27. August 2018 – 08:00
Rätsel um Todesfälle in ägyptischem Hotel – Cook quartiert Gäste um
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Steigenberger Aqua Magic – Foto: Steigenberger

Verunsicherte Kunden, gestresste Reisebüros, Veranstalter unter Handlungsdruck, ein Hotel in Erklärungsnot – und bei all dem bleibt unklar, ob sich überhaupt etwas ereignet hat, was die Tourismusbranche auf irgendeine Art beeinflussen konnte. Klar ist bislang nur: Zwei britische Touristen, einer davon in Diensten von Thomas Cook, sind im Steigenberger Aqua Magic Hotel im ägyptischen Hurghada verstorben. Die Todesursache ist nicht abschließend geklärt.

Obwohl Todesfälle im Urlaub ein zwar tragisches, aber nicht völlig ungewöhnliches Ereignis sind machte der Tod der beiden Urlauber in britischen Medien sofort die Runde, stets unter Erwähnung der für den Fall eigentlich unerheblichen Tatsache, dass eines der beiden Todesopfer in Großbritannien in Diensten von Thomas Cook gestanden haben. Verschiedene Zeitungen berichteten zunächst, die Todesursache seien in beiden Fällen Herzinfarkte gewesen. Die ägyptischen Behörden schlossen Gewalt als Todesursache aus.

Widersprüchliche Aussagen

Die Tochter des verstorbenen Ehepaares, die sich ebenfalls in dem Hotel aufhielt, äußerte den Verdacht, ihre Eltern könnten einer Kohlenmonoxidvergiftung oder verunreinigtem Essen zum Opfer gefallen sein. Sie seien bis kurz vor ihrem Tod bei bester Gesundheit gewesen. Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser wird in britischen Medien mit den Worten zitiert, es gebe keine Hinweise auf eine Vergiftung. Thomas Cook unternehme jedoch alles, um der Sache auf den Grund zu gehen und die ägyptischen Behörden bei der Untersuchung des Vorfalls zu unterstützen. Unter anderem seien Proben von Lebensmitteln genommen worden. Die abschließenden Untersuchungen dürften etwa zehn Tage in Anspruch nehmen.

Laut britischen Tageszeitungen melden sich Gäste zu Wort, die zuvor in dem Hotel Urlaub machten und von nicht durchgebratenem Geflügelfleisch und Durchfallerkrankungen berichten. Belege für diese Geschichten gibt es allerdings nicht.

Cook quartiert Kunden um

Unterdessen entschied sich Thomas Cook, alle 300 Gäste, die der Veranstalter zu diesem Zeitpunkt in dem Hotel hatte, umzuquartieren oder auf Wunsch bei nächster Gelegenheit nach Hause zu fliegen. In einem von Geschäftsführerin Stefanie Berk unterzeichneten Schreiben, das in sozialen Netzwerken kursiert, erklärt der Konzern, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die darauf basiere, dass die Todesursache noch nicht abschließend geklärt sei und dass es Berichte über weitere Erkrankungen in dem Hotel gebe. Zudem verspricht Berk betroffenen Kunden eine Ausgleichszahlung von 250 Euro.

Eine Sprecherin des betroffenen Steigenberger Aqua Magic Hotels, wird von der Deutschen Presse-Agentur mit der Aussage zitiert, bei der Ausquartierung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Nicht alle Gäste hätten sich entschieden, das Hotel zu verlassen. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des britischen Ehepaars. Andere deutsche Veranstalter, von denen sich ebenfalls Gäste in dem Hotel befinden, haben bislang keine konkreten Maßnahmen getroffen. Sie verfolgten die Entwicklung vor Ort aber mit Hilfe eigener Mitarbeiter intensiv und würden im Fall weiterer Erkenntnisse eine Neubewertung vornehmen, heißt es.

Christian Schmicke

 

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