18. Dezember 2018 – 15:56
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Die Orascom Development Holding hat über ihre Hoteltochter Orascom Hotels Management einen Vertrag mit Thomas Cook über die Entwicklung eines neuen 100-Zimmer-Hotels im ägyptischen Badeort El Gouna unterzeichnet. Das Abkommen beinhaltet zudem die Umbenennung des Hotels Arena Inn, El Gounas 144-Zimmer-Hotel in der Innenstadt, in ein Cook's Club Hotel.

Das neue Hotel in erster Strandreihe von El Gouna, das im Oktober eröffnet werden soll, firmiert dann unter der Marke Casa Cook. Zu den Besonderheiten gehören laut einer Mitteilung Villen mit zwei Schlafzimmern und privaten Pools oder Suiten mit einem Gemeinschaftspool. Das Cook's Club Hotel soll nach einer Renovierung im Sommer eröffnet werden und über einen großen Pool am Strand sowie ein Kantinenrestaurant im Street-Food-Stil verfügen.

FTI-Gesellschafter "geht fremd"

Interessant an der neuen Partnerschaft ist weniger die Tatsache, dass am Roten Meer ein weiteres neues Hotel entsteht und eines umfirmiert, als die Konstellation der Akteure. Denn Samih Sawiris, Hauptaktionär des von ihm gegründeten Unternehmens Orascom, ist in Deutschland als Gesellschafter der Münchener FTI-Gruppe und des Vertriebskonsortiums RT Reisen aktiv. FTI wiederum ist über das Tochterunternehmen Meeting Point International selbst beim Auf- und Ausbau von Hotelanlagen unter einem eigenen Markenportfolio aktiv. Außerdem spielen die FTI-Veranstaltermarken und die Büros der Reisebürokooperationen unter dem Dach von RT Reisen hierzulande eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von Sawiris Hotels.

Doppelter Wettbewerb um Kunden

Insofern haftet dem gemeinsamen Engagement mit Thomas Cook für den deutschen Markt ein pikanter Aspekt an. Denn im Veranstaltergeschäft gehört die seit Jahren stark wachsende FTI Group zu denjenigen Akteuren, die den traditionellen Platzhirschen wie Thomas Cook das Leben besonders schwer machen. In Ägypten etwa ist FTI in den vergangenen Jahren weit an Thomas Cook vorbeigezogen.

Andererseits hat sich Sawiris bei seinem wichtigsten Projekt El Gouna nie auf einzelne Partner verlassen. Die Vielfalt an Hotelmarken innerhalb der künstlichen Ferienoase, wie Sheraton, Steigenberger, Mövenpick oder der FTI-Brand Labranda, belegt das. Insofern ist auch der Deal mit Thomas Cook noch im grünen Bereich.

18. Dezember 2018 – 14:44
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Das türkische Tourismusministerium hat große Plane. Bis 2023 sollen 70 Millionen Touristen pro Jahr das Land besuchen und Einnahmen von umgerechnet 61,4 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Um in die Oberliga der Reisedestinationen aufzusteigen, will das Ministerium neben der Schönheit des Landes verstärkt archäologische Ziele und gastronomische Vielfalt bewerben.  

"Das ist unser Ziel und wir arbeiten systematisch daran, um es zu erreichen", sagte Kultur- und Tourismusminister Mehmet Ersoy "Hürriyet Daily News".  2018 sei die Zahl der Touristen bereits auf 40 Millionen gestiegen. Das Land liege auf dem sechsten oder siebenten Platz der meistbesuchten Länder, aber nur auf dem 14. der Liste der Länder mit den höchsten Tourismuseinnahmen. Dieses Missverhältnis will Ersoy ändern, indem er auf "qualifizierte Touristen" setzt, die bereit seien, mehr Geld im Land auszugeben. Vordringliches Ziel sei, die Türkei bis 2020 unter die Top-5 in beiden Listen zu bringen.

Vermarktung soll effizienter werden

Dazu müssten die zahlreichen Natur- und Kulturgüter müssten jedoch effizienter gefördert werden. "Wir werden unsere Tourismusbranche vom Angebotstourismus zum Nachfragetourismus umwandeln", kündigte der Minister an. Um das zu erreichen, soll die Struktur des türkischen Tourismusmarketings umgekrempelt und diesem Ziel angepasst werden. Dazu werde eine neue Organisation zur Tourismusförderung mit Vertretern der Regierung und der Wirtschaft geschaffen, so Ersoy. Sie soll über ein Budget von umgerechnet 132 Millionen Euro verfügen. Die Regierung steuere rund 26 Millionen Euro dazu bei, den Rest sollen verschiedene Interessengruppen der Tourismusbranche aufbringen.

