05. November 2018 – 14:28

Nach Zahlen des "Synccess-Reisebarometers" des Backoffice-Anbieters Ziel legten die Umsätze im stationären Vertrieb im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als sechs Prozent zu. Für die kumulierten Buchungseingänge von November 2017 bis Oktober ergibt sich ein Zuwachs um knapp fünf Prozent. Die Zahl der angetretenen Reisen bewegt sich für Oktober um knapp zwei und für das Touristikjahr insgesamt um 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Werte basieren auf den Umsätzen von rund 1.500 mittelgroßen touristischen Reisebüros.

 

05. November 2018 – 13:18
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Die HRG-Marke, die die Reiseaktivitäten des Deutschen Fußball-Bundes und zahlreicher Profivereine betreut, will ihr Portfolio dadurch um Trainingslager, Promotion-Touren und Freundschaftsspiele erweitern. Gemeinsam sollen "neue Erlösfelder in der Kreation, Organisation und Vermarktung von Sportevents" geschaffen werden, heißt es.

HRG Sports Europe ist in Sachen Fußballreisen eine große Nummer. Die Marke von HRG Germany versorgt Vereine, Verbände, Medien, Sponsoren und Fans mit Reisepaketen und kümmert sich um die Organisation vor Ort. Unter anderem betreibt HRG Sports Europe gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein eigenes Reisebüro. Außerdem betreut der Dienstleister mehr als 45 Clubs der Bundesliga, der 2. Bundesliga sowie der 3. Liga. Hinzu kommen europäische Partnerschaften mit dem Österreichischen Fußball Bund (ÖFB) sowie zahlreiche weitere Sportarten wie Golf, Ski und Handball.

Gemeinsame Eventvermarktung für Profi-Vereine

Nun macht das Schwergewicht gemeinsame Sache mit der Sportberatungsagentur Match IQ. Die Agentur, die seit September zum Constantin Medien-Konzern gehört, berät nach eigener Auskunft mehrere Bundesligavereine im Bereich Internationalisierung, Spieltags-Abwicklung, sowie bei der Entwicklung, Akquise und Umsetzung von Freundschaftsspielen, Turnieren, Trainingslagern und Auslandsreisen. Außerdem entwickelt das Unternehmen Marketing-Konzepte für Vereinsmarken, Verbände, Rechteinhaber und Sponsoren.

Mit der strategischen Partnerschaft will HRG Sports sein Leistungsspektrum um nationale und internationale Trainingslager, Promotion-Touren und Freundschaftsspiele erweitern. Match IQ erlangt im Gegenzug Zugriff auf das Dienstleistungsportfolio von HRG, samt deren Rahmenvereinbarungen mit touristischen Leistungsträgern. Auf diese Weise könnten "beide Unternehmen künftig sämtliche Dienstleistungen im Sportbereich anbieten – und so neue Erlösfelder in der Kreation, Organisation und Vermarktung von Sportevents schaffen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung

Kooperation bestand bereits auf Projektbasis

Bereits zuvor hätten beide Anbieter bei diversen Projekten zusammengearbeitet, heißt es. Dazu zählten etwa Touren von Eintracht Frankfurt in die USA im vergangenen und in diesem Jahr, eine Reise des FC Schalke 04 nach China oder auch eine US-Tournee des FC St. Pauli. Auf der Basis der neuen Vereinbarung wolle man die Zusammenarbeit vertiefen und "eine noch stärkere Präsenz am Markt schaffen", so Nicholas MacGowan von Holstein, Gründer und Geschäftsführer von Match IQ.

 

05. November 2018 – 12:36

Obwohl einem Großteil der Geschäftsreisenden Nachhaltigkeit bei dienstlichen Trips wichtig ist, achtet weniger als die Hälfte der Firmen in ihren Reiserichtlinien darauf. Das ist ein Ergebnis der vom DRV initiierten Umfrage "Chefsache Business Travel 2018". Außerdem kommt die Befragung zu dem Schluss, dass das Umweltbewusstsein auf Geschäftsreisen bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern.

