19. Dezember 2018 – 17:34
Reisebüro-Abmahner droht mit Inkasso-Maßnahmen
tt-reisen-rita-jung-neu
Rita Jung – Foto: TT Reisen

Obwohl dem Unternehmen, das mittlerweile für mindestens 238 Abmahnungen verantwortlich zeichnet, der Wind von juristischer Seite mittlerweile mächtig ins Gesicht bläst, lässt die RS Reisen & Schlafen GmbH mit ihren Praktiken nicht locker. So flatterte Reise-vor9-Leserin Rita Jung, Inhaberin des Reisebüros Top Travel in Garching, nun eine Mahnung ins Haus. Sie sei verpflichtet, die Kosten für den von RS beauftragten Anwalt Joachim Pollack zu erstatten, heißt es in dem von RS-Geschäftsführerin Petra Wesche unterschriebenen Mahnbrief. Sollte keine Zahlung erfolgen, werde RS „kostenpflichtige Inkassomaßnahmen einleiten“. Auch andere Reisebüros berichten von angedrohten inkassomaßnahmen im Zusammenhang mit der Abmahnwelle.

Feststellungsklage läuft

Möglicherweise versucht RS Reisen & Schlafen auf diese Weise, vor einem ersten Urteil zu einer vom DRV unterstützten negativen Feststellungsklage, zu kassieren, was zu kassieren ist. Denn der Verband will dem Unternehmen unter Beteiligung mehrerer auf Wettbewerbsrecht spezialisierter Rechtsanwaltskanzleien eine missbräuchliche Abmahntätigkeit nachweisen. Wie Reise vor9 bereits berichtete, verdichten sich Anzeichen dafür, dass es sich bei dem Unternehmen nicht um eines handelt, das tatsächlich im Wettbewerb zu den abgemahnten Unternehmen steht. Das wäre aber die Voraussetzung für eine berechtigtermaßen vorgenommene Abmahnung.

Reisebüros sollten den Spieß umdrehen

Eine ganze Reihe von Kollegen habe zähneknirschend die Forderung von mehr als 1.100 Euro durch RS Reisen & Schlafen beglichen, um einer juristischen Auseinandersetzung zu entgehen, berichten Reisebüros. Davon rät der DRV eindringlich ab. Er empfiehlt Mitgliedern, die von der Abmahnwelle der RS Reisen & Schlafen GmbH betroffen sind, "dezidierte Nachweise sowohl zur aktuellen gewerblichen Tätigkeit von RS als auch zum Bestehen eines Wettbewerbsverhältnisses zwischen RS und ihnen einzufordern". Auch Reisebüroinhaberin Rita Jung will sich dem Druck nicht beugen. Sie plant, mit Hilfe ihres Anwalts eine Gegenklage für die Erstattung ihrer eigenen Anwaltskosten einzureichen.

Christian Schmicke

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Zu den Datenschutzbestimmungen ... Zustimmen