13. Juli 2017 – 16:24
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Mit Hilfe einer neuen Technologieplattform will United Airlines nach Informationen der US-Nachrichtenagentur "Bloomberg"  das Problem von Überbuchungen künftig eleganter lösen als in der Vergangenheit. In den vergangenen Wochen war die Airline ins Kreuzfeuer der Kriitik geraten, nachdem Sicherheitskräfte einen Passagier gewaltsam von Bord eines überbuchten Fliegers befördert hatten.

Die neue Technik wird von Volantio, einem Start-up für Airline-Technologie, entwickelt. Kunden, die einen Flug gebucht haben, der im Begriff ist, voll zu werden, sollen künftig bis fünf Tage vor dem Abflug eine E-Mail erhalten, in der sie gefragt werden, ob sie bereit sind, ihre Reise auf einen anderen Flug am selben Tag zu verschieben. Im Gegenzug winkt ihnen eine Belohnung, in der Regel ein Fluggutschein bis zu 250 US-Dollar.

Die E-Mail soll ausschließlich an Kunden gehen, die ihren Flug auf der Airline-Website United.com gebucht und ihre Zustimmung zum Empfang von Marketinginformationen der Gesellschaft gegeben haben. Auf diese Weise könnten Kapazitätsengpässe konfliktfrei bewältigt werden, zitiert "Bloomberg" den Volantio-Chef Azim Barodawala. Die Möglichkeit, Passagieren nicht erst am Flughafen-Gate eine Alternative anzubieten, sei für die Airline ein "Überdruckventil".

Dave Bartels, für das Revenue Management der Airline zuständig, hat allerdings noch weitere Optionen im Sinn. Wichtigstes Ziel des Projektes sei es, "einen wertvollen Sitz für jemanden freizumachen, der ihn dringender benötigt". Die frei werdenden Plätze sollen also mit einem saftigen Aufschlag an Last-Minute-Kunden verkauft werden. Bartels preist das Projekt, dessen Pilotphase derzeit läuft, als Gewinn für alle Seiten an. Fluggäste könnten von ihrer Flexibilität im Bezug auf ihre Reisepläne profitieren. Kunden, die um jeden Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt reisen müssen, erhalten die Gelegenheit dazu. Das Personal der Fluggesellschaft muss sich seltener mit Fluggästen herumschlagen, die ihren gebuchten Sitz im überbuchten Flieger nicht aufgeben wollen. Und die Airline muss nicht mehr so viele hohe Kompensationszahlungen von bis zu 1.350 Dollar leisten und könnte zudem noch mit kräftigen Aufschlägen für Spätbucher hinzuverdienen.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 19:24
maltzahnrotter

Ob der Marktführer auf der Fernstrecke hierzulande Tui oder DER Touristik heißt, und welche Datenbasis dafür zu Rate gezogen werden sollte, darüber gibt es wenig überraschend zwei Meinungen. Während Tui dafür die Marktdaten der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zu Grunde legt, moniert DER Touristik, dass darin ausgerechnet die Zahlen des DER-Eigenvertriebs fehlen - was sich aber im nächsten Jahr ändern soll. Jedenfalls reklamieren beide Unternehmen die Marktführerschaft für sich.

Unstrittig ist indes, dass die Frankfurter DER-Touristik-Marken Dertour, Meier's Weltreisen im vergangenen Jahr im Zuge der Einführung der neuen Buchungstechnologie "Phoenix Unlimited" kräftig Federn lassen mussten. Durch die fehlende oder mangelhafte Buchbarkeit vieler Produkte sei im Winter eine ordentliche Buchungsdelle entstanden, räumt der Chef der Frankfurter DER-Marken, Matthias Rotter, ein. Die Buchungen für den Sommer liegen laut Rotter und seinem Kölner Kollegen Rolf-Dieter Maltzahn zwar im "guten einstelligen Bereich" über dem Vorjahr. Aber das Gesamtjahr werden die DER-Touristik-Marken mit einem leichten Umsatzrückgang abschließen.

Angriff auf der Fernstrecke. Doch die Schwächephase soll nun Vergangenheit sein. "Das Imperium schlägt zurück", scherzt Rotter mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison. Denn nachdem die Systemprobleme komplett ausgeräumt sind, wie er versichert, wollen Frankfurt und Köln zum Angriff blasen. Symbolwert besitzt dafür ein neuer Vollcharter mit Condor, den DER Touristik einmal wöchentlich auf die Halbinsel Samaná in der Dominikanischen Republik anbietet. Der passt sowohl in die Badeurlaubs-Philosophie von ITS, als auch in die Frankfurter Strategie, Ziele abseits der etablierten touristischen Zentren anzubieten. "Gäste in Samaná sparen durch die neue Verbindung beim Transfer drei Stunden in jeder Richtung", wirbt Maltzahn für das Flugangebot.