Zwischen der Zahl der Unternehmen, die bei der Buchung von Geschäftsreisen tatsächlich die Nachhaltigkeit berücksichtigten, und der Anzahl der Mitarbeiter, die dieses Thema bei Geschäftsreisen für wichtig hielten, klaffe in Deutschland eine "deutliche Diskrepanz", resümieren die Verfasser der Studie. Obwohl 81 Prozent der Studienteilnehmer erklärten, dass es wichtig sei, bei Dienstreisen auf die Umwelt zu achten, werde nur in 47 Prozent der Unternehmen immer oder zumindest meistens darauf geachtet. Die Firmen müssten das Thema stärker fördern, indem sie die Mitarbeiter besser über umweltschonende Reisemöglichkeiten informierten, fordert Mark Tantz, Geschäftsführer DER Business Travel.

Frauen nehmen häufiger den Zug

Außerdem gelangt die Befragung zu dem Schluss, dass Frauen ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit hätten als Männer: so hielten 86 Prozent der weiblichen Befragten die Nachhaltigkeit von Geschäftsreisen für wichtig, bei den Männern seien es lediglich 76 Prozent. Frauen nutzten zudem bei der Anreise den Zug häufiger als ihre männlichen, und sie bewegten sich am Zielort öfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so die Studie. So zögen 58 Prozent der Frauen, aber nur 49 Prozent der Männer die Schiene dem Luftverkehr vor.

Taxi bleibt am häufigsten genutztes Verkehrsmittel am Zielort

Für beide Geschlechter gilt, dass bei der Wahl des Verkehrsmittels am Zielort noch Verbesserungsbedarf herrscht. So nutzen dort nach eigenen Angaben nur 30 Prozent der Befragten häufig öffentliche Verkehrsmittel, 44 Prozent der sind am häufigsten mit dem Taxi unterwegs. Der Anteil der Frauen, die häufig ins Taxi steigen, liegt bei 48 Prozent und damit acht Prozentpunkte höher als bei den Männern. Die Nutzung von Leihfahrrädern bleibt geschlechterübergreifend die Ausnahme. Nur sieben Prozent geben an, dass sie oft damit unterwegs sind.

Nachholbedarf bei Unterkünften und Restaurants

Und auch bei der Wahl der Unterkunft, des Restaurants oder des Reisedienstleisters spielt Nachhaltigkeit nur eine geringe Rolle. Gerade mal knapp ein Dritte der Umfrageteilnehmer achtet darauf, Angebote auszuwählen, die für ihre Umweltfreundlichkeit ausgezeichnet wurden. Mit einem Anteil von 37 Prozent liegen die Frauen hier zwölf Prozentpunkte vor den Männern.

Für die Studie "Chefsache Business Travel" werden 100 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 102 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern über ein Online-Panel befragt.

02. November 2018 – 11:01
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Die Eröffnung der 360 Millionen Euro teuren Freizeitanlage in Leutkirch missglückte gründlich, aber jetzt soll alles besser werden. Nachdem am 1. Oktober mehr 400 Gäste direkt wieder ihre Koffer packten und abreisten und der Park fünf Tage später für drei Wochen dicht machte, will Center Parcs nun Wiedergutmachung leisten. „Wir sind bemüht, gemeinsam mit jedem Gast eine individuelle Lösung zu finden. Gäste, die vorzeitig abgereist sind oder deren Anreise verschoben werden muss, werden so schnell wie möglich von unserem Kundencenter kontaktiert“, sagt Center-Parcs-Deutschland-Sprecherin Sabine Huber. Buchungs- und Anreisekosten seien erstattet worden, heißt es in den sozialen Medien. Auch kostenloser Urlaub in einer Center-Parcs-Anlage seien angeboten worden.

Gründe für die Schließung waren Pannen bei den Heizungen, bei der Internet- und Mobilfunkverbindung und der Warmwasserversorgung sowie Buchungsfehler und nicht funktionierende Chip-Schlüssel. Etliche enttäuschte Besucher schrieben außerdem in den sozialen Medien, dass ihre Häuser in einem unbewohnbaren Zustand waren.

