23. Januar 2019 – 14:55
QTA-Chef drängt Veranstalter zu klarer Position gegen Rückvergüter
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Thomas Bösl – Foto. RTK

Vergangene Woche ging Michael Buller, Vorstand des Verbandes Internet Reisevertrieb, wieder einmal gegen die Rückvergütungspraxis in der Branche auf die Barrikaden. Anlass waren Gutscheine des Vergleichsportals Check24 mit einem Rabatt in der respektablen Höhe von 250 Euro. Mit solchen Rabatten lasse sich nichts verdienen, erklärte der VIR-Chef. Check24 versuche lediglich, damit Nutzer auf seine Seiten zu locken, um mit ihnen in profitableren Sparten, wie etwa Versicherungen oder Stromanbietern, Geld zu verdienen.

Nun meldet sich auch Thomas Bösl, Sprecher der Kooperationsallianz QTA, zu dem Thema zu Wort. Bislang habe die Branche gemeinsam versucht, Rückvergütungen als massive Fehlentwicklung einzuschränken, sagt er. „Da kann es nicht sein, dass derzeit fast alle Reiseveranstalter die Füße stillhalten, wenn im großen Stil mit massiven Preisaktionen geworben wird“, kritisiert Bösl. "Auf der einen Seite werden die Rahmenbedingungen für den stationären Vertrieb verschärft, Provisionsmodelle sowie Verträge verkompliziert und der Mehraufwand nur in homöopathischen Dosen abgedeckt. Auf der anderen Seite wird tatenlos hingenommen, wenn Kunden mit völlig unwirtschaftlichen Gutschein-Angeboten gelockt werden.“

Bösl will Veranstaltern Druck machen

Gerade im Onlinebereich trete das Versprechen "Wir können es billiger" immer massiver in den Mittelpunkt. "Wir stehen zu unseren Veranstalter-Partnern, werden es aber nicht hinnehmen, wenn auf Kosten dieser Loyalität unsere Bedeutung am Markt abnimmt", kündigt Bösl an. "Reiseveranstalter, die ihren Verkauf mit Unterstützung wirtschaftlich unsinniger Rückvergütungsaktionen ankurbeln wollen, müssen damit rechnen, künftig von Reisebüros gemieden zu werden. Wir lassen uns nicht länger durch derartige Preisaktionen unter Druck setzen."

Fataler Kreislauf

Gutschein- und Rückvergütungsaktionen seien nicht nur als ein "fatales Zeichen für den Kunden". Vielmehr würden Reiseveranstalter am eigenen Ast sägen, auf dem sie säßen, so Bösl: "Wer Produkte für massive Rabattaktionen zur Verfügung stellt, verliert nicht nur jegliche Akzeptanz bei Reisebüros, sondern bekommt aufgrund von sehr einseitiger Klumpenbildung am Ende auch noch die Rechnung präsentiert." Insbesondere die großen Onliner erhielten durch steigende Umsätze und wachsende Marktanteile höhere Provisionen. Reisebüros würden demgegenüber auf Basis von Einzelagenturverträgen eingestuft. Dies sei ein Kreislauf, den es zu durchbrechen gelte, um sich am Markt wieder auf Augenhöhe begegnen zu können.

Bösl will das Thema "künftig bei Einkaufsgesprächen mit Reiseveranstaltern ganz oben aufhängen". Insbesondere solle die unverhältnismäßig starke Bindung des stationären Vertriebs an starre Geschäftsregeln aufgebrochen und auf mehr Provisionsgerechtigkeit hingearbeitet werden, fordert er.

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