09. Januar 2019 – 17:48
Airlines streichen wegen Warnstreiks hunderte von Flügen
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Foto: iStock/Pradeep Thomas Thundiyil

Diesmal sind Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart vom Ausstand des Sicherheitspersonals betroffen. Am Mittwochnachmittag waren insgesamt bereits über 250 Flüge annulliert worden. Betroffen sind insgesamt etwa 111.000 Reisende, so der Flughafenverband ADV. Allein in Düsseldorf sind es 58.600 Passagieren bei geplanten 570 Starts und Landungen.

Die Streiks sollen jeweils mit dem Beginn der Frühschicht beginnen, teilte Verdi mit. In Stuttgart etwa um drei Uhr, in Düsseldorf und Köln-Bonn um Mitternacht. Reisende müssen mit starken Beeinträchtigungen des Luftverkehrs rechnen. Bei dem Warnstreik des Sicherheitspersonals am Montag an den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld war der Luftverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.

Reisenden wird empfohlen vor Anreise zu den Flughäfen Kontakt mit ihrer Airline aufzunehmen, um herauszufinden, ob ihr Flug überhaupt stattfindet. Die Webseite des Düsseldorfer Flughafens mit An- und Abflugzeiten war am Nachmittag nicht mehr erreichbar. Zuvor waren bereits zahlreiche Flüge annulliert worden. In Stuttgart waren zu diesem Zeitpunkt bereits über 100 Flüge gestrichen worden, ebenso in Köln/Bonn.

Tarifpartner attackieren sich gegenseitig

"Ein ganztägiger Streik zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen ist absurd", sagte Verhandlungsführer des Bundesverbands der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), Rainer Friebertshäuser. Die Gewerkschaft halte sich nicht an Zusagen, die vorab gemacht wurden. "Uns wurde versichert, dass zunächst lediglich bis zu vier Stunden gestreikt werde und nun legt man noch vor dem anstehenden Verhandlungstermin ganztätig die Arbeit nieder", so Friebertshäuser. Mit Sozialpartnerschaft habe dieses Verhalten mittlerweile rein gar nichts mehr zu tun.

Die bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen BDLS und Verdi sind ins Stocken geraten. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 ihr Angebot für eine Entgelterhöhung von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent. "Auf dieser Grundlage ist ein Tarifkompromiss nicht möglich", betont Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. "Die Beschäftigten der Luftsicherheitsunternehmen müssen für ihre schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eine deutlich höhere Entlohnung erhalten."

Die Tarifverhandlungen werden auf Wunsch der Gewerkschaft erst am 23. Januar in Berlin fortgesetzt. "Wir bedauern es sehr, dass sich die Verhandlungen so weit hinauszögern", so Friebertshäuser. Das aktuelle Angebot liege bei bis zu 6,4 Prozent mehr Lohn pro Jahr – das sei definitiv verhandlungsfähig. Zudem habe der Verband bereits bei der letzten Verhandlung signalisiert, dass man zu einer weiteren Erhöhung bereit sei. "Das erfordert aber, dass sich die Gewerkschaft aus ihrer absoluten Verweigerungshaltung löst und mit uns gemeinsam an einer umsetzbaren Lösung arbeitet. Trotziges Füße stampfen hilft uns gerade nicht weiter, sondern geht ausschließlich auf Kosten der Reisenden, Flughäfen und Fluggesellschaften", so Friebertshäuser.

 

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