25. Juni 2018 – 14:24
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Nachdem die Klagen über massenhafte Flugzeiten- und Flughafenänderungen sowie Verspätungen und Flugausfälle immer lauter wurden, ist die Luftfahrtindustrie in die Offensive gegangen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Eurowings entschuldigte sich, wie bereits gemeldet, am Freitag bei Vertriebspartnern und Kunden und auch das Mutterunternehmen Lufthansa warb für die Unregelmäßigkeiten bei der Kundschaft um Nachsicht und Verständnis.

Ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen

Am Montag lancierte schließlich der Luftfahrtverband BDL ganzseitige Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen, in denen er unter der Überschrift „Auch der Himmel stößt mal an seine Grenzen“ ebenfalls um Entschuldigung bat. In ganz Europa sei es zu langen Wartezeiten, Flugstreichungen und Unregelmäßigkeiten gekommen, räumt die Organisation ein. "Viele Tausend Fluggäste kamen nicht wie geplant an ihr Reiseziel. Dafür entschuldigen wir uns bei Ihnen – als Unternehmen der Luftverkehrsbranche."

Man arbeite gemeinsam an der Optimierung der Rahmenbedingungen, heißt es in der Anzeige. Gleichwohl müssten die Passagiere mit weiterem Ärger rechnen: "Im vor uns liegenden Sommer werden die Maßnahmen noch nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Es wird daher kurzfristig weiter zu Unregelmäßigkeiten kommen", steht in der Veröffentlichung, die vom gesamten Präsidium unterzeichnet ist.

Noch keine Reaktion auf Reisebüro-Schreiben

Noch keine Rückmeldung haben unterdessen die rund 130 Reisebüros erhalten, die sich am vergangenen Donnerstag in einem Brief an Eurowings wandten und darin gegen die unvergütete Mehrarbeit, die aus den Flugplanänderungen, Verspätungen und Flugausfällen resultiert, protestierten. Reisebüroinhaberin Stefanie Deiters-Galiläa, die das Schreiben gemeinsam mit ihren Kollegen verfasst hat, erklärt auf Anfrage, sie habe noch keine Reaktion auf das Schreiben erhalten.  Ein Massenschreiben, wie die Fluggesellschaft es veröffentlich habe, werde man als Antwort auch nicht akzeptieren. "Wir bleiben bei unseren Forderungen", unterstreicht die Inhaberin einer Agentur im Bayrischen Aichach.

Die  Reisebüros hatten Eurowings angedroht, ihr von Juli an für jedwede Änderung von Flugzeiten und/oder Flughafen pauschal 50 Euro pro Buchung und Änderung in Rechnung zu stellen, wenn sich die Airline bis dahin nicht dazu äußere, wie sie sich eine angemessene Vergütung der Reisebüros für die geleistete Mehrarbeit vorstelle und welche Maßnahmen Sie anstrebe, um künftig gehäufte Flugzeitenänderungen zu unterbinden.

Christian Schmicke

25. Juni 2018 – 12:54

Das Portfolio an Ausflügen und Exkursionen von Tui ist imposant: Weltweit kommen über 10.000 Angebote zusammen. Für diese Leistungen garantiert der Veranstalter ab Beginn der Sommerferien, dass seine Kunden den besten Preis erhalten. Und zwar unabhängig davon, ob die Buchung bereits in der Heimat bei einem Reisebüro, vor Ort bei einem Reiseleiter oder online erfolgte. Ist das Tui-Angebot teurer, bekommt der Urlauber die Differenz erstattet. Zu beachten ist, dass es sich um den "exakt gleichen Ausflug" handeln muss, damit die "Wertgarantie", so der Tui-Termninus, greift.

