06. Februar 2019 – 15:39
Reiselust der Deutschen auf Rekordniveau

Rund zwei Drittel waren im vergangenen Jahr im Urlaub verreist, das sind enorme vier Prozent mehr als 2018. Allerdings fuhren sie im Schnitt nicht mehr ganz so lang weg, wie im Vorjahr. Statt 13 Tage waren sie nur 12,7 Tage unterwegs. Das geht aus 35. Deutschen Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor.

Ein Ende der Reiselust sei nicht in Sicht, teilte die Stiftung mit. Fast jeder zweite Deutsche ist sich schon jetzt sicher, in diesem Jahr zu verreisen und etwa jeder achte plant sogar zwei oder mehr Urlaube, heißt es in der Studie. Im Gegensatz dazu sagen lediglich 17 Prozent der Bürger, dass sie 2019 nicht in den Urlaub fahren werden. Konstant ist zudem die Zahl der noch Unentschlossenen (38%), von denen erfahrungsgemäß etwa ein Drittel im Laufe des Jahres doch noch verreisen wird.

Zugenommen habe die Reiseintensität in jeder Altersgruppe, am stärksten jedoch in der Generation über 55 Jahren (51 % zu 56 %) und ganz speziell innerhalb der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen. Verreiste 2017 nur jeder Zweite von ihnen (50 %), waren es 2018 bereits mehr als 60 Prozent.

Senioren werden wichtiger

Diese Entwicklung hat auch Folgen für die Reiseindustrie. "Eine Revolution auf leisen Sohlen wird den Tourismus verändern", ist Professor Dr. Ulrich Reinhardt sicher. Reiseerfahrene ältere Generationen prägten schon heute das Bild vieler Hotels, Strände und Innenstädte, so der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen weiter. Sie bildeten die Mehrheit der Bundesbürger, hätten Zeit, Geld und wollten die Welt kennenlernen. "Wer ohne die Senioren plant, plant an der Zukunft vorbei."

Der rundum positive Trend ist jedoch durch den leichten Rückgang der Reisedauer gedämpft. Verantwortlich hierfür sei der Rückgang der Fernreisen im Vergleich zum Vorjahr, die traditionell mit mehr als zweieinhalb Wochen (18 Tage) viel Zeit in Anspruch nehmen. In Deutschland verweilten die Urlauber im Durchschnitt 10,3 Tage am Ferienort, wogegen der Urlaub im europäischen Ausland durchschnittlich knapp drei Tage länger dauerte (13 Tage).

Deutschland ist beliebtestes Reiseziel

Deutschland ist mit 34 Prozent nach wie vor das beliebteste Reiseziel der Deutschen, auch wenn ein leichter Rückgang (0,5 %) zu verzeichnen ist. Bei den Inlandszielen liegen erneut Mecklenburg-Vorpommern und Bayern vorne. Reinhardt: „Auch wenn weniger Bundesbürger ihren Haupturlaub in Deutschland verbrachten, war die Reisesaison eine sehr erfolgreiche. In zahlreichen Destinationen wurden Rekordergebnisse erzielt. Verantwortlich hierfür waren steigende Übernachtungszahlen von ausländischen Gästen sowie eine gute, teilweise sogar sehr gute Nebensaison.“

Bei den Auslandsreisezielen waren die europäischen Ziele die Gewinner in der Urlaubssaison 2018. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger reisten auf dem eigenen Kontinent. 2018 war Spanien mit 12,7 Prozent (13,7 % im Vorjahr) Spitzenreiter vor Italien (9,6 %) und Österreich (4,7 %). Die Balearen zogen sogar mehr Urlauber an als Griechenland und die Türkei zusammen. Fernreisen außerhalb Europas unternahm jeder achte Bundesbürger. Asien (2,8 %) liegt in der Beliebtheit knapp vor Nordamerika und Nordafrika.  

Repräsentative Untersuchung

Für die Deutsche Tourismusanalyse werden 3.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger ab 14 Jahren in persönlichen Befragungen nach ihrem Urlaubsverhalten 2018, ihren Reiseabsichten für 2019 sowie ihren Urlaubswünschen befragt.

Thomas Horsmann

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