18. Juni 2018 – 17:42

In der Auseinandersetzung mit dem Technikdienstleister Bewotec meldet sich der Verband erneut zu Wort und ermahnt Reisebüros, ihren Kunden die vorvertraglichen Informationen in jedem Fall vor der "Abgabe der Willenserklärung", also vor der positiven Antwort auf die Abschlussfrage auszuhändigen. Geschehe das nicht, sondern unter Umständen erst zusammen mit der Herausgabe der Reisebestätigung, seien "juristische Folgen für die Vertriebsstelle nicht auszuschließen", heißt es. Eine solche Lösung hatte Bewotec-Chef Bernhard Koller kürzlich für praktikabler und auch für rechtmäßig erklärt. Mit diesem Formblatt, das die vorvertraglichen Informationen enthält, werden die Kunden darüber informiert, ob sie eine Pauschalreise, eine Einzelleistung oder verbundene Reiseleistungen ohne die Sicherheiten der Pauschalreise buchen. 

Artikel 250 des Einführungsgesetztes zum Bürgerlichen Gesetzbuch regele in § 1 den Zeitpunkt wie folgt: "Die Unterrichtung des Reisenden nach 651d Absatz 1 und 5 sowie § 651v Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss erfolgen, bevor dieser seine Vertragserklärung abgibt." Dies werde im Prozessmodell des DRV ausdrücklich berücksichtigt, erklärt der Verband. Ein genauer Zeitpunkt der Formblattausgabe sei im Prozessmodell nie festgelegt worden, da dieser nicht durch das Prozessmodell, sondern durch das Gesetz definiert werde, so der DRV. Das bedeute, theoretisch könnte eine Vertriebsstelle auch direkt zu Beginn des Beratungsgesprächs ein Formblatt ausgeben, wenn nach ihrer Einschätzung alle dafür notwendigen Informationen vorlägen. Das Gesetz regele nur den spätestmöglichen Zeitpunkt.

18. Juni 2018 – 16:58
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Die Ausflugs-Buchungsplattform Get Your Guide will sich aus der Rolle des reinen Technikdienstleisters  lösen und künftig auch eigene Städtetouren anbieten. Sie  sollen laut CEO Johannes Reck "in enger Zusammenarbeit mit führenden lokalen Partnern" entwickelt werden und unter dem Label "Top-Touren" buchbar sein. Reck verspricht den Nutzern des Portals "Touren, die einen besonderen Zugang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten bieten". Dafür sollen Qualitätsmerkmale wie Startzeiten, Treffpunkte und die Programmgestaltung sorgfältig ausgeklügelt werden. So könne man Gästen den Zugang zu Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten ohne lange Wartezeit bieten, erläutert Reck. Auf den Touren sollen ausschließlich erfahrene Guides zum Einsatz kommen, die ein speziell entwickeltes Trainingsprogramm absolviert haben.

Das Produkt-Konzept soll im August als Pilotserie mit fünf Touren in drei Destinationen starten. Welche das sind, verrät Reck noch nicht. Die Angebote werden auf der Website besonders gekennzeichnet und sind über Internet und Apps buchbar. 2019 ist geplant, das Angebot auf rund 100 Touren in 15 Zielen auszubauen.

18. Juni 2018 – 16:11
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Seit der vergangenen Woche steht es fest: Verbraucher können künftig leichter gegen Unternehmen klagen, wenn sie sich geschädigt fühlen. Der Bundestag hat am vergangenen Donnerstag das Gesetz zur Einführung einer sogenannten zivilprozessualen Musterfeststellungsklage beschlossen. Bereits im November soll es in Kraft treten. Konkret besagt die neue Regelung folgendes: Wenn mindestens zehn Verbraucher von demselben Fall betroffen sind, können Verbraucherverbände Klage erheben. Diese Klage wird dann in einem Klageregister öffentlich bekannt gemacht und betroffene Verbraucher können dort ihre Ansprüche anmelden. Tun dies innerhalb von zwei Monaten mindestens 50 Betroffene, wird das Verfahren durchgeführt. Eine Musterfeststellungsklage kann entweder durch ein Urteil oder durch einen Vergleich beendet werden. Voraussetzung für die Möglichkeit zur Erhebung der Klage ist, dass es sich beim Gegenstand der Auseinandersetzung um ein standardisiertes Massengeschäft handelt.

