04. Februar 2019 – 14:47
Tourismusorganisation schlägt wegen Job-Risiken durch Brexit Alarm
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Foto: iStock/robertiez

Das World Travel & Tourims Council (WTTC), eine weltweite private Tourismusorganisation, deren 150 Mitglieder sich überwiegend aus großen Touristikunternehmen zusammensetzen, hat vor den möglichen Folgen eines ungeordneten Brexits für den britischen und den europäischen Arbeitsmarkt gewarnt. Basierend auf Berechnungen des Internationalen Währungsfonds, nach denen ein "No-Deal"-Brexit die britische Wirtschaft um 7,7 Prozent schrumpfen ließe, könnten im Laufe des nächsten Jahrzehnts rund 300.000 Tourismusjobs in Großbritannien und 400.000 in Europa auf dem Spiel stehen.

Das WTTC fordert die Verhandlungspartner auf, auch nach dem Brexit Sorge dafür zu tragen, dass die Luftfahrt weiterhin ungehindert vonstattengehen kann, dass weiterhin Freizügigkeit für die Beschäftigten im Tourismus herrscht und dass kein Visumszwang eingeführt wird. Außerdem solle die Zusammenarbeit in Sachen Sicherheit fortgesetzt und "harte" Grenzen mit aufwändigen Kontrollen vermieden werden, um die negativen Auswirkungen des Brexits auf die Reiseströme und die betroffenen Ökonomien so gering wie möglich zu halten.  

Sieben Monate Zeit für Airlines

Unterdessen hat die EU durchblicken lassen, dass sie Fluggesellschaften eine siebenmonatige Frist einräumen will, in der diese ihre Gesellschafterstruktur so regeln können, dass sie weiterhin die vollen Flugrechte im EU-Raum erhalten. Dafür müssen sie sich mehrheitlich im EU-Besitz befinden. Die Frist würde mit dem Austritt der Briten aus der EU beginnen, der planmäßig für den 29. März vorgesehen ist. Airlines wie die britisch-spanische IAG, aber auch Ryanair, Easyjet sowie die Fluggesellschaften von Tui und Thomas Cook müssten binnen zwei Wochen nach dem Austrittsdatum detaillierte Pläne vorlegen, wie sie die mehrheitliche EU-Eigentümerschaft erreichen wollten. Vor den größten Problemen dürfte dabei nach Einschätzung der "Financial Times" IAG stehen. Deren Gesellschafter stammen nach verschiedenen Schätzungen bisher nur zu einem Viertel aus der EU.

Während einige EU-Staaten, darunter Frankreich, Spanien, Finnland und Polen, großzügigere Regelungen für den Flugverkehr befürworteten, um die Auswirkungen in Grenzen zu halten, drängt die EU-Kommission zu einer strikten Anwendung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Sie fürchtet, jedes Entgegenkommen gegenüber den Briten würde ihre Verhandlungsposition schwächen.

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