13. Dezember 2018 – 16:12
Verbände warnen vor dem Verfall der Freizeit-Wasserstraßen
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Foto: iStock/Cameris

In einem Appell an den Bundestag fordern acht Wassersport- und Tourismusverbände, mehr Geld in die marode Infrastruktur auf den deutschen Freizeitwasserstraßen zu investieren. Die Unterzeichner beklagen in ihrem Schreiben, dass die im Wassertourismuskonzept des Bundesverkehrsministeriums versprochen Mittel für "Projekte zum Erhalt der vorwiegend touristisch genutzten Nebenwasserstraßen" nicht im Haushalt eingestellt worden seien. Erste Schleusen müssten bereits geschlossen werden, ganze Wassersportreviere seien vom Netz abgeschnitten. Um den drohenden Infrastrukturkollaps zu vermeiden und Deutschland auch künftig als wassertouristische Destination erfolgreich zu positionieren, müsse jetzt gehandelt werden, heißt es in dem Brief.

Umsatzbringer für strukturschwache Regionen

Der Präsident der Deutschen Tourismusbundes, Reinhard Meyer, hält die durchgängige Befahrbarkeit des Bundeswasserstraßennetzes für nicht mehr gewährleistet. Nicht nur Paddler, Segler und Motorbootsportler hätten nun das Nachsehen, sondern auch ländliche und strukturschwache Regionen, in denen der Wassertourismus wesentlich zum Lebensunterhalt beitrage. "Hier muss es endlich zu einer auskömmlichen Finanzierung der Nebenwasserstraßen kommen", fordert ADAC Vizepräsident, Kurt Heinen. Wassertourismus und Wassersports hätten laut einer Studie im Jahr 2016 allein an den Binnenwasserstraßen jährlich rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz generiert und 66.000 Menschen den Lebensunterhalt gesichert.

"Hoher Stellenwert"

Das Verkehrsministerium hatte ursprünglich schon 2016 finanzielle Hilfe versprochen, passiert ist aber nichts. Die derzeit verfügbaren Mittel reichten nicht einmal aus, dem Substanzverlust der Schleusen und Wehre wirkungsvoll zu begegnen, so die Unterzeichner des Schreibens. Konkret wollen die Verbände einen eigenständigen Haushaltstitel für Nebenwasserstraßen und ein Sonderinvestitionsprogramm, um akut drohende Schleusensperren zu verhindern.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes schätzt die Zahl von Sport- und Freizeitbooten auf fast eine Million. An besonders attraktiven Wasserstraßen habe sich ein intensiver Fremdenverkehr für Kurz- und Langzeiturlauber entwickelt. Die Fahrgastschifffahrt habe hieran einen großen Anteil. "Die Zahl von mehr als 800 Fahrgastschiffen mit rund 200.000 Plätzen belegt den hohen Stellenwert dieses Schifffahrtszweiges und des dazugehörigen Fremdenverkehrs", schreibt die Behörde auf ihrer Website.

Andreas Förster

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