Verbraucherschützer sehen "Meilenstein mit schmerzhaften Kompromissen". Von Verbraucherschützern wird die neue Möglichkeit begrüßt "Die Musterfeststellungsklage ist ein echter Meilenstein für Verbraucherinnen und Verbraucher", sagt Klaus Müller, Vorstand beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Allerdings enthalte das Gesetz auch "einige schmerzhafte Kompromisse". So müssten sich Verbraucher weiterhin frühzeitig entscheiden, ob sie an einer Klage teilnehmen wollten – und somit mit dem Risiko leben, dass ein Urteil für sie auch negativ ausfallen könne. Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer ist die ihrer Meinung nach eng gefasste Klagebefugnis, durch die "nur vergleichsweise wenige Verbände" berechtigt seien, zu klagen.

Sorge um kleine und mittlere Unternehmen. Ganz anders wertet der DRV die neue Gesetzgebung. Er befürchtet, dass sie auch für die Touristik zu Klagewellen führen könnte. Kern seiner Argumentation gegen eine Einbeziehung touristischer Anbieter in die Liste möglicher Betroffener ist die Behauptung, dass es sich bei Pauschalreisen eben nicht um das standardisierte Massengeschäft handele, das der Gesetzgeber für die Klagemöglichkeit zur Voraussetzung macht. „Um im Fall eines Schadens feststellen zu können, ob es unternehmensseitig zu systematischen Fehlern kam, müssen die Klagegegenstände exakt vergleichbar sein“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Bei Pauschalreisen sei dies jedoch fast nie der Fall. Die Musterfeststellungsklage sollte nur für systematische Manipulationen, bei denen es zu einer Vielzahl gleichartig Geschädigter kommt, zur Verfügung stehen, erklärt der DRV-Chef. Das sei zum Beispiel beim Abgasskandal eindeutig so gewesen, bei Reisen liege die Sache hingegen anders. Sie wirkten "vielleicht auf den ersten Blick wie standardisierte Produkte", doch tatsächlich würden sie "meist dynamisch und individuell auf Kundennachfrage zugeschnitten".  Das Reiseerlebnis vor Ort sei ebenfalls "höchst individuell". Daher seien Reisen in der Regel nicht in allen Punkten vergleichbar, glaubt Fiebig.

Sorgen macht machem Touristiker zudem, dass eine Zahl von 50 Betroffenen bereits für eine Klage reicht. Damit könnte etwa eine Busreisegruppe auf diesem Weg ihre Ansprüche geltend machen und den Anbieter in seiner Existenz gefährden. Auch Kreuzfahrtreedereien seien potenzielle Opfer für die neue Klagemöglichkeit. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht in der neu geschaffenen Musterfeststellungsklage ebenfalls ein Problem für kleine und mittlere Unternehmen. Chefjustiziar Stephan Wenicke erklärte gegenüber dem "Spiegel", diese dürften, selbst wenn sie rechtmäßig gehandelt hätten, oft zu einem Vergleich gezwungen sein, weil sie "ein solcher Prozess ungeheuer belastet“. Während sich große Unternehmen wehren könnten, drohe der Mittelstand "unter die Räder zu kommen".

Christian Schmicke

18. Juni 2018 – 14:31

Die Meldungen zu der Frage, ob die staatliche kubanische Fluggesellschaft Cubana auf inlandsstrecken überhaupt noch fliegt, sind widersprüchlich. Das Flugportal "Aerotelegraph"  berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenseite "14 Medio", die Fluggesellschaft habe alle Inlandsflüge eingestellt. Daran werde sich wohl bis mindestens September nichts ändern, heißt es dort. Noch gebe es kein bestätigtes Datum für die Wiederaufnahme der Inlandsflüge, wird ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft zitiert. Offizielle kubanische Quellien hatten dagegen lediglich von einer "Anpassung" der Flugpläne gesprochen, wenngleich auch sie einräumten, dass es dem Carrier an Flugzeugen und Ersatzteilen fehle. So heißt es auf der Website "Cubadebate", komplett gestrichen seien die Flüge Camagüey, Moa, Manzanillo, Bayamo y Guantánamo. Dagegen werde die Zahl der Verbindungen zwischen der Hauptstadt Havanna und Nueva Gerona sowie nach Santiago de Cuba und Holguin nur reduziert. Passagieren, die ein Ticket für die betroffenen Verbindungen gebucht hätten, würden die Kosten erstattet, heißt es. 

