Der neue Reise vor 9 Magazin ist da!

16. Mai 2018 – 18:02

Am Mittwoch gab es rund 220 Flugausfälle bei der belgischen Fluglinie Brussels Airlines. Die Arbeitgeberseite hat ein neues Angebot vorgelegt. Der Streik ist vorläufig ausgesetzt. Mit weiteren Aktionen sei in den nächsten Tagen nicht zu rechnen, teilt die Fluglinie auf Nachfrage mit.

Nach ergebnislosen Verhandlungen im Tarifkonflikt bei der Lufthansa-Tochter hatten die Piloten erneut gestreikt. Insgesamt fielen mit den genannten 220 Flügen mehr als drei Viertel der täglichen Flugverbindungen aus. Auch die Routen von und nach Deutschland wurden gecancelt, mit Ausnahme von je eines Hin- und Rückflugs nach Hannover und Berlin.

Bereits am Montag musste ein Großteil des Programms gestrichen werden, darunter auch die Verbindungen von Brüssel nach Deutschland. Einer Sprecherin von Brussels Airlines zufolge waren bislang insgesamt etwa 63.000 Passagiere betroffen. Ihnen wurden „alternative Reiseverbindungen oder eine vollständige Rückerstattung angeboten“, so die Sprecherin. Passagiere, die an ihrem Ziel festsitzen, würden in einem Hotel untergebracht oder könnten mit der Lufthansa oder einer anderen Airline fliegen.

Der Streik könnte die Fluggesellschaft nach eigenen Angeben bis zu zehn Millionen Euro kosten. Vorausgesetzt, er endet nun. Um dies zu erreichen, hat das Management nun einen neuen Kompromissvorschlag vorgelegt, der den Piloten vor allem bei der Forderung nach einem besseren Ausgleich zwischen Arbeitszeit und Freizeit entgegenkommt. Die Pilotengewerkschaft will außerdem höhere Gehälter und Renten durchsetzen. Kritisch sieht sie darüber hinaus die unsicheren Arbeitsbedingungen und verlangt Klarheit von der deutschen Muttergesellschaft über die Zukunftspläne. Seit Ende 2016 ist Brussels ein vollständiges Mitglied der Lufthansa-Group.  

AF

 

16. Mai 2018 – 15:35

Für die Krankenhaus-Mitarbeiter im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo ist es ein Deja-vu: Sie müssen wieder Schutzkleidung tragen, wenn sie sich um Menschen mit Fieber-Symptomen kümmern. Denn das Ebola-Virus ist zurück. Zum neunten Mal seit 1976, als das Virus in der Demokratischen Republik Kongo entdeckt wurde. Das Auswärtigen Amt rät dringend von Reisen in die Provinz Équateur ab. Der Behörde zufolge gibt es bisher „32 Fälle mit typischen Ebola-Symptomen, 19 Todesfälle, 2 laborbestätigte, 12 Verdachts- und 18 wahrscheinliche Fälle“. Alle Patienten hatten hohes Fieber und starken Durchfall, zum Teil auch innere Blutungen.

Furcht vor Ausbreitung. Epizentrum des aktuellen Ausbruchs ist Bikoro, 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kinshasa. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fürchtet, dass sich die Krankheit in die Nachbarländer ausbreiten könnte. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Fluss-Systems gefährdet. Insgesamt neun Nachbarländer wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Weitere Reisewarnungen für Orte außerhalb der unmittelbar betroffenen Region hat das Auswärtige Amt nicht veröffentlicht. Aktuelle Informationen sind auf der Website zu finden.

Kenia reagiert. Einschränkungen gibt es für Reisende in Kenia: Am Flughafen von Nairobi müssen sich die Ankommende einem Ebola-Test unterziehen. Ein Body-Scanner untersucht die Körpertemperatur. Wer auf dem Landweg einreist, muss den Test ebenfalls durchlaufen. Das hat mehrere Gründe: Primär soll das Land vor einem Ebola-Einfall geschützt werden. Zum anderen zeigt man damit auch: Wir passen auf, Touristen haben nichts zu befürchten.