Am Montag, 29. Oktober hat der Park zu dritten Mal eröffnet, und nun alles scheint reibungslos zu laufen. „1600 Gäste sind angereist und es gab keine größeren Beschwerden“, betont Park-Sprecherin Sabine Huber. Eine Familie schreibt in ihrer Internet-Rezension: „Wir durften schon dort sein. Natürlich war noch nichts alles fertig und nicht alles nutzbar. Aber wir haben die Sache mit dem nötigen Humor genommen und hatten dann einen schönen Urlaub. Alle Mitarbeiter bemühten sich wirklich. Wenn der Park mal fertig ist, dann ist er mit Sicherheit einer der schönsten…“ und vergab vier von fünf Sternen bei Google.

Bis Mitte Dezember soll der Center Parc Allgäu fertiggestellt sein, verspricht Huber. Aktuell seien alle Indoor-Einrichtungen des Market Dome und des Erlebnisbads Aqua Mundo nutzbar, mit Ausnahme des Außenbereichs, der Mitte November eröffnet werde. „Das Freizeit- und Unterhaltungsprogramm steht ebenfalls zur Verfügung. Die Kletteranlage Zip Wire und die Achterbahn Zipline werden planmäßig Mitte Dezember eröffnet“, so Huber. Ob sie im Winter jemand nutzt, hängt dann nicht mehr von der Technik, sondern nur noch vom Wetter ab.

Andreas Förster

31. Oktober 2018 – 17:44
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Nach einigen dürren Jahren ist die Schweiz touristisch wieder im Kommen. Das hat die Konjunkturforschungsstelle KOF im Auftrag des eidgenössischen Staatssekretariats für Wirtschaft ermittelt. So sei die Zahl der Übernachtungen im Sommer um 3,1 Prozent gestiegen, für die anstehende Wintersaison werde ebenfalls ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. "Der Schweizer Tourismus hat die Trendwende geschafft", lautet das Resümee  der Marktforscher. Die stärksten Wachstumsimpulse kämen weiterhin aus dem Ausland, insbesondere den Fernmärkten.

Als entscheidenden Faktor machen die KOF-Experten eine zurückhaltende Preispolitik der als teuer geltenden Schweizer Touristik in den vergangenen Jahren aus. Gemessen an den Verbraucherpreisen insgesamt sei die Preisentwicklung im Tourismus „in den letzten Jahren flach und seit 2010 tendenziell rückläufig“ gewesen, erklären sie. In der Hotellerie sei der Preisrückgang seit 2015 "deutlich ausgeprägt" und die Preise lägen derzeit immer noch rund fünf Prozent unter dem Niveau von 2010. In den Nachbarländern seien die Preise im Tourismus seit 2005 um rund 30 bis 35 Prozent angestiegen. In der Schweiz habe der Preisanstieg lediglich bei zehn Prozent gelegen.

Wettbewerbsnachteil wettgemacht

"Durch die Preiszurückhaltung hat die Schweizer Tourismuswirtschaft den preislichen Wettbewerbsnachteil infolge der Frankenaufwertung teilweise wieder wettmachen können", urteilt die KOF. Die Aussichten für die kommenden zwei Tourismusjahre zeigten "klar nach oben". Die KOF rechnet für das laufende Tourismusjahr insgesamt mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen um rund 3.8 Prozent. Die Dynamik werde in den kommenden Jahren etwas abflachen. Für das Tourismusjahr 2019 wird eine Zunahme um 2.7 Prozent prognostiziert. Unterstützt werde der Trend von der guten konjunkturellen Lage der Weltwirtschaft. Die höchsten Zuwächse werden weiterhin bei den Fernmärkten, insbesondere bei den asiatischen und nordamerikanischen Herkunftsländern, erwartet. Aber auch bei Gästen aus dem Euroraum "sollte sich die Erholung fortsetzen".

Ausländische Gäste geben wieder mehr Geld aus

Auch die Ausgaben der ausländischen Gäste seien 2017 erstmals nach dem kräftigen Rückgang im Zuge des Frankenschocks von 2015 wieder gestiegen. Wegen der steigenden touristischen Auslandsnachfrage werde in diesem Jahr das Wachstum der Ausgaben um 3.8 Prozent ansteigen.

