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16. Juli 2018 – 16:55
Kanada top, Myanmar Flop – wie Studiosus-Kunden die Welt einteilen
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Peter-Mario Kubsch – Foto: Studiosus

Wenn Studiosus-Chef Peter-Mario Kubsch über Fernreisetrends spricht, liefern seine Ausführungen stets ein ziemlich genaues Abbild der politischen Großwetterlage. Sorgt ein Land für positive Schlagzeilen, dann läuft es auch als Reiseziel bei seinen Gästen. Macht es durch innen- oder außenpolitische Spannungen von sich reden, dann spürt der Studienreisespezialist das unmittelbar an der Nachfrage.

Darin unterscheidet sich Kubschs Klientel deutlich von Badeurlaubern, für die die Schlagzeilen schon ziemlich verheerend sein müssen, um sie von Reisen in ein Land abzuhalten – so lange der Preis stimmt. Was allerdings nicht bedeutet, dass letzterer nicht auch die Studiosus-Kundschaft beeinflusst. Denn bei Reisepreisen von oft mehreren tausend Euro, geradre bei Fernreisen, sind ein paar Prozent mehr oder weniger schon eine hübsche Summe.

Günstigere Preise für Lateinamerika und VAE

Das Preisargument ist es denn auch, was Kubsch im Hinblick auf Südamerika optimistisch stimmt. Der südliche Teil des amerikanischen Kontinents liege dieses Jahr gut im Rennen und werde auch 2019 angesichts um rund drei Prozent günstigerer Preise infolge der Wechselkurse beliebt bleiben, prognostiziert er. Dasselbe gelte für die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Kehrseite der Medaille bekommen derzeit das südliche Afrika und auch Australien und Neuseeland zu spüren. Kräftig gestiegene Preise halten so manchen Studiosus-Gast ab.

Trump-Effekt und Iran-Müdigkeit

Überwiegend politisch motiviert sei dagegen die Zurückhaltung bei USA-Reisen, vermutet der Studiosus-Chef. Für den berüchtigten Trump-Effekt spreche auch, dass das Nachbarland Kanada trotz zum Teil deftiger Preise in diesem Jahr zu den Gewinnern gehöre. Schließlich präsentiere sich dessen Präsident Justin Trudeau als eine Art Anti-Trump, und das offenbar erfolgreich.

Die politische Lage sieht Kubsch auch beim Shooting-Star der vergangenen Jahre, Iran, als Grund für sinkende Gästezahlen in diesem Jahr. In noch stärkerem Umfang gelte dies für Myanmar, wo Hiobsbotschaften über den Umgang mit Minderheiten die Besucherzahl bei Studiosus um zwei Drittel schrumpfen ließen. China hingegen befindet sich auf der Gewinnerstraße. Angesichts um drei Prozent günstigerer Preise und des freundlicheren Umgangs zwischen Europa und dem bevölkerungsreichsten Land werde sich dieser Trend auch 2019 fortsetzen, vermutet Kubsch.

Mühsame Rückkehr für Nordafrika

Langsam wieder bergauf geht es auch mit den nordafrikanischen Ländern. So liegt Marokko beim Studienreisespezialisten um 50 Prozent im Plus, und auch die Nachfrage für Reisen nach Tunesien und Ägypten berappelt sich. Allerdings sei das Land am Nil mit rund 600 Studiosus-Gästen in diesem Jahr noch weit von den „guten“ Zeiten entfernt, in denen bis zu 4.500 Reisende das Land erkundeten. Aber immerhin: "Die islamische Welt ist als Rundreiseziel wieder im Kommen", resümiert Kubsch.

Christian Schmicke

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