11. Januar 2019 – 18:06
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Leichte Zeiten hat Bentour nicht hinter sich. Für einen Türkei-Spezialisten ist es eben nicht leicht, eine schwere Krise des wichtigsten Reiseziels zu überstehen. Aber jetzt stehen die Zeichen wieder deutlich auf Wachstum. Die aktuellen Buchungszahlen deuteten schon jetzt auf ein erfolgreiches Jahr hin, schreibt der Veranstalter in einer Mitteilung: "Aktuell liegen wir im Vergleich zum Vorjahr mit 81 Prozent im Plus. Der Zuwachs kommt vor allem durch die sehr hohe Nachfrage nach Türkei-Reisen", sagt Geschäftsführer Deniz Ugur. Besonders erfreulich sei, dass nun wieder alle Zielgruppen in die Türkei reisten. "Der durchschnittliche Reisepreis ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 15 Prozen angestiegen", sagt Ugur.

Treffen mit Minister

Weiteren Rückenwind erhofft sich der Bentour-Chef vom türkischen Tourismusminister Mehmet Ersoy, den er gemeinsam mit seinem Vater, Firmengründer Kadir Ugur, im Rahmen der niederländischen Freizeit- und Tourismusmesse "Vakantiebeurs" in Utrecht getroffen hat. Schwerpunkt des 45-minütigen Gesprächs seien langfristige und nachhaltige Maßnahmen gewesen, die die Türkei für Touristen noch attraktiver machen könnten, erklärt Kadir Ugur und teilt zugleich eine Menge Lob für Ersoy aus.

Ungewohntes Lob

"Die Erfahrungen, die Minister Ersoy im Lauf seiner langjährigen Arbeit als erfolgreicher Unternehmer in der Touristikbranche sammeln konnte, sind bei seiner neuen Arbeit jetzt Gold wert. Ich habe in meinem Leben schon viele Tourismusminister kommen und gehen sehen, doch zum ersten Mal habe ich nicht den Eindruck, dass wir wieder von vorne anfangen müssen", so Ugur, der die Tourismusminister des Landes in der Vergangenheit oft kritisierte. Dem Minister gehören der türkische Reiseveranstalter ETS und die Hotelmarken Voyage und Maxx Royal.

11. Januar 2019 – 14:07
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Die Mitarbeiter der Sicherheitsdienstleister an Airports wollen ihre Serie an Warnstreiks am Dienstag fortsetzen. Diesmal trifft es den größten deutschen Airport Frankfurt. Außerdem soll in Bremen, Dresden, Erfurt, Hannover und Leipzig gestreikt werden.

Als Grund für den erneuten Streikaufruf macht Verhandlungsführer Benjamin Roscher geltend, dass „der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) weder auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am vergangen Montag noch auf die Warnstreiks in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart am vergangenen Donnerstag mit einem verhandlungsfähigen Angebot reagiert“ habe. Die Arbeitgeber hätten nach den bisherigen Warnstreiks keine Bereitschaft gezeigt, verbessertes Angebot vorzulegen, so Roscher weiter.

Nur Umsteigen in Frankfurt funktioniert

Der Betreiber des Frankfurter, Fraport, rechnet angesichts des Streiks von 2 Uhr früh bis um 20 Uhr mit "erheblichen Beeinträchtigungen". Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs seien dann nicht besetzt. Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, hätten so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit, ihren Flug zu erreichen. Passagiere, die während der Streikdauer von Frankfurt aus fliegen wollten, sollten von einer Anreise zum Flughafen absehen. Der Flughafenbetreiber geht davon aus, dass die Umsteigeprozesse im Transferbereich während der Streikdauer weitgehend stattfinden können. Allerdings werde es auch hier zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen.

Fraport kritisierte den geplanten Streik. "Angesichts der weiterhin laufenden Verhandlungen haben wir kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik, der massive Auswirkungen auf Zehntausende Fluggäste haben wird. Wir appellieren an die Tarifpartner, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden", so ein Sprecher.

