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26. Juli 2018 – 17:20
linnhoffmarijavurs

Das Interview mit dem Reise vor9 Magazin, in dem DER-Touristik-Chef Sören Hartmann den Handelsvertreterstatus der Reisebüros "irgendwann" ein Ende voraussagt, hat in der Touristik lebhafte Diskussionen ausgelöst. Der Mittelstandsverband ASR reagierte über seinen Präsidenten Jochen Szech empört. "Hartmann will mit der Idee einer Abschaffung des Handelsvertreterstatus Überlegungen der Konzerne salonfähig machen, bestimmte Produkte exklusiv im Eigenvertrieb anzubieten. Zudem eröffnet dies rechtlich die Option für Veranstalter, den externen Vertrieb auf der Preisebene anzugreifen", kritisiert Szech die Denkansätze des Konzernchefs und gibt sich kampfbereit: "Das werden wir nicht hinnehmen."

Die DER Touristik Group hat mittlerweile mit einer "Richtigstellung" reagiert und bekennt sich "klar und unmissverständlich zu ihren Reisebüro-Partnern. Sie sind in Deutschland unverändert der wichtigste und umsatzstärkste Vertriebsweg." Damit entgegne DER Touristik "einer Unterstellung", dass DER Touristik die Zusammenarbeit mit den Reisebüros infrage stelle. Szechs Behauptung, Sören Hartmann wolle die Idee einer Abschaffung des Handelsvertreter-Status salonfähig machen, entbehre jeder Grundlage. "Das Gegenteil ist der Fall." Aus den Aussagen von Hartmann die Abschaffung des Handelsvertreterstatus in Deutschland oder die Streichung von Provisionen abzuleiten, sei eine Fehlinterpretation des Interviews im Reise vor9 Magazin. "Daran arbeitet die DER Touristik Group nicht und sie beabsichtigt es auch nicht."

In Social-Media-Gruppen laufen die Diskussionen heiß. Einzelne Kommentatoren fordern "eine Entschuldigung an die Reisebüros, denen sie die Existenzgrundlage entziehen wollen". Andere reden sogar von "Krieg" und fordern, sich von Veranstaltern, die den Handelsvertreterstatus in Frage stellten, abzuwenden. Tatsächlich hatte Hartmann im Interview mit dem Reise vor9 Magazin keineswegs erklärt, dass er oder die DER Touristik eine Abschaffung des Handelsvertreterstatus der Vertriebspartner plane. Aber solche Nuancen gehen im emotional geführten Diskurs in der Touristik ja gerne verloren.

Reisebüromitarbeiter als touristische Marken

Eine, die eigentlich gerne scharfe Worte in den Mund nimmt, bleibt in dieser Situation eher gelassen. Vieles von dem, was Hartmann gesagt habe, sei richtig, erklärt Marija Linnhoff, Chefin des Reisebüroverbandes VUSR, im Gespräch mit Reise vor9. Reisebüros müssten ihre Stärken besser hervorheben, pflichtet sie dem DER-Touristik-Chef bei und sieht dafür gute Chancen, denn: "Die eigentliche Marke heißt beim Reisebürokunden nicht Tui oder DER Touristik, sondern Herr Müller oder Frau Schmidt."

Allerdings zäume Hartmann das Pferd von der falschen Seite auf, kritisiert Linnhoff. Denn noch seien große Teile des stationären Vertriebs nicht in der Lage, neue Geschäftsmodelle umzusetzen. In der Schweiz, die Hartmann als Beispiel für die erfolgreiche Durchsetzung von Beratungsgebühren anführe, seien Reiseverkäufer besser qualifiziert und würden besser bezahlt, erklärt die VUSR-Frontfrau und knüpft in ihrer Argumentation an eine Forderung an, die sie schon seit längerem immer wieder erhebt: "Wir brauchen für den Verkauf von Reisen einen Qualifikationsnachweis."

Neue Debatte um Qualifikationsnachweis?

Die Debatte um dieses Thema hatte vor Jahren schon einmal den DRV erreicht, war dann aber im Sande verlaufen. Es sei ein Unding, dass immer noch jeder, dem es in den Sinn komme, Reisen verkaufen dürfe, schimpft Linnhoff – erst recht vor dem Hintergrund der komplexeren rechtlichen Verpflichtungen nach dem Inkrafttreten des neuen Reiserechts. Deshalb und weil die Reisebüros langfristig nur mit besserem Know-how und qualifizierteren Kräften überleben könnten, müsse die Debatte neu aufgerollt werden.