Programmausbau im Indischen Ozean. Auch im Indischen Ozean steigert DER Touristik die Präsenz. Das gilt nicht nur für die "großen Ziele" wie Mauritius und die Malediven, sondern auch für die Seychellen und Sri Lanka. Für die Inseln östlich von Afrika reklamiert die Touristik der Rewe Group hierzulande einen Marktanteil von 50 Prozent für sich. "Jeder dritte unserer Gäste verbindet das mit einem Stopover in den Vereinigten Arabischen Emiraten", bemerkt Rotter als Randnotiz. Und einen Seitenhieb auf die Münchener Konkurrenz von FTI hat er, ohne sie ausdrücklich zu nennen, auch noch parat: "Abgesehen von den Stopovers ist unser Orient-Geschäft ein anderes." Im Vordergrund stünden nicht sieben- oder zehntägige Hotelaufenthalte, sondern ein differenziertes Rundreiseangebot. Auch in den USA geht Frankfurt in die Offensive. So gibt es erstmals einen Skikatalog für Nordamerika von Meier's Weltreisen.

Maltzahn will im Winter mit ITS und Jahn Reisen neben der Fernstrecke für Badeurlauber auch Ägypten kräftig in den Mittelpunkt rücken: Er hat das Angebot für Hurghada gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und das für Marsa Alam sogar verdreifacht.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 13:00
elephantsfacingeachotherworldanimalprotection

Die Veranstalter der DER Touristik haben angekündigt, bis 2020 sukzessive alle Angebote mit direktem Kontakt zu Wildtieren aus ihren Programmen zu entfernen. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf Angebote wie Elefantenreiten, Delfinschwimmen, aber auch Spaziergänge mit Löwen, Bärenshows oder Stierkämpfe.

Auf diese Weise sollten "Tiere im Rahmen des Tourismus vor Missbrauch geschützt und ihr natürlicher Lebensraum erhalten werden, damit unsere Kunden die Tierwelt in den Reisländern auf verantwortungsvolle und sichere Weise entdecken können“, kündigt René Herzog, CEO DER Touristik Central Europa, an. Bei der Entwicklung der Richtlinie für das geplante Maßnahmenpaket orientiert sich das Unternehmen, wie andere Touristikanbieter auch, an der "Global Welfare Guidance for Animals in Tourism" des britischen Reiseverbands ABTA. Der Leitfaden definiert Mindestanforderungen für Attraktionen mit Tieren und wurde von zoologischen Sachverständigen, Tierschutzorganisationen und der Reisebranche entwickelt.

Anbieter werden überprüft. Partner, die Aktivitäten mit Tieren anbieten, werden nach und nach vor Ort von unabhängigen Experten für Tierschutz im Tourismus auf die Einhaltung der Anforderungen untersucht. "Angebote, die unsere Anforderungen grundsätzlich nicht einhalten, wie beispielsweise Elefantenreiten und Stierkämpfe, werden aus unseren Katalogen entfernt", verspricht Ulrike Braun, Leiterin Corporate Responsibility der DER Touristik. Anbietern mit unbefriedigenden Standards werde angeboten, "gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten". Wenn dies nicht fruchte, würden sie ebenfalls aus dem Angebot genommen.

Branchenweiter Trend. Mit dem Schritt folgt DER Touristik anderen Unternehmen. Ende vergangenen Jahres hatte Thomas Cook, ebenfalls unter Berufung auf die Global-Wellfare-Richtlinien der ABTA, Maßnahmen zum Tierschutz angekündigt. Im April teilte der Konzern mit, 16 Angebote, die nicht den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entsprächen, seien aus den Programmen gestrichen worden.

Vorreiterrolle. Tui versprach bereits im Juli 2015, Elefantenreiten und Elefantenshows aus dem Angebot zu nehmen. Dies sei bereits im Folgejahr konsequent umgesetzt worden, heißt es aus Hannover. Seither biete der Konzern ausschließlich elefantenfreundliche Ausflüge an, bei denen Kunden "Elefanten auf eine Art und Weise erleben, die unnatürliches Verhalten vermeidet". Zudem betont der Marktführer, die Einhaltung der Globalen Tierschutz-Leitlinien, an der man seit 2013 gemeinsam mit der ABTA arbeite, sei bereits ein Bestandteil aller Lieferverträge. Eine unabhängige Auditierung sei Voraussetzung dafür, weiterhin ein Anbieter von Tier-Ausflügen für die Tui-Gruppe zu sein.