 

11. Januar 2019 – 13:25
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Die erste große Reisemesse des Jahres, die Stuttgarter CMT, ist schon fast traditionell Anlass für die ersten Wasserstandsmeldungen der Branche zu den aktuellen Reisetrends. Das ist auch in diesem Jahr, in dem die messe vom 12. Bis zum 20. Januar stattfindet, nicht anders. Sohat der DRV auf der basis von Zahlen der Marktforschungsgesellschaft GfK wenig überraschend ermittelt, dass die Türkei die Besucherflaute der Jahre 2016 und 2017 definitiv überwunden habe und an den Aufschwung des vergangenen Jahres weiter anknüpfen könne. Insbesondere Familien überzeuge das gute Preis-Leistungsverhältnis zusammen mit den vielen Flugverbindungen, heißt es. Die nordafrikanischen Länder Ägypten, Tunesien und Marokko seien ebenfalls gut gebucht.

70 Prozent der Reisen führen ans Mittelmeer

Laut GfK vereinen die klassischen Zielen rund um das Mittelmeer rund 70 Prozent der bislang gebuchten Sommerumsätze auf sich. Spanien, Griechenland und die Türkei seien bislang die im stationären Reisebüro und online am nachgefragtesten Ziele für den Sommer. Nach zwei Jahren mit Besucherrückgängen legen demnach auch die USA in der Gunst der deutschen Urlauber wieder zu. Sie bleiben damit mit Abstand das beliebteste Fernreiseziel der Bundesbürger. Urlaub auf dem Wasser sei auch 2019 „sehr angesagt“, so der DRV. Kreuzfahrten wiesen sowohl auf hoher See als auch auf Flüssen ein überdurchschnittliches Wachstum auf.

Prognosen insgesamt optimistisch

Der Verband nimmt seinen Trendbericht auch zum Anlass, um Optimismus zu streuen. Ungeachtet der schwachen Buchungszahlen im Dezember geht er von "einer weiter anhaltend guten Urlaubsnachfrage für das Gesamtjahr 2019" aus. Verlässlichere Zahlen werde es aber erst im März zur ITB geben. Optimistisch zeigt sich auch die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Bezug auf das Reisejahr 2019. Nach ihrer Analyse rechnen 25 Prozent der Deutschen damit, dass sich ihre persönliche wirtschaftliche Situation verbessern wird, und mehr als die Hälfte der Bundesbürger geht von einer stabilen Situation aus.

Daher befassen sich bereits 80 Prozent mit dem Gedanken an den Urlaub. Tatsächlich das Geld dafür haben laut FUR 60 Prozent, 63 Prozent finden auch die Zeit dazu. Beide Kriterien haben sich gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt verbessert. Gleichwohl sitzt nicht allen Deutschen das Geld locker. Während im vergangenen Jahr noch 30 Prozent der Befragten mehr für den Urlaub ausgeben wollten als 2017, sind es jetzt nur noch 29 Prozent. Demgegenüber wollen 14 Prozent sparen, im Vorjahr waren es 13 Prozent.

 

 

10. Januar 2019 – 17:20
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Ein afrikanisches Juwel wird auf dem deutschen Markt aktiv: Ruanda hat die Agentur Eyes2Market mit der touristischen Repräsentanz beauftragt. Inhaberin Simone Rösel und ihr Team sollen bei Veranstaltern und Reisebüros für das „Land der tausend Hügel“ und seine Berggorillas werben und sie für neue Reiseangebote gewinnen. „Wir sehen noch sehr viel Potenzial“, sagt Rösel.

Bislang begrüßt der kleine Nachbar von Tansania rund 9.000 Besucher aus Deutschland. Sie kommen vor allem wegen der vom Aussterben bedrohten Berggorillas, die hier in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden können. Bekannt wurden sie durch die amerikanische Zoologin Diana Fossey, die die Menschenaffen jahrelang erforscht und sich für ihren Schutz eingesetzt hat.