Veranstalter vertrauen lieber auf Busse. Bei den deutschen Reiseveranstaltern sorgen die gravierenden Probleme bei Cubana de Aviacion nicht für größeren Anpassungsbedarf, erklären diese übereinstimmend. Denn schon vor dem Unglück vom 18. Mai, bei dem eine Maschine der Gesellschaft kurz nach dem Start in Havanna abgestürzt war und 112 Menschen starben, setzten sie bei ihren Rundreisen überwiegend auf den Transport über Land. So heißt es von Tui auf Anfrage, man biete nur eine einzige Rundreise an, die einen Inlandsflug beinhalte. Bei dieser biete man den Kunden Umbuchungen an. Thomas Cook erklärt, bereits vor zwei Jahren habe man alle Rundreisen überarbeitet und Inlandsflüge bis auf eine Rundreise durch Busfahrten ersetzt. Dadurch hätten sich die Rundreisen um ein bis zwei Tage verlängert, um den Kunden weiterhin alle wichtigen Sehenswürdigkeiten anbieten zu können. Bei der verbleibenden Reise mit Inlandsflug habe man „bisher keine Informationen, dass diese durch den Ausfall des Inlandsfluges betroffen wäre. DER Touristik arbeitet nach eigener Aussage bei den meisten Rundreisen, auf denen Flugtransfers stattfinden, mit der italienischen Gesellschaft Blue Panorama zusammen. Die „Höhepunkte-Rundreisen würdenmit  Aero Gaviota abgewickelt, die zu dem gleichnamigen staatlichen Tourismusunternehmen gehört.

 

18. Juni 2018 – 10:05
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Seit Jahresanfang ist eine Reihe von bekannten Krankheiten neu ausgebrochen oder verstärkt aufgetreten. Ein Gesundheits-Update der Welt durch die Fachleute des Sicherheitsdienstleisters International SOS für Reise vor9:

Algerien: Masern und Grippevirus. Masern in zahlreichen Regionen. Impflücken schließen. Grippevirus influenza B and A (H1N1). Wiederaufleben der Krankheit mit zahlreichen Fällen seit Januar.

Brasilien: Masern im Amazonas-Gebiet und im Bundesstaat Roraima.

Chile:  Mumps in den Regionen Valparaíso, Santiago Stadt, La Araucanía. Impflücken schließen.

China: Grippevirus influenza B and A(H1N1). Jahreszeitlich bedingter Anstieg an Fällen. Betriebliche und öffentlichen Grippeimpfungen sinnvoll.

Fidschi: Leptospirose in der Provinz Macuata, nördliche Region.

Japan: Masern in Okinawa und Nagoya, über 80 gemeldete Fälle in jüngster Zeit.

Kongo: Ebola und Affenpocken. Ebola in der Bikoro-Region der Provinz Equateur im nordwestlichen Teil des Landes. Die Demokratische Republik Kongo ist prinzipiell als Land mit Ebola-Herden bekannt. Die WHO beobachtet die erneuten lokalen Ausbrüche und hat Feldlabore zur Untersuchung in die Region gesendet. Zudem erhöhte Fallzahlen von Affenpocken in den ersten Monaten 2018.

Liberia: Affenpocken. Mehrere Fälle seit April 2018 in der Region River Cess County.

Mauritius: Masern im ganzen Land

Mikronesien: Mumps im Chuuk-Staat. Impflücken schließen.

Oman / Vereinigte Emirate: Corona-Virus. Ansteckung durch direkten Kontakt mit kranken Kamelen. Das Risiko für Touristen und beruflich Reisende ist gut kontrollierbar.

Peru: Gelbfieber im Department Ucayali. Die Fallzahlen liegen über denen des Vorjahreszeitraums. In einigen Gebieten ist das Gelbfieberrisiko ständig vorhanden. Gelbfieber kann durch eine lebenslänglich wirksame Impfung verhindert werden.

Réunion: Dengue-Fieber und Leptospirose. Dengue-Fieber vor allem in der Stadt Saint Paul / Fidschi - Provinz Macuata, Northern Division. Ein weiterer Beweis, dass Dengue weltweit auf dem Vormarsch ist. Leptospirose in den südlichen Teilen der Insel.

