12. September 2018 – 22:12
steigenbergeraquamagic

Laut dem Obduktionsbericht der ägyptischen Behörden sind die beiden britischen Thomas-Cook-Urlauber, die am 21. August im Steigenberger Aqua Magic Hotel im ägyptischen Hurghada verstarben, an einer Infektion mit E-Coli-Bakterien umgekommen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der 69-jährige Tourist sei an einer "schweren Entzündung, ausgelöst durch Coli-Bakterien" verstorben. Da der Mann herzkrank gewesen sei, habe die Infektion schwerere Auswirkungen gehabt als dies normalerweise der Fall sei. Der Tod seiner 64-jährigen Ehefrau sei auf eine Erkrankung der Blutgefäße zurückzuführen, die vermutlich ebenfalls durch Coli-Bakterien ausgelöst worden sei, heißt es in dem Bericht. Schließlich habe sie mit ihrem Gatten im selben Zimmer gewohnt und das Gleiche gegessen wie er.

Thomas Cook erklärte in einem kurzen Statement, man nehme die Analyse zur Kenntnis, habe aber den kompletten Bericht noch nicht gesehen und benötige Zeit, um ihn zu beurteilen. Das Unternehmen hatte nach dem Tod der Kunden alle Gäste aus dem Hotel umquartiert und später veröffentlicht, dass eine Untersuchung eine erhöhte Konzentration der Erreger, die zu Magen-Darm-Beschwerden und Durchfallerkrankungen führen können, ergeben habe. Allerdings hatten die untersuchenden Mediziner erklärt, die Darmbakterien hätten den Tod des Paares wohl nicht herbeigeführt. Andere Veranstalter, darunter Tui, DER Touristik und FTI, hatten ihren Gäste weiterhin in der Anlage wohnen lassen. DER Touristik hatte nach einer späteren Überprüfung, die auf den 3. September datiert, erklärt, es seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Mit der Obduktion scheint eine weitere These zum Tod der beiden Briten entkräftet zu sein, die das Unglück auf eine Vergiftung aus der Atemluft zurückgeführt hatte. Erst am Mittwoch hatte die „Times“ veröffentlicht, in einem Nachbarzimmer seien Pestizide in hoher Konzentration versprüht worden. In dem Bericht heißt es nun, es seien keine Anhaltspunkte für eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid oder andere Atemgifte gefunden worden.

12. September 2018 – 16:19

Mit Abmahnungen Geld zu verdienen statt dadurch berechtigterweise fehlerhafte oder irreführende Angaben der Konkurrenz zu sanktionieren – dieses Geschäftsmodell greift offenbar immer mehr um sich. Auch die Touristik hat es jüngst im größeren Stil  erwischt, als die RS Reisen & Schlafen GmbH bei Reisebüros in großem Stil ein fehlerhaftes oder fehlendes Impressum und mangelnde Angaben bei den Datenschutzrichtlinien abmahnte und dafür "Abmahnkosten" in Höhe von mehreren hundert Euro einforderte.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will den Missbrauch von Abmahnungen nun beenden und hat dafür einen Gesetzentwurf zur „Stärkung des fairen Wettbewerbs" vorgelegt. Er wurde am Dienstag dem Bundestag zugeleitet und kann auf der Website des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz heruntergeladen werden.

Hürden erhöhen, Anreize senken

Barley erklärte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", mit dem Gesetz wolle sie "endlich einen Schlussstrich unter das grassierende Abmahnunwesen ziehen". Um dies zu erreichen, plane sie, "die finanziellen Anreize für Abmahner verringern" und die Voraussetzungen für Abmahnungen erhöhen. Gleichzeitig würden "die Rechte des Abgemahnten gestärkt" und der sogenannte fliegende Gerichtsstand abgeschafft. Ein Abmahner könnte sich damit künftig nicht mehr einen für sich günstigen Gerichtsort aussuchen. Dadurch werde dem Geschäftsmodell der Abmahn-Industrie die Grundlage entzogen, hofft die Ministerin. Vor allem Selbstständige sowie kleinere und mittlere Unternehmen, die heute  in starkem Maße von den Praktiken betroffen seien, würden davon profitieren.

