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28. Mai 2018 – 15:14
Nipah-Virus-Ausbruch in Indien ist laut WHO eine ernste Bedrohung

Bei einem Nipah-Ausbruch im südindischen Bundesstaat Kerala sind mindestens 14 Menschen gestorben, zwei weitere Fälle wurden bestätigt. Das haben die örtlichen Behörden am Montag bekannt gegeben. Das Zentrum des Ausbruchs ist der Kozhikode Distrikt im nördlichen Kerala. Die meisten Todesfälle wurden vom Kozhikode Medical College gemeldet, wo die ersten Patienten eingeliefert worden waren.

Das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Kerala forderte die Nachbarstaaten Bihar, Sikkim, Karnataka, Goa und Maharashtra auf, besondere Vorsicht walten zu lassen. Vom Verzehr von rohen Säften oder angebissenen Früchten werde dringend abgeraten. Auch das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf empfiehlt, in der betroffenen Region keine ungewaschenen Baumfrüchte zu verzehren.

Überträger des Nipah-Virus sind zumeist Fruchtfledermäuse, aber auch bei Schweinen wurde das Virus schon nachgewiesen. Sobald die Tiere Früchte anknabbern, die vom Menschen gegessen oder weiterverarbeitet werden, kommt das Virus in Umlauf und kann sich anschließend über Tröpfcheninfektion auch von Mensch zu Mensch weiterverbreiten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt in einer Mitteilung vor der Virus-Krankheit, für die es bislang weder Impf- noch Heilmittel gibt. Bei dem Nipah-Virus (NiV) handele es sich um einen der acht gefährlichsten Erreger der Welt. Die grippeähnlichen Symptome reichen von hohem Fieber mit starken Kopfschmerzen und Erbrechen über Atemwegsbeschwerden bis zu einer Hirnhautentzündung. Die Sterberate liegt laut WHO bei etwa 70 Prozent. Potenziell könne sich das Virus zu einer Epidemie globalen Ausmaßes ausweiten. Es müsse dringend mehr Geld in die Forschung sowie die Entwicklung von Heil- und Impfstoffen investiert werden, so die WHO.

Bislang beschränkte sich die Ausbreitung des Erregers, der 1998 im Ort Kampung Teluk Nipah auf der malaysischen Insel Pangkor das erste Mal nachgewiesen wurde, auf Südostasien. Seit 1998 gab es mehrere Ausbrüche in Malaysia, Singapur, Bangladesch und im indischen Bundesstaat Westbengalen. Der jüngste Ausbruch in Indien stellt für Reisende nach Ansicht des Auswärtigen Amtes bislang noch kein sehr großes  Rsisko dar. "Infektionsmedizinisch und epidemiologisch gibt es zurzeit weder für Reisende noch für  Langzeitaufenthalte eine signifikante Gefährdung", heißt es in den aktualisierten medizinischen Hinweisen der Behörde für Indien.

 

AF

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