Traumatische Erfahrungen. Bei der letzten großen Ebola-Epidemie in Westafrika litt der gesamte Kontinent unter einem massiven Rückgang des Tourismus. 70 Prozent der Reiseveranstalter stellten damals ein rückläufiges Buchungsverhalten fest. Selbst weit entfernte, nie von der Seucche betroffene Länder wie Südafrika und Namibia erlebten einen dramatischen Rückgang des Tourismus. Konkrete Empfehlungen, wie man sich schützen kann, gab damals das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg: „Keine Kranken pflegen, keine Verstorbenen waschen und keinen direkten Kontakt zu Verstorbenen auf einem Begräbnis haben.“ Zudem warnte das Institut vor Kontakt mit Menschenaffen und Flughunden, die den Schwesternvirus von Ebola, den Marburgvirus, übertragen können.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Es wird durch Körperflüssigkeiten von Tier zu Mensch und von Mensch zu Mensch übertragen.  

AF

 

16. Mai 2018 – 00:08

Drei über 80-Jährige, zwei Männer und eine Frau, waren am Sonntagabend auf dem Weg zum King Shaka International Airport von Durban, als sie ausgeraubt wurden. Nach unbestätigten Berichten sollen es Deutsche gewesen sein. Das Uber-Taxi der Reisenden wurde laut Medienberichten auf der National Route N2 von zwei Fahrzeugen gestoppt. Vier maskierte Männer, die mit Maschinenpistolen AK-47 bewaffnet waren, raubten die Urlauber aus. Bei dem Überfall wurde niemand verletzt. Als die Polizei am Tatort eintraf, waren die Senioren bereits zum Flughafen weitergefahren und konnten nicht mehr vernommen werden.

Kriminalitätsschwerpunkte in Südafrika sind große Städte und Townships, ansonsten sind Touristen eher selten Opfer. Dennoch kommen immer wieder Überfälle auf Urlauber vor. So wurden am 29. März zwölf Briten ebenfalls auf einer Straße ausgeraubt, am 26. Februar wurde ein Deutscher Opfer von Räubern, am 23. Februar ein Franzose. Am 22. Januar erlitt ein deutsches Paar bei einem Raubüberfall schwere Verletzungen.  

Sicherheitstipps. Eine bekannte Masche sind Überfälle auf dem Weg zwischen Flughafen und Hotel. Die Täter verfolgen die Fahrzeuge von Touristen und schlagen an geeigneten Stellen zu. Deshalb werden von Experten einige Sicherheitsmaßnahmen empfohlen, um es den Räubern nicht zu leicht zu machen.

Planung. Um sich nicht zu verfahren, empfiehlt es sich, die Fahrtroute im Voraus zu planen, so lässt sich auch vermeiden, Fremde nach dem Weg zu fragen. Türen und Fenster des Fahrzeugs sollten an problematischen Stellen verschlossen sein. Wertgegenstände wie Smartphones, Kameras und Gepäck sollten im Fahrzeug nicht sichtbar sein, am besten liegen sie im Kofferraum.

Notruf parat halten. Fachleute raten, an dunklen, schlecht beleuchteten Stellen keinesfalls anzuhalten. Auch an Ampeln und Kreuzungen ist Vorsicht geboten. Wichtig ist, sich über Risiken in einzelnen Regionen zu informieren. Die Nummer der Polizei sollte im Smartphone für den Notfall gespeichert sein, sie lautet im ganzen Land 10111. Sinnvoll ist es außerdem, die Nummer des Mietwagenunternehmens bei sich zu haben, falls das Fahrzeug liegen bleibt.

Allgemeine Hinweise. Ansonsten gilt das, was man in jeder Großstadt beachten sollte. Wertgegenstände wie etwa Schmuck, Kameras, Uhren, Smartphones sollte man nicht offen zeigen. Die Handtasche sollte immer geschlossen sein, das Portemonnaie nicht in der Gesäßtasche getragen werden. Große Geldsummen sollte man nie dabeihaben und Geld immer in der Bank oder im Hotel tauschen. Taxis sollten im Hotel bestellt werden.