Das Ausflugsgeschäft liegt den Hannoveranern derzeit besonders am Herzen, denn die Wertgarantie ist bereits der dritte Baustein, der platziert wurde: "Tui Collection" bündelt die lokalen Exkursionen, mit denen Reisende Land und Leute authentisch und auf umweltverträgliche Art erkunden können. Und das "Plus"-Paket bringt den Kunden immer eine kostenlose Zusatzleistung beim Besuch von Sehenswürdigkeiten oder Top-Attraktionen, wie etwa die unbegrenzte Nutzung aller Fahrgeschäfte in einem Freizeitpark. T

Tui hatte im März den Kauf der Sparte "Destination Management" der Bettenbank Hotelbeds für 110 Millionen Euro bekannt gegeben. Dadurch sollen die Präsenz und das Angebotsportfolio der spanischen Tochter Tui Destination Services, in die der Zukauf integriert wird und die mittlerweile in Tui Destination Experiences umbenannt worden ist, ausgeweitet werden, sagte Konzernchef Fritz Joussen damals. Der Konzern hatte die Sparte, in die Zielgebietsativitäten wie Transfer, Gäste-Betreuung und Ausflüge in den Urlaubsländern fallen, zum strategischen Wachstumsfeld erklärt und weist sie seitdem in der Ergebnisberichterstattung gesondert aus.

FW

25. Juni 2018 – 12:18
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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert die Politik auf, die Klagebefugnis für die Musterfeststellungsklage zu überdenken. Die Klagemöglichkeit biete "unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes ein Einfallstor für Rechtsmissbrauch – bis hin zu möglicher Erpressung von Unternehmen durch private Organisationen mit handfesten Eigeninteressen", erklärt DIHK-Justiziar Stephan Wernick.

So zeige etwa der Streit um die Klageberechtigung der Deutschen Umwelthilfe, wie schwer sich der Gesetzgeber mit Unterscheidungskriterien bei privaten Verbänden tue. "Deshalb halten wir die Klageberechtigung privater Vereine nach wie vor für einen Webfehler", so Wernicke. Er sieht sogar absurde Wettläufe um die erste Klage kommen.

Mit der Musterklage können Betroffene, vertreten durch Verbände, gemeinsam gegen Unternehmen vorgehen. Die Klagebefugnis der Verbände ist an einige Bedingungen geknüpft: So müssen sie beispielsweise mindestens 350 Einzelmitglieder oder 10 Mitgliedsverbände haben und seit vier Jahren bestehen. Dies kritisieren wiederum etliche Verbände unter anderem aus dem Umwelt- und Naturschutz, da dadurch eine Vielzahl hochqualifizierter Verbände nicht klageberechtigt sei.

MN

 

22. Juni 2018 – 18:18
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Nachdem am Donnerstag rund 130 Reisebüros einen Protestbrief an die Airline gerichtet hatten, entschuldigte sich die Führung der Lufthansa-Tochter am Freitag bei Kunden und Vertriebspartnern für Flugplanänderungen, Flugausfälle und Verspätungen, von denen zahlreiche Kunden betroffen gewesen seien. "Dies bedauern wir sehr und bitten Sie um Entschuldigung, insbesondere auch für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten im persönlichen Kontakt mit Ihren Kunden", schreiben die Geschäftsführer Thorsten Dirks und Oliver Wagner in einem Brief an die Reisebüros.

"Enormer Kraftakt"

Zugleich versuchen sie, das Tokuwabohu zu erklären. Im ersten Sommerflugplan nach der Insolvenz von Airberlin arbeite man „mit Hochdruck daran, die im Markt fehlende Kapazität zu ersetzen“. Dabei gehe es um „die enorme Anzahl von mehr als 140 Flugzeugen“. Die laufende Übergangsphase sei "operativ wie logistisch ein enormer Kraftakt, für den es keine Blaupause gibt", so die Eurowings-Chefs. Innerhalb weniger Monate habe Eurowings mehr als 70 Flugzeuge zu sich transferiert, 3.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt und aufwendige Umbauarbeiten organisiert. Zugleich räumen sie ein: "Unabhängig davon, ob die Probleme der vergangenen Wochen auf interne oder externe Faktoren zurückzuführen sind: Wir haben nicht immer die Qualität erbracht, die Sie von uns erwarten und wie wir sie auch von uns selbst fordern. Sie sind zu Recht unzufrieden und wir sind es auch."