Simbabwe: Cholera und Thypus. Cholera in der Gemeinde Chegutu in der Provinz Mashonland. Cholera ist immer ein Hinweis auf Hygieneprobleme. Wasser und verunreinigte Nahrungsmittel können die Krankheit übertragen. Thyhus in der Provinz Harare gemeldet. Typhuserkrankungen sind fast immer ein Hinweis auf reduzierte öffentliche Hygiene.

Südafrika: Malaria in der Provinz Limpopo, in der Malaria normalerweise nicht vorhanden ist. Zusammen mit dem bekannten Vormarsch von Denguefieber zeigen die ungewöhnlichen Malariafälle erneut die Wichtigkeit von wirksamem Mückenschutz.

Taiwan: Masern vermehrt bei Flughafenmitarbeitern.

Tschad: Masern in den Regionen Bokoro, Ngama, Ati, Am dam und Goz Beida.

Uganda: Milzbrand in den Regionen Arua, Kiruhura, Kween, Zombo.

USA: Kolibakterium (E.coli) in Connecticut, Idaho, Missouri, New Jersey, Ohio, Pennsylvania, Washington. E.coli ist grundsätzlich ein Indikator dafür, dass Fäkalien das Trinkwasser kontaminiert haben.

Vanuatu: Mumps zahlreiche Fälle seit März 2018. Impflücken schließen.

Zentralafrikanische Republik: Affenpocken. Der Gesundheitsminister hat den Ausbruch erklärt. Berichten zufolge leiden mehrere Personen aus Ippy, Präfektur Ouaka, an Symptomen. Einige davon sind im Krankenhaus von Bria in der Präfektur Hauto-Kotto isoliert. Grundsätzlich ist eine Übertragung auf Menschen möglich.

17. Juni 2018 – 11:31
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Anse Vata Beach auf der im Südpazifik gelegenen Inselgruppe Neukaledonien ist nach einer Erhebung des Online-Portals Travelbird der teuerste Strand der Welt. Das Portal hat insgesamt 300 Strände in 90 Ländern unter die Lupe genommen und dabei einen Warenkorb zugrunde gelegt, der sich aus der Miete einer Strandliege und eines Sonnenschirms sowie dem Preis für ein Bier, ein Wasser, ein einfaches Mittagessen und Sonnencreme zusammensetzt. So gelangten die Tester zu einer Tagesrate von umgerechnet 78,50 Euro für einen Tag an dem Strand. Auf Platz zwei folgt demnach der Strand von Finale Ligure in der italienischen Provinz Savona mit 76,50 Euro. An dritter Stelle folgt der Yonaha Maehama Beach in der japanischen Präfektur Okinawa vor dem Strand von Solanas auf Sardinien und den berühmten Stränden von Waikiki, Hawaii und South Beach, Miami.

Legt man allein den Bierpreis zugrunde, ist der Strand im norwegischen Selje mit 7,80 Euro am teuersten, vor der Anse Vata mit 6,70 Euro. Für ein Wasser zahlen Besucher mit gut 2,30 Euro ebenfalls in Norwegen am meisten. Für den reinen Strandbesuch inklusive Liege und Schirm bitten die Italiener in Finale Ligure am stärksten zur Kasse. Dort kostet die Miete allein beachtliche 35,50 Euro. Geht es nur um ein Mittagessen, liegen die Strände der Anse Vata und der im norwegischen Selje mit rund 26 Euro ganz vorn. Am günstigsten ist der Aufenthalt laut Travelbird übrigens am Cua Dai Beach in Vietnam. Dort kostet das komplette Arrangement 13,40 Euro.

Die 10 teuersten Strände der Welt laut Travelbird:

  1. Anse Vata, Nouméa, Neukaledonien
  2. Finale Ligure, Savona, Italien
  3. Yonaha Maehama Beach, Okinawa, Japan
  4. Solanas Cagliari, Sardinien
  5. Waikiki, Hawaii, ISA
  6. South Beach, Miami, USA
  7. Main Beach, East Hampton, New York, USA
  8. Plage de Pampelonne, Sirnt Tropez, Frankreich
  9. Manly Beach, Sydney, Australien
  10. Seljesanden, Selje, Norwegen

Das komplette Ranking finden Sie hier.

