20. November 2018 – 15:23
Weiter Straßenblockaden bei Protesten in Frankreich, Belgien und auf Réunion

Seit Samstag blockieren sie Straßen. Die "Gilets Jaunes", auf Deutsch Gelbwesten, machen im ganzen Land gegen die geplante Steuererhöhung der französischen Regierung für Kraftstoff mobil. Es kommt seither zu Straßenblockaden; nach Medienberichten haben sich insbesondere in ländlichen Gebieten viele Menschen den Aktionen, die weder von einer Partei noch von Gewerkschaften initiiert wurden, angeschlossen. Für den 24. November ist eine Großdemo auf dem Pariser Place de la Concorde geplant.

Nächtliche Ausgangssperren auf Réunion

Dabei beziehen sich die Aktionen nicht allein auf Frankreich selbst – auch auf Übersee-Departements wie die Insel Réunion im Indischen Ozean schwappte die Welle über. Dazu meldet sich auch das Auswärtige Amt mit einem aktualisierten Reisehinweis zu Wort. Die Protestaktionen seien "nicht koordiniert", dennoch werde das öffentliche Leben beeinträchtigt, heißt es dort. Auf Réunion seien die Einschränkungen durch Protestblockaden noch stärker als im Mutterland selbst, erklärt die Behörde. Auch Versorgungsengpässe seien möglich. Die Präfektur habe über besonders betroffene Orte eine nächtliche Ausgangssperre vom 20. bis 23. November verhängt. Reisende auf Réunion sollten sich auf Behinderungen einstellen und entsprechend mehr Zeit, zum Beispiel für die Anreise zu Flughäfen, einkalkulieren. Das Auswärtige Amt empfiehlt zudem engen Kontakt zum Reiseveranstalter oder zur Fluglinie im Hinblick auf Änderungen von Flugzeiten zu halten und "den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge leisten".

Autobahnblockade in Belgien

Auch auf das Nachbarland Belgien habe sich die Protestbewegung gegen hohe Benzinpreise ausgeweitet, meldet der ADAC. Am Dienstag, 20. November, hätten militante Demonstranten mehrere Bäume gefällt und bis zum späten Vormittag die Autobahn A 7 (Brüssel - Mons) bei Nivelles blockiert. Autofahrer in Frankreich und Belgien müssten auch in den nächsten Tagen mit langen Staus und deutlich längeren Fahrzeiten rechnen, warnt der ADAC. Nicht auszuschließen sei, dass auch Tankstellen blockiert würden oder durch die Blockaden der Erdöldepots auf dem Trockenen sitzen. Reisenden rät der Automobilclub daher, frühzeitig nachzutanken und jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um an Sprit zu kommen.

Beobachter glauben, dass die Aktionen nicht allein der geplanten Steuererhöhung gelten, sondern den Protest weiter Bevölkerungsgruppen gegen die vermeintlich elitenfreundliche Politik und Steuerpläne der Regierung von Emmanuel Macron ausdrücken. Daher könnten sich die landesweiten Proteste noch eine Weile fortsetzen.

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