Hoffnung auf Normalisierung

Neben den Wachstumsproblemen hätten auch externe Faktoren Eurowings das Leben schwer gemacht, betonen Dirks und Wagner mit Blick auf die Streiks der französischen Fluglotsen und zahlreiche Unwetter in den vergangenen Wochen. Immerhin besteht nach ihren Worten aber Aussicht auf Besserung. „Durch den sukzessiven Zulauf weiterer Flugzeuge erwarten wir einen wieder zuverlässigeren Flugbetrieb. Der aufwendige Transfer früherer Air-Berlin-Flugzeuge wird Ende Juli abgeschlossen sein. Damit reduzieren sich die Flugplanänderungen erheblich, sodass sich der Kundenkontakt schnell wieder normalisieren sollte“, versprechen die Airline-Manager. Zahlreiche Maßnahmen habe man bereits auf den Weg gebracht, wie zusätzliche Reserveflugzeuge, mehr eigenes Personal an den Flughäfen und größere Puffer in den Flugplänen.

Kein Wort zur Vergütung

Zu Forderungen der Reisebüros nach einer Vergütung für den entstandenen und weiter entstehenden Mehraufwand äußern sich die Eurowings-Chefs nicht. Die Initiative, die ihnen den Protestbrief geschickt hatte, droht damit, den Aufwand für Flugänderungen künftig mit 50 Euro in Rechnung zu stellen, wenn Eurowings bis zum Monatsende in Sachen Vergütung und zur Abstellung der Mängel keine Lösung anbiete.

Ein ähnliches Schreiben wie die Vertriebspartner erhielten auch die Kunden von Eurowings. Die Eurowings-Mutter Lufthansa entschuldigte sich ebenfalls bei der Kundschaft für die Unregelmäßigkeiten der vergangenen Wochen. "Unsere Pünktlichkeit ist aufgrund der aktuellen Beschränkungen des europäischen Luftraums auf ein für uns inakzeptables Niveau gesunken", heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme, die von den Leitern der beiden Drehkreuze Frankfurt und München unterzeichnet ist.

Christian Schmicke

22. Juni 2018 – 15:24

Neues Jahr, altes Spiel. Passend zum Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern kritisieren Deutschlands Ferienregionen, dass der Zeitkorridor, den die Kultusminsiterkonferenz dafür festlegte, zu kurz sei. 80 Tage liegen in diesem Jahr zwischen dem Beginn und Ende der Schulferien aller 16 Bundesländer. Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, findet das nicht lustig. "Seit Jahren fordern wir, den Korridor für die Sommerferien zu entzerren und den Spielraum von rund 90 Tagen auszunutzen", sagt er. Wenn sich die Sommersaison auf weniger Tage verteile, hätten Hotels, Vermieter von Ferienhäusern, aber auch Gastronomen mit einer kurzen Auslastung zu kämpfen. Außerdem beeinträchtigten überfüllte Urlaubsorte und überlastete Hauptreiserouten den Erholungswert für die Gäste. Vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern hätten das Nachsehen, kritisiert Meyer.


Nachteil für Anbieter und Urlauber

Auch aus den Regionen hagelt es Kritik. So erklärt Sven Ambrosy, Vorsitzender des Tourismusverbandes Niedersachsen, durch die Spitzenbelastung sei mit hohen Preissteigerungen in den Unterkünften zu rechnen. Besonders belastet würden dabei Familien mit Kindern, die auf die Ferienzeiten angewiesen seien. Dort wo das Gastgewerbe sehr kleinteilig strukturiert sei, befürchteten die Vermieter von Ferienwohnungen Einnahmeverluste. "Im ländlichen Raum, zum Beispiel an der Nordsee, wo der Tourismus die wichtigste Wirtschaftskraft ist, sind wir auf eine möglichst lange Saison angewiesen", so Ambrosy, und weiter: "Eine Entzerrung der Ferienzeiten ist bildungspolitisch ohne Nachteile, bietet aber volkswirtschaftlich erhebliche Vorteile. Ein preiswerter Urlaub für möglichst viele Menschen ist auch eine soziale Frage."

Schwierige Mitarbeiterakquise

Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, stößt in dasselbe Horn. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe seien saisonverlängernde Maßnahmen von existenzieller Bedeutung. Diese Unternehmen erwirtschafteten schließlich in den Sommerferien einen großen Teil des gesamten Jahresumsatzes. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bedeuteten kürzere Einsatzzeiten zudem größere Schwierigkeiten, überhaupt geeignete Mitarbeiter zu gewinnen.

