15. November 2018 – 13:30
US-Start-up macht mit modularen Schlafboxen Furore
sleepbox
Foto: Sleepbox

Wen am Washingtoner Flughafen mal kurz die Müdigkeit übermannt, für den gibt es jetzt eine simple Lösung. Er muss nicht länger auf einem Stuhl oder einer unbequemen Flughafenbank die Augen schließen, sondern kann dies in Kürze in einer Art Stunden-Hotel tun, das aussieht wie eine mobile Toilette. Natürlich etwas größer, damit auch ein Bett reinpasst. Das Konzept des US-Start-up Sleepbox erinnert an die platzsparenden japanischen Kapselhotels, die sich auf das beschränken, was zum Schlafen benötigt wird: Eine Koje. Alles andere, zum Beispiel die Nasszellen, ist in Gemeinschaftsträumen untergebracht.

Modularer Aufbau

Die Schlafboxen von Sleepbox sind ein modulares System, das man aneinander schachteln kann. Hübsch anzusehen im modernen Design, das Material aus buntem Kunststoff oder Holz-Imitat sowie mit Fensterschlitzen aus Milchglas. Innen mit (Doppelstock-)Bett, Ausklapptisch, Spiegel, Kommode, Temperaturkontrolle und Licht ausgestattet. Man kann sich das Ganze wie einen schalldichten Mini-Wohnwagen ohne Räder vorstellen.

Sleepbox innen

Foto: Sleepbox

Sleepbox wird innerhalb der nächsten Wochen hinter dem Security-Check in Terminal A des Washington Dulles Airport 16 dieser stylischen Schlafschachteln aufstellen, die man über eine App stundenweise mieten kann. Für sein Konzept erhielt Co-Gründer und Geschäftsführer Michail Krymow soeben den "Phocuswright Conference Award" für die beste Reise-Innovation.

Schwerpunkte Airports und Stadtzentren

In Europa gab es erste Testversuche, die Preise lagen zwischen 95 bis 160 Euro pro Nacht. Strategisch will man sich auf Städte und Flughäfen konzentrieren. Das Stadthotel-Konzept richtet sich laut Krymow an "Stadtentdecker", also diejenigen, die eine Stadt nicht allzu lange durchstreifen und rasch weiter wollen. Wie im Flughafen werden dabei keine neu zu bauenden Immobilien benötigt. Krymow setzt auf das Umfunktionieren von bereits existierender Bürofläche, in die neben den Boxen auch schicke Nasszellen, eine 24-Stunden-Rezeption und ein platzsparender, aber top-moderner Gemeinschaftsraum eingefügt wird. Potenziellen Franchise-Nehmern macht er sein Konzept damit schmackhaft, dass zur Einrichtung eines Sleepbox-Hotels nur zehn Prozent der Kosten für den Bau eines traditionellen Hotels anfallen.

„So kann auf 800 Quadratmetern Bürofläche ein Hotel mit 50 Räumen geschaffen werden, das Ganze für unter 900.000 Euro Kosten und Fertigstellung in weniger als einem halben Jahr“, versichert Krymow laut dem Fachportal „Travel Weekly“. Er möchte sein Konzept im Franchise-System verbreiten. Die Tagesrate für eine Übernachtung soll bei rund 90 Euro liegen, mit Ausnahme der Box mit Doppelbett für Paare.

Die Eröffnung des ersten Sleepbox-Stadthotels ist in Boston geplant.

Andreas Förster

 

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