In Ruanda sind auf Safaris auch die üblichen Big Five zu bewundern. Zu den Highlights des Landes zählen außerdem der weitgehend unberührte Bambus-Wald im Volcaneos Nationalpark mit 4.500 Meter hohen Bergen. Oder der 2.400 Quadratkilometer große Kiwusee, entlang dessen Ufer der Congo-Nile-Trail verläuft.

In den Katalogen der Reiseveranstalter ist Ruanda bereits gut vertreten. Auf der Liste der deutschen Anbieter stehen 45 Spezialisten. Zum Beispiel Abendsonne Afrika, Boomerang, Diamir, Explorer, Iwanowski’s oder Wikinger. Auch Flüge in die Hauptstadt Kigali gibt es, etwa mit Lufthansa und Tochter Brussels via Brüssel, mit KLM, Turkish Airlines oder Qatar Airways.

Ruanda-Werberin Rösel will ihre Arbeit in der Branche mit Webinaren für Reisebüros beginnen. Der erste Termin ist für April geplant. Vorgesehen sind außerdem Fam-Trips und die telefonische Beratung für Reisebüros.

Kontakt: Visit Rwanda c/o Eyes2Market, Fasanenstraße 2, 25462 Rellingen, Telefon (04101) 6968801, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

10. Januar 2019 – 17:05

Facebook, Twitter & Co. werden von Reisenden in deutlich geringerem Maß als Informationsmedien genutzt als gemeinhin angenommen wird. Das erläuterte der Chef des Marktforschungsinstituts IPK, Rolf Freitag, nach Informationen des spanischen Fachportals "Hosteltur" kürzlich im Rahmen einer Tagung auf Gran Canaria. Demnach liegen Facebook & Co. unter den am häufigsten genutzten digitalen Informationsquellen nur an sechster Stelle. Am intensivsten kämen Websites mit Unterkünften (45%), von Destinationen (37%), Airlines (32%), OTAs (26%) und reisebezogene Communities wie Tripadvisor (20%) zum Einsatz. Dahinter folgten Social Media, gleichauf mit den Websites der Veranstalter mit 19 Prozent.

"Die Propheten haben uns gesagt, Social Media würden die mächtigsten touristischen Akteure im Internet, aber nur 19 Prozent der internationalen Reisenden nutzen sie, um sich zu informieren", wird Freitag zitiert. Das Internet insgesamt sei dagegen zur dominierenden Informationsquelle geworden. Hätten es vor zehn Jahren 46 Prozent der Reisen genutzt, so seien es nun 82 Prozent. Aber auch traditionelle Kanäle seien nach wie vor wichtig. So nehme immerhin ein Drittel der Reisenden Reisebüros in Anspruch und 27 Prozent legten Wert auf Ratschläge von Freunden und Familie. Reiseführer werden dagegen mit einem Anteil von 13 Prozent offenbar immer mehr an den Rand gedrängt.

 

10. Januar 2019 – 16:24
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Einen Tag nach den Marktforschern von der GfK hat auch der Technikdienstleister Tats seine Buchungszahlen für Dezember vorgelegt. Während die GfK beansprucht, den Gesamtmarkt im Online-Segment und im stationären Vertrieb abzubilden, basieren die Tats-Zahlen auf den Bilanzen der rund 2.500 angeschlossenen Reisebüros.

Für Dezember diagnostizieren beide Analysen einen negativen Trend, allerdings ist das Ausmaß im Tats- Reisebürospiegel größer als bei der Gfk. Auch diese hatte darauf hingewiesen, dass der stationäre Vertrieb im Dezember schwächer performt habe als der Online-Vertrieb, allerdings ohne konkrete Zahlen dazu zu nennen.

