14. August 2018 – 17:43
Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt
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Foto: iStock

Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt. Ein 50-jähriger Deutscher ist am vergangenen Wochenende vor der niederländischen Ferieninsel Texel bei einem Badeunfall ums Leben gekommen. Er hatte versucht, seinen Sohn zu retten, der beim Schwimmen in Not geraten war. Während der Junge überlebte, konnten herbeieilende Helfer, den Vater nicht mehr wiederbeleben. Der Mann hatte mit seiner Familie auf der niederländischen Insel Urlaub gemacht.

Der Tod durch Ertrinken ist nicht so selten, wie viele Menschen glauben. Allein in Deutschland sind in diesem Jahr bislang über 280 Menschen ertrunken. Die meisten davon – fast 90 Prozent – in Binnengewässern wie Seen, Bächen und Kanälen. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum 37 Tote weniger, so die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Der Grund für den deutlichen Anstieg ist das heiße Sommerwetter in diesem Jahr. Umgekehrt lagen die Zahlen im vergangenen Jahr so niedrig, weil der Sommer so mies war. Die Statistik zeigt: je schöner das Wetter, desto mehr Menschen gehen baden und umso höher liegt die Zahl der Opfer. Das zeigen die Zahlen für die Jahre 2016 und 2017. Insgesamt starben 2017 404 Menschen durch Ertrinken, die meisten im Juni mit 69 und Juni mit 55. 2016 gab es 547 Tote, im August starben 92 Menschen im Wasser. In den Wintermonaten ertrinken naheliegenderweise deutlich wenige Menschen.

Todesfalle Binnengewässer

Dass im Meer nicht mehr Menschen ertrinken, liegt an der Überwachung der Strände durch Rettungsdienste (in Deutschland der Wasserrettungsdienst Küste). Deshalb sind ungesicherte Binnengewässer auch deutlich gefährlicher. Ein Schild "Baden verboten" hilft nicht. Wenn dennoch jemand baden geht ist im Notfall einfach niemand da.

Während in Deutschland das Baden im Meer relativ sicher ist, passieren in anderen Ländern deutlich mehr Badeunfälle an der Küste. Zum Beispiel die kanarischen Inseln. Dort ertranken im vergangenen Jahr 93 Menschen, die meisten davon (67 Prozent) Ausländer. Die meisten Toten gab es auch hier im August mit 13 Toten.

Immer mehr Kinder können nicht schwimmen

Die Ursachen für den nassen Tot sind vielfältig, viele lassen sich auf Selbstüberschätzung, fehlende Kenntnis über die möglichen Gefahren und mangelndes Schwimmvermögen zurückführen. Letzteres ist ein wachsendes Problem, denn in Deutschland können mehr als die Hälfte der Grundschüler nicht richtig schwimmen. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft spielt es auch eine Rolle, dass Senioren schnell die Kraft ausgeht, hinzu kommen Herzprobleme und Diabetes, die aus dem Badevergnügen einen Notfall machen können.

Es gibt einige klassische Baderegeln, die man beachten sollte. So wird empfohlen, direkt nach dem Essen nicht ins Wasser zu gehen. Ein leerer Magen ist allerdings auch nicht gut, da Schwimmen viel Kraft kostet. Wie so oft ist ein Mittelweg die beste Lösung. Man sollte auch nicht erhitzt ins kalte Wasser springen, das belastet das Herz und kann bei unerkannten Herzerkrankungen zu Problemen führen. Zudem sollte man sich immer gut informieren, am Meer über Strömungsverhältnisse, Ebbe und Flut sowie mögliche Gefahren, das Letztere gilt im Prinzip auch am See, Bach oder Teich.

Und falls jemand Hilfe benötigt, ist es für einen unerfahrenen Schwimmer nicht leicht, einen Ertrinkenden zu retten. In der Panik klammern sie sich hilfesuchend an den Körper des Retters, so dass beide ertrinken können. Nicht umsonst lernen Rettungsschwimmer genau, wie sie sich einem Ertrinkenden nähern sollten, wie sie sich auch einem Klammergriff befreien können und vieles mehr.

Im Zweifelsfall ist es besser so schnell wie möglich Hilfe zu holen und dem Menschen in Not Schwimmhilfen ins Wasser zu werfen, an die er sich klammern kann.

10 wichtige Regeln

Egal, ob man an der Küste Urlaub macht oder am heimischen See ins kühle Nass springt, die Baderegeln des DLRG sollte man immer beachten:

  1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Duschen Sie sich kühl ab, bevor Sie in das Wasser steigen.
  2. Gehen Sie niemals mit vollem oder sehr leerem Magen baden.
  3. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch in das Wasser gehen.
  4. Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind. Helfen Sie Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.
  5. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht.
  6. In Gewässern, auf denen Schiffe und Boote fahren, sollten Sie nicht baden.
  7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.
  8. Werfen Sie keinen Abfall in das Wasser, sondern halten Sie die Gewässer sauber.
  9. Aufblasbare Schwimmhilfen unterstützen nicht Ihre Sicherheit im Wasser.
  10. Springen Sie nur in ein Gewässer, wenn Sie sich sicher sind, dass es frei und tief genug ist.
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