In der elfköpfigen Organisation werden der Minister und seine zwei Stellvertreter, ein Vertreter von Turkish Airlines sowie weitere Vertreter von Hotels und Reiseagenturen sitzen. Vorbild für die neue Organisation sind ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern. Eines davon ist Dubai, das in den Augen des Tourimsusministers von seiner starken Airline und einer effektiven Tourismusförderung profitiert. Denn außer Küste und Wüste habe das Emirat Urlaubern nicht viel zu bieten, erklärt der oberste Touristiker der Türkei.  

Thomas Horsmann

 

18. Dezember 2018 – 13:53
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Noch bis zum 31. Dezember können sich Mitarbeiter von Reisebüros und Reiseveranstaltern, die im Verkauf arbeiten, als „Aussie Specialist Ambassador“ bewerben und mit etwas Glück nach Down Under fliegen. Dazu müssen sie ein kurzes Video über sich einreichen, warum sie der beste Australien-Botschafter wären und das Land so einzigartig ist. Der Gewinner geht Ende März für zehn Tage auf Tour.

Mit der Kampagne sucht das Land einen Botschafter für sein Aussie-Specialist-Programm, der seinen Kollegen vom fünften Kontinent berichtet. Bewerben kann sich jeder Reiseverkäufer, auch wenn er noch nie Down Under war. Wichtiger ist Jonathan Schönau von Tourism Australia, dass der Aussie Specialist Ambassador Begeisterung mitbringt und auch vermitteln kann.

Dazu sollen Expedienten ein kurzes Video einreichen. Maximal zwei Minuten, in denen die Bewerber sich vorstellen. Keine Angst, niemand erwartet einen Profifilm oder tiefgreifende Australien-Kenntnisse. Bewerber brauchen auch noch keine fertigen Aussie-Specialists sein. Allerdings sollten sie sich schon mal für die Fernschulung registrieren und anmelden, um ihre Bewerbung einzureichen. Wer das Schulungsprogramm schon erfolgreich hinter sich gebracht hat, darf sich natürlich auch als Aussie Specialist Ambassador bewerben.

Der Aussie Specialist Ambassador aus Deutschland ist nicht alleine unterwegs. Tourism Australia sucht in allen wichtigen Märkten Expis als Botschafter, die dann gemeinsam auf Tour gehen. Der deutsche Gewinner wird zusammen mit einem Kollegen aus den USA und einem aus Neuseeland Australien erkunden. Ziele sind News South Wales, Canberra und Westaustralien.

Ende März geht’s los. Zehn Tage Down Under, begleitet von einer Film-Crew und ausgestattet mit einer Action-Kamera. Denn die Counter-Kollegen in der Heimat sollen die Australien-Abenteuer in den sozialen Netzwerken hautnah miterleben.

Und jetzt viel Glück! Einsendeschluss für das Bewerbungsvideo ist der 31. Dezember: https://www.aussiespecialist.com/de-de/about/asp-ambassador-program.html

18. Dezember 2018 – 13:25
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"Die Frage lautet für viele Unternehmen: Arbeite ich mit Technologiegiganten wie Amazon oder Facebook zusammen oder bekämpfe ich sie?" sagt Steven van Belleghem. Der Technologie- und Marketingexperte beleuchtet die Entwicklung von Kundenbeziehungen im Zeichen der Entwicklung künstlicher Intelligenz und zunehmender Dominanz großer Technologieplattformen und beschreibt, wie sich Player wie Amazon immer mehr zu "Gatekeepern" für den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen entwickeln.

Die Gefahr die von den Technologiegiganten für Produzenten, sei es von Konsumgütern oder vor Reisen, ausgehe, basiere auf zwei Aspekten, sagt van Belleghem. Einerseits bestimmten sie mit ihren Algorithmen zunehmend darüber, welche Produkte Konsumenten präsentiert werden oder nicht. Und zum anderen bestehe die Gefahr, dass die großen Plattformen stark gefragte Produkte kopierten und selbst herstellten.