THo

 

15. Mai 2018 – 18:05
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Überprüft eine Fluggesellschaft die Reisedokumente ihrer Passagiere vor dem Abflug nicht, kann sie unter Umständen für ein daraus resultierendes Bußgeld mithaften. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall eines Fluggastes aus Hannover. Dieser war im Jahr 2015 ohne das erforderliche Visum von Frankfurt nach Neu Delhi geflogen und dort an der Grenzkontrolle abgewiesen worden. Die indischen Behörden hatten Lufthansa daraufhin ein Bußgeld von 100.000 Rupien, umgerechnet damals etwa 1.415 Euro, auferlegt. Das Unternehmen verlangte das Geld vom Passagier zurück und bekam vor dem Amtsgericht und dem Landgericht Hannover Recht. (Az.: X ZR 79/17)

Dieses Urteil hob nun der unter anderem für Reiserecht zuständige X. Zivilsenat des BGH auf und verwies den Fall zurück. Ein Mitverschulden sei durch die Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft nicht ausgeschlossen. Diese sehen zwar allein den Fluggast in der Pflicht, das Vorhandensein der richtigen Dokumente zu überprüfen. Doch auch die Fluggesellschaft sei verpflichtet, keinen Passagier ohne das nötige Visum nach Indien zu befördern, so die Richter. Das Berufungsgericht müsse jetzt Feststellungen zu Art und Schwere der „wechselseitigen Ursachenbeiträge” treffen.

Das Landgericht hatte in seinem Urteil auf die Nebenpflicht aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen, wonach Passagiere die Reise nur mit gültigen Einreisedokumenten antreten dürfen. Die Fluggesellschaft sei nicht verpflichtet, das zu überprüfen.

15. Mai 2018 – 17:26
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Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen kündigte Airline-Chef Johan Lundgren an, dass Easyjet im Geschäft mit der Urlaubssparte Easyjet Holidays expandieren wolle. Dass er es mit der Offensive ernst meint, verdeutlicht eine Personalie. Garry Wilson, ein früherer Mitstreiter aus Lundgrens Zeit bei Tui, wird neuer Chef von Easyjet Holidays. Der bisherige Managing Director für Produkt und Einkauf bei der Tui Group soll sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Hotels und anderen Lieferanten für die Urlaubsplattform verantworten.  Bisher habe Easyjet die Möglichkeiten im Feriengeschäft nicht konsequent genutzt, sagt Lundgren. Mit Europas größtem Flugstreckennetz von wichtigen Airports zu Urlaubszielen, einer guten Marke und Kostenvorteilen gegenüber den Mitbewerbern verfüge man über gute Voraussetzungen dafür. Damit sei man fähig, einen erheblichen Teil des Marktes abzugreifen.

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres bis Ende März lief für Europas zweitgrößten Billigflieger nicht schlecht. Der Umsatz stieg um knapp 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund. Zugleich verringerte sich der im Winter übliche Vorsteuerverlust von zuvor 236 Millionen Pfund auf 68 Millionen. Auch die Buchungen für die zweite Jahreshälfte lägen deutlich über Vorjahr, so Lundgren. Für das gesamte Geschäftsjahr peilt Easyjet einen Vorsteuergewinn von 530 bis 580 Millionen Pfund an und damit einen Zuwachs von mindestens 30 Prozent zum Vorjahr.

15. Mai 2018 – 16:14
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Diese neuen Regeln gelten ab Mittwoch, 13. Juni 2018, für alle verfügbaren Flüge und betreffen Passagiere, die bei der irischen Airline keinen Sitzplatz reserviert haben. Bislang war der Online-Check-in ab vier Tage vor Abflug möglich. Damit wird der Druck auf Gruppen, Paare oder Familie erhöht, sich Sitzplätze kostenpflichtig zu reservieren, wenn sie im Flugzeug zusammensitzen wollen. Die andere Seite der Medaille ist ein Vorteil für Passagiere, die die Kosten für einen Sitzplatz nicht scheuen. „Dies gibt Kunden mit Sitzplatzreservierung mehr Zeit, um ihre bevorzugten Plätze vor Abflug auszuwählen“, sagt ein Ryanair-Sprecher auf Nachfrage. Zudem entspreche der neue Zeitrahmen immer noch dem Doppelten der Check-in-Zeit von 24 Stunden, die bei Aer Lingus, British Airways, der Lufthansa, Norwegian und Iberia gewährt werde, so Ryanair weiter. Bis 2016 hatten die Ryanair-Passagiere die Möglichkeit, eine Woche vor Abflug online einzuchecken. Seither galt die Vier-Tage-Regel.