Millionenverluste

Mit entzerrten Ferien in den Bundesländern ließen sich „sehr positive Effekte unter anderem für den Verkehr und die Tourismuswirtschaft verbinden“, meint Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. "Jeder Ferientag mehr bedeutet für die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern eine bessere Saisonverteilung mit längerer Auslastung, eine höhere ganzjährige Arbeitsplatzsicherung sowie mehr Umsätze, die für Investitionen in das Unternehmen und das Personal gebraucht werden." Nach Schätzung des Verbandes bedeutet jeder Tag weniger Ferien allein für die Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern nicht erreichte Umsätze in Höhe von rund drei Millionen Euro.

 

22. Juni 2018 – 14:36
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Die Gemeinde Machu Picchu hat in den vergangenen Tagen mehrere Veranstaltungen abgehalten, die sich mit dem Bau und Betrieb einer Seilbahn hinauf zu den berühmten antiken Stätten befasst haben. Bürgermeister David Gayoso wird von dem peruanischen „Portal de Tursimo“ mit den Worten zitiert, die geplante Beförderungsmöglichkeit werde die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde voranbringen. Durch den Bau der Seilbahn könne der Aufenthalt in den archäologischen Stätten verlängert werden, da die halbstündige Busfahrt und der einstündige Fußmarsch zu den Sehenswürdigkeiten durch eine fünfminütige Fahrt mit der Gondel ersetzt werde. Nach Informationen des Portals beschäftigt sich auch das Ministerium für Außenhandel und Tourismus derzeit mit einer Bewertung der Chancen und Risiken des Seilbahnbaus.

Gegenwind kommt unterdessen vom Kulturministerium des Landes, aber auch von der Unesco, die Machu Picchu zum Weltkulturerbe erklärt hat. Beide Institutionen befürchten, die Seilbahn werde den Denkmalcharakter der im 15. Jahrhundert erbauten Inkastätte sowie das Landschaftsbild schädigen. Die lokalen Befürworter halten sie hingegen in erster Linie für ein effizientes Transportmittel.

Christian Schmicke

22. Juni 2018 – 13:46

Die US-amerikanische Transportation Security Administration (TSA) führt zum Ende des Monats eine neue "Powder Rule" ein. Demnach sollen pulverartige Substanzen über 350 Milliliter im Handgepäck auf allen Flügen in die USA einer genaueren Prüfung unterzogen werden. Finden die Prüfer nicht eindeutig heraus, worum es sich handelt, wird das Pulver eingezogen. US-Fluggesellschaften wie American Airlines raten deshalb nun, Kosmetik, Gewürze, Proteinmischungen und weitere Pulversubstanzen über 350 Milliliter mit dem Gepäck einzuchecken und nicht im Handgepäck mitzuführen.

Wie der US-Nachrichtensender "CNN" berichtet, reagiert die TSA damit unter anderem auf einen vereitelten Anschlag auf ein Flugzeug der Fluggesellschaft Etihad in Australien. Dort versuchten Attentäter, eine selbst gebastelte Bombe, die unter anderem aus Pulver bestand, an Bord einer Maschine zu bringen. Ihr Plan wurde jedoch während der Sicherheitskontrolle entdeckt. Laut "CNN" ist der vereitelte Anschlag nicht der einzige Grund für die Verschärfung der Kontrollen. Nach Aussage eines TSA-Sprechers stellen immer ausgefeiltere Sprengstoffe auf Pulverbasis eine wachsende Gefahr dar.

21. Juni 2018 – 18:05
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„Wir sind bereit, Kunden auf unseren Websites an Reisebüros weiterzugeben. Das ist revolutionär“, sagt Carsten Seeliger, Vertriebsgeschäftsführer von Thomas Cook. Er glaubt, mit seinem neuen Omnichannel-Paket einen großen Wurf gelandet und einen Weg gefunden zu haben, Online und Offline zu versöhnen und gemeinsam mehr Geschäft zu machen. Ihm sei es letztlich egal, woher eine Buchung komme, Hauptsache sie sei im Kasten.

