21. November 2018 – 16:56
Ameropa findet Entscheidungen von Kooperationen schwer nachvollziehbar
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Kai de Graaff – Foto: Ameropa

Nach der Streichung des Veranstalters durch mehrere Verbünde aus deren Sortiment bietet Geschäftsführer Kai de Graaff deren Einzelmitgliedern Verträge auf der Basis der Konditionen für Ketten und Kooperationen an. Gut buchende Partner würden mit dem neuen Modell eher besser als schlechter gestellt als bisher, betont er.

Nachdem mit Best Reisen, Reisecenter Alltours dem deutschen Reisering und TSS bereits vier Verbünde die Bahn-Tochter für das angelaufene Geschäftsjahr aus dem Sortiment ausgelistet haben, rechtfertigt de Graaff die Entscheidung, die Einstiegsvergütung von bislang zehn auf sieben Prozent zu kürzen. "Die Gründe einiger Ketten und Kooperationen, jetzt keine Vereinbarung mit Ameropa einzugehen, teilweise schwer nachvollziehbar", erklärt er auf Anfrage von Reise vor9. Nachverhandeln will er aber nicht. "Die entsprechenden Entscheidungen werden gleichwohl respektiert", legt sich der Firmenchef fest. Die Entscheidung von Ameropa, die Vergütung "anzupassen", sei zudem kein Einzelfall, argumentiert der Veranstalter: "Viele Reiseveranstalter bieten schon lange einstellige Einstiegsprovisionen, einige haben in den vergangenen Monaten die Umsatzschwellen für höhere Provisionsspuren spürbar angehoben."

Zehn Prozent ab 5.000 Euro Jahresumsatz

Bei dem Provisionsmodell, in dem die Einstiegsprovision sieben Prozent betrage, handele es sich zudem um das Modell für Einzelreisebüros. Dies betreffe etwa 300 bis 400 der insgesamt rund 8.000 Reisebüros mit Ameropa-Agentur. Die individuell verhandelten Provisionsmodelle für Ketten und Kooperationen unterschieden sich "teils erheblich" von dem Modell für Einzelreisebüros. Bei den verhandelten Verträgen liege die Umsatzschwelle für zehn Prozent Provision bei 5.000 Euro Jahresumsatz, in den höheren Umsatzstufen bis hin zu 13 Prozent Provision würden die Reisebüros "eher besser als schlechter gestellt, da die Umsatzschwellen hier durchweg abgesenkt" worden seien.

Individuelle Offerten auf Basis von Kettenverrträgen

Zwar befindet sich der Veranstalter mit einigen Reisebüroorganisationen nach eigener Aussage noch in Verhandlungen, doch die grundlegende Strategie erscheint klar: Statt den abtrünnigen Kooperationen hinterherzulaufen, will Geschäftsführer de Graaff lieber auf individuelle Abmachungen mit den Büros selbst setzen. "Denjenigen Reisebüros, die bereits in der Vergangenheit gut mit Ameropa zusammengearbeitet haben und deren Kooperation im neuen Touristikjahr keine Vereinbarung mit Ameropa hat, bietet das Unternehmen nun Einzelverträge an, die auf den Konditionen des Modells für Reisebürokooperationen basieren“, erklärt er. Reisebüros, die im Touristikjahr 2017/2018 mindestens 5.000 Euro Umsatz mit Ameropa gemacht hätten und damit die Schwelle für zehn Prozent Provision erreichten, würden damit "in keinem Fall schlechter und in vielen Fällen aufgrund der abgesenkten Umsatzschwellen für höhere Provisionsstufen besser gestellt".

Gute Erreichbarkeit und Verfügbarkeit

Zudem investiere Ameropa "weiterhin in den Service und die Unterstützung für Reisebüros", verspricht der Veranstalter. Die Qualität des Services werde "seit Jahren immer wieder bestätigt" und sei "erst kürzlich beispielsweise durch die Neueinstellung von Mitarbeitern im Bereich der Agenturbetreuung für Bahn-Erlebnisreisen untermauert" worden. So profitierten Reisebüros etwa von der "überdurchschnittlich hohen Erreichbarkeit und Antwortzeit des Serviceteams“ – 80 Prozent der Anrufe beim Serviceteam für Reisebüros würden innerhalb von 30 Sekunden entgegengenommen. Die Verfügbarkeit der Produkte im CRS liege bei 98 Prozent, die Reklamationsquote lediglich bei 0,6 Prozent. Und last, but ot least: "Ameropa stellt den Gästen zudem nach wie vor ein gedrucktes Booklet zur Verfügung, so dass den Reisebüros auch dieser Arbeitsschritt erspart bleibt."

Christian Schmicke

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