Außerdem soll den Plänen zufolge bei der ersten Mahnung noch keine kostenpflicht für den Abgemahnten entstehen. Erst bei Nichtbeachtung einer Fristsezung, könnte eine zweite Mahnung mit einer Kostenforderung versehen werden.

Zehn Prozent der Abmahnungen sind Missbrauch

In seinem Gesetzentwurf geht das Ministerium davon aus, dass zehn Prozent aller Abmahnungen missbräuchlich sind. Nach Angaben von Wirtschaftsverbänden belaufen sich die Kosten für Abgemahnte im Schnitt auf gut 1.000 Euro, in jedem fünften Fall liege der Betrag sogar bei mehr als 2.000 Euro, heißt es.

Der neue Gesetzentwurf sieht nun vor, dass bei Abmahnungen wegen unerheblicher Verstöße die Vertragsstrafe für eine Wiederholung des Verstoßes bei 1.000 Euro gedeckelt wird. Außerdem sollen Wettbewerber und Wirtschaftsverbände in solchen Fällen keine Kostenerstattung für die Abmahnung mehr verlangen können. Und wer zu Unrecht abgemahnt wird, der kann künftig einen Gegenanspruch auf Ersatz der Kosten für die erforderliche Rechtsverteidigung geltend machen.

12. September 2018 – 14:46
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Das besagt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 12. September (Az. C-601/17). Konkret ging es um Klage eines Ehepaars, das Ende November 2015 bei der spanischen Airline Vueling über das Online-Portal Opodo einen Flug von Hamburg nach Faro in Portugal gebucht hatte. Nachdem Vueling den Flug gecancelt hatte, wurden dem Ehepaar nur der Flugpreis in Höhe von 1108,88 Euro erstattet, nicht aber die 77 Euro Vermittlungsgebühr, die Opodo kassierte. Das sei unrechtmäßig, urteilte das Gericht in Luxemburg am Mittwoch. Die Vermittlungsgebühr müsse durch die Airline erstattet werden – allerdings nur dann, wenn die Fluggesellschaft von dem Vermittler wusste.

Mit dieser Auslegung der EU-Fluggastrechteverordnung werde ein hoher Schutz für Reisende gewährleistet, so der Richter nach der Entscheidung. Er beruft sich dabei auf die Verordnung Nummer 261/2004, in der ein „Anspruch auf vollständige Erstattung der Flugkosten bei Flugstreichungen“ vorgesehen ist. Ob Vueling im vorliegenden Fall aber von der Vermittlungsgebühr wusste, war nicht Gegenstand der Verhandlung. Das muss nun das Amtsgericht Hamburg ermitteln, das den Fall mit der bitte zur Vorprüfung an den EuGH weitergereicht hatte.

AF

12. September 2018 – 14:25

Gefälschte und gekaufte Bewertungen sind in der Touristik ein großes Problem. Portale wie Holidaycheck oder Tripadvisor werden dabei nicht zuletzt von zwielichtigen Firmen herausgefordert, die beispielsweise Hoteliers positive Bewertungen gleich im Zehnerpack anbieten. Nun ist in Italien ein Anbieter derartiger "Services" von einem Gericht verurteilt worden und muss ins Gefängnis.

Ein Strafgericht in der Stadt Lecce in Apulien entschied, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität laut italienischem Strafrecht ein strafbares Verhalten ist. Der Inhaber von "Promo Salento", der Pakete mit gefälschten Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe in Italien verkaufte, wurde zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8.000 Euro an Kosten und Schadenersatz verurteilt. Darauf weist das Reiseportal Tripadvisor in einer Mitteilung hin.

