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12. Mai 2018 – 22:08
Thomas-Cook-Airline-Chef glaubt an weiteres Wachstum
debuschristoph
Christoph Debus – Foto: Thomas Cook

Die Airline-Industrie ist in ihrer Einschätzung zu den eigenen Zukunftsperspektiven gespalten. Nachdem Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Rande der Hauptversammlung des Konzerns vergangene Woche gewarnt hatte, die Luftfahrt stoße allmählich an Wachstumsgrenzen, und zugleich eine „Stabilisierung“ der zuletzt stark gesunkenen Ticketpreise prognostizierte, widersprach Christoph Debus, der Chef der Flugsparte von Thomas Cook, dieser Prognose im Interview mit dem „Spiegel“ vehement. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Luftverkehr stets stärker gewachsen als das Bruttosozialprodukt, argumentiert der Airline-Manager. Er gehe davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetze.

Während Debus die Wachstumsperspektiven deutlich optimistischer beurteilt als Spohr, ist er in Sachen Preisbildung aus Sicht der Airlines skeptischer. Da in der Branche nach wie vor Überkapazitäten herrschten und das Angebot an touristischen Flugrouten allein in Deutschland in diesem Sommer gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent gestiegen sei, sehe er wenig Spielraum für Preiserhöhungen, sagte er dem Magazin. „Wo Wettbewerb herrscht“, so Debus, „wird der Konkurrenzdruck weiterhin dazu führen, dass die Preise erst einmal niedrig bleiben“.

Gemeinsam ist beiden Airline-Chefs dagegen der Wunsch nach einer weiteren Konsolidierung des Airline-Marktes, wenngleich sie möglicherweise darin uneins sind, wer davon am stärksten profitieren könnte. Spohr will bekanntlich seine Low-Cost-Marke Eurowings als Plattform für weiteres Wachstum nutzen und dort die Stückkosten senken. Auch die Thomas Cook Airlines drehen kräftig an der Kostenschraube, vor allem durch die Gründung neuer Gesellschaften wie zuletzt Thomas Cook Balearics oder der Übernahme von Airberlin Aviation. Auf diese Weise lassen sich die Tarifbedingungen der Kerngesellschaft umgehen. Debus hofft, dass sich in Europa die Entwicklung des US-Flugmarktes wiederholt, wo sich vier große Fluglinien 80 Prozent des Marktes teilen. Das würde der notorisch margenschwachen Airline-Industrie helfen, zu gesunden, vermutet er.

 

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