Dabei betont die Verbandschefin, dass sie keineswegs Quereinsteigern den Zugang zur Branche verbauen wolle. Und ein Patentrezept, wie die Qualifikation am besten überprüft werden könne, habe sie auch nicht, räumt sie ein. Um das zu finden, könne man sich ja mal in anderen Ländern umsehen – zum Beispiel in der Schweiz.

"Wir kämpfen für den Handelsvertreterstatus"

Zu einer Verfechterin der schon seit Jahren immer mal wieder diskutierten Wandlung des rechtlichen Status der Reisebüros vom Handelsvertreter zum Makler oder Händler ist Linnhoff aber nicht geworden. Zwar seien die Vergütungen durch die Veranstalter "alles andere als berauschend", sagt sie, aber der Status quo biete immerhin eine gewisse Sicherheit. "Wir werden für den Handelsvertreterstatus kämpfen", kündigt die VUSR-Vorsitzende an.

Christian Schmicke

 

26. Juli 2018 – 16:44
dennis

Er war in der zweiten Folge der RTL-Show "Bachelorette" der Sieger bei den "olympischen Spielen" um Hauptfigur Nadine Klein: Im sportlichen Gruppendate mit In verschiedenen Disziplinen wie Bogenschießen, Tauziehen und Ringen schnitt Tourismuskaufmann Dennis Žrener am besten ab und erkämpfte sich so ein romantisches Candle-Light-Dinner mit seiner Traumfrau.

Das Date selbst wollte allerdings nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Dennis blieb eher still und zurückgezogen; deshalb plätscherte das Gespräch so mühsam vor sich hin, dass sich die Bachelorette gezwungen sah, Dennis mit den Worten "Du kannst mich auch noch irgendwas fragen" anzustacheln. Doch auch das half nichts und schließlich zog Nadine die Reißleine. Sie schickte Dennis schon früher als geplant wieder zurück in die Männer-WG. Eigentlich ein Korb, den Dennis allerdings ganz anders auffasste. In schillernden Farben schilderte er seinen Widersachern die Begegnung.

Immerhin bleibt dem Tourismuskaufmann wohl eine weitere Chance, bei der Umworbenen Boden gut zu machen. Denn trotz des leicht missglückten Candle-Light-Dinners erhielt Dennis am Ende der zweiten Folge die heißersehnte Rose und bleibt so mindestens bis Folge drei im Rennen.

 

26. Juli 2018 – 15:59

Damit will die Fluggesellschaft Reisebüros und Firmenkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre direkten Vertriebsschnittstellen schmackhaft machen. Auf einer neuen Website informiert Lufthansa über die verschiedenen Schnittstellen der Airline-Gruppe. Das NDC-Partnerprogramm bündelt Angebote, exklusive Inhalte und Lösungen der NDC-API-Anbindung der Lufthansa Group Airlines auf einer Plattform, schafft Zugang zur sogenannten NDC Smart Offer und bietet Anwenderunterstützung für angebundene Kunden und Trainingsprogramme. Reisebüros, die an der webbasierten NDC Lösung SPRK interessiert sind, können sich auf der Webseite registrieren und sich so Zugang zu der Buchungs- und Serviceplattform verschaffen. Die Anmeldung erfolgt durch Ausfüllen eines Formulars, das auf der neuen Webseite verfügbar ist.

Die Website www.lhgroupairlines.com/ndc ist auf Deutsch und Englisch verfügbar. Bis zum Ende des Jahres soll die Seite in weiteren Märkten eingeführt werden, kündigt Lufthansa an.

26. Juli 2018 – 14:19
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Während die Ryanair-Piloten und das Kabinenpersonal in Spanien, Belgien und Portugal streiken und am Mittwoch und Donnerstag jeweils Hunderte von Flügen gestrichen wurden, erteilt die Billigfluggesellschaft allen Entschädigungsforderungen eine entschiedene Absage: "Ryanair hält sich an geltendes EU-Recht, doch hier geht es um außerordentliche Umstände, die keinen Anspruch auf Entschädigungen rechtfertigen", sagte ein Unternehmenssprecher in Dublin am Donnerstag. Nach Meinung der Airtline sei deshalb keine Entschädigung fällig, weil die Gewerkschaft "unangemessen und völlig außerhalb der Kontrolle der Fluggesellschaft“ handele.

