08. Februar 2019 – 14:24
Flusskreuzfahrt im Aufwind – A-Rosa Flussschiff legt weiter zu
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Mit der "Alva" startet A-Rosa Flussschiff im Mai erstmals auf dem Douro – Foto: A-Rosa

Über lange Jahre hängte der Sektor Hochseekreuzfahrten seine kleinere Schwester, die Flusskreuzfahrt, gnadenlos ab. Während es den großen US-Reedereien, international ausgerichteten Gesellschafen wie Costa und MSC und hierzulande besonders den Platzhirschen Aida Cruises, Tui Cruises und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gelang, immer mehr jüngere Gäste an Bord zu locken, haftete die Flusskreuzfahrt weiter das Image des schwimmenden Seniorenheims an. Daran konnten auch groß angelegte Versuche von Branchengrößen wie Tui, Flussreisen zu coolen Städtetrips umzupositionieren, nichts ändern. Hinzu kam ein absurder Effekt: Der Untergang der „Costa Concordia“ konnte zwar der Wachstumseuphorie im Hochseebereich nichts anhaben; bei der Flussschiff-Klientel schien aber die Besorgnis zu wachsen.

Doch spätestens seit 2017 ist auch das Flussschiff-Segment wieder auf dem Vormarsch. In dem Jahr stieg die Zahl der Passagiere um acht und der Umsatz um knapp zwölf Prozent. Und der Trend scheint sich weiter fortzusetzen. Der Kreuzfahrtverband Clia konstatierte bereits im vergangenen Jahr, dass die Millennials Flussreisen für sich entdeckt hätten. Dazu trage die Industrie mit erlebnisorientierteren Angeboten bei.

Mehr Umsatz und Gewinn

Mit A-Rosa Flussschiff hat nun die erste Reederei Zahlen für 2018 veröffentlicht. Und die deuten auf einen anhaltenden Aufschwung hin, obwohl 2018 angesichts der langanhaltenden Dürre und extrem niedriger Pegelstände in den Flüssen wahrlich kein einfaches Jahr für die Branche war. Die Reederei berichtet jedenfalls, sie habe den Umsatz auf der Basis konstanter Kapazität um sechs Prozent gesteigert, und zwar im fünften Jahr in Folge. Konkrete Zahlen nennt die Reederei nicht, allerdings sind die Umsätze des Vorjahres bekannt – sie lagen laut Bundesanzeiger bei 87 Millionen Euro, 2018 müssten sie sich also um rund 92 Millionen bewegen. Der Gewinn sei sogar um 60 Prozent gestiegen, heißt es. Sie müssten, nach 3,4 Millionen im Jahr 2017, auf rund 5,4 Millionen Euro summieren. Das ist ein beachtlicher Wert, zumal auch Konkurrent Nicko Cruises nach der Pleite im Jahr 2015 wieder zu alter Stärke im Markt zurückgefunden hat.

Publikumsverjüngung läuft

Auch bei seinem Ziel, mehr Familien an Bord der A-Rosa-Schiffe zu locken, scheint A-Rosa-Chef Jörg Eichler weitergekommen zu sein – wenn auch noch auf einem vergleichsweise bescheidenen Niveau. 2.400 Kinder hätten 2018 Urlaub an Bord der A-Rosa-Schiffe gemacht, besonders in den Oster-, Sommer- und Weihnachtsferien sei es in Sachen Familienreisen bergauf gegangen.

Auch der Buchungsstand für 2019 ist, bei anhaltender Schwäche des touristischen Gesamtmarktes, offenbar vielversprechend. Ende Januar hätten die Vorausbuchungen gegenüber dem Vorjahr mit neun Prozent im Plus gelegen, sagt Eichler. Mehr 60 Prozent des Jahresziels seien damit bereits erreicht. Ein Wert, von dem Anbieter klassischer Landurlaube nur träumen können. Da zahlt es sich wohl aus, dass die Klientel insgesamt doch nicht ganz so jung ist und gerne langfristig bucht.

Christian Schmicke

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