Zwischen Kooperation und Wettbewerb

Für die meisten Marktakteure sei die Frage von Kooperation und Bekämpfung der Technologiegiganten kein Entweder-oder, so der Marketingexperte. Firmen aller Branchen müssten sich viel intensiver als bisher mit Maschinenmarketing, also der richtigen Nutzung der Algorithmen der Gatekeeper beschäftigen als bisher, um in der digitalen Welt sichtbarer zu werden. Daneben gelte es, die eigenen Stärken, wie etwa lokale Expertise oder den "human touch", zu nutzen, um den Technikriesen etwas entgegenzusetzen.

Branchenevent am 7. Februar

Die Chancen und Risiken der "dritten Phase der digitalen Transformation", wie Belleghem sie nennt, stehen im Mittelpunkt des "Travel Technology Symposiums 2019“, das der Travel Industry Club gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen und Technologiedienstleister Accenture am 7. Februar auf dem Campus Kronberg veranstaltet. Die siebte Auflage des Symposiums behandelt unter dem Leitthema "Human is the next big thing – Maschinen werden menschlich" Technologietrends von morgen und die zentrale Bedeutung der künstlichen Intelligenz.

Beispiele und Anwendungen aus der Reiseindustrie

Steven van Belleghem hält dabei die zentrale Keynote-Rede. Außerdem berichtet Prof. Dr. Antonio Krüger vom weltweit größten Zentrum für Forschung und Anwendung der Künstlichen Intelligenz, über KI und Fortschritte in der Robotik. Darüber hinaus kommen Vertreter von Firmen aus dem Silicon Valley, aus China und aus Europa zu Wort und präsentieren Lösungsvorschläge. Dabei werden auch Beispiele und Anwendungen aus der Reiseindustrie aufgeführt, wie etwa Google Assistant, oder KI-Anwendungen bei Microsoft, Expedia oder Shiji, sowie Digital Twins bei Mackevision. Die teilnahmegebühr beträgt 299 Euro für Mitglieder und 499 Euro für nicht-mitglieder des Travel Industry Clubs.

Reise vor9 verlost Tickets

Als exklusiver Medienpartner des "Travel Technology Symposiums 2019" verlost Reise vor9 drei Eintrittskarten für die Veranstaltung. Zur Teilnahme an der Verlosung genügt eine E-Mail mit dem Betreff "Travel Technology Symposium 2019“ und Ihren Kontaktdaten an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Zu weiteren infos und zur Anmeldung für das "Travel Technology Symposium 2019" gelangen Sie hier.

17. Dezember 2018 – 17:34
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Die Vereinigten Arabischen Emirate und die indische Mega-City Mumbai könnten künftig durch einen Hochgeschwindigkeitszug verbunden werden. Entsprechende Pläne wurden kürzlich bei einem Kongress in Abu Dhabi vorgestellt. Die Züge, die unter Wasser durch Röhren geführt werden sollen, könnten die 2.000 Kilometer lange strecke innerhalb von zwei Stunden zurücklegen, erklärte Abdulla Alshehhi, Chef des Beratungsunternehmens National Advisor Bureau Limited. Neben Passagieren soll auch Fracht mit den Zügen transportiert werden. Konkret soll die Strecke von Mumbai nach Fujairah führen. Auf diese Weise könne Öl von den Emiraten nach Indien und während der Monsunzeit das überschüssige Wasser des Narmada-Flusses von Indien in die trockenen Emirate geschafft werden, so Alshehhi.

Der Mann ist übrigens für verrückte projekte bekannt. Ein weiteres, das er nach eigenem bekunden in der Pipeline hat, ist der Transport von Eisbergen aus der Antarktis in die Emirate, um daraus Süßwasser zu gewinnen. Eine Pilotphase soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 gestartet werden.

Ein Video über das Projekt sehen Sie hier.

17. Dezember 2018 – 15:22

Nach der langanhaltend positiven Buchungssituation und dem damit einhergehenden Höhenflug der vergangenen Monate sinkt die Nachfrage in den Reisebüros. Das hat der Vertriebsklimaindex der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner ermittelt. Kurz vor dem Weihnachtsfest schließt der Index demnach mit "leicht gedämpfter Stimmung". Sowohl bei der Einschätzung der aktuellen Situation als auch der Erwartungen für die kommenden Monate habe sich die Stimmung unter den befragten Reisebüros verhaltener gezeigt als in den "sehr optimistischen" Monaten zuvor.