Für die Bewertungsportale, deren Glaubwürdigkeit angesichts derlei Praktiken kräftig in Mitleidenschaft gezogen wird, ist das eine gute Nachricht. Schließlich handelt es sich offenbar um einen der ersten Fälle, in denen der gewerbsmäßige Handel mit gekauften Bewertungen, die nicht auf tatsächlichen Kundenerlebnissen basieren, strafrechtlich verurteilt wurde.

12. September 2018 – 13:14
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Während sich der Südosten der USA für die Ankunft von Hurrikan Florence wappnet, zieht auch über dem Pazifik ein Wirbelsturm heran, der es in sich hat. "Mangkhut" aktuell als Super-Taifun der Stärke 5 eingestuft, zieht auf das chinesische Festland zu. Auf seinem Weg bedroht er unter anderem die Philippinen, die chinesische Provinz Guangdong sowie die metropolen Hongkong und Macau. Die Windstärke liegt derzeit bei mehr als 250 Kilometern pro Stunde. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1946.

"Mangkhut" soll innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden auf den Norden der zu den Philippinen gehörende Insel Luzon treffen, wo schwere Regenfälle und Überschwemmungen erwartet werden. Viele erinnern sich noch an den Taifun Haima, der 2016 einen Großteil der Ernte auf Luzon vernichtet hat. Insgesamt könnten laut "Global Disaster Alert and Coordination System" rund 43 Millionen Menschen auf den Philippinen, im Süden Taiwans, sowie in Hongkong und Macau von den Folgen des Taifuns betroffen sein. Am frühen Montagmorgen soll der Tropensturm im Süden Chinas auf Festland treffen.

Am Sonntag soll er sich bis auf zirka 100 Kilometern der chinesischen Küste nähern, mit Windgeschwindigkeiten bis zu 220 Stundenkilometern. Mehrere Fluglinien, darunter Cathay Pacific, kündigten an, Flüge von und nach Hongkong am Wochenende kostenlos umzubuchen oder zu verschiebeben.

Eine Sprecherin des „Hongkong Observatory“ sieht in Mangkhut eine "beträchtliche Bedrohung für die Küste von Guangdong in Südchina." Der Sturm werde seine zerstörerische Windkraft außerdem in Hongkong und Macau entfalten. Die Region erwartet mit dem etwas schwächeren Tropensturm "Barijat" schon Mitte bis Ende dieser Woche einen Vorgeschmack auf das, was sie wohl am Wochenende mit Mangkhut erwarten wird.

AF

 

12. September 2018 – 12:53
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Die deutsche Niederlassung der italienischen Kreuzfahrtreederei Costa Crociere Michael hat Ellert als Head of Trade Sales für den gesamten Vertrieb von Costa Kreuzfahrten in Hamburg an Bord geholt. Jörg Rudolph, Deutschland-Chef der Carnival-Tochter, unterstreicht damit seine Ambitionen, den Costa-Vertrieb nach dessen Trennung von der Sales-Organisation der Schwestermarke Aida Cruises zu stärken und Costa im deutschen Markt wieder stärker zu positionieren.

Der neue Sales-Chef bringt einige Kreuzfahrt- und Vertriebserfahrung mit. Ellert fuhr einst selbst zur See und arbeitete bereits für Costa, Hapag-Lloyd und Royal Caribbean Cruise Lines, bevor er zwölf Jahre lang als Direktor den Vertrieb der Musical- und show-Produktionsgesellschaft Stage Entertainment verantwortete.

 

12. September 2018 – 11:47

Immer mehr Fluggesellschaften fassen ihre Tarife in sogenannten „Fare Families“ zusammen. Damit bezeichnen sie eine Gruppe von Tarifen mit den gleichen Bedingungen (zum Beispiel erstattbar oder umbuchbar) und den gleichen enthaltenen Services (zum Beispiel Gepäck oder Mahlzeiten). Airlines schnüren diese „Bündel“ und geben der Fare Family einen Namen.