Signalwirkung. Auch außerhalb der Veranstalterlandschaft ist Bewegung in die Sache gekommen. Im Herbst 2016 erklärte etwa die Reise-Website Tripadvisor, man werde "den Ticketverkauf für Attraktionen einstellen, bei denen Reisende in direkten Kontakt mit wilden Tieren kommen, die in Gefangenschaft gehalten werden oder zu einer gefährdeten Art zählen".

Hartnäckige Kritiker. Nach und nach setzen sich die Tierschutzstandards also durch. Das dies so ist, ist vor allem der unermüdlichen Arbeit von Tierschutzorganisationen zu verdanken. Jahrelang hatten Vereine wie Peta, das Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF, World Animal Protection und andere immer wieder den Finger in die Wunde gelegt und auf Missstände aufmerksam gemacht. Nicht jeder vermeintliche Skandal wurde dabei ganz sauber recherchiert, aber die Aktionen zeigten Wirkung. So erreichte der WDSF 2014 mit Tui, FTI, Schauinsland Reisen und Alltours eine Übereinkunft, weltweit keine Delfin- und Orca-Shows mehr anzubieten. DER Touristik und Thomas Cook schlossen sich diesem Schritt damals nicht an.

Tierschutz contra Umsatz. Denn die Reiseleitungen und Zielgebietsorganisationen der Veranstalter verdienen an Ausflügen zu Tiershows, die sie ihren Kunden verkaufen, kräftig mit. Reiseleiter werden anhand der Zusatzverkäufe, die sie erreichen, beurteilt. Und für viele Zielgebietsorganisationen sind diese ein zentraler Bestandteil ihrer Kalkulation. Sich davon teilweise zu verabschieden, fiel ihnen daher naturgemäß nicht leicht.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 12:53

Das Sommergeschäft in den Reisebüros kommt nur zögerlich in Fahrt. Das GfK-Vertriebs-Panel errechnete für den Monat Juni ein Buchungsplus von gerade mal zwei Prozent. Damit konnte das Minus von 16 Prozent vor einem Jahr bei weitem nicht ausgeglichen werden.

Kumuliert läuft die diesjährige Sommersaison im Reisebüro mit plus drei Prozent zwar besser als im letzten Jahr, das Niveau des Sommers 2015 ist aber noch nicht wieder erreicht. Schuld daran ist nach wie vor die "unverändert schwache Nachfrage für Urlaube in der Türkei", so die Marktforscher. Die Last-Minute-Buchungen zögen zwar sichtlich an, dies aber auf der Basis von großen Verlusten im Vorjahr.

Insgesamt büße die Türkei aktuell im Vergleich zur Sommersaison 2015 immer noch zwei Drittel ihres Umsatzes ein. Dieses Loch könnten wachstumsstarke Ziele wie Griechenland oder Ägypten nicht auffüllen. Erschwerend komme hinzu, dass die USA als starkes Fernreiseziel im deutschen Markt in diesem Sommer schwächele.

Jede dritte Buchung im Juni entfiel auf den Winter oder sogar schon auf den Sommer 2018. Für Trendaussagen ist das bisher aufgelaufene Umsatzniveau für das winterliche Reisehalbjahr noch zu klein, die Zahlen stimmen jedoch optimistisch. Frühbucher haben der Wintersaison 2017/18 einen Vorsprung von elf Prozent verschafft.

Das Vertriebs-Panel der GfK basiert auf den Buchungsdaten von rund 1.500 Reisebüros in Deutschland, die den stationären Vertrieb repräsentativ abbilden. Der Stichprobe liegen durchschnittlich 340.000 Buchungssätze zu Grunde.

11. Juli 2017 – 17:29
aegyptenelgouna

Die Reiseveranstalter bescheinigen Ägypten durch die Bank eine erfolgreiche Rückkehr auf die touristische Landkarte. Vor allem am Roten Meer ziehen die Buchungen wieder an, berichten Tui, DER Touristik, Thomas Cook, FTI, Alltours und Schauinsland Reisen. Für den nächsten Winter hoffen sie auch bei den Nilkreuzfahrten auf ein Comeback. FTI etwa bietet dafür eigene Flüge zwischen Hurghada und Luxor sowie Kurzkreuzfahrten als Schnuppertrips an.