31. Oktober 2018 – 16:50

Das Auswärtige Amt hat dem Dienstleister VFS Global den Auftrag zur Einrichtung neuer Visumsstellen in 36 Standorten in 14 Ländern erteilt. Auf diese Weise soll es Reisenden aus Asien erleichtert werden, an ein Visum zu gelangen. Schwerpunkt der Aktivitäten ist China, wo die Stellen in 15 Großstädten eingerichtet werden.

Für potentielle Besucher die Prozedur zum Erhalt eines Visums zu erleichtern, das zählt schon lange zu den Forderungen deutscher Incoming-Spezialisten an die Politik. Nun hat das Auswärtige Amt das Unternehmen VFS Global damit beauftragt, für Deutschland die Visumsdienstleistungen im asiatisch-pazifischen Raum zu übernehmen. Demnach soll VFS Global die deutschen Visumsstellen an 36 neuen Standorten in 14 Ländern betreiben, wodurch den entsprechenden Staatsangehörigen der Prozess des Visumsantrags „extrem erleichtert“ werde, wie es in einer Mitteilung des Dienstleisters heißt.

Menschen, die in Brunei, Fidschi, Kambodscha, Laos, Malaysia, Mongolei, Myanmar, Papua-Neuguinea, Singapur, Vietnam, Indonesien, auf den Philippinen, in China oder Thailand leben, können dann deutsche Visa über VFS Global beantragen, wodurch ihnen der unter Umständen weite Weg zur deutschen Botschaft erspart bleibt. Allein in der Volksrepublik China werden zusätzlich Visumsstellen in 15 Großstädten eingerichtet. Dabei handelt es sich um Peking, Chengdu, Guangzhou (Kanton), Shenyang, Shanghai, Xi’an, Wuhan, Changsh, Jinan, Kunmin, Chongqing, Fuzhou, Shenzhen, Nanjing und Hangzhou.

Der Betreiber will voraussichtlich im ersten Quartal 2019 mit dem Betrieb dieser neuen Visumsstellen beginnen. Zusätzlich zu diesen Einrichtungen plant er die Einrichtung eines mobilen, biometrischen Dienstes an 24 Standorten in der Region anbieten. Mithilfe des mobilen, biometrischen Diensts können Antragssteller Dokumente und biometrische Informationen an einem Standort ihrer Wahl einreichen und müssten dafür nicht mehr eine Visumsstelle aufsuchen.

Derzeit betreibt VFS Global 59 deutsche Visumsstellen in 16 Ländern. Das Unternehmen mit Sitz in Dubai hat nach eigener Darstellung Schweizer Wurzeln und gehört zur Beteiligungsgesellschaft EQT mit Firmensitz in Stockholm.

31. Oktober 2018 – 16:25
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Mattias Huwiler, der bislang in Personalunion den Schweizer Veranstalter, das Baustreingeschäft für die gesamte Gruppe und den Consolidator Ticketshop verantwortete, zieht sich aus dem Schweizer Veranstaltergeschäft zurück. Dafür ist mit Carmen Doré nun eine neue Chefin verantwortlich. Der bisherige Managing Director für die Schweiz, Florian Tomasi, verlässt die FTI Group.

Die Trennung erfolge auf eigenen Wunsch, weil sich Tomasi "neuen beruflichen Zielen widmen" wolle, heißt es. Huwiler, bislang dem Geschäftsführer der FTI Touristik AG als Verwaltungsratsdelegierter überstellt, zieht sich gleichzeitig aus dem Schweizer Veranstaltergeschäft zurück, um sich auf seine Aufgaben als Chef der FTI Ticketshops in Deutschland und des Bausteingeschäfts der Gruppe zu konzentrieren. Doré berichte nun direkt an Rene Schaufuss, den CEO für die Quellmärkte bei der Gruppe. Sie ist seit Sommer 2017 bei FTI in der Schweiz tätig, zuletzt als Vertriebschefin. Zuvor verantwortete die gebürtige Französin über neun Jahre den Vertrieb bei MSC Cruises.

30. Oktober 2018 – 16:05
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Nachdem der Gewinn in den ersten neun Monaten im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 1,74 Milliarden Euro sank, strafte die Börse Lufthansa mit Abschlägen von bis zu acht Prozent ab. Gründe für die Einbußen sind höhere Treibstoffpreise, aber auch zusätzliche Kosten für Verpätungen und Flugausfälle. Lufthansa will darauf mit gebremster Kapazitätsausweitung reagieren und spätestens im nächsten Jahr die Ticketpreise erhöhen.