Anstatt wie bisher zu jedem einzelnen Tarif die Bedingungen mit der Eingabe „FQN“ plus Laufnummer aufzurufen, können sich Reisebüros bei den Fare Families mit nur einer Eingabe die Übersicht der Leistungen und Bedingungen darstellen lassen:

Rufen Sie sich zuerst das Fare Quote Display mit den einzelnen Tarifgruppen auf, indem Sie die Option /FF für Fare Families verwenden. Bitte beachten Sie, dass hierbei die Angabe der Airline zwingend ist:

FQDHAMFRA/D15DEC/ALH/FF/R,UP
àFare Quote Display Hamburg – Frankfurt / 15.12. / Lufthansa / Fare Families / Unifares & published Fares (optional)

In der Ausgabe werden alle Tarife in Fare Families gruppiert, wobei zuerst die restriktivste Fare Family angezeigt wird. Das nachfolgende Beispiel zeigt die erste Seite der Ausgabe mit den Tarifen der Fare Family mit dem Namen LIGHT.  

Amadeus Fare Families 1

Mit der Folgetransaktion FQF und der Laufnummer eines beliebigen Tarifes aus dieser Gruppe können Sie sich die Bedingungen zum Beispiel mit FQF1 darstellen lassen:

Amadeus Fare Families 2

Die Bedingungen und Leistungen sind für alle Tarife aus dieser Gruppe gleich.

Die Services werden sortiert angezeigt nach:

  • Included (in Tarif-Familie enthalten)
  • At charge (kann zur Tarif-Familie hinzugebucht werden)
  • Not offered (wird in gewählter Tarif-Familie nicht angeboten)

Diesen Praxistipp hat Amadeus Germany für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

11. September 2018 – 21:58
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Die Regionen, die von dem Sturm am stärksten betroffen sein dürften, sind keine touristischen Schwergewichte. Daher halten sich die Folgen für die deutschen Reiseveranstalter vorerst in Grenzen. Dennoch müssen diejenigen, die Gäste an den Küsten von Küsten von South Carolina, North Carolina und Virginia haben, reagieren. So bucht DER Touristik Kunden, die eine Pauschalreise in die betroffenen Regionen gebucht haben, aktiv in Hotels außerhalb der Evakuierungszonen um. Betroffen davon seien derzeit Reisende in Hilton Head und Myrtle Beach in South Carolina sowie Outerbanks in North Carolina, so das Unternehmen. Für Pauschalreisende übernehme die DER Touristik auch etwaige Mehrkosten für Unterbringungsalternativen, heißt es. Kunden, die in den betroffenen Regionen eine Bausteinleistung gebucht hätten, könnten diese bis zum 15. September kostenlos umbuchen und stornieren. Die Rundreisen der DER Touristik würden bei Bedarf umgeleitet.

Aufgrund annullierter Flüge gestrandeten Urlaubern werde man Hotelunterkünfte zur Verfügung stellen und Ersatzflüge organisieren, sobald der Flugbetrieb wieder möglich sei, erklärt DER Touristik. Auch Nordamerikaspezialisten wie Canusa und America Unlimited sind derzeit intensiv mit dem Thema befasst. Sie nehmen mit ihren Kunden direkten Kontakt auf, um für Routings oder Umbuchungen in Unterkünfte außerhalb der Evakuierungszonen Lösungen zu finden.

 

11. September 2018 – 17:52

Der gefährliche Wirbelsturm der Kategorie vier befindet sich derzeit 750 Kilometer südöstlich der Bermudas und etwa 1.700 Kilometer von Cape Fear im US-Bundesstaat North Carolina entfernt. Der Hurrikan wird voraussichtlich am Donnerstagmorgen die Küsten von South Carolina, North Carolina und Virginia erreichen und sich bis dahin auf die höchste Kategorie fünf verstärken. In den betroffenen Küstenregionen wurden umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen angeordnet. Die Bewohner wurden von den Behörden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Über eine Million Menschen sind betroffen. Die US-Navy hat ihre Kriegsschiffe aus den gefährdeten Häfen wegbeordert.

