30. November 2018 – 16:02
Rundruf: Ist der Verkauf von Ancillaries für Reisebüros ein Mehrwert?

Die Airlines machen es schon lange vor und auch bei den Veranstaltern geht der Trend zu den Zusatzverkäufen. Wir wollten diesmal wissen, ob das Verkaufen von Wunschzimmern, Late-Check-out oder die Liegen am Pool relevant ist im Kundengespräch oder eher nervig. Ein Rundruf von Reise vor9:

“So wie es Tuifly oder Condor handhaben geht gar nicht“

Charly JungCharly Jung, Heuchelheimer Reisewelt
Das mit den Zusatzleistungen wäre prinzipiell okay, wenn es die Veranstalter zumindest wie Thomas Cook handhaben würden. Da bekommt man die Arbeit wenigstens noch verprovisioniert.

Ich bin für Auswahl und Vielfalt zu haben, will aber trotzdem keine Liegen reservieren. Denn wenn das so weitergeht, dann servieren wir demnächst auch noch höchstpersönlich unseren Kunden im Urlaubsort den Kaffee am Bett. Und so wie es Tuifly oder die Condor handhaben, ganz ohne Provisionen, das geht gar nicht.

"Weniger Auswahl ist manchmal mehr"

Nadja Bieber, Hösbacher Reiseatelier
Ich finde, der höhere Beratungsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag beziehungsweise der Provision. Ich werde Zusatzleistungen nicht aktiv anbieten, da sich daraus zwangsweise Rückfragen ergeben. Mancher Kunde ist verunsichert und fühlt sich unter Druck gesetzt, spezielle Wünsche äußern zu müssen, um seine Reise optimaler zu gestalten.

Wenn ein Kunde Wiederholer in einem Hotel ist, die Anlage kennt und mich aktiv auf mögliche Zusatzleistungen anspricht, werde ich – wie auch schon in der Vergangenheit – diese Wünsche gerne versuchen umzusetzen. Künftig wohl gegen Aufpreis, was bisher eine kostenlose Serviceleistung war.

“Weitere Extras passen einfach nicht mehr ins zu Ende gehende Gespräch“

Claus Binder, Reisebüro Binder in Grafing
Rund um die Flugbuchung gehört das alltäglich am Counter dazu: Sitzplätze reservieren, zusätzliches Gepäck anmelden und Hilfe bei Visa, Esta und mehr.

Jedoch bei Pauschalreisen, nach einem kräfteraubenden Beratungsmarathon inklusive ausführlicher Versicherungsinformationen passen weitere Extras einfach nicht mehr ins zu Ende gehende Gespräch. Gefühlt ist das wie “noch etwas aufschwatzen”. An den Erfolgsmeldungen in Sachen Zusatzverkäufe der Veranstalter und Airlines habe ich so meine Zweifel.

“Es ist eine Mehrbelastung ohne Provision“

Birgit Schweizer, Reisebüro Schweizer Waldenbuch
XL-Sitze werden bei Sicht, wenn der Kunde größer ist oder mehr Gewicht hat, immer gefragt, sonst werden Sitzplätze gegen Gebühr von den Reiseveranstaltern angeboten, oder bei Fernflügen.

Es ist eine Mehrbelastung ohne Provision, die aber uns als Reisebüro noch auszeichnet, unsere Kunde schätzen dies und wandern deshalb nicht ins Internet ab.

 

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