17. Oktober 2018 – 14:03
Gruppenreise-Markt bietet großes Potenzial für Reisebüros
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Guido Wiegand – Foto: Studiosus

Für rund ein Drittel der Gäste ist die Qualität das entscheidende Kriterium für die Buchung einer Gruppenreise. Daher ist der Beratungsbedarf hoch. Und das Potenzial ebenso. Denn bislang buchen zwar nur sechs Prozent ihre Gruppenreise im Internet, doch auch die Reisebüros kommen nur auf einen Anteil von 25 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse einer Analyse des Marktsegments, die Studiosus in Auftrag gegeben hat.

„Gerade für Reisebüros steckt viel Potenzial im Gruppenreise-Markt, dazu müssen aber viel stärkere Anstrengungen unternommen werden“, sagte Guido Wiegand, Mitglied der Studiosus Unternehmensleitung bei der Vorstellung einer Studie zum Gruppenreisemarkt. Das Unternehmen hatte die Marktforschungsunternehmen Rheingold Institut und K&A Brand-Research mit der Analyse beauftragt und Daten der Reiseanalyse 2018 mit herangezogen.

Der Reiseanalyse 2018 zufolge nahmen rund 2,3 Millionen Menschen an Gruppenreisen teil. Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum waren 1,6 Millionen Menschen mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Das Gesamtvolumen des Gruppenreise-Markts beträgt demnach 2,2 Milliarden Euro. Er ist stark segmentiert und reicht von klassischen Busreisen über Vereins- und Leserreisen bis zu Studien- und Erlebnisreisen. Gebucht werden Gruppenreisen nur zu sechs Prozent im Internet. Knapp ein Drittel der Kunden wendet sich direkt an einen Veranstalter, ein Viertel an ein Busunternehmen und etwas mehr als ein Viertel geht zum Reisebüro. Bei der Buchung ist für über die Hälfte der Preis ein wichtiges Kriterium, für rund ein Drittel ist die Qualität entscheidend.

Homogene Zusammensetzung der Gruppe

Für den Erfolg einer Gruppenreise sei die homogene Zusammensetzung der Gruppe entscheidend, sagt Wiegand. Nur dann werde sie ein Erlebnis und könne ihr Potenzial voll ausschöpfen. „Ein guter Taucher möchte mit einem guten Taucher unterwegs sein“, erläutert der Studiosus-Vertriebschef. Ein zentraler Punkt sei neben persönlichen Interessen auch der Lebensabschnitt, in dem sich die Teilnehmer befänden. Dazu ergaben sich bei der Analyse drei Gruppen. Die 20- bis 35-Jährigen, die unbedarft möglichst viel erleben und sich ausprobieren wollen. Die 35- bis 55-Jährigen, die genau wissen, was sie noch alles sehen wollen. Und die über 50-Jährigen, die Weiße Flecken bereisen und bei denen Geld keine große Rolle spielt.

Zentrales Motiv für eine Gruppenreise sei das Bedürfnis, Gefühle und Erlebnisse mit anderen zu teilen, stellt Wiegand fest. Es gehe darum, interessante Menschen kennenzulernen und gemeinsam mit anderen etwas zu erleben. „Die Gruppe schützt und belebt zugleicht. Dort kommt man ins Gespräch mit netten Leuten und erhält neue Perspektiven. Das macht Spaß, das ist das Salz in der Suppe“, fasst Wiegand wichtige Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Hinzu komme, dass die geplante Route einen entlastenden Rahmen bilde, der helfe, sich komfortabel und entspannt zu fühlen. Klar, dass dem Reiseleiter eine besonders wichtige Rolle zukommt. Er muss die Gruppe auf Kurs halten, Wissen vermitteln und Konflikt innerhalb der Gruppe lösen.

Ideale Gruppengröße

Spannend ist noch die Frage der idealen Gruppengröße, zu der die Analyse ebenfalls Auskunft gibt. Die Hälfte der Menschen, die schon einmal eine Gruppenreise gemacht haben, wollen eine Gruppe mit 20 bis 39 Teilnehmern. Ein Viertel der Befragten hält eine Größe von 20 bis 24 Mitreisenden für besonders attraktiv. Ein weiteres Viertel möchte lieber kleinere Gruppen mit fünf bis 14 Teilnehmern – dazu zählen auch die Menschen, die noch nie eine Gruppenreise gemacht haben. Die erfahrenen Gruppenreisenden halten hingegen eher größere Gruppen für optimal.  

Thomas Horsmann

 

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