So schnell kann’s gehen. Noch zum Jahreswechsel bewegte sich der Kurs der Lufthansa-Aktie bei rund 31 Euro. Der Kranich war zum Börsenliebling geworden, wozu sowohl die scheinbar ungebremsten Wachstumsperspektiven nach der Pleite von Airberlin als auch der noch günstige Kerosinpreis kräftig beitrugen.

Zehn Monate später sieht die Sache anders aus. Nachdem Airline-Chef Carsten Spohr in seiner Neun-Monats-Bilanz zehn Prozent weniger Gewinn in den Sommermonaten und geringere Umsätze als erwartet verkünden musste, rauschte der Aktienkurs zeitweise um knapp acht Prozent in den Keller und stabilisierte sich schließlich bei knapp 17,50 Euro. Damit hat der Titel seit dem Jahresbeginn rund 40 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Hohe Kosten für Treistoff und Entschädigungen

Zwischen beiden Terminen liegen ein veritabler Chaossommer und ein Anstieg der Rohölpreise von knapp über 60 auf zeitweise fast 85 Dollar pro Barrel. "Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Kostenanstieg von mehr als einer Milliarde Euro allein durch Treibstoffkosten und Sonderbelastungen durch Flugausfälle und Verspätungen", sagt Spohr. Dennoch habe Lufthansa mit 2,4 Milliarden Euro das zweit­beste Neun-Monats-Ergebnis in der Firmengeschichte erzielt.

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Flugzeugbetankung: die Kersoinpreise sind im Jahresvergleich kräftig gestiegen – Foto: iStock/Chalabala

Unter Druck stehen vor allem die Erträge bei der Tochter Eurowings. Insbesondere durch Einmalkosten von 170 Millionen Euro für den Abschluss der Integration von Teilen der Airberlin als auch durch zusätzliche Kosten für Flugverspätungen und -ausfälle sei das Ergebnis von Eurowings in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 210 Millionen Euro zurückgegangen. Unter de, Strich standen 65 Millionen Euro Verlust.

Infrastruktur muss dem Wachstum standhalten

Während er auf die mittlerweile wieder leicht gesunkenen Treibstoffpreise keinen Einfluss hat, will Spohr aus den anderen Erfahrungen Lehren ziehen. Zum einen durch eine gedrosselte Kapazitätsplanung. "Das Wachstum im Luftverkehr muss künftig stärker die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur am Boden und in der Luft berücksichtigen", sagt der Lufthansa-Chef. Für den Winter 2018/2019 würden laut Markterwartung die Airlines in Deutschland ihre Kapazitäten um über zehn Prozent ausbauen – weiterhin angetrieben durch das Ausscheiden von Airberlin. Die Airlines der Lufthansa Group wollen hingegen nur um acht Prozent wachsen. Und im nächsten Sommer werde das Kapazitätswachstum dann nochmals auf 3,8 Prozent reduziert.

Hoffnung auf steigende Preise

Nicht zuletzt wolle Lufthansa "mit Kapazitätsdisziplin die Profitabilität unserer Airlines sichern", versichert Spohr. Angesichts der deutlich gestiegenen Treibstoffkosten müssten die Flugpreise wieder steigen. „Spätestens ab 2019“  sei mit höheren Ticketpreisen zu rechnen, so  der Airline-CEO.

Christian Schmicke

30. Oktober 2018 – 15:31
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Geschäftsführer Mario Krug zieht die Reißleine. Nach massiven Problemen mit Flügen zwischen Paderborn-Lippstadt und Hurghada schickt der Leipziger Veranstalter keine Kunden mehr mit der rumänischen Charterfluggesellschaft auf die Reise.

