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25. Mai 2018 – 17:10
Schule schwänzen, um Flugkosten zu sparen? So bewerten das die Deutschen

Das Thema war in den vergangenen Tagen Ausgangspunkt für viele Diskussionen: Vor Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an bayerischen Flughäfen gezielt Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter kontrolliert, um dagegen vorzugehen, dass die Eltern den Ferienbeginn eigenmächtig vorverlegen, um auf diese Weise bei den Flugtarifen eine Menge Geld zu sparen. Allein in Nürnberg und Memmingen waren ihr dabei mehr als 20 Familien ins Netz gegangen, deren Kinder in der Schule unentschuldigt fehlten. Polizei und Lehrerverbände rechtfertigten die Aktion als notwendiges Warnsignal gegen ein immer weiter um sich greifendes Phänomen, während auf der anderen Seite zahlreiche Kommentatoren fragten, ob unsere Sicherheitsbehörden denn keine wichtigen Aufgaben zu erledigen hätten, als ein paar Kinder vom unberechtigten Fernbleiben vom Unterricht abzuhalten. Tatsache ist: Sich der Schulpflicht zu entziehen ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern belegt werden kann. Und: Auf Verlangen der Schulen hätten die Familien ihre Reise abbrechen und die Kinder in die Schule bringen müssen.

Die Mehrheit findet's gar nicht gut. Der Vermittler und Betreiber von Airport-Parkplätzen Holiday Extras hat nun eine Umfrage durchgeführt, um zu ermitteln, wie die Bundesbürger das Blaumachen zu Gunsten der Urlaubskasse beurteilen. Befragt wurden dabei knapp 1.000 Zeitgenossen. Fast jeder Neunte gab demnach an, die Kinder schon mal früher aus der Schule genommen zu haben, um von günstigeren Preisen zu profitieren. Knapp 50 Prozent der Befragten erklärten allerdings, sie hielten den eigenmächtige Frühstart in den Urlaub für unmoralisch und würden das selbst nicht tun. Die verbleibenden 42 Prozent betrachten das Thema laut Holiday Extras neutral und gaben an, sie hätten sich in der Vergangenheit kaum Gedanken über diese Möglichkeit gemacht.

Junge und Männer sehen die Sache locker. Männer zeigen nach Erkenntnissen der Befragung eine höhere Bereitschaft, den Nachwuchs für günstigere Ferien auch mal schwänzen zu lassen. Etwa elf Prozent taten dies in der Vergangenheit bereits. 43 Prozent sprachen sich dagegen aus. Bei den Frauen tendierten nur etwa sechs Prozent zum Schwänzen – fast 56 Prozent sind dagegen. Jüngere Menschen zeigen diesbezüglich offenbar weniger Skrupel als ältere. Mit mehr als zwölf Prozent ist die Bereitschaft, die Kinder früher aus dem Unterricht zu nehmen, bei den Befragten von 35 bis 44 am ausgeprägtesten. Am niedrigsten ist sie mit 5,5 Prozent bei den Umfrageteilnehmern zwischen 55 und 64 Jahren. Aber die haben in der Regel auch keine schulpflichtigen Kinder mehr.

 

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