 

15. Juni 2018 – 15:14

Wenige Wochen vor dem Inkrafttreten der neuen Pauschalreisegesetzgebung sorgt ein Streit um den richtigen Zeitpunkt der Herausgabe von Formblättern an die Kunden für neue Verunsicherung im Vertrieb. Mit diesem Formblatt werden sie darüber informiert, ob sie eine Pauschalreise, eine Einzelleistung oder verbundene Reiseleistungen ohne die Sicherheiten der Pauschalreise buchen. Bernhard Koller, Geschäftsführer des Technikdienstleisters Bewotec, hatte erklärt, die Information müsse den Kunden erst mit der Reisebestätigung ausgehändigt werden. Damit hatte er sich explizit gegen die Interpretation der neuen Rechtsprechung durch den DRV gewandt. Dieser sieht den Buchungsabschluss bereits mittels der so genannten "Aktion B" als vollzogen an und fordert deshalb, das richtige Formblatt solle dem Kunden bereits davor ausgehändigt und von ihm unterschrieben werden. Koller erklärte, der Verband sorge mit den von ihm vorgeschlagenen Prozess für überflüssige Komplexität.

Das wiederum will der DRV nicht auf sich sitzen lassen. Justiziarin Corinna Kleinert erklärt in einer Mitteilung im Gesetz sei "eindeutig von einer vorvertraglichen Informationspflicht die Rede". Dementsprechend müsse der Kunde vor der Buchung darüber informiert werden, was er bucht. "Die Interpretation von Bewotec, die Ausgabe der Formblätter könne mit der Reisebestätigung erfolgen, ist aus unserer Sicht rechtlich falsch", so Kleinert. Der Vertrag komme zustande, wenn der Kunde die Reisebestätigung unterschreibe. Werde er erst dann – also mit der Reisebestätigung – über die Art seiner Buchung und seine Rechte aufgeklärt, handele es sich nicht mehr um eine vorvertragliche Information. Dann handele das Reisebüro "nicht konform mit dem neuen Reiserecht".

15. Juni 2018 – 13:51
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Kurz vor Beginn der Urlaubs-Hochsaison mehren sich die Warnungen vor einem Chaos-Sommer. So forderte Condor-Chef Ralf Teckentrup gegenüber der "Rheinischen Post", die Fluglotsenstreiks im europäischen Ausland, insbesondere Frankreich, müssten endlich aufhören. Auch Eurowings-Chef Thorsten Dirks machte die Streiks neben zahlreichen Unwettern für einen Teil der zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle seiner Airline verantwortlich. Auch Willie Walsh, Chef der British-Airways- und Iberia-Mutter IAG, mahnt: "Die Streiks bei der Flugverkehrskontrolle und deren „andauernder, chaotischer Zustand zerstören den Verkehr in ganz Europa.“

117.000 Verspätungen im Mai. Nun hat Billigflieger Ryanair Zahlen vorgelegt, die deutlich machen sollen, dass die häufigen Unregelmäßigkeiten auf eine "alarmierende Verschlechterung bei den Services der europäischen Flugverkehrskontrolle in den Monaten Mai und Juni" zurückzuführen sind. Daher müsse dringend die Politik einschreiten, um "einen vollständigen Dienstleistungskollaps bei der Flugverkehrskontrolle diesen Sommer zu verhindern", fordert Airline-Chef Michael O‘Leary. Allein im Mai sei es zu mehr als 117.000 Flugverspätungen gekommen, von denen 61 Prozent, also rund 71.000, auf das Konto von Personalmangel und Streiks bei der Flugverkehrskontrolle gingen, heißt es von Ryanair. Mehr als 56.000 Flüge hätten sich um mehr als 15 Minuten verspätet, was einer Vervierfachung dem Mai 2017 entspreche. Der Anteil der wetterbedingten Verspätungen habe bei 39 Prozent gelegen – auch hier sei es gegenüber dem Vorjahr zu einer Vervierfachung gekommen. Seltsamerweise hätten sich nahezu 60 Prozent dieser wetterbedingten Verspätungen an Freitagen und Samstagen, ereignet, heißt es von Ryanair. Die Fluggesellschaft beschuldigt deshalb die die Fluglotsen, sie hätten ungünstiges Wetter als "Vorwand genutzt, um ihren Personalmangel zu verhüllen".