Fast zehn Prozent weniger touristische Neubuchungen

Der fakturierte Gesamtumsatz der im Tats Reisebürospiegel erfassten Büros liegt im Monat Dezember um 3,1 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der abgerechnete touristische Umsatz weist ein Minus von 1,7 Prozent aus. Dramatischer ist die Lage bei neu eingegangenen Buchungen. Denn der Auftragseingang in der Touristik beträgt im Monatsvergleich minus 9,9 Prozent.

Der Umsatz im Flugverkehr verzeichnet in diesem Monat ein Minus von 7,1 Prozent. Die sonstigen Umsätze liegen um 8,2 Prozent über dem Vorjahresmonat und die Anzahl der Tickets bei minus 7,4 Prozent. Der Umsatz aus der Touristik-Teilsparte Kreuzfahrten bewegt sich im Dezember um 4,6 Prozent über 2017.

Jahresbilanz immer noch positiv

Kumuliert betrachtet liegt der gesamte fakturierte Reisebüroumsatz in den Monaten von Januar bis Dezember immerhin noch bei plus 2,5 Prozent. Die Touristik verzeichnet ein Plus von 3,7 Prozent, der Flugverkehr liefert Zuwächse von 0,8 Prozent. Die sonstigen Umsätze liegen um 4,6 Prozent über dem Vorjahr und die Anzahl der Tickets ein Minus von 1,9 % aus. Der Kreuzfahrtsektor bilanziert ein Wachstum von 6,3 Prozent.

10. Januar 2019 – 15:19
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Nach dem Desaster um die hundertmillionenfach geleakten Daten bei Marriott hat Mitbewerber Hyatt Hotel Corporation nun ein neues Cyber-Abwehrprogramm gestartet, das es erfahrenen, "freundlichen" Hackern ermöglicht, ihre hauseigenen IT-Systeme zu durchforschen. Ganz offiziell sollen die die Community rund um die Gruppe Hacker One nun auf Hyatts Webseiten und mobile Anwendungen potenzielle Schwachstellen erkennen und diese vertraulich an das Hyatt-Management weitergeben. Eine Maßnahme, die der Cyber-Sicherheitsvorkehrungen des US-Unternehmens ergänzen und verbessern soll, damit es dort nie zu einem Datenleck wie bei Marriott kommt.

Kopfgeld für gelungene Attacken

Als Belohnung winken so genannte "Bug Bounties", wörtlich "Kopfgeld", für enntarnte Fehler oder Lücken. Auch andere Unternehmen setzen ähnliche Prämien-Programme ein, in der Hospitality-Branche allerdings ist Hyatt nach eigenen Angaben eines der ersten. Konkret bezahlt die Hotelgruppe aus Chicago pro aufgedecktem Fehler auf ihren Seiten Hyatt.com, m.hyatt.com, world.hyatt.com und auf den iOS- und Android-Versionen der mobilen Hyatt-Apps.

Fachkräftemangel im Sektor Cybercrime

Dass die Hacker-Community überhaupt eingeladen wird, liegt letztlich an dem Mangel an qualifiziertem IT-Sicherheitspersonal innerhalb der Unternehmen. Und dass ihre wenigen "Aufpasser" eben nicht mehr ausreichen, um ihre Daten zu sichern.

"Die Sicherheit unserer Kunden- und Gästedaten hat oberste Priorität. Dieser Schritt trägt dazu bei, die Sicherheit unserer Gäste zu gewährleisten", betont Benjamin Vaughn, Hyatts Information Security Manager.

Hacker  One gehört weltweit zu den wichtigsten Security Plattformen, die mit sogenannten "ethischen Hackern" arbeiten. Auch Lufthansa, Google oder Twitter zählen zu den Kunden.

