15. November 2018 – 16:28
EU-Parlament stimmt für mehr Reisebüro-Pflichten im Bahnverkauf
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Foto: iStock/Milenius

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag in seiner Plenarsitzung in Straßburg über die Neufassung der Fahrgastrechteverordnung im Eisenbahnverkehr abgestimmt. Dabei ist die Mehrheit der Abgeordneten dem Votum des Verkehrs- und Tourismusausschuss gefolgt, der sich im Oktober dafür ausgesprochen hatte, Fahrkartenverkäufer verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Setzt sich die aktuelle Version der neuen Fahrgastrechteverordnung durch, dann kämen auf Reisebüros und Touristinformationen, die Zugtickets verkaufen, künftig große Belastungen, zu warnen die touristischen Verbände DRV und DTV übereinstimmend. Denn die Neufassung beinhaltet, dass Ticketverkäufer im Fall von Zugverspätungen oder -ausfällen Hilfe leisten – also etwa Mahlzeiten anbieten, über Anschlüsse informieren und für Hotelunterbringung sorgen müssten. Das ist bisher Aufgabe des Bahnunternehmens.

Betroffen sind davon in Deutschland rund 2.100 Reisebüros mit DB-Lizenz und Touristinformationen, die Bahntickets verkaufen. Der Ticketverkauf ist für Reisebüros wegen der geringen Provisionen schon heute weitgehend unrentabel  und wird von vielen Reisebüros  nur im Sinne eines umfassenden Serviceangebots betrieben. Wenn die typischerweise kleinen und mittelständischen Betriebe diese neuen Verpflichtungen übernehmen müssten, wäre dies das Aus für den Fahrkartenverkauf im Reisebüro, warnt der DRV.

Nun landet das Thema beim EU-Ministerrat für Verkehr. Dieser hat sich nach Aussage der Verbände bisher noch nicht eindeutig positioniert. Verhandlungen, die der Kompromissfindung zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission dienen, können erst beginnen, wenn der Rat eine Position vorgelegt hat. Sie starten damit voraussichtlich nicht vor Ende nächsten Jahres.

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