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25. Mai 2018 – 13:44
Investitionen in Expeditionsschiffe wachsen rasant
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"Hanseatic Nature" und "Inspiration" – Foto: Hapag-Lloyd Cruises

Im Vergleich zum Massengeschäft mit Megalinern ist das Segment noch winzig. Doch seine Wachstumsdynamik ist durchaus beeindruckend. Laut einer Marktanalyse des Fachportals “Cruise Industry News“ stehen bis 2022 28 neue Expeditiosschiffe in den Einkaufsbüchern der Reedereien. Vier davon sollen noch in diesem Jahr mit Gästen in See stechen. Den Anfang macht im Juni die „Le Laperouse“ der Reederei Ponant, zu den weiteren Neuzugängen zählt die „World Explorer“ der Reederei Mystic Cruises, die abwechselnd von Quark Expeditions und Nicko Cruises vermarktet werden soll.

Für 2019 ist bereits die Indienststellung von elf neuen Schiffen geplant. In Deutschland setzt vor allem Hapag-Lloyd Cruises auf das kleine aber feine Expeditionssegment. Gerade hat das Mutterunternehmen Tui den Bau eines dritten Schiffes der Hanseatic-Klasse abgesegnet. Er soll wie die „Hanseatic Nature“ und die „Hanseatic Inspiration“, die im nächsten Jahr startklar sein sollen, über 230 Gästebetten verfügen und von 2021 an zum Einsatz kommen. Zugleich will sich Hapag-Lloyd Cruises im Expeditionsbereich von der exklusiven Vermarktung in den deutschsprachigen Ländern verabschieden und auch international auf Kundenfang gehen.

Gemein ist den Neubauten der nächsten Generation, dass sie den Markt der Expeditionskreuzfahrten grundlegend verändern. Waren die Schiffe früherer Generationen, die sich durch die Arktis oder die Antarktis kämpften, oft robuste, aber in Sachen Komfort einfache Exemplare und häufig russischer Bauart, so setzen die Nachfolger auf Luxus und Exklusivität. Das Kalkül, das dahinter steckt, ist klar. Anders als das Massensegment, das seine Auslastung bisweilen mit niedrigen Einstiegspreisen erreichen muss, kann sich die Kreuzfahrt in einzigartige, abgelegene Regionen der Welt an Bord kleiner Schiffe Preiskämpfen bislang entziehen. Zwar sind auch die Kosten hoch – so kommt bei den Hanseatic-Neubauten auf einen Passagier ein Crewmitglied und für Vorträge müssen hochkarätige Experten engagiert werden. Aber auch die Einkünfte sind verlockend. So zeigt ein Blick in aktuelle Zahlen von Tui, dass bereits die bestehende Flotte von Hapag-Lloyd Cruises mit ihren je zwei Luxus- und zwei Expeditionsschiffen durchschnittliche Tagesraten von 594 Euro erreicht. Zum Vergleich: Bei Tui Cruises, die sich immerhin als Teil des Premiumsegments verstehen, liegen die Einnahmen bei 173 Euro am Tag.

Christian Schmicke

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