Einschlägiges Urteil

Ob Ryanair mit seiner Weigerung durchkommt, ist nicht sicher. Denn im April urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass ein unrechtmäßiger Streik kein außergewöhnlicher Umstand ist. Damals hatte sich ein Großteil der Tuifly-Piloten und -Flugbegleiter nach einer Ankündigung des Unternehmens, Umstrukturierungen vornehmen zu wollen, spontan krank gemeldet. Die Airline wollte keine Entschädigungen zahlen. Doch der EuGH urteilte: Tuifly muss trotzdem zahlen, der "wilde Streik" war kein außergewöhnlicher Umstand. Grund für das Urteil: Das Problem war hausgemacht. Dasselbe könnte nun auch Ryanair blühen, allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um einen wilden, sondern um einen regulären Streik. Von den Flugabsagen der letzten beiden Tage sind mehr als 100.000 Passagiere betroffen. Auch Tausende aus Deutschland, die in den Urlaub fliegen wollten. Die Piloten in Irland wiederum planen bereits einen weiteren Streiktag für den 3. August. Die Airline drohte daraufhin mit der Entlassung von Hunderten von Piloten und Flugbegleitern.

Betreuungs- und Entschädigungspflicht

Das Luftfahrt-Bundesamt hat aus aktuellem Anlass Hinweise zu Fluggastrechten bei Streiks veröffentlicht. Danach ist Ryanair verpflichtet, wartende Fluggäste angemessen zu betreuen. Außerdem können Passagiere den Ticketpreis zurückfordern, wenn der Flug ausfällt oder mehr als drei Stunden verspätet ist. Bei einer Annullierung können sie auch auf eine alternative Beförderung – Umbuchung auf einen anderen Flug oder Zug – bestehen.

Zudem sei die Fluggesellschaft verpflichtet, die Betreuung der Passagiere entsprechend der Wartezeit zu gewährleisten und angemessene Kosten für eventuelle Übernachtungen zu übernehmen, außer, die Passagiere wählen die Kostenerstattung. Dies sei Teil der Verordnung EG 261/2004 und gelte auch bei Streiks. Somit können Regressansprüche bei der Airline geltend gemacht werden.

AF

 

26. Juli 2018 – 13:52
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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden: Deutsche Luftfahrtunternehmen müssen die Flugsicherheitsbegleiter der Bundespolizei, sogenannte Sky Marshals, kostenlos transportieren. Einen Anspruch auf Entschädigung gebe es nicht, so der BGH in seinem Urteil vom 26. Juli.

Die Sky Marshals sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf potenziell gefährlichen Flugrouten in Zivil und damit unerkannt im Einsatz und sollen im Ernstfall einen terroristischen Anschlag verhindern. Laut Gesetz müssen sie für die Flüge nichts bezahlen. Lufthansa wollte allerdings die Zusatzkosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro, die durch Steuern, Einreise- oder Zollgebühren sowie durch Start- und Landeentgelte entstanden waren, vom Staat zurückfordern. Ihre Begründung: Durch den Transportzwang entstehe ein Wettbewerbsnachteil, sowohl gegenüber der ausländischen Konkurrenz als auch gegenüber kleineren Anbietern, die nur Inlandsflüge anböten.

Der Lufthansa-Anwalt verwies bei der BGH-Verhandlung überdies auf die ohnehin hohen Kosten des Fliegens: von der Anschaffung der Flieger über das Personal bis hin zum Kerosin. Und darauf, dass die Polizisten nicht Economy fliegen, sondern „hochpreisige Plätze“ besetzten.

Keine wirtschaftliche Benachteiligung

Der BGH wies die Klage dennoch als „unbegründet“ ab. Die Fluggesellschaft war zuvor auch schon vor Oberlandesgericht Brandenburg gescheitert. Das Gericht urteilte, die Fluggesellschaft sei durch die Transportpflicht nicht unangemessen eingeschränkt. Die jährlichen Kosten in Höhe von 300.000 Euro seien angesichts von Milliardengewinnen wirtschaftlich von nachrangiger Bedeutung.