TH

15. Mai 2018 – 16:08
teamwallraff

„Ich kannte mal einen, der konnte Eis an einen Eskimo verkaufen“, sagt ein Schulungsangestellter der FTI-Reiseleiterorganisation im Film.  Damit bringt er ziemlich genau auf den Punkt, was von Reiseleitern nach den Erfahrungen der Macher der RTL-Serie „Team Wallraff““ erwartet wird. verkaufen, verkaufen und nochmal verkaufen.

Jedes Jahr in der sommerlichen Vorsaison feiern Reportagen über mehr oder minder skandalöse Zustände in den Ferienparadiesen fröhliche Wiederauferstehung. Diesmal hatte RTL mit dem Team um den Enthüllungsjournalisten und Schriftsteller Günter Wallraff seine investigative Speerspitze auf die Reisebranche angesetzt. Um es kurz zu machen: Die Sendung „Pauschalurlaub – Ärger inklusive“ hält, was der Titel verspricht. Dreckige Zimmer, Schimmel, schmutzige Matratzen, Müll, Billigfusel und bakteriell verunreinigtes Wasser im All-inclusive-Ausschank, Chaos beim Einchecken, Baustellen statt bezugsfertiger Zimmer – das  übliche eben. Und nahezu alle „Großen“ im Geschäft bekamen ihr Fett weg: FTI und seine Hotelmarke Labranda, Thomas Cook mit einem ehemaligen Sun-Connect-Hotel, DER Touristik mit der Reaktion auf Urlauberbeschwerden, Tui, Alltours und FTI mit ihren Reiseleiterorganisationen.

Skandal oder Skandälchen? Mitarbeiterinnen des Wallraff-Teams gingen dabei als Animateurinnen und Reiseleiterinnen undercover auf Informationssuche. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Missständen, die tatsächlich das Zeug zum Skandal haben, und gewollt wirkenden Übertreibungen. So wurde etwa angeprangert, dass das Cola-Getränk und die Limonaden im All-inclusive-Ausschank aus Sirup aus dem Kanister und Leitungswasser gemischt wurden, obwohl genau das in großen Teilen der Gastronomie normal ist. Dass das ausgeschenkte Wasser selbst hygienischen Mindeststandards nicht entsprach, wiegt dagegen deutlich schwerer. Auch dass Wein und Spirituosen, zumal im preisgünstigeren Bereich des Alles-inklusive-Marktes nicht auf Gourmet-Niveau liegen, kann wohl nur Kunden überraschen, die sich noch nie darüber Gedanken gemacht haben, wie ein Preis zustande kommt. Was freilich nichts daran ändert, dass bei vergammeltem Essen der Spaß aufhört.

Verkäufer statt Kümmerer. Kein gutes Haar lässt die Reportage auch an den Reiseleiterorganisationen. Zwei Vorwürfe stehen dabei im Mittelpunkt. Der erste: Reiseleiter werden statt auf Kundenbetreuung gnadenlos auf verkauf getrimmt. Und der zweite: Bei  Beschwerden gehe es ihnen nur darum, mögliche Kosten für Hotelier und Veranstalter zu vermeiden oder gering zu halten. Mit dem ersten Kritikpunkt landet die Reportage einen Volltreffer. Wenn sich, wie bei einer Reiseleiterschulung der Tui, zwei Drittel der Lehrstunden um den Verkauf von Ausflügen drehen und nur der Rest um alle übrigen Themen, und wenn sich Bezahlung und der Aufstieg der Reiseleiter innerhalb der Organisation vollständig oder überwiegend daran orientieren, spricht das für sich. Ändern wird sich daran nichts – jedenfalls nicht zum Guten. Schließlich hat etwa Tui gerade im Bereich Ausflüge und Aktivitäten zum Angriff geblasen und das Thema zum strategischen Geschäftsfeld erklärt. Und auch bei den übrigen großen Anbietern rückt der Verkauf von „Ancillaries“ auf der Agenda immer weiter nach vorn. Insofern ist der Wandel des Jobprofils bei Reiseleitern vom Kümmerer zum Verkäufer seit langem gelebte Realität und eine Veränderung des Blickwinkels der Verbraucher durchaus angebracht.

