bereits auf den Weg gebracht, wie zusätzliche Reserveflugzeuge, mehr eigenes Personal an den Flughäfen und größere Puffer in den Flugplänen.

Kein Wort zur Vergütung

Zu Forderungen der Reisebüros nach einer Vergütung für den entstandenen und weiter entstehenden Mehraufwand äußern sich die Eurowings-Chefs nicht. Die Initiative, die ihnen den Protestbrief geschickt hatte, droht damit, den Aufwand für Flugänderungen künftig mit 50 Euro in Rechnung zu stellen, wenn Eurowings bis zum Monatsende in Sachen Vergütung und zur Abstellung der Mängel keine Lösung anbiete.

Ein ähnliches Schreiben wie die Vertriebspartner erhielten auch die Kunden von Eurowings. Die Eurowings-Mutter Lufthansa entschuldigte sich ebenfalls bei der Kundschaft für die Unregelmäßigkeiten der vergangenen Wochen. "Unsere Pünktlichkeit ist aufgrund der aktuellen Beschränkungen des europäischen Luftraums auf ein für uns inakzeptables Niveau gesunken", heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme, die von den Leitern der beiden Drehkreuze Frankfurt und München unterzeichnet ist.

Christian Schmicke

22. Juni 2018 – 15:24

Neues Jahr, altes Spiel. Passend zum Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern kritisieren Deutschlands Ferienregionen, dass der Zeitkorridor, den die Kultusminsiterkonferenz dafür festlegte, zu kurz sei. 80 Tage liegen in diesem Jahr zwischen dem Beginn und Ende der Schulferien aller 16 Bundesländer. Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, findet das nicht lustig. "Seit Jahren fordern wir, den Korridor für die Sommerferien zu entzerren und den Spielraum von rund 90 Tagen auszunutzen", sagt er. Wenn sich die Sommersaison auf weniger Tage verteile, hätten Hotels, Vermieter von Ferienhäusern, aber auch Gastronomen mit einer kurzen Auslastung zu kämpfen. Außerdem beeinträchtigten überfüllte Urlaubsorte und überlastete Hauptreiserouten den Erholungswert für die Gäste. Vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern hätten das Nachsehen, kritisiert Meyer.


Nachteil für Anbieter und Urlauber

Auch aus den Regionen hagelt es Kritik. So erklärt Sven Ambrosy, Vorsitzender des Tourismusverbandes Niedersachsen, durch die Spitzenbelastung sei mit hohen Preissteigerungen in den Unterkünften zu rechnen. Besonders belastet würden dabei Familien mit Kindern, die auf die Ferienzeiten angewiesen seien. Dort wo das Gastgewerbe sehr kleinteilig strukturiert sei, befürchteten die Vermieter von Ferienwohnungen Einnahmeverluste. "Im ländlichen Raum, zum Beispiel an der Nordsee, wo der Tourismus die wichtigste Wirtschaftskraft ist, sind wir auf eine möglichst lange Saison angewiesen", so Ambrosy, und weiter: "Eine Entzerrung der Ferienzeiten ist bildungspolitisch ohne Nachteile, bietet aber volkswirtschaftlich erhebliche Vorteile. Ein preiswerter Urlaub für möglichst viele Menschen ist auch eine soziale Frage."

Schwierige Mitarbeiterakquise

Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, stößt in dasselbe Horn. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe seien saisonverlängernde Maßnahmen von existenzieller Bedeutung. Diese Unternehmen erwirtschafteten schließlich in den Sommerferien einen großen Teil des gesamten Jahresumsatzes. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bedeuteten kürzere Einsatzzeiten zudem größere Schwierigkeiten, überhaupt geeignete Mitarbeiter zu gewinnen.

Millionenverluste

Mit entzerrten Ferien in den Bundesländern ließen sich „sehr positive Effekte unter anderem für den Verkehr und die Tourismuswirtschaft verbinden“, meint Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. "Jeder Ferientag mehr bedeutet für die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern eine bessere Saisonverteilung mit längerer Auslastung, eine höhere ganzjährige Arbeitsplatzsicherung sowie mehr Umsätze, die für Investitionen in das Unternehmen und das Personal gebraucht werden." Nach Schätzung des Verbandes bedeutet jeder Tag weniger Ferien allein für die Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern nicht erreichte Umsätze in Höhe von rund drei Millionen Euro.

 

22. Juni 2018 – 14:36
machupicchuperupedro-szekely

Die Gemeinde Machu Picchu hat in den vergangenen Tagen mehrere Veranstaltungen abgehalten, die sich mit dem Bau und Betrieb einer Seilbahn hinauf zu den berühmten antiken Stätten befasst haben. Bürgermeister David Gayoso wird von dem peruanischen „Portal de Tursimo“ mit den Worten zitiert, die geplante Beförderungsmöglichkeit werde die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde voranbringen. Durch den Bau der Seilbahn könne der Aufenthalt in den archäologischen Stätten verlängert werden, da die halbstündige Busfahrt und der einstündige Fußmarsch zu den Sehenswürdigkeiten durch eine fünfminütige Fahrt mit der Gondel ersetzt werde. Nach Informationen des Portals beschäftigt sich auch das Ministerium für Außenhandel und Tourismus derzeit mit einer Bewertung der Chancen und Risiken des Seilbahnbaus.

Gegenwind kommt unterdessen vom Kulturministerium des Landes, aber auch von der Unesco, die Machu Picchu zum Weltkulturerbe erklärt hat. Beide Institutionen befürchten, die Seilbahn werde den Denkmalcharakter der im 15. Jahrhundert erbauten Inkastätte sowie das Landschaftsbild schädigen. Die lokalen Befürworter halten sie hingegen in erster Linie für ein effizientes Transportmittel.

Christian Schmicke

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Zu den Datenschutzbestimmungen ... Zustimmen