06. Februar 2019 – 15:31
Hotelpreise in spanischen Ferienzielen im Sinkflug
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Foot: iStock/JAH

Der Preisetrend in der spanischen Hotellerie zeigt in wichtigen Urlaubezielen, wie etwa auf den Balearen und den Kanaren, deutlich nach unten. Das hat der spanische Hotellerie-Dienstleister Mirai auf der Basis der Januar-Buchungen für spanische Hotels ermittelt. Der Januar sei für die Hotellerie des Landes der wichtigsten Buchungsmonat und daher ein guter Indikator für die Preisentwicklung, erklärt das Beratungs- und Techologie-Unternehmen.

Besonders gravierend sind die Einschnitte für die Balearen, wo die Durchschnittspreise aller Buchungen für das laufende Jahr im Januar um 12,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat lagen. Aber auch Teneriffa liegt mit Preisabschlägen von fünf Prozent und Gran Canaria mit minus 3,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dagegen steigen die Tarife in den Städten weiter an – in Valencia beispielsweise um 9,3, in Madrid um 4,2 und in Barcelona um 3,6 Prozent.

Hochsaison stabil, Nebensaison mit Preisrutsch

Auffällig ist, dass der Preisverfall auf den Balearen in der Vor- und Nachsaison deutlich ausgeprägter ist als in den Ferienmonaten Juli und August. So liegen die Tarife im April um 20, im Mai und September um 18 und im Juni um 15 Prozent um 15 Prozent unter denen von 2018. Im Juli sind es dagegen nur fünf und im August drei Prozent. Auf den Kanaren ist ein besonders deutlicher Preisrückgang für den Reisemonat Mai feststellbar. Sie sinken auf Gran Canaria um zehn und auf Teneriffa sogar um 18 Prozent.

Hotelpreise Spanien MiraiGrafik: Mirai

Die Entwicklung deckt sich mit den Ergebnissen einer Umfrage von Reise vor9 unter den großen deutschen Veranstaltern. Demnach ist die Nachfrage für das Reiseland Spanien insgesamt sehr verhalten. Marktführer Tui berichtet, Spanien sei in der aktuellen Hauptbuchungsphase "etwas weniger gefragt" als im vergangenen Jahr. Manuel Morales, bei FTI für das Spanien-Geschäft verantwortlich, sagt, die Nachfrage sei "deutlich geringer" als 2017. Nils Lübbe, bei DER Touristik als Direktor für die Balearen aktiv, erklärt, die Nachfrage liege "deutlich unter den Erwartungen", während seine Kollegen für das spanische Festland und die Kanaren, Dietmar Malcherek und Jan Frankenberg, nur einen leichten Rückgang konstatieren. Einzig Thomas Cook stellt eine "deutlich gestiegene" Beliebtheit der andalusischen Ziele Cádiz und Málaga fest.

Erfolgreich nachverhandelt

Alltours-Chef Willi Verhuven sagte im Gespräch mit Reise vor9, die Verlagerung der Besucherströme in das östliche Mittelmeer habe im Winter die Kanaren besonders getroffen. Im buchungsstarken November hätten viele Gäste einen preisgünstigen Urlaub in der Türkei bei angenehmen Luft- und Wassertemperaturen bevorzugt. Die kanarischen Hoteliers hätten darauf mit Sonderangeboten reagiert, so dass dort ein Urlaub aktuell so günstig sei wie lange nicht mehr.

Sowohl auf den Kanaren als auch auf den Balearen hätten die Hoteliers ihre Frühbucherkonditionen verbessert, so dass der Spanienurlaub mittlerweile unter dem Preisniveau des Vorjahres liege. Für den weiteren Verlauf der Saison zeigt sich Verhuven daher zuversichtlich. Seine Einkäufer hätten auf der spanischen Tourismusmesse Fitur mit den Hoteliers weitere Preisreduzierungen aushandeln können, berichtet er. Hinzu komme, dass die Türkei in der Hochsaison schnell ausgebucht sein werde. Ob sich die Buchungen dann nach Spanien verlagerten, werde allerdings nicht zuletzt vom Kurzfristgeschäft abhängen.

Christian Schmicke

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