Problemlösung vor Ort. Dass Reiseleiter hingegen um Schadensbegrenzung für ihren Arbeitgeber bemüht sein müssen, kann dagegen per se kein Anlass zur Kritik sein. Natürlich kann man es als trickreich ansehen, Kunden bei Beschwerden mit einer Flasche Wein, einem Abendessen oder einem Upgrade besänftigen zu wollen, statt nach ihrer Rückkehr einen Teil des Reisepreises zu erstatten – legitim und oft auch im Sinne der Urlauber ist die Praxis, Probleme vor Ort zu lösen, aber allemal.

Abschließend „enthüllt“ die Reportage noch, wie Reiseleiter despektierlich über ihre Gäste sprechen und ihnen vorwerfen, nur nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Dass dies auf Urlauber mindestens ernüchternd wirkt, ist klar. Andererseits:  Wer von all denen, die in verschiedensten Branche täglich mit Kunden zu tun haben, hat noch nie über selbige gelästert?

Dessen ungeachtet werden viele Reiseprofis in den nächsten Tagen  die Themen der RTL-Sendung auf den Tisch, beziehungsweise um die Ohren gehauen bekommen. Entsprechend groß ist der Frust, der sich in einschlägigen Social-Media-Gruppen über die Reportage entlädt. Reiseprofis werfen den Autoren vor, besonders abschreckende Beispiele  ausgewählt zu haben. Die mediale Überhöhung  vorhandener Mängel sei ein Problem, das nun auf ihnen laste, so der Tenor. Sei’s drum. Wenn die Kunden mit ihren Sorgen und Vorbehalten an den Counter kommen, ist das zwar lästig. Aber immer noch besser, als wenn sie niemandem die Gelegenheit gäben, den Eindruck, der aus der Sendung entstanden ist, zu relativieren. Wer sich darauf vorbereiten möchte, was da kommen mag. hat hier dazu die Gelegenheit.  

Christian Schmicke

 

15. Mai 2018 – 14:01
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Vom Ticketverkauf alleine kann eine Airline heute nicht mehr leben. Das gilt vor allem für das Low-Cost-Segment, das sich sein rasantes Wachstum über niedrige Flugpreise erkauft. Also müssen Zusatzverkäufe her –von der Bordverpflegung über Gepäck- und Sitzplatzreservierung bis hin zur Vermittlung externer Leistungen wie Hotels, Transfers, Mietwagen, Ausflügen oder anderen Aktivitäten.

Digitaler Ableger. Eurowings will dafür bis Ende des Jahres eine eigene Digitalfirma gründen. Die „Eurowings Digital GmbH“ soll „alle kundenrelevanten Digitalaktivitäten der Airline unter einem Dach bündeln“, kündigt Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner an. Der Umsatz über die Website eurowings.com liege bereits bei mehr als einer Milliarde Euro und solle in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigen, erklärt Wagner.

Umfassende Palette. Wichtigstes Projekt ist dabei die Umwandlung der Website eurowings.com in eine „stark wachsende Reise-Plattform“, erklärt der Airline-Manager. Dabei solle eurowings.com als „digitaler Reisebegleiter“ Eurowings Kunden langfristig binden, indem „Website und Eurowings-App über Flüge von A nach B hinaus ein personalisiertes Angebot an digitalen Services und Produkte bieten“. Registrierte Nutzer sollen Angebote mit „maßgeschneiderten Hotelbuchungen, Mietwagen, Eventtickets und vieles mehr erhalten“, erklärt Wagner. Wie hoch das angepeilte Investitionsvolumen ist, teilt das Unternehmen nicht mit. Für die Weiterentwicklung der Kundenwebsite und für „Eurowings Digital“ werde man „viele Millionen Euro investieren“, heißt es lediglich.

Standort Köln. Als Standort der Firma ist Köln vorgesehen, Kernelement ist der bereits bestehende Fachbereich „eCommerce“. In den nächsten Jahren soll die Digital-Tochter auf bis zu 150 Mitarbeiter wachsen. Der Start von „Eurowings Digital“ ist für Ende des Jahres vorgesehen.