Flugausfälle haben sich vervielfacht. Die von der EU anvisierte Verspätungszeit liege für 2018 bei durchschnittlich 0,5 Minuten pro Flug, unterstreicht O‘Leary. Die aktuelle Prognose für 2018 nähere sich jedoch 1,5 Minuten pro Flug, was nahezu einer Verdreifachung des EU-Ziels entspreche. Ryanair habe im Mai mehr als 1.000 Flüge gestrichen, 24 Mal so viele wie im Mai 2017 – laut O’Leary  fast alle aufgrund von Personalmangel und Streiks bei der Flugverkehrskontrolle. Bei EasyJet kam es demnach zu 974 Streichungen, nach 117 im vergangenen Mai. Die Regierungen in Großbritannien und Deutschland sowie die EU-Kommission müssten "jetzt umgehend handeln, da ansonsten Tausende weitere Flüge und Millionen von Fluggästen beeinträchtigt werden – vor allem in den Spitzenmonaten Juli und August", so der Ryanair-Chef.

 

14. Juni 2018 – 16:55
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Royal Caribbean Cruises (RCC) hat sich mit dem Hauptanteilseigener von Silversea Cruises, Manfredi Lefebvre D’Ovidio, darauf geeinigt, eine Mehrheit an dem privat geführten Anbieter von Luxusschiffsreisen zu übernehmen. Der Kreuzfahrtgigant aus Miami bezahlt eine Milliarde US-Dollar, rund 860 Millionen Euro, für den 66,7-Prozent-Anteil an dem Unternehmen aus Monaco. Werden bestimmte Umsatzzielmarken in der Saison 2019/20 erreicht, qualifiziert sich Lefebvre D’Ovidio im Gegenzug für 472.000 Anteilsscheine von Royal Caribbean Cruises. RCC will die Übernahme durch Kredite finanzieren.

Der RCC-Vorstandsvorsitzende, Richard D. Fain, bezeichnet Silversea als "Kronjuwel und unbestrittenen Marktführer im Segment der Luxus- und Expeditions-Reisen". Dieser Markt werde in den nächsten Jahren stetig wachsen, glaubt er. Levebvre D’Ovidio werde die Geschicke von Silversea weiterhin lenken und bleibe Vorsitzender der Geschäftsführung, so Fain. Auch Roberto Martinoli wurde als CEO bestätigt.

Das Portfolio von RCC umfasst Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Azamara Club Cruises, außerdem arbeitet man mit Tui Cruises und Pullmantur im Rahmen von Joint Ventures zusammen. Ein Anbieter im absoluten Top-Segment fehlte der Reederei bislang. Silversea betreibt fünf ausschließlich mit Suiten bestückte Luxusliner sowie vier Expeditionsschiffe.

AF

 

14. Juni 2018 – 15:37

Die Europäische Kommission hat ihre Schwarze Liste aktualisiert und bewertet darin Indonesiens Airlines wieder positiver. Bei Überprüfungen im Land seien weitere Verbesserungen der Flugsicherheitslage festgestellt worden, lautet die Begründung der Kommission. Alle indonesischen Luftfahrtunternehmen waren 2007 wegen Sicherheitsbedenken auf der Liste gelandet. Auf ihr sind alle Airlines aufgeführt, für die in der Europäischen Union Flugverbote oder Betriebsbeschränkungen gelten, weil sie Sicherheitsvorgaben nicht erfüllten. Zwar wurden einige von ihnen (sieben insgesamt) in den letzten Jahren wieder gestrichen, die Mehrzahl der indonesischen Fluggesellschaften wurde bis heute aber weiter in der Liste geführt.

Mit dem Update wird 119 Fluggesellschaften der Betrieb im Luftraum der EU weiterhin untersagt: 114 Airlines aus 15 Staaten wegen mangelnder Sicherheitsaufsicht durch die Luftfahrtbehörden in diesen Ländern sowie fünf weiteren aufgrund von Sicherheitsbedenken, die sich allein auf diese Unternehmen beziehen. Zu letzteren zählen Iran Aseman Airlines (Iran), Iraqi Airways (Irak), Blue Wing Airlines (Surinam), Med-View Airlines (Nigeria) und Air Zimbabwe (Zimbabwe). Zudem unterliegen sechs Fluggesellschaften Betriebsbeschränkungen und dürfen die EU nur mit bestimmten Modellen anfliegen. Dabei handelt es sich um Afrijet und Nouvelle Air Affaires SN2AG (Gabun), Air Koryo (Nordkorea), Air Service Comores (Komoren), Iran Air (Iran) und TAAG Angola Airlines (Angola).

SSB

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