15. Januar 2019 – 13:43
Germania-Chef schließt Verkauf seiner Airline aus
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Foto. iStock/GordZam

Zwar hat sich Germania durch erste Finanzspritzen offenbar ein wenig Luft verschaffen können. Vor grundlegenden Problemen steht die Airline von Karsten Balke gleichwohl. Nun hat der Airline-Eigentümer und Geschäftsführer in einem Interview mit der "Münsterschen Zeitung" erstmals den konkreten Finanzbedarf für die traditionelle verlustreichen Wintermonate beziffert. Dieser betrage rund 15 Millionen Euro und resultiere im Wesentlichen aus erhöhten Sicherungsanforderungen der Vertragspartner aufgrund des schlechten Jahresergebnisses, das die Airline 2018 einfuhr. Das beeinträchtige aber "in keiner Weise den Flugbetrieb".

Forderungen des Ex-Gesellschafters gerichtlich abgewiesen

Am Wochenende hatte der "Spiegel" berichtet, der Sohn des Firmengründers und ehemalige Gesellschafter Erik Bischoff fordere von dem Unternehmen 40 Millionen Euro. Dazu sagt Balke, Bischoff habe 2015 aus eigenen Stücken seine Beteiligung an der SAT Fluggesellschaft aufgekündigt, die damals in der Germania aufging. Man habe ihm von Anfang an einen angemessenen Betrag zur Abfindung seiner Anteile geboten und entsprechende Rückstellungen gebildet. Das Amtsgericht Cottbus habe geurteilt, dass Bischoff, der das Angebot abgelehnt hatte, über die ihm angebotenen 9,5 Millionen Euro hinaus keine weitere Abfindung zustehe.

Kein Verkauf

Hinsichtlich der Zukunft ist Balke bemüht, Optimismus zu streuen. Gegenüber der "Münsterschen Zeitung" schloss er einen verkauf seiner Airline aus. Die Veränderungen im Luftverkehr in den beiden letzten Jahren stellten vielmehr eine historische Chance dar, das Geschäft nachhaltig zu erweitern. Dies rechtfertige auch die notwendigen Investitionen, die das Geschäftsergebnis und die Liquidität kurzfristig belasteten.

Kunden und Partner hielten Germania die Treue, sagt der Airline-Chef. "Alle Reiseveranstalter und Partner sind weiterhin von unserer Leistungsfähigkeit überzeugt und stehen hinter uns", glaubt Balke. "Fluggäste, Reiseveranstalter und Partner vertrauen uns."

Elf Maschinen verkauft

Unterdessen wird aus Bilanzen der Airline deutlich, dass sie einen großen Teil ihres Tafelsilbers bereits verkauft hat. So  hat der Germania-Konzern 2017 nach Auskunft des Fachportals "Airliners" fünf Boeing-737-Flugzeuge verkauft und damit die Liquidität um knapp 22 Millionen Euro gestärkt. Im ersten Quartal 2018 seien dann vier weitere Boeing-737-Flugzeuge sowie im dritten Quartal desselben Jahres zwei A321-Jets veräußert worden.

 

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