Bereits am Mittwoch soll der Hurrikan zwischen den Bermudas und den Bahamas durchziehen. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe in der Gegend haben ihre Routen an die gefährliche Wettersituation angepasst und versuchen dem Hurrikan aus dem Weg zu gehen. Diverse Fluggesellschaften verzichten auf Umbuchungsgebühren für Kunden, deren Flüge vom Hurrikan betroffen sind. 

Florence erreicht wahrscheinlich Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern. Das nationale Hurrikan Zentrum (NHC) der USA warnen vor dem schweren Sturm und lebensbedrohlichen Sturmfluten. Zudem sollen sich die Bewohner der US-Küste auf sintflutartigen Regenfälle mit 250 bis 350 Litern pro Quadratmeter und erhebliche Überschwemmungen einstellen.

THo

11. September 2018 – 17:15
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Ein Kommentar von Christian Schmicke

Schon immer ist Ryanair-Chef Michael O’Leary ein gutes Beispiel für einen doppelbödigen Umgang mit den Medien. Einerseits versteht er es meisterhaft, triviale Dinge wie die Aufnahme einer neuen Flugverbindung als mediales Großereignis zu zelebrieren und es mit bisweilen aberwitzigen Sprüchen in die Schlagzeilen zu bringen. Andererseits blocken der Lautsprecher der Airline-Branche und seine Adjutanten kritische Fragen gerne ab. Jenseits der Botschaften, die sie nicht aus eigenem Antrieb lancieren wollen, gibt es nichts.

Das Verhältnis zwischen O’Leary und den Medien ist deutlich über das in der Touristik und im Transportwesen ohnehin übliche Maß hinaus instrumentell. Dass sich das nicht bessern würde, wenn Ryanair, wie in den vergangenen Monaten und auch jetzt, unter Druck gerät, war zu erwarten. Auch nach der Streikankündigung des deutschen Cockpit- und Kabinenpersonals, derentwegen am Mittwoch 150 Flüge von und nach Deutschland ausfallen, folgt die Krisen-PR von Ryanair dem üblichen Muster. Man betont, dass man längst ein tolles Angebot vorgelegt habe, erklärt den Streik für "unnötig und inakzeptabel" und droht, wie am Dienstag geschehen, mit Arbeitsplatzabbau. Alles wie immer.

Zutrittsverbot bei der Hauptversammlung

Neu ist allerdings der Entschluss, die Medien von der am 20. September stattfindenden Hauptversammlung auszuschließen. Man wolle alle Angelegenheiten mit den Aktionären frei erörtern, ohne dabei durch PR-Angelegenheiten beeinträchtigt zu sein, erklärte das Management am Montag. Das ist nicht nur ein Abrücken von der üblichen Praxis. Der Schritt ist auch insofern ungewöhnlich, als O’Leary selbst diesen Anlass in der Vergangenheit stets für groß angelegte Pressekonferenzen genutzt hat. Tatsächlich verdeutlicht das Zutrittsverbot für Journalisten, wie ernst die Lage bei der irischen Fluggesellschaft ist.

Denn in erster Linie wird O’Leary seinen Shareholdern nächste Woche erklären müssen, dass die Kosten seiner Airline zwangsläufig steigen. Das europaweite Aufbegehren des Ryanair-Personals hat eine Welle ins Rollen gebracht, die kaum zu stoppen ist. Dabei wird es dem Ryanair-Chef schon schwer genug fallen, zu erklären, warum ausgerechnet er, der die Existenzberechtigung der verhassten Gewerkschaften stets kategorisch verneinte, ebendiese seit geraumer Zeit als Verhandlungspartner akzeptiert. Die Zeiten, in denen er ungehindert Lohndumping betreiben und mit fragwürdige Arbeitsverhältnissen arbeiten konnte, sind jedenfalls vorbei. Das senkt – jedenfalls tendenziell – den Kosten- und Preisdruck in der europäischen Airline-Industrie. Insofern lässt sich sogar eine Maßnahme, die aus dem Blickwinkel eines Medienmachern alles andere als applausverdächtig ist, zur guten Nachricht umdeuten.

 

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