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14. Mai 2018 – 16:51
Verbandschef findet Vertriebskosten-Studie zum "Fremdschämen"
luthemarkushotelverband
Markus Luthe – Foto: Hotelverband Deutschland

Es hat nicht lange gedauert, bis auf die Studie des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA zu den Direkt- und Fremdvertriebskosten für die Hotellerie in markige Worte gefasste Entgegnungen erfolgten. Die Studie hatte festgestellt, dass sich Direkt- und Fremdvertrieb in puncto kosten kaum voneinander unterscheiden.

Dass diese Behauptung Kritiker auf den Plan rufen würde, war klar. Markus Luthe, Geschäftsführer des Hotelverbands Deutschland, erklärt in einem mit der Headline „Fremdschämen“ überschriebenen Blog, die Untersuchung offenbare "schon auf den zweiten Blick so gravierende systematische Mängel in den Annahmen, dass sich Zweifel an der Methodik und Ergebnisoffenheit der Infrata-Studie – und den ETTSA-Schlussfolgerungen daraus – geradezu aufdrängen".  Als Referenz für seine Erkenntnis führt er mit dem Unternehmen Triptease einen Kronzeugen an, dessen Thesen nicht deutlich weniger interessengeleitet sein dürften als die des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA. Allerdings geht es um entgegengesetzte Interessen – denn Triptease bietet technische Lösungen für den Direktvertrieb an.

Inhaltlich kritisiert der Plattform-Anbieter an der ETTSA-Studie, dass sie allein auf den „angeblichen Auswirkungen des höchst umstrittenen 'Billboard-Effektes'" beruhe. Dieser Effekt gehe davon aus, dass Reisende Hotels über die Seiten der großen Vermittler suchen und finden, dann aber die Websites der Hotels oder Hotelmarken buchen. Die Studie unterstelle, dass 35 Prozent aller Buchungen über die Webseiten der Markenhotellerie allein dem Billboard-Effekt geschuldet seien. Diese unrealistische Grundannahme, die dem Fremdvertrieb eine segensreiche Wirkung für den Direktvertrieb zuschreibt, sei eigentlich schon Grund genug, um die Studie beiseite zu legen, schreibt Luthe – um dann doch weiter am Ball zu bleiben.

Unter anderem kritisiert er, dass die ETTSA-Untersuchung auf der Prämisse beruhe, „dass im Direktbuchungskanal der Hotels loyale und illoyale Kunden je hälftig vertreten sind“. Diese Fifty-Fifty-Annahme falle „gleichsam vom Himmel“, werde einfach gesetzt und weder abgeleitet noch belegt. „Unter Würdigung dieser dürftigen wissenschaftlichen Basis der Infrata-Studie muss das Veröffentlichungs-Getöse von ETTSA dann nur noch diffamierend und mehr als befremdlich wirken“ erklärt er. Besonders geärgert hat den Hotelverbandschef offenbar die Aussage der Autoren der ETTSA, der "Hauptanreiz für Hoteliers, Direktbuchungen zu fördern“, liege darin, „Transparenz und Vergleichbarkeit für Verbraucher zu reduzieren, und den Wettbewerb zwischen Hotels einzuschränken". Das war zu viel des Guten: "So geht man unter (Vertriebs-)Partnern nicht miteinander um."

 

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