 

14. Mai 2018 – 17:25

Die Abkürzung steht für „offener touristischer Datenstandard“. Ziel der Initiatoren ist es, einen einheitlichen Datenstandard zu etablieren, nach dem alle Reiseangebote aufgebaut werden, so dass diese vergleichbar sind und von den gängigen Buchungssystemen in Reisebüros und den Internet Booking Engines der Online-Portale (IBE) weiterverarbeitet werden können. Der Kunde erhält so einen besseren Überblick über das konkrete Reiseangebot mit all seinen Details und möglichen Zusatzleistungen, und Reisebüromitarbeiter können gezielter nach dem passenden Angebot suchen. Das Arbeiten mit OTDS ist schneller als mit herkömmlichen Formaten, die zu übermittelnde Datenmenge ist geringer und die Reaktionszeiten des Systems sind kürzer.

Der OTDS-Verein kümmert sich darum, dass möglichst viele touristische Leistungsanbieter den Standard verwenden, und entwickelt das System weiter. Derzeit hat der Verein 28 Mitglieder, darunter sind Veranstalter, Reisebüro-Organisationen, Technikanbieter und Verbände. Die Verwendung des Formats ist kostenlos, und 18 Unternehmen, darunter viele große Player liefern ihr Portfolio im OTDS-Format oder arbeiten konkret an Umsetzungsprojekten.

FW

14. Mai 2018 – 16:51
luthemarkushotelverband

Es hat nicht lange gedauert, bis auf die Studie des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA zu den Direkt- und Fremdvertriebskosten für die Hotellerie in markige Worte gefasste Entgegnungen erfolgten. Die Studie hatte festgestellt, dass sich Direkt- und Fremdvertrieb in puncto kosten kaum voneinander unterscheiden.

Dass diese Behauptung Kritiker auf den Plan rufen würde, war klar. Markus Luthe, Geschäftsführer des Hotelverbands Deutschland, erklärt in einem mit der Headline „Fremdschämen“ überschriebenen Blog, die Untersuchung offenbare "schon auf den zweiten Blick so gravierende systematische Mängel in den Annahmen, dass sich Zweifel an der Methodik und Ergebnisoffenheit der Infrata-Studie – und den ETTSA-Schlussfolgerungen daraus – geradezu aufdrängen".  Als Referenz für seine Erkenntnis führt er mit dem Unternehmen Triptease einen Kronzeugen an, dessen Thesen nicht deutlich weniger interessengeleitet sein dürften als die des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA. Allerdings geht es um entgegengesetzte Interessen – denn Triptease bietet technische Lösungen für den Direktvertrieb an.

Inhaltlich kritisiert der Plattform-Anbieter an der ETTSA-Studie, dass sie allein auf den „angeblichen Auswirkungen des höchst umstrittenen 'Billboard-Effektes'" beruhe. Dieser Effekt gehe davon aus, dass Reisende Hotels über die Seiten der großen Vermittler suchen und finden, dann aber die Websites der Hotels oder Hotelmarken buchen. Die Studie unterstelle, dass 35 Prozent aller Buchungen über die Webseiten der Markenhotellerie allein dem Billboard-Effekt geschuldet seien. Diese unrealistische Grundannahme, die dem Fremdvertrieb eine segensreiche Wirkung für den Direktvertrieb zuschreibt, sei eigentlich schon Grund genug, um die Studie beiseite zu legen, schreibt Luthe – um dann doch weiter am Ball zu bleiben.

Unter anderem kritisiert er, dass die ETTSA-Untersuchung auf der Prämisse beruhe, „dass im Direktbuchungskanal der Hotels loyale und illoyale Kunden je hälftig vertreten sind“. Diese Fifty-Fifty-Annahme falle „gleichsam vom Himmel“, werde einfach gesetzt und weder abgeleitet noch belegt. „Unter Würdigung dieser dürftigen wissenschaftlichen Basis der Infrata-Studie muss das Veröffentlichungs-Getöse von ETTSA dann nur noch diffamierend und mehr als befremdlich wirken“ erklärt er. Besonders geärgert hat den Hotelverbandschef offenbar die Aussage der Autoren der ETTSA, der "Hauptanreiz für Hoteliers, Direktbuchungen zu fördern“, liege darin, „Transparenz und Vergleichbarkeit für Verbraucher zu reduzieren, und den Wettbewerb zwischen Hotels einzuschränken". Das war zu viel des Guten: "So geht man unter (Vertriebs-)Partnern nicht miteinander um."