Seitens der Lufthansa gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem BGH-Urteil und seinen möglichen Folgen.

Über die Flugsicherheitsbegleiter ist wenig Konkretes in der Öffentlichkeit bekannt. Die Bundespolizei verrät weder, wie viele von ihnen im Einsatz sind, noch auf welchen Flügen sie dabei sind. Nur dass sie besonders geschult und bewaffnet sind, weiß man. Zu den „gefährdeten Strecken“, auf denen die Sky Marshals eingesetzt werden, zählen Insider etwa Flüge von und in die USA, nach Israel und in den arabischen Raum.

AF

25. Juli 2018 – 17:03
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Darunter machen es die Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht. Der neue Dubai Square soll auf 750.000 Quadratmetern Bruttofläche – das sind mehr als 100 Fußballfelder - ein ganz neues, einzigartiges Einkaufserlebnis ermöglichen, kündigen Dubai Holding und das Immobilienunternehmen Emaar Properties an. Die Shopping-Mall soll noch größer werden als die ohnehin schon riesige Dubai Mall. Das Projekt, das etwa 2,5 Milliarden Euro kosten soll, wird im neuen Quartier Dubai Creek Harbour entstehen, etwa zehn Minuten vom Flughafen entfernt. Der Einkaufstempel grenzt dann an den Dubai Creek Tower, der mit 928 Metern das höchste Hochhaus der Welt werden soll. Die Fertigstellung des Skyscrapers ist für 2020 geplant, die Shopping-Mall soll in vier bis fünf Jahren eröffnen.

Einkaufsmeile und Vergnügungspark

Der Dubai Square soll den Kunden auf drei Ebenen modernste Erlebniswelten präsentieren. Im Erdgeschoss haben die Planer eine Event-Arena vorgesehen. In der ersten Ebene sollen gehobener Einzelhandel, exklusive Restaurationen und unterhaltsame Freizeitangebote geboten werden. Die zweite Ebene soll besonders familienfreundlich sein und mit "Ice Adventure", Cineplex-Kinos, Wasserpark und Sportarena, Supermarkt sowie einer Metro-Anbindung aufwarten.

Boulevard at Dubai Square

"Boulevard" im Dubai Square – Foto: Emaar

Die dritte Ebene führt die Besucher in eine futuristische Entertainment-Arena mit 3D-Projection-Mapping, Kinosound und Beleuchtung und bietet eine große Auswahl an internationaler Gastronomie. Außerdem ist ein Künstlerviertel geplant, ebenso wie das größte China Town des Mittleren Ostens.

Insgesamt rechnen die Bauherren mit fünf bis sechs Millionen Besuchern pro Jahr. Innerhalb des Dubai Square soll es 1.500 Hotelzimmer geben, im gesamten Dubai Creek Harbour sind 24 Hotels mit 5.800 Zimmern geplant.   

THo

 

25. Juli 2018 – 13:39
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Die Umweltschutzorganisation hat zusammen mit der spanischen Organisation Obervatorio de la Sostenibilidad (auf Deutsch: Nachhaltigkeitsobservatorium) den Zustand der Küsten des Landes untersucht und gelangt zu dem Ergebnis, dass das Ausmaß der Urbanisierung entlang der Wasserlinie vielerorts alarmierend sei. Zwar umfasse der Küstenstreifen nicht einmal neun Prozent der Fläche des Landes, doch lebe dort mittlerweile fast die Hälfte der Bevölkerung, heißt es in der Studie "A Toda Costa" (auf Deutsch: "Um jeden Preis“). Rund um Städte wie Marbella oder in der Region Valencia seien die Küstenstreifen fast vollständig zugebaut. Innerhalb der letzten 30 Jahre habe sich der Anteil urbanisierter Flächen vor allem aufgrund einer ungebremsten massentouristischen Entwicklung verdoppelt.