Anteil der zufriedenen Reisebüros sinkt

Nachdem die Lage im November durch die teilnehmenden Büros noch weitgehend positiv bewertet wurde, schätzen im Dezember nur noch 38,4 Prozent der Reisebüros – und damit 13,6 Prozent weniger als im Vormonat – ihre aktuelle Lage im Reisevertrieb als gut ein. Stattdessen bewertet die Mehrheit der Teilnehmer die aktuelle Lage als befriedigend (50%). 11,6 Prozent, und damit 5,3 Prozent mehr als im Vormonat, schätzen ihre aktuelle Lage im Reisevertrieb als schlecht ein.

Nur noch knapp jedes dritte Reisebüro (31,3%) erklärt, dass der Verkauf von Reiseleistungen in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei. Im Vormonat waren es noch 40,9 Prozent. 30,4 Prozent der Teilnehmer geben sogar an, dass der Verkauf von Reiseleistungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei. Insgesamt bestätige sich die Einschätzung, die sich im Vormonat im Hinblick auf die Erwartungen an die kommenden sechs Monate gezeigt habe, erklären die Unternehmensberater.

Gedämpfte Erwartungen für die nächsten Monate

Zum Jahreswechsel erwartet weiterhin eine Mehrheit der Teilnehmer (61,5%) eine gleichbleibende Nachfrage nach Reiseleistungen in den kommenden sechs Monaten. 25,7 Prozent der Reisebüros (31% im Vormonat) gehen von einer steigenden Nachfrage aus. 12,8 Prozent erwarten hingegen eine sinkende Nachfrage.

Im Hinblick auf die Ertragslage geben 20,9 Prozent der Reisebüros und damit 1,1 Prozent mehr als noch im Vormonat an, dass diese sich in den nächsten sechs Monaten verbessern werde. Auf der anderen Seite geht jedoch auch ein steigender Anteil der Reisebüros (25,5%), von einer Verschlechterung der Ertragslage aus. Die Mehrheit der Teilnehmer (53,6%) erwartet weiterhin keine Veränderung in den nächsten sechs Monaten.

Nach den sehr positiven Werten im Laufe dieses Jahres fällt der Vertriebsklimaindex damit zum ersten Mal in 2018 deutlich unter das Niveau des Vorjahres. Insgesamt betrachtet sei die Bilanz des Vertriebsklimaindexes für das Jahr 2018 „dennoch sehr positiv“, heißt es von Dr. Fried & Partner.

17. Dezember 2018 – 13:50

Der ehemalige Nordeuropa-Spezialist mit Sitz in Stuhr bei Bremen baut das Portfolio um Rundreisen in Süd-, West- und Osteuropa aus. Im neuen Gesamtkatalog finden sich neben den Nordeuropa-Reisen auch West- und Osteuropa-Ziele. Für Südeuropa legt die Tui-Tochter einen  eigenen Katalog auf. Mit Angeboten in Spanien, Griechenland, Portugal und Italien soll das Angebot nicht nur entlang bekannter Reiseziele führen, sondern auch Besonderheiten und Geheimtipps der jeweiligen Länder zeigen, verspricht Markenchefin Stefanie Schulze zur Wiesch.

17. Dezember 2018 – 12:13
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2018 waren die Deutschen gut 1,7 Milliarden Tage auf Ausflügen und längeren Reisen unterwegs. Dieser Wert markiert rund 1,8 Prozent oder rund 30 Millionen Tage mehr als 2017. Das hat der Tourismusindex des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) ermittelt. Für 2019 prognostiziert der BTW weiteres Wachstum auf einem ähnlichen Niveau wie 2018: Der Verband und die Marktforschungsgesellschaft GfK rechnen für das Gesamtjahr 2019 mit noch einmal rund 1,7 Prozent mehr Reisetagen.

BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel räumt allerdings ein, dass man "auch um die politischen und konjunkturellen Unwägbarkeiten" wisse. Wie es international in Sachen Brexit, Handelszölle oder Ukraine-Konflikt weitergehe, sei unsicher. Die Wirtschaftsweisen hätten ihre Konjunkturprognose für 2019 zuletzt auf 1,5 Prozent gesenkt. Frenzel: "Sollte sich die Konjunktur auf mittelfristige Sicht weiter abkühlen, könnte dies nachlaufend auch unsere Branche treffen."

Laut BTW verzeichneten in diesem Jahr besonders Badeurlaube verzeichneten ein "deutliches Wachstum". Mehr als 355 Millionen Reisetage hätten die Deutschen im Laufe des Jahres am Strand oder am See verbracht – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Im Trend hätten in diesem Jahr auch Einkaufs- und Shoppingreisen gelegen, auf denen die Deutschen sogar 24 Prozent mehr Tage verbrachten als 2017. Weniger Zeit als im Vorjahr waren die Bundesbürger laut Tourismusindex hingegen auf Studien, Sprach- und Pilgerreisen, Wellnessreisen sowie Reisen in die Berge unterwegs.

16. Dezember 2018 – 11:53
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Die Mitarbeiter verlangen höhere Löhne, das Verkehrsunternehmen muss Milliarden in seine Infrastruktur investieren und der Bund als Gesellschafter will dringend Strukturreformen sehen. Immerhin: Mit der Verkehrsgewerkschaft EVG, deren Mitglieder am vergangenen Montag mit einem Warnstreik den Zugverkehr lahmlegten, hat sich der Staatskonzern nun geeinigt. Damit sind weitere Warnstreiks abgewendet.  Die Einigung sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen vor. Zum 1. Juli sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar eine Einmalzahlung von 1000 Euro. 

Lokführergewerkschaft droht mit "streikähnlichen" Maßnahmen

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifgespräche dagegen erneut für gescheitert erklärt. Gewerkschaftschef Claus Weselsky begründete dies am Freitag damit, dass die Bahn nicht bereit sei, einen bereits gefundenen Abschluss zu unterzeichnen. Deshalb habe die GDL nun entschieden, ihrerseits nachzulegen. "Wir verlangen vom Arbeitgeber nunmehr ein weitaus verbessertes Angebot", so der GDL-Chef, der zugleich Konsequenzen androhte. Zwar bleibe es dabei, dass in der Weihnachtszeit und bis zum Jahreswechsel nicht gestreikt werde. Die GDL werde aber die Kollegen darüber informieren, "dass dieser Arbeitgeber alles andere als zuverlässig ist". Es könne daher sein, dass die Lokführer, die hunderte von Überstunden angehäuft hätten, "von ihrem Recht Gebrauch machen, in Freizeit zu gehen". Die Auswirkungen dieser Maßnahmen könnten "einem Streik vergleichbar sein".

Regierung fordert Neuordnung der Führungsstruktur

Nun verstärkt auch noch die Bundesregierung den Druck. "Die Bahn braucht eine Neustrukturierung. Wir erwarten, dass der Vorstand der Bundesregierung bis März ein entsprechendes Konzept vorlegt", sagte Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der "Welt am Sonntag". Erste Ergebnisse wolle man bereits bei einem Termin im Januar hören. Es gehe vor allem darum, die Führungsstrukturen zu straffen und die Unternehmensteile zu ordnen oder zu verschmelzen.

Der Staatssekretär kritisierte, dass die einzelnen Gesellschaften des Konzerns gegeneinander arbeiteten. Vorstände und Aufsichtsräte der Vorstände der einzelnen Konzernteile entschieden "aneinander vorbei und zum Teil auch gegen die Interessen der anderen DB-Gesellschaften“. Unter dem Dach der Holding sind derzeit mehrere Unternehmen gesammelt, zum Beispiel DB Regio, DB Fernverkehr und DB Cargo. Und Ferlemann legte nach. Die Managementebene unterhalb des Vorstands blockiere effiziente Führungsstrukturen, erklärte er. "Beschlüsse des Vorstands bleiben dort hängen und dringen nicht zu den Mitarbeitern durch, die sie umsetzen sollen. Und Kritik und Anregungen der Belegschaft schaffen es durch die Lehmschicht des mittleren Managements nicht bis an die Konzernspitze".

