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16. Mai 2018 – 15:35
Ebola ist zurück in Afrika – die Reisepanik auch?

Für die Krankenhaus-Mitarbeiter im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo ist es ein Deja-vu: Sie müssen wieder Schutzkleidung tragen, wenn sie sich um Menschen mit Fieber-Symptomen kümmern. Denn das Ebola-Virus ist zurück. Zum neunten Mal seit 1976, als das Virus in der Demokratischen Republik Kongo entdeckt wurde. Das Auswärtigen Amt rät dringend von Reisen in die Provinz Équateur ab. Der Behörde zufolge gibt es bisher „32 Fälle mit typischen Ebola-Symptomen, 19 Todesfälle, 2 laborbestätigte, 12 Verdachts- und 18 wahrscheinliche Fälle“. Alle Patienten hatten hohes Fieber und starken Durchfall, zum Teil auch innere Blutungen.

Furcht vor Ausbreitung. Epizentrum des aktuellen Ausbruchs ist Bikoro, 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kinshasa. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fürchtet, dass sich die Krankheit in die Nachbarländer ausbreiten könnte. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Fluss-Systems gefährdet. Insgesamt neun Nachbarländer wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Weitere Reisewarnungen für Orte außerhalb der unmittelbar betroffenen Region hat das Auswärtige Amt nicht veröffentlicht. Aktuelle Informationen sind auf der Website zu finden.

Kenia reagiert. Einschränkungen gibt es für Reisende in Kenia: Am Flughafen von Nairobi müssen sich die Ankommende einem Ebola-Test unterziehen. Ein Body-Scanner untersucht die Körpertemperatur. Wer auf dem Landweg einreist, muss den Test ebenfalls durchlaufen. Das hat mehrere Gründe: Primär soll das Land vor einem Ebola-Einfall geschützt werden. Zum anderen zeigt man damit auch: Wir passen auf, Touristen haben nichts zu befürchten.

Traumatische Erfahrungen. Bei der letzten großen Ebola-Epidemie in Westafrika litt der gesamte Kontinent unter einem massiven Rückgang des Tourismus. 70 Prozent der Reiseveranstalter stellten damals ein rückläufiges Buchungsverhalten fest. Selbst weit entfernte, nie von der Seucche betroffene Länder wie Südafrika und Namibia erlebten einen dramatischen Rückgang des Tourismus. Konkrete Empfehlungen, wie man sich schützen kann, gab damals das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg: „Keine Kranken pflegen, keine Verstorbenen waschen und keinen direkten Kontakt zu Verstorbenen auf einem Begräbnis haben.“ Zudem warnte das Institut vor Kontakt mit Menschenaffen und Flughunden, die den Schwesternvirus von Ebola, den Marburgvirus, übertragen können.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Es wird durch Körperflüssigkeiten von Tier zu Mensch und von Mensch zu Mensch übertragen.  

AF

 

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