Erhöhte  Überschwemungsgefahr

Das Resultat dieser Entwicklung sei keineswegs nur eine optische Verschandelung der Küste, unterstreicht Greenpeace. Vielmehr führe der massive Verlust von Vegetation und die Betonierung großer Küstenabschnitte vielerorts zur Erosion und verringere zudem die Fähigkeit der Landschaft zur Aufnahme von Niederschlägen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, immer heftigerer Wetterkapriolen und zunehmender Unwetter wachse damit die Überschwemmungsgefahr erheblich.

Die Provinz mit dem höchsten Anteil zugebauter Küste ist laut der Umweltorganisation Katalonien, rund 26 Prozent der dortigen Küstenabschnitte sind davon betroffen. Einen besonders hohen Anteil zugebauter Abschnitte wiesen auch die Provinzen Valencia (23%) und Andalusien (15%) auf. Die Balearen weisen mit rund sieben Prozent noch einen relativ geringen Anteil gefährdeter Küstenstreifen auf. Allerdings sei dort in den vergangenen Jahren die meiste Ufervegetation zerstört worden, kritisieren die Umweltaktivisten.

Falsche Prioritäten

Vor diesem Hintergrund setze auch der staatliche Umgang mit dem wertvollen Ökosystem falsche Akzente. So wanderten noch in diesem Jahr 93 Prozent der öffentlichen Investitionen für den Küstenbereich in Maßnahmen wie die Anlegung von Uferpromenaden und die Gewinnung und Sicherung von Sand an den Stränden. Allein in die Wiedergewinnung des abgespülten Sandes der Strände von Barcelona würden alljährlich 33 Millionen Euro investiert. In den Küstenschutz flössen dagegen nur sieben Prozent der staatlichen Gelder. Greenpeace fordert eine Ausweitung von Schutzgebieten entlang der Küste und eine integrierte Planung, bei der der Schutz der Ökosysteme oberste Priorität genießen solle.

Christian Schmicke

25. Juli 2018 – 09:41

Der Browser Google Chrome läuft mittlerweile auf zwei Dritteln aller Desktop-Rechner auf der Welt und hat damit alle anderen weit hinter sich gelassen, wie die Statista-Grafik zeigt.

Infografik Webbrowser Statistia

Vor zehn Jahren war der Internet Explorer der eindeutige Favorit, und auch Firefox kam auf einen ordentlichen Marktanteil. Chrome von Google spielte damals noch gar keine Rolle. Im Zehn-Jahres-Vergleich wird der Niedergang von Microsofts Explorer sichtbar, der jetzt nur noch rund sieben Prozent Marktanteil hat. Sein Nachfolger Edge erreicht erst vier Prozent. Apples Safari kommt aktuell auf zehn Prozent und hält sich seit Jahren stabil.

Für den Vergleich hat Statista die Daten von rund 16 Milliarden Page Views pro Monat ausgewertet. Er zeigt die Entwicklung von Januar 2009 bis Mai 2018. Wichtig: Die Analyse geschränkt sich auf Desktop-Rechner. Smartphones sind dabei nicht erfasst.

24. Juli 2018 – 17:42
catapult

Catapult Air heißt das fiktive Verkehrsmittel in einem Video, das sich die Hamburger Agentur Philipp und Keuntje und der Chef der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG) ausgedacht haben, um damit für die Beseitigung des eingleisigen Engpasses auf dem Hindenburgdamm zu werben, über den die Bahnlinie zwischen dem Festland und Sylt verläuft. Das witzige Video beschreibt anschaulich, wie Catapult Air Urlauber vom Festland im hohen Bogen auf die Insel schleudert – alles innerhalb von nur zwei Minuten. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft stempelt die Karten, wünscht einen guten Flug und einen schönen Urlaub. Die Gäste müssen sich beim Start rücklings auf ein riesiges Katapult legen, die Füße zeigen nach vorne. Unterwegs ist das Möwenfüttern streng untersagt. Und bei der Landung am Sylter Strand ist Vorsicht geboten. Wer das Luftkissen nicht trifft, das dafür vorgesehen ist, landet womöglich im Wasser.