„Die Kunden springen wie wild zwischen Online, Telefon und Reisebüro hin und her“, sagt Georg Welbers, Direktor Omnichannel Marketing, Sales und E-Commerce. Diesem Verhalten wolle man Rechnung tragen und die einmal interessierten Kunden zur Buchung bringen – egal wo. Von 100 Besuchern auf der Website bucht in der Regel noch nicht einmal einer seine Reise durch. Diese sogenannte Conversion-Rate von normalerweise 0,5 bis 1 Prozent lasse sich auf 15 bis 25 Prozent steigern, wenn man die Urlaubssuchenden ans Telefon bekommt. Ins Reisebüro weitergeleitet, liege die Erfolgsquote noch höher.

Seit gut einem Jahr experimentiert Thomas Cook mit dem Omnichannel-Vertrieb. Welbers hat mehr als 20 Maßnahmen getestet, wie man Brücken zwischen Internet und stationärem Vertrieb schlägt. Jetzt hat er daraus ein Omnichannel-Paket entwickelt, das zunächst im Eigenvertrieb eingeführt wird. „Wir wollen aber auch den Drittvertrieb mitnehmen“, sagt er. Wegen des Gebietsschutzes sei die Zahl begrenzt. Welbers sieht Platz für etwa 500 Agenturen.

Und so sieht das Omnichannel-Paket von Thomas Cook aus:

Website: Auf den deutschen Homepages des Konzerns (thomascook.de, neckermann-reise.de, urlaub.de usw.) wird an mehreren Stellen prominent im Such- und Buchungsprozess der Reisebürofinder eingebaut, der teilnehmende Agenturen in der Nähe nennt und auf einer Google-Maps-Karte zeigt. Interessenten können Angebote auf einem Merkzettel speichern und mit dem Code ins Reisebüro gehen und dort buchen. Zudem hat Cook ein „Preisinformer“-Tool programmiert, das Reisebüros auf ihrer Website integrieren können. Damit können Kunden Specials abonnieren.

Google: Um bei der Suchmaschine besser gefunden zu werden, helfen ein Business-Profil und Bewertungen von Kunden. Beides nimmt Cook für Reisebüros in die Hand, aktualisiert den Account etwa mit Öffnungszeiten und fordert die Kunden des Reisebüros in E-Mails zu Bewertungen auf Google auf. Beides zahle erheblich auf die lokale Präsenz bei Google ein.

Facebook: Cook bespielt die Facebook-Seiten der Reisebüros zentral mit passenden Posts. Zudem haben die Reisebüros Zugriff auf eine Bibliothek vorgefertigter Facebook-Posts zu den unterschiedlichsten Themen.

Schulungen: Expis werden fit gemacht in Social Media, es gibt Webinare und Erklärvideos. Dazu exklusive 360 Grad Inforeisen.

Für eine Teilnahme solle sich Reisebüros zwei Jahre verpflichten. Im ersten Jahr kostet das Omnichannel-Paket nichts. Im zweiten Jahr fallen monatlich 29 Euro an. Die bekomme das Reisebüro aber zurück, wenn es vorher vereinbarte Umsatzziele erreiche, sagt Welbers.

Drei weitere Features können Reisebüros dazu buchen. Einmal die zentral bespielten, interaktiven Travelscreens für Laden, Schaufenster, Straße oder auch für das Wartezimmer bei einem Arzt. Dafür gibt es je nach Bindung des Büros gestaffelte Preise. Cook übernimmt auf Wunsch kostenlos den Einkauf und das Management von Google-Anzeigen; das Reisebüro zahlt nur die Anzeigen selbst und legt dafür ein Budget fest. Noch im Aufbau ist eine Experten-Community für bestimmte Nischenmärkte.

Thomas Hartung

21. Juni 2018 – 17:42
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Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat 32.000 Deutschland-Reisende aus mehr als 60 Ländern nach ihrem persönlichen Lieblingsreiseziel gefragt und dabe erstaunliche Antworten zu Tage gefördert. Denn völlig überraschend führt das Miniatur-Wunderland in der Hamburger Speicherstadt mit der größten Modelleisenbahnanlage der Welt die Liste der 100 beliebtesten Reiseziele an. Auf den Plätzen folgen der Europapark Rust, Schloss Neuschwanstein, der Bodensee mit der Insel Mainau, Rothenburg ob der Tauber und die Dresdner Altstadt.

