09. November 2018 – 13:50
So verbreitet sind Englisch-Kenntnisse in wichtigen Reiseländern
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Englisch-Kenntnisse in Europa – Orange: Sehr gering, Gelb: Gering, Grün: Mittel, Blaugrün: Gut, Blau: Sehr gut – Abb.: EF

Zwar seien die Fähigkeiten in Europa insgesamt am besten, aber in wichtigen Reiseländern wie Spanien, Italien und Frankreich herrschten Defizite, heißt es im aktuellen "EF English Proficiency Index". Besonders schwach sei diesbezüglich die Türkei. Eine starke Verbesserung sei in Südafrika und Ägypten festzustellen. China und Japan verharrten dagegen auf niedrigem Niveau, in Lateinamerika nehme die Sprachkompetenz sogar ab.

In der Touristik sind Englisch-Kenntnisse elementar. Da weltweit die Zahl der Reisenden zunimmt, die sich neben ihrer Muttersprache auch in Englisch verständigen können, ist der Erwerb von Sprachkenntnissen durch die Mitarbeiter touristischer Leistungsträger und Dienstleister ein zentrales Erfolgskriterium. Die internationale Sprachschulorganisation EF hat mit dem "EF English Proficiency Index" auf der Basis von 1,3 Millionen Englisch-Tests absolviert die weltweite Entwicklung der Englisch-Kenntnisse unter die Lupe genommen und ist dabei zu einigen interessanten Ergebnissen gelangt.

Europa mit regionalen Unterschieden

Insgesamt, so stellen die Autoren der Studie fest, habe sich das Englisch-Sprachniveau weltweit verbessert. Der weltweite Trend deute zudem darauf hin, dass sich diese Verbesserungen fortsetzen. In Europa seien die Fähigkeiten weltweit am höchsten, allerdings verlaufe die Lernkurve regional sehr unterschiedlich. So wiesen mit Spanien, Italien und Frankreich drei wichtige Wirtschaftsräume – und Reiseländer – nach wie vor Defizite auf, die Länder Nordeuropas hingegen nähmen im Index sechs Plätze unter den ersten zehn ein. Nach zwei Jahren kehrt Schweden an die erste Stelle zurück und verweist die Niederlande auf den zweiten Platz. Deutschland rangiert weltweit mit insgesamt guten Kenntnissen auf Rang zehn. Als Problemkind entpuppt sich dagegen die Türkei, die unter 88 Nationen nur auf Platz 73 landet.

Afrika holt auf

In Afrika habe sich das Sprachniveau am stärksten verbessert. Von allen Ländern der Welt ist dem Index zufolge Südafrika das Land mit der stärksten Steigerung des Englisch-Sprachniveaus, und auch Ägypten habe sich deutlich gesteigert. In Asien hingegen habe sich die Englisch-Kompetenz trotz hoher Investitionen nicht verbessert. Eine Ausnahme stelle Singapur dar, das nun weltweit den dritten Platz einnehme. China und Japan verharrten dagegen auf einer niedrigen Sprachniveaustufe. Und in Lateinamerika, so die Studie, habe das Englisch-Sprachniveau sogar abgenommen.

Frauen besser als Männer

Insgesamt sprechen nach den Erkenntnissen der Organisation Frauen besser Englisch als Männer und der Unterschied zwischen den Geschlechtern sei zuletzt sogar größer geworden. Schülerinnen seien motivierter und eher bereit, selbst Fehler zu machen. In beruflicher Hinsicht hätten Manager ein besseres Englisch-Verständnis als Mitarbeiter unterer Hierarchie-Ebenen, aber auch als die oberen Führungskräfte. Diese Erkenntnis gelte für die große Mehrheit von Branchen und Ländern. Manager interagierten stärker mit ausländischen Kollegen und Kunden als andere Mitarbeiter und hätten deshalb mehr Übung mit der englischen Sprache. Außerdem werde häufiger jemand, der Englischfähigkeiten besitzt, häufiger in eine Manager-Position befördert. Auf der anderen Seite seien Führungskräfte oft bereits älter und in einem Geschäftsklima groß geworden, in dem Englischkenntnisse noch nicht so großen Wert einnahmen.

Christian Schmicke

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