09. November 2018 – 15:21
Iata-Agenturen sind sauer auf den Airline-Verband

Die Organisation hat Ende Oktober im Rahmen der Passenger Agency Conference die Regeln zur Akkreditierung von Reisebüros geändert. Nach Auffassung des Europäischen Reisebüro- und Veranstalterverbandes Ectaa untergraben die neuen Regelungen aus der Sicht des Vertriebs "den Abstimmungsprozess der Akkreditierungskriterien“ und verhindern, dass die Agenten die Möglichkeit haben, bei Streitigkeiten "eine Mediation mit Hilfe eines unabhängigen Mediators zu erreichen". Ectaa-Chef Michel de Blust droht mit Gegenmaßnahmen.

Konkret soll es nach dem Willen der Iata im Zuge der Beurteilung der Reisebüros nach finanziellen Kriterien, die auf auf nationaler oder regionaler Ebene festgelegt werden, nun "Dritten erlaubt" sein, diese Kriterien zu überprüfen und dem für den Abstimmungsprozess zuständigen Agency Programme Joint Council (APJC) Empfehlungen zu machen, sobald Iata die vorhandenen Kriterien als "mangelhaft oder unzureichend" einstuft. Dies bedeute, dass die Möglichkeiten für Agenten, die Kriterien festzulegen, massiv eingeschränkt würden und mache die dafür zuständige Gremien "größtenteils irrelevant", klagt Ectaa.

Möglichkeiten zur Mediation ausgehebelt

Zudem habe der Airline-Verband "trotz starken Widerspruchs von Seiten der Agentenvertreter und in Missachtung der eigenen Regeln" bei der Konferenz einseitig Änderungen am sogenannten TAC-Programm verabschiedet. Dieses Programm bietet Reisebüros bislang die Möglichkeit, eine Überprüfung von für sie nachteiligen Iata-Entscheidungen durch einen unabhängigen Mediator, den so genannten Travel Agency Commissioner (TAC), zu beantragen. Die von den Airlines beschlossene Neuregelung schränke "in erheblichem Maße die Möglichkeit für Agenten, eine unabhängige Mediation zu erzielen". Zudem missachte der Beschluss die Regel, dass Änderungen im TAC-Programm grundsätzlich von Airlines und Agenten gemeinsam beraten und festgelegt werden müssten, protestiert der Reisebüroverband gegen die Vorgehensweise.

Ectaa-Generalsekretär kündigt Gegenwehr an

Agentenvertreter hätten ihre "massiven Bedenken mehrfach vor der Wahl geäußert" und es sei ihnen zugesagt worden, dass ihre Bedenken gehört und berücksichtigt würden, wettert Ectaa. Trotzdem seien die Änderungen nun einseitig von den Iata-Airlines in einer geschlossenen Sitzung beschlossen worden. Das sei "ein Schlag ins Gesicht aller IATA Agenten und Reisebüros sowie Reiseveranstalter weltweit", wird Michel de Blust, Generalsekretär der ECTAA, zitiert. "Dies ist kein kooperativer Ansatz und macht die Verzerrungen der IATA Regeln zu Lasten der Agenturen beim Flugticketvertrieb deutlich. Wenn ein kooperativer Ansatz nicht möglich ist, werden wir andere Wege suchen müssen," droht der Ectaa-Chef.

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