Ebenfalls in die Top 10 schafften es Altstadt und Schloss von Heidelberg, das Phantasialand in Brühl bei Köln, der Münchner Tierpark Hellabrunn und das Moseltal. Bemerkenswert das eher schwache Abschneiden des  Kölner Doms (Platz 11), des Münchner Marienplatzes (21), des Brandenburger Tors (37), des Schlosses Sanssouci (39), der Berliner Museumsinsel (48), des Aachener Doms (55) sowie der Stadt Weimar (73) und des Reichstags (90).

Nicht so weit vorn erwartet hätte man wohl den Freizeitpark Ravensburger Spieleland (Rang14), den Wildpark Bad Mergentheim (19), das Ferienzentrum Schloss Dankern im Emsland (30), den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel (44) und den Schokoladenmarkt "ChocolArt" in Tübingen (45).

Michael Noe

 

21. Juni 2018 – 16:04
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Der Airlineverband „Airlines 4 Europe“ (A4E) schlägt Alarm. Es gebe eine dramatische Zunahme an Streiks bei den im Verband organisierten europäischen Fluggesellschaften. Demnach erhöhte sich allein in Frankreich die Zahl der Streiks um das Vierfache. Insgesamt mussten bislang 5000 Flüge aufgrund von Streiks abgesagt werden. Davon direkt betroffen waren etwa 784.000 Passagiere.

Zwei Dritttel  aller Streiks in Frankreich

Der europäischen Flugsicherung Eurocontrol zufolge hingen rund 30 Prozent der Verspätungen im Mai mit den Streiks der Fluglotsen zusammen. A4E folgert daraus, dass die europäische Wirtschaft Schaden nehme, da durch die Flugausfälle und Verspätungen neben der Unannehmlichkeiten für Fluggäste auch die Transportketten im Handel und des produzierenden Gewerbes unterbrochen werden. Eine Untersuchung von Price Waterhouse Cooper (PwC) zeige, dass sich die durch Streiks verursachten Kosten für die Wirtschaft innerhalb der EU zwischen 2010 und 2017 auf etwa 13,4 Milliarden Euro beliefen. Die Europäische Kommission zählte in der EU 357 Streiks seit 2005, davon seien 254 Frankreich zuzuordnen.

Eurocontrol erwartet aufgrund weiterer angekündigter oder angedrohter Streiks sowie wegen Kapazitätsengpässen einen Anstieg der Verspätungen für das Gesamtjahr 2018 um 53 Prozent (14,3 Millionen Minuten Verspätung im Jahr 2018 gegenüber 9,3 Millionen im letzten Jahr).

Britisch-irische Allianz

Der Chef der französisch-britischen IAG-Gruppe – ein Zusammenschluss von British Airways, Iberia, Aer Lingus, Vueling und Level –, Willie Walsh, will nun gemeinsam mit Ryanair-Boss Michael O‘Leary eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommssion einreichen. "Die Streiks zerstören den europäischen Luftverkehr und haben enorme Auswirkungen auf die Verbraucher. Es ist eine wirklich frustrierende Ursache für Störungen, die alle Fluggesellschaften betreffen, aber insbesondere den Tourismus und die Wirtschaft Spaniens erheblich beeinträchtigt", behauptet Walsh. Er und O’Leary beklagen außerdem den generellen Mangel an qualifizierten Fluglotsen in Europa.

Der Ryanair-Chef sieht insbesondere Großbritannien und Deutschland in der Pflicht. "Gerade an Wochenende verschanzen sich die Lotsenverbände dort hinter vorgeschobenen Ausreden, die die Probleme aufs Wetter oder auf ‚Kapazitätsengpässe‘ schieben, obwohl sie in Wahrheit die Dienstplanung für genug Personal nicht auf die Reihe kriegen". Deshalb müsse "dringend gehandelt werden", so O’Leary,  "wenn in der anstehenden Hauptreisezeit nicht abermals Tausende von Flügen gestrichen und Millionen von Passagieren stranden sollen".

AF

 

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