Andreas Förster

10. Januar 2019 – 14:48
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Nach den zahlreichen Airline-Pleiten der vergangenen Monate liegt es nahe, dass jede Meldung über die finanzielle Schieflage einer Fluggesellschaft in der gesamten Tourismusbranche die Alarmglocken schrillen lässt. Und so verwundert es nicht, dass die Fluglinie selbst intensiv um Schadensbegrenzung bemüht ist. In einem Schreiben von Airline-Chef Karsten Balke an die Mitarbeiter, über das zuerst das Fachblatt "FVW" berichtete, heißt es, Gespräche mit potenziellen Investoren, die Germania finanziell unterstützen wollten, verliefen positiv. Er sei "zuversichtlich, die darüber hinaus noch ausstehenden Mittel in Kürze ebenfalls sichern zu können". Erste verbindliche Zusagen existierten bereits.

Rückendeckung erhält die Airline auch von den deutschen Veranstaltern, für die sie vor allem im Charterbereich ein wichtiger Partner ist. So erklärt Thomas Cook auf Anfrage, Germania sei "ein langjähriger und sehr geschätzter Partner". Man stehe in direktem Kontakt mit der Airline und unterstütze diese "im Rahmen unserer Möglichkeiten".

"Situation genau im Blick"

Bis auf den Düsseldorfer Veranstalter Alltours, der eine Stellungnahme zum jetzigen Zeitpunkt ablehnte, verweisen die Anbieter auf die Zusage Balkes, nach der der Flugbetrieb unverändert fortgeführt wird und alle Flüge planmäßig stattfinden. Allerdings sind sie zugleich bemüht, zu versichern, dass sie auch auf alternative Szenarien eingestellt seien. "Grundsätzlich sind wir jederzeit vorbereitet, um auf mögliche operationelle Veränderungen umgehend und effektiv zu reagieren", heißt es von Tui. "Sollte es zu Anpassungen im Flugplan kommen, werden wir unseren Kunden selbstverständlich Alternativen zur Verfügung stellen", erklärt ein Sprecher von DER Touristik. Und auch FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller versichert: "Wir haben die Situation genau im Blick und sollte es zu Einschränkungen kommen, sind unsere Kunden auf jeden Fall gut abgesichert, da abgestimmte Regelungen greifen."

Veranstalter vor Problemen

Wie schon in früheren Fällen befinden sich die Veranstalter bei Schwierigkeiten von Airline-Partnern in einem Dilemma. Sollte es wirklich zu einer Einstellung des Flugbetriebs oder zu einer Insolvenz kommen, sitzen sie unter Umständen auf bezahlten, aber wertlosen Tickets und müssen sich darüber hinaus um eine Ersatzbeförderung für ihre Pauschalreisekunden kümmern. Deshalb liegt es nahe, dass hinter den Kulissen Pläne für ein Worst-Case-Szenario geschmiedet werden.

Andererseits triebe jede öffentliche Abkehr vom Airline-Partner diesen näher an den Abgrund. Denn auch die Verbraucher, von denen viele noch zu den Gläubigern von Airberlin und Niki gehören sind hellhörig geworden. Dem Schweizer Ableger der Hotelplan-Gruppe ist das offenbar egal. Er beendete am Dienstag nach Informationen des Schweizer Fachblatts "Travel Inside" die Sitzplatzbuchungen bei der Schweizer Germania. Aufgrund der finanziellen Probleme habe man den Vertrieb von Einzelplätzen "sowohl online als auch über unsere Buchungssysteme und in den Filialen bis auf weiteres als Vorsichtsmaßnahme gestoppt".

Christian Schmicke

10. Januar 2019 – 13:22
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Das prognostiziert der von American Express Global Business Travel veröffentlichte "Air Monitor". Als Grund werden die anhaltende Nachfrage nach Geschäftsreisen genannt, zusammen mit der dominanten Stellung der Lufthansa am Markt. Deren Marktanteil liege seit der Airberlin-Insolvenz und der darauffolgenden Übernahme einiger Strecken bei über 90 Prozent, vor allem an den Flughäfen Düsseldorf und Berlin. Durch das Joint-Venture von Lufthansa und Air China gebe es nun auch auf den Strecken nach China weniger Wettbewerb, steigende Preise dürften die Folge sein. Größere internationale Konkurrenz auf den Strecken nach Nordamerika und in den asiatisch-pazifischen Raum werde einen stärkeren Anstieg der Flugtarife in diese Destinationen voraussichtlich verhindern.

