10. Oktober 2018 – 11:36
Wikinger Reisen betreibt erfolgreiche Verjüngungskur
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Daniel Kraus – Foto: Wikinger Reisen

Der Veranstalter erreichte im auslaufenden Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung um acht Prozent und begrüßte 7,5 Prozent mehr Gäste. Auch die Bemühungen, mehr junges Publikum anzuziehen, sind offenbar erfolgreich. Vor allem das Individualreisesegment, das elf Prozent mehr Wanderer und 18 Prozent mehr Radreisende anzog, treibe die Verjüngung voran, so Geschäftsführer Daniel Kraus.

Das Thema treibt die Szene der Studien- und Rundreiseveranstalter schon lange um. Neben der angestammten, gut situierten, aber in die Jahre gekommenen Stammklientel gilt es, auch jüngere Kunden zu gewinnen, um mittel- und langfristig bestehen zu können. An diesem Projekt arbeiten von den klassischen Studienreiseanbietern über Wander- und Radreiseanbieter bis hin zu Luxusreisespezialisten sämtliche Akteure. Grundsätzlich ähneln sich dabei die Lösungswege: Individualisierung, lautet die Parole, die freilich hier und da aus ökonomischen Erwägungen an ihre Grenzen gerät.

Ziemlich erfolgreich arbeitet seit Jahren der Hagener Wander- und Radreisespezialist Wikinger Reisen an diesem Konzept. Sein Differenzierungskonzept ist umfangreich. Neben den klassischen Gruppen-Wander und Radreisen gibt es mittlerweile Touren, die Studien- und Aktivreiseelemente mischen, so genannte „Light“-Angebote mit einem höheren Anteil Entspannung und Wellness, Touren für Singles und Alleinreisende sowie seit Jahren die Produktlinie „individuell“, bei der die Reisenden nicht in Gruppen geführt, sondern bei ihrem Trip nur logistisch unterstützt werden.

Schlüsselfaktor Individualreise

Der Ansatz geht offenbar auf. Jedenfalls erreicht der Veranstalter im auslaufenden Geschäftsjahr mit rund 66.500 Teilnehmern und einem Umsatz von 117 Millionen Euro ein Plus von 7,5 Prozent bei den Gästezahlen und gut acht Prozent beim Umsatz. "Mit der Bandbreite unserer Angebote gewinnen wir Zielgruppen – auch jüngere", sagt Geschäftsführer Daniel Kraus. Als Anziehungspunkt für jüngere Kunden sieht Kraus vor allem das Individualreisesegment, in dem Wikinger Reisen in diesem Jahr einen Zuwachs von elf Prozent bei den Wanderern und mehr als 18 Prozent im Radbereich erzielt habe. In diesem Segment gewinne man zunehmend jüngere Aktivurlauber, die zu zweit oder mehreren unterwegs sein wollten, unterstreicht der Wikinger-Chef. Das will er nutzen. Eine eigene Landingpage für individuelle Wanderurlauber soll die Ansprache künftig verstärken.

"Light"-Angebote im Trend

Auch die Kombination "aktiv & entspannt" mit lockeren Wanderungen, Relaxen und wellnessorientierten Hotels komme gut an, berichtet Kraus. Der Aktivurlaub "light" habe im ablaufenden Geschäftsjahr um mehr als 47 Prozent zugelegt und bringe es nun auf knapp 1.500 Gäste. Als "erfolgreichen Newcomer" bezeichnet der Sohn des Firmengründers Hans-Georg Kraus Aktivurlaub für Singles und Alleinreisende. Am beliebtesten seien Programme nach Mallorca, Sylt und Thassos gewesen, so der Wikinger-Chef. "Wir haben generell über 60 Prozent Solourlauber und erreichen jetzt zusätzlich die, die lieber gemeinsam mit anderen 'Solisten' wandern wollen", sagt er. 2019 werde man diese Linie "deutlich verstärken".

Zu den Wachstumstreibern zählen zudem Wanderstudienreisen – im letzten Geschäftsjahr gab es wiederum ein Gästeplus von elf Prozent. Der Mix aus Bewegung und Besichtigung spreche Zielgruppen an, die Wert auf gute Hotels, leichte Wanderungen und kulturelle Highlights legten, sagt Kraus, und denen "eine reine Studienreise zu langweilig" wäre.

Christian Schmicke

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