Halbe Milliarde für Berater

Zudem sieht sich der Bahnvorstand mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zahlte sie von 2015 bis 2018 mehr als eine halbe Milliarde Euro für externe Berater. Allein in diesem Jahr sollen es über 150 Millionen Euro gewesen sein. Bahn-Chef Richard Lutz habe deshalb die Notbremse gezogen. Der Konzernvorstand habe für das kommende Jahr eine starke Reduzierung von Beratungskosten beschlossen, "die einen Budgetdeckel von 100 Millionen Euro" vorsehe, zitiert "Bild am Sonntag" einen Konzernsprecher.

15. Dezember 2018 – 14:23

Rund 600 Neukunden habe Bewotec in diesem Jahr an die Reisebürosoftware My Jack angeschlossen, berichtet Bernhard Koller. Das sei für die 1988 gegründete Software-Schmiede ein absoluter Spitzenwert und erhöhe die Zahl angeschlossener Agenturen auf rund 3.500, so der Gründer und Gesellschafter. Mittlerweile werde die Bewotec-Technologie auch von immer mehr Ketten genutzt. Dazu zählte etwa der Thomas-Cook-Vertrieb, die Karstadt Reisebüros, Reisecenter Alltours, der Kooperationsverbund DTPS oder das mobile System Solamento.

Koller Bernhard Bewotec

Becher Michael Bewotec

Berhard Koller, Michael Becker – Foto: Bewotec

Einen Schub habe dem Unternehmen vor allem der Wechsel vom bisherigen System Jack plus auf My Jack im Jahr 2013 gebracht, sagt Mitgesellschafter Michael Becher. Im Unterschied zum Vorläufer arbeite My Jack mit einem zentralisierten Datenbestand und ermögliche so in hohe Maße automatisierte Prozesse – von Marketingaktivitäten wie Kundenmailings und Welcome-back-Schreiben bis hin zur digitalen Unterschrift unter die vorvertraglichen Informationen. Auch im Backoffice und der Buchhaltung habe die Umstellung eine deutliche Reduzierung des Arbeitsaufwandes gebracht, versichert Becher.

Im nächsten Schritt wollen die Bewotec-Chefs für erweiterte Darstellungsmöglichkeiten derjenigen Veranstalter in ihrer Reisebürosoftware sorgen, die, wie etwa Tui Cruises, die Veranstalter-Software Da Vinci nutzen. Bei My Jack wiederum stehe der Ausbau der Funktionen im Bereich Digital Signage, also die Verknüpfung von Inhalten mit Videos, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Keine Airline-Schnittstellen für My Jack

Während Bewotec das Veranstaltersystem Das Vinci mittlerweile mit Direktschnittstellen zu rund 20 Airlines versorgt und diesen so GDS-Gebühren erspart und sie auf NDC-Content zugreifen lässt, steht ähnliches bei My Jack vorerst nicht auf dem Plan. Touristisch orientierte Reisebüros, die den Schwerpunkt der Bewotec-Kundschaft bildeten, bevorzugten die Flugbuchung über Veranstalter und Consolidators, ist Koller überzeugt. Deshalb sei die Integration von Direktschnittstellen für Nur-Flug-Buchungen uninteressant. Aus demselben Grund stehe auch keine Einbindung von Schnittstellen zu Hotelgesellschaften auf dem Programm.

Ein Cent pro Buchung für Schule in Malawi

Zum 30. Firmenjubiläum haben Koller und Becher außerdem einen guten Vorsatz gefasst: Sie wollen im nächsten Jahr Alt-Touristiker Reiner Meutsch und seine Initiative „Fly & Help“ unterstützen. Dabei belassen sie es nicht dabei, ihre Kundschaft zu Spenden aufzurufen, sondern sie engagieren sich mit eigenen Mitteln. Pro Buchung über Myjack und Davinci will Bewotec je einen Cent aus seiner Marge an Fly & Help abführen. Nutzer der Systeme können zudem nach eigenem Ermessen einen individuellen Betrag von einem, drei, fünf Euro oder mehr pro Monat spenden.

Bis Ende des Jahres sollen so 50.000 Euro zusammenkommen. Geplant ist zunächst der Neubau einer Schule im ostafrikanischen Malawi. Die Spendenaktion startet im Januar. Im März sollen dann die Bauarbeiten in Malawi beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen werden. Weitere Schulbauten sollen folgen. Das Projekt in Malawi werde nur der Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit mit Fly & Help sein, kündigen die Bewotec-Chefs an.

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