Seit 90 Jahren unverändert

Der Hintergrund für das rund dreiminütige Spaß-Video ist allerdings weniger lustig.  Denn bei der An- und Abreise auf die Urlaubsinsel herrscht regelmäßig Chaos. Ein großer Teil der Strecke von Niebüll nach Sylt sind seit 1927 kaum verändert und eingleisig. "Alle fünf bis zehn Minuten fährt ein Zug über dieses Nadelöhr. Kein Wunder, dass jede kleinste Störung zu weitreichenden Verspätungen führen kann". so die Initiatoren der Aktion. Allein im Mai und Juni seien über 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit der Personenzüge bei Ankunft auf Sylt habe bei unter 40 Prozent gelegen. "Wir müssen dem Bundesverkehrsministerium verdeutlichen, dass der eingleisige Engpass nicht nur den hier lebenden und arbeitenden Menschen schadet, sondern auch den jährlich knapp eine Million anreisenden Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet“ sagt Sylt-Werber Luft.

Petition für Schienenausbau

Das soll nun mit Hilfe des Gag-Videos erreicht werden, das für die Teilnahme an einer Petition wirbt. Darin wird eine Reihe von Forderungen aufgestellt: Zum einen verlangen die Initiatoren den schnellstmöglichen zweigleisigen Ausbau der 13 Kilometer langen Bahnstrecke Niebüll – Klanxbüll und zum anderen die Priorität für das Projekt sowie die entsprechende Einstufung des Ausbaus im Bundesverkehrswegeplan mit "vordringlichem Bedarf". Im September wird ein entsprechender Antrag vom Bundesverkehrsministerium des Landes Schleswig-Holstein geprüft.

Das Video und die Petition sind unter dem folgenden Kurzlink zu finden: www.openpetition.de/!sylt

24. Juli 2018 – 15:53

Wegen Einschränkung der Reisefreiheit während der Fluglotsenstreiks in Frankreich haben die British-Airways-Mutter IAG sowie Ryanair, Easyjet und Wizz Air offiziell bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht. Die Fluglinien stoßen sich vor allem daran, dass sie aufgrund der in diesem Jahr gehäuft auftretenden Streiks der französischen Fluglotsen das nicht überfliegen dürfen.

Streiks behindern Reisefreiheit

Die Airlines behaupten, Frankreich verstoße mit den Fluglotsenstreiks, deren Häufigkeit im Vergleich zu 2017 ums 300 Prozent zugenommen habe, gegen die im EU-Recht verbriefte uneingeschränkte Reisefreiheit zwischen den Mitgliedsländern. In einer Mitteilung der ungewöhnlichen Airline-Allianz klagt IAG-Chef Willie Walsh: "Es sind nicht nur Kunden, die nach und von Frankreich fliegen, die von den Streiks der französischen Fluglotsen betroffen sind. Passagiere, deren Maschinen Frankreich nur überfliegen sollen, leiden ebenfalls unter Verspätungen und massiven Störungen." Auch die Tourismusbranche in Spanien bekomme dies deutlich zu spüren, so Walsh.

Jósef Váradi, CEO von Wizz Air, meint, für die europäischen Behörden sollte es "höchste Priorität haben, sicherzustellen, dass Europa nicht länger wegen nationaler Fragen des Arbeitsrechts in Geiselhaft genommen wird".  Und Easyjet-Boss Johan Lundgren erklärt: "Wir respektieren das Streikrecht voll und ganz und waren bisher mit der EU und der französischen Regierung in einem konstruktiven Dialog. Doch leider gab es bislang noch keine wirklichen Veränderungen zugunsten unserer Flugpassagiere, deshalb war es nun Zeit für den nächsten Schritt."

Unterschiedliche Regelungen bei Überflügen

Michael O'Leary, CEO von Ryanair, vergleicht die Situation mit Griechenland und Italien: Wenn dort die Fluglotsen streikten, könnten Transitflüge weiterhin ganz normal durchgeführt werden. "Warum kann Frankreich nicht ebenso handeln?" will der Ryanair-Chef wissen. 1.100 Flüge musste der irische Billigflieger allein im Mai wegen der Lotsenstreiks absagen. Hinzu kommen Streiks der eigenen Piloten. Das verstärkt den Ärger der Passagiere und erhöht den Druck auf die Airline, Maßnahmen zu treffen.

Laut der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt Eurocontrol kam es im Juni bei mehr als 16.000 Flügen zu Verspätungen aufgrund von Lotsenstreiks. Mehr als zwei Millionen Passagiere waren davon betroffen.

AF

 

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