09. August 2018 – 17:14
Best-Reisen-Chef wertet neues Reiserecht als "dramatisch"
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Cornelius Meyer – Foto: Best Reisen

Zur Grundlage seines Urteils macht Cornelius Meyer, Vorstand der Kooperation Best Reisen, eine Umfrage, an der sich mehr als ein Drittel der 610 Best-Büros beteiligte. Demnach erwartet eine Mehrheit von 54 der Büros Prozent Umsatzrückgänge von bis zu zehn Prozent oder mehr, 28 Prozent rechnen mit Verlusten von bis zu fünf Prozent. "Gerade in der Hauptbuchungsphase, in der 70 Prozent der Umsätze gemacht werden, wird es durch die verlängerten Prozesse zu den gravierendsten Einbußen kommen", warnt Meyer. "Was als begrüßenswerter Verbraucherschutz gedacht war, entpuppt sich als dramatische wirtschaftliche Herausforderung für den Reisevertrieb." 

85 Prozent der teilnehmenden Büros schätzen die Mehrarbeit, die ihnen durch das neue Reiserecht entsteht, als groß oder sehr groß ein. Für vertretbar halten nur zwölf Prozent den zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig befürchten die Reiseverkäufer, dass es sich um mehr als nur Anfangsschwierigkeiten oder eine Gewöhnungsphase handelt. 64 Prozent rechnen damit, dass ein dauerhafter Mehraufwand entsteht, nur zehn Prozent erwarten, dass sich die Dinge einspielen.

Mehr Papierkram, längere Beratungsdauer

Als Grund für die Mehrarbeit wird von 93 Prozent der Umfrageteilnehmer das Ausdrucken der Papiere genannt, das sich nun länger hinziehe. Weitere Kritikpunkte betreffen die vorgegebenen Prozesse. Durch die Bereitstellung der vorvertraglichen Informationspflichten mittels der Formblätter dauere die Beratung länger, kritisieren 85 Prozent. Auch durch die separate Abrechnung bei Einzelleistungen würden die Buchungsprozesse in die Länge gezogen, erklären 83 Prozent. Die Angaben der Leistungsträger seien ungenau oder unvollständig, klagen 65 Prozent. Aber auch der menschliche Faktor spiele eine Rolle, sagen die Expedienten. Trotz der Formblätter verstünden viele Kunden den Sinn der neuen Regelungen nicht – dadurch komme es zu Rückfragen, die den Buchungsprozess verzögerten. In diesem Sinne äußerten sich 85 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Der Mehraufwand gehe zu Lasten der Beratung und gefährde Kundentreue und Umsatz, fürchten 62 Prozent der befragten Büros. Ihnen stehen nur zwölf Prozent optimistische Kollegen gegenüber, 24 Prozent können die Auswirkungen noch nicht einschätzen.

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