Intensiver Wettbewerb verhindert Preissprünge

Global gesehen prognostiziert der "Air Monitor" für 2019 aufgrund des Wettbewerbsdrucks und neuer Low-Cost-Airlines auf Langstrecken stabile Flugtarife – trotz wahrscheinlich leicht steigender Betriebskosten bei den Fluggesellschaften. Mit zwei Ausnahmen. In Nordamerika dürfte wohl die Nachfrage nach Premium-Klassen stärker steigen als die Kapazität, somit würden auch die Preise auf Strecken innerhalb der Region und nach Europa anziehen. Für Ziele im Nahen Osten wiederum werden die Tarife laut Amex GBT sowohl in der Business als auch in der Economy Class sinken. Dahinter stehen hauptsächlich Überkapazitäten.

Für die Prognose untersuchte das Team von Global Business Consulting in der Datenbank von American Express GBT die Flugtransaktionen der vergangenen fünf Jahre. Diese Analyse wurde mit Variablen wie Ölpreisen, wirtschaftlichen Prognosen und den Strategien der Fluggesellschaften kombiniert, um Preisänderungen auf den wichtigen globalen Geschäftsreisestrecken vorherzusagen.

Zum Download für den kompletten "Air Monitor 2019" gelangen Sie hier.

Andreas Förster

 

09. Januar 2019 – 17:48
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Diesmal sind Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart vom Ausstand des Sicherheitspersonals betroffen. Am Mittwochnachmittag waren insgesamt bereits über 250 Flüge annulliert worden. Betroffen sind insgesamt etwa 111.000 Reisende, so der Flughafenverband ADV. Allein in Düsseldorf sind es 58.600 Passagieren bei geplanten 570 Starts und Landungen.

Die Streiks sollen jeweils mit dem Beginn der Frühschicht beginnen, teilte Verdi mit. In Stuttgart etwa um drei Uhr, in Düsseldorf und Köln-Bonn um Mitternacht. Reisende müssen mit starken Beeinträchtigungen des Luftverkehrs rechnen. Bei dem Warnstreik des Sicherheitspersonals am Montag an den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld war der Luftverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.

Reisenden wird empfohlen vor Anreise zu den Flughäfen Kontakt mit ihrer Airline aufzunehmen, um herauszufinden, ob ihr Flug überhaupt stattfindet. Die Webseite des Düsseldorfer Flughafens mit An- und Abflugzeiten war am Nachmittag nicht mehr erreichbar. Zuvor waren bereits zahlreiche Flüge annulliert worden. In Stuttgart waren zu diesem Zeitpunkt bereits über 100 Flüge gestrichen worden, ebenso in Köln/Bonn.

Tarifpartner attackieren sich gegenseitig

"Ein ganztägiger Streik zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen ist absurd", sagte Verhandlungsführer des Bundesverbands der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), Rainer Friebertshäuser. Die Gewerkschaft halte sich nicht an Zusagen, die vorab gemacht wurden. "Uns wurde versichert, dass zunächst lediglich bis zu vier Stunden gestreikt werde und nun legt man noch vor dem anstehenden Verhandlungstermin ganztätig die Arbeit nieder", so Friebertshäuser. Mit Sozialpartnerschaft habe dieses Verhalten mittlerweile rein gar nichts mehr zu tun.

Die bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen BDLS und Verdi sind ins Stocken geraten. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 ihr Angebot für eine Entgelterhöhung von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent. "Auf dieser Grundlage ist ein Tarifkompromiss nicht möglich", betont Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. "Die