Im touristischen Vertrieb ist die Euphorie dagegen noch gebremst. In einer exklusiven Umfrage für das Reise vor9 Magazin sehen die meisten der rund 200 teilnehmenden Reisebüros den Ägypten-Tourismus  zwar im Aufwind. Die Sicherheitsbedenken ihrer Kunden seien aber noch nicht ausgeräumt, sagen viele.

Bei knapp 49 Prozent der befragten Vertriebsprofis ist das Thema Sicherheit in zahlreichen Beratungsgesprächen zu Ägypten ein wichtiger Faktor. Ebenso viele Reisebüromitarbeiter sagen, dieser Aspekt sei nur noch für einige Kunden ein Thema. Völlig ausgestanden ist die Sache aber nur in den Augen einer kleinen Minderheit.

Hurghada läuft am besten. In den Augen des Counters ist das Comeback des nordafrikanischen Landes als Reiseziel klar auf das Rote Meer beschränkt. Kairo, Luxor und Assuan bleiben dagegen nach Auskunft von mehr als 90 Prozent der Teilnehmer Ladenhüter. Die beste Nachfrage registrieren die Reiseverkäufer für das größte Badeziel, Hurghada. Knapp 60 Prozent bezeichnen die Nachfrage als sehr gut oder gut, weitere 23 Prozent als zufriedenstellend. Der 30 Kilometer südlich von Hurghada gelegene Ferienort Makadi Bay läuft bei 53 Prozent der Reisebüros mindestens gut, mit Marsa Alam, 240 Kilometer weiter im Süden sind 48 Prozent zufrieden.

Nördlich von Hurghada bescheinigen dem Resort-Komplex El Gouna des FTI-Gesellschafters Samih Sawiris 40 Prozent der Reiseprofis gute oder sehr gute Nachfrage, weitere 26 Prozent erklären das Buchungsvolumen für zufriedenstellend.

Nicht erholt hat sich in den Augen des stationären Vertriebs hingegen Sharm el Sheikh. Das Tauchermekka an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist nur bei neun Prozent der Büros gut oder sehr gut gebucht, ebenso viele registrieren eine zufriedenstellende Nachfrage. In 19 Prozent der Agenturen laufen die Geschäfte mit Reisen nach Sharm el Sheikh eher schlecht, bei 63 Prozent der Reisebüros sogar richtig schlecht.

Christian Schmicke

Mehr zum Thema Ägypten lesen Sie im neuen Reise vor9 Magazin, das gerade erschienen ist

11. Juli 2017 – 16:16
bangkokbangsuegrandunderconstructionwikipedia

Die Militärregierung gibt grünes Licht für den ersten Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Bangkok mit der südchinesischen Stadt Kunming verbinden soll. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Infrastrukturoffensive, die Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Südchina, Thailand, Laos, Malaysia und Singapur vorsieht. Angetrieben wird sie von den Chinesen, die auf diese Weise die historische Seidenstraße wiederbeleben wollen und auch den größten Teil der Technologie für das Projekt liefern. Im ersten Schritt will Thailand nun 4,5 Milliarden Euro investieren, um binnen vier Jahren eine Schnellzugtrasse von Bangkok nach Korat im Nordosten des Landes zu bauen. Im benachbarten Laos wird bereits an der Strecke gebaut, berichtet die "South China Morning Post". In Thailand hatte sich der Entscheidungsprozess dagegen über Jahre hingezogen.

11. Juli 2017 – 15:00
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Das  Tarifeinheits-Gesetz ist im Wesentlichen mit dem Grundgesetz vereinbar. Das hat nun das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Damit kann das Gesetz, das Arbeitsministerin Andrea Nahles auf den Weg gebracht hatte, um unternehmensinternen Machtkämpfen zwischen Gewerkschaften Einhalt zu gebieten, in seinen Grundzügen bestehen bleiben. Es regelt, dass in einem Unternehmen der Tarifvertrag mit derjenigen Gewerkschaft gültig wird, die die meisten Mitglieder hinter sich hat. Allerdings verlangen die Richter Nachbesserungen, um den Schutz von Spartengewerkschaften zu gewährleisten.