"Sie machen kommendes Wochenende noch einen letzten Umlauf, dann war es das", versichert Krug. Am letzten Wochenende hatte es massive Probleme mit Aviro Air gegeben. Sowohl der Hinflug von Paderborn-Lippstadt nach Hurghada am 20. Oktober als auch der Rückflug eine Woche später klappten nicht. Beim Hinflug konnte das Flugzeug gar nicht erst von Paderborn aus starten. Die Crew pochte auf die Einhaltung der Ruhezeiten. "Das ist grundsätzlich auch korrekt", sagt der LMX-Chef, "aber dann müssen die Verantwortlichen eine Ersatz-Crew ordern". Auch das war nicht möglich, so dass die Passagiere per Bus nach Bremen gefahren wurden und von dort abflogen.

Beim Rückflug kam es für die 125 Urlauber aus Ostwestfalen noch dicker. Sie konnten erst am Dienstag mit mehr als zweitägiger Verspätung den Rückflug antreten. Die Airline gab der schwierigen Wetterlage über dem Mittelmeer die Schuld. "Die Maschine hätte in Athen zwischenlanden müssen und dort hätte es wieder Crew-Probleme gegeben. Das hätte zu einer außerplanmäßigen Übernachtung in Athen geführt, aber das wollten wir den Urlaubern nicht zumuten", erklärt Krug. Stattdessen übernahm man die Kosten für den unfreiwillig verlängerten Aufenthalt am Urlaubsort. "Wir haben versucht, den Gästen keinen unnötigen Umzug in eine neue Unterkunft zuzumuten, das hat auch geklappt, viele konnten sogar ihr Zimmer behalten", beteuert Krug.

Schadensbegrenzung ist angesagt

Ihm tue das alles sehr leid. Sein Flug-Team wollte schon nach dem Malheur beim Hinflug bereits die Notbremse ziehen und kurzfristig eine andere Airline buchen. "Wir hatten auch schon fast die Zusage von Air Arabia, aber dann musste deren Flugzeug überraschend in die Wartung und so blieb uns nur noch die Hoffnung, dass alles gut geht", berichtet Krug. Doch die Hoffnungen wurden enttäuscht. Nun gehe es um Schadensbegrenzung.

"Die betroffenen Urlauber können ihre Schadenersatzforderungen hinsichtlich der Flugverspätung bei der Airline einreichen, es gilt die EU-Fluggastrechteverordnung", sagt der LMX-Geschäftsführer. Ansprüche darüber hinaus, zum Beispiel, weil man zwei Tage nicht zur Arbeit gehen konnte, könnten selbstverständlich bei LMX eingereicht werden, betont Krug. Man werde alle Ansprüche prüfen, das sei der ganz normale Weg. Ob er dann wiederum Regressforderungen an Aviro Air stellen wird, ist noch nicht klar.

Andreas Förster

 

30. Oktober 2018 – 14:19
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Die asiatische Fluggesellschaft setzt erstmals einen deutschen Airline-Experten als Chef für den hiesigen Markt ein. Uwe Wriedt, lange in Diensten von Lufthansa, löst Joon Wook Yoo ab, der nach Korea zurückkehrt.

Mit dem Mann als Regional Manager Germany von Korean Air betreibe die Airline eine "noch stärkere Globalisierung", heißt es in einer Mitteilung. In der Tat betritt die Fluggesellschaft mit der Personalie Neuland. Denn bislang hatte sie stets koreanische Manager nach Frankfurt und auch in die übrigen Auslandsmärkte geschickt.

"Ziel von Korean Air ist es, sich sowohl in Deutschland als auch in anderen internationalen Märkten noch stärker zu positionieren, und das mittels eines lokal verankerten Managements", erklärt Wriedt die neue Ausrichtung. "Mit diesem Schritt öffnet sich die Fluggesellschaft gegenüber den Märkten und macht den Weg frei für Innovationen."

Der gebürtige Kieler verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Luftfahrtbranche. Zuletzt zeichnete er bei Gulf Air als Commercial Director Germany für den deutschen Markt verantwortlich. Davor war der Diplom-Kaufmann als Chief Commercial Officer bei der russischen Regionalfluggesellschaft Nordavia aktiv. Wriedt startete seine Airline-Karriere in den 80er Jahren mit einer Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann bei Lufthansa. Hier blieb der Wahl-Frankfurter dann über 25 Jahre und hatte verschiedene leitende Vertriebspositionen national und international inne.

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