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13. Juni 2018 – 12:15
Eurowings kämpft mit „Wachstumsschmerzen“
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Eurowings-CEO Thorsten Dirks: Wetter, Flugsicherung, Sicherheitskontrollen und schnelles Wachstum sind Schuld an Ausfällen und Verspätungen. Foto: Eurowings

Es läuft noch nicht rund bei der Lufthansa-Tochter Eurowings. Bis Mai musste der Carrier mehr als 1.800 Flüge streichen, dazu gab es jede Menge Verspätungen. CEO Thorsten Dirks bestätigt die Zahlen zwar, aber er wehrt sich gegen die Behauptung, dass dies allein ein Eurowings-Problem sei. „Wir liegen da im Mittelfeld“, sagt Dirks, andere seien nicht besser. Die Probleme, mit denen Eurowings zu kämpfen habe, träfen alle.

Jede Woche drei Blitzeinschläge am Boden

Da sei zum einen Wettersituation. „Bis Ende Mai gab in Deutschland mehr Blitzeinschläge als im gesamten letzten Jahr“, sagt der Eurowings-Chef. Die treffen auch Flugzeuge. „Wir haben jede Woche drei Blitzeinschläge am Boden. Die Maschinen fallen dann 12 bis 16 Stunden aus, weil sie gecheckt werden müssen.“ Bei Gewitter werde zudem aus Sicherheitsgründen die Abfertigung auf den Flughäfen unterbrochen und die Flugsicherung sperre am Himmel ganze Lufträume.

Daneben gebe es derzeit ein „Riesenthema mit der Flugsicherung“ in Europa. „Die Fluglotsen in Südfrankreich streiken seit einiger Zeit immer wieder und wollen das bis Ende September fortsetzen.“ Am Wochenende gab es zudem einen Fluglotsenstreik in Italien. Dies zwinge die Fluggesellschaft zu Umwegen und führe zu Verspätungen oder Flugausfällen.

Ein weiteres Problemkind seien nach wie vor die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen in Deutschland. „In Frankfurt im Terminal A haben am Wochenende die Menschen bis auf die Straße gewartet“, sagt Dirks. In Düsseldorf habe sich die Situation ein bisschen entschärft, „wir sind aber noch lange nicht da, wo wir hinwollen“. Auch in Berlin komme es immer wieder zu langen Schlangen.

Stürmisches Wachstum erst einmal verdauen

Ganz unschuldig ist Eurowings an Verspätungen und Ausfällen aber nicht. „Wir haben Wachstumsschmerzen“, gesteht Dirks. Eurowings habe in den vergangenen sechs Monaten 3.000 Mitarbeiter eingestellt und damit die Belegschaft in etwa verdoppelt. Außerdem seien dieses Jahr weitere rund 40 Flugzeuge dazugekommen. Das müsse man jetzt „erst einmal verdauen“.

Ein Ende des Wachstums bedeute dies aber nicht. Eurowings sei eine Konsolidierungsplattform. Dirks geht davon aus, dass Brussels Airlines nicht die letzte Airline gewesen sei, die man dort integriere. „Wir erleben gerade einen Umbruch“, sagt Dirks. In Europa gebe es 160 Airlines. Hier sei weitere Konsolidierung notwendig. Über Kandidaten für Eurowings schweigt sich Dirks aus. „Jeder redet mit jedem.“

Thomas Hartung

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