Belange der Minderheitsgewerkschaft müssen berücksichtigt werden. Mit seiner Entscheidung wies das Gericht Klagen der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und der Vereinigung Cockpit ab. Sie befürchten durch das Gesetz eine Benachteiligung, zum Beispiel durch Verdrängungswettbewerb und eine Aushöhlung des Streikrechts. Dies allerdings wollen auch die Verfassungsrichter vermeiden. Die Interessen einzelner Berufsgruppen dürften nicht "einseitig vernachlässigt werden", wenn sich in einem Betrieb der Tarifvertrag der Gewerkschaft durchsetzt, die die meisten Mitglieder hinter sich hat, heißt es. Der Gesetzgeber hat nun bis zum 31. Dezember 2018 Zeit, die Neuregelung umzusetzen. Bis dahin kann ein Tarifvertrag einen anderen verdrängen – allerdings nur, "wenn plausibel dargelegt ist, dass die Mehrheitsgewerkschaft die Belange der Angehörigen der Minderheitsgewerkschaft ernsthaft und wirksam in ihrem Tarifvertrag berücksichtigt hat". Im Zweifel sollen Arbeitsgerichte klären, welche Gewerkschaft mehr Mitglieder hat.

Außerdem schlossen die Verfassungsrichter einzelne Regelungen von der sogenannten Verdrängung aus. Dazu gehören etwa Leistungen zur Alterssicherung, zur Arbeitsplatzgarantie oder zur Lebensarbeitszeit.

Sechs weitere Klagen. Dem Bundesverfassungsgericht liegen insgesamt elf Verfassungsklagen gegen das Tarifeinheits-Gesetz vor. Lediglich über fünf davon wurde jetzt stellvertretend entschieden. Unter den übrigen Klägern sind auch die Lokführer-Gewerkschaft GDL und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF).

In den vergangenen Jahren hatten Spartengewerkschaften wie die Vereinigung Cockpit, Ufo oder die Lokführergewerkschaft GDL teils lange Streiks angezettelt. Daraufhin war immer mehr Kritik an ihrer Machtfülle laut geworden. Dieser soll das Tarifeinheits-Gesetz entgegenwirken. Ein Fall, bei dem das Gesetz zur Anwendung kommen könnte, ist der Tarifkonflikt der Flugbegleiter Eurowings. Bei der Lufthansa-Tochter hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Tarifeinigung mit dem Unternehmen erreicht. Allerdings beansprucht auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo, die Mehrheit des Kabinenpersonals zu vertreten. Um Klarheit zu finden, werden beide nun wohl ihre Mitgliederzahlen offenlegen müssen.

Christian Schmicke

10. Juli 2017 – 16:25
drvprozessmodell-pauschalreiserichtlinie

"Wir hätten auf das neue Gesetz gut verzichten können", sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig, "aber wir sind froh, dass wir jetzt Rechtssicherheit haben". Am Freitag hatte der Bundesrat die neue Pauschalreiserichtlinie durchgewunken. Jetzt tritt sie zum 1. Juli nächsten Jahres in Kraft. Reisebüros könnten im Grunde ihr Geschäft so weiter betreiben wir bisher. "Es gibt ein bisschen mehr Bürokratie", so der Verbandschef, doch dafür werde der DRV für die gesamte Branche Handlungsempfehlungen entwickeln.

Auch Reisebüroinhaber und DRV-Vizepräsident Ralf Hieke bleibt gelassen. Die neue Pauschalreiserichtlinie sei nicht der Untergang seiner Zunft, aber "das bedeutet für alle Seiten mehr Aufwand". Stationäre Reisebüros mit persönlichem Kundenkontakt könnten den neuen Informationspflichten allerdings einfacher nachkommen als etwa Internetportale. Dennoch müsse sich jedes Reisebüro mit der Pauschalreiserichtlinie befassen, je früher, desto besser. Seine Kollegen müssten jeder für sich ihr Geschäftsmodell hinterfragen und entscheiden, was sie sein möchten. Dem Schreckgespenst Veranstalterhaftung könnten Reisebüros auch künftig aus dem Weg gehen.

Jetzt geht es an die praktische Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie. Dabei dürften Reiseveranstalter und Reiseportale den größten Aufwand haben. Denn sie müssen die neutrale Beratung, die künftig dem Verkauf vorangestellt werde muss, in ihre Online-Buchungsstrecken einbauen. Reisebüros können ihren Kunden ein Formular überreichen und dies im persönlichen Gespräch erklären. Je nach Verkaufssituation gibt es verschiedene Varianten, deren Wortlaut vom Gesetz vorgegeben sind. Für das Reisebüros sind praktisch nur zwei Formulare relevant: eins zur Pauschalreise und eins zu verbundenen Reiseleistungen. Dabei wird der Kunde aufgeklärt, welche Rechte und Ansprüche er beim jeweiligen Produkt hat.

Die Kennzeichnung in den Angebots- und Buchungssystemen, welcher Fall vorliegt, sowie die automatisierte Ausgabe der Formblätter, ist nun Sache der IT-Dienstleister. Michael Althoff, Berater des DRV, ist sicher, dass etwa die Anbieter von Mid- und Backoffice-Systemen hier Lösungen anbieten werden. Er hat dazu ein Prozessmodell entwickelt, das alle möglichen Varianten des Reiserechts durchspielt, die Software abbilden muss. Der DRV steuert einen zweistelligen Code als Global Types dazu bei, mit dem künftig die Leistungsart in den Systemen erkennbar sein soll.

Der Verband will Reisebüros fit für die Pauschalreiserichtlinie machen. Mit einem ersten Erklärvideo versucht der DRV, Reisebüros für die Thematik zu interessieren. Schulungen und Webinare auch für Nichtmitglieder sollen folgen.

Thomas Hartung

 

10. Juli 2017 – 15:53
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Für markige Sprüche ist der Chef von Qatar Airways, Akbar Al Baker, bekannt. Und dass sein Verhältnis zu US-Fluggesellschaften nicht ganz ungetrübt ist, wissen wir spätestens, seit das American-Airlines-Management im vergangenen Monat entsetzt auf Pläne Al Bakers reagierte, sich mit zehn Prozent an der US-Airline zu beteiligen. Doch so heftig wie in der vergangenen Woche teilt selbst der Qatar-Airways-Chef nicht oft aus. Bei einer Rede auf einer Galaveranstaltung zur Einweihung der neuen Flugverbindung zwischen Dublin und Doha  vergangene Woche lästerte Al Baker, bei den amerikanischen Fluggesellschaften würden Passagiere "von Großmüttern bedient" – nicht ohne anschließend zu erwähnen, dass das Durchschnittsalter seiner Kabinenbesatzungen bei 26 Jahren liege. Etwas später legte er noch nach: Angesichts der tollen Ausstattung und des tollen Services an Bord seiner Maschinen bestehe keine Notwendigkeit, "mit einer der amerikanischen Sch...-Airlines zu fliegen". In seiner auf Englisch gehaltenen Rede benutzte er dafür das Wort "crap".

Dem irischen Branchendienst "Travel Extra" gefiel das so gut, dass er die entscheidenden Passagen aus Al Bakers Rede, die im Saal Gelächter auslösten, auf Youtube postete. Eine Reaktion seitens der Angesprochenen liegt bislang nicht vor.

Zum dem Youtube-Film gelangen Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=76ck79EWh6Q

10. Juli 2017 – 13:57
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Der Cubanbieter will in den nächsten zwei Jahren 15 neue Anlagen eröffnen. In neun bestehenden Resorts sind zudem Renovierungsarbeiten vorgesehen. Noch in diesem Jahr ist die Eröffnung von zwei neuen Winterclubs geplant. Die Resorts Grand Massif Samoëns Morillon mit 420 Zimmern in den französischen Alpen und Tomamu Hokkaido mit 341 Zimmern in Japan sollen im Dezember Premiere feiern. Im Juni 2018 ist die Eröffnung des ersten "Fünf-Trident"-Resorts in Europa vorgesehen: der Club Med Cefalù auf Sizilien befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Hüttendorfes des Clubanbieters, das 2005 nach fast 50 Jahren geschlossen wurde. Laut Club Med entsteht dort nun eine "hochmoderne und luxuriöse Panoramaanlage" mit insgesamt 302 Zimmern. Das Resort liegt auf einem 15 Hektar großen Areal über der Bucht von Cefalù und bietet Aussicht auf das Meer und die Altstadt im Norden Siziliens.

In der Zeit von November bis April konnte der Clubpionier den Umsatz um 6,5 Prozent auf 875 Millionen Euro steigern. Allerdings trugen die europäischen Quellmärkte dazu nicht viel bei, ihr Beitrag zum Gesamtumsatz verbesserte sich lediglich um 1,4 Prozent. Stärker war das Wachstum in Amerika mit 18,8 und Asien mit 12,3 Prozent. Die Gästestruktur des französischen Unternehmens wird dadurch zunehmend internationaler. Von den 685.000 Kunden seien 71 Prozent nicht aus Frankreich, und auch in den Clubs in den französischen Alpen seien 60 Prozent der Gäste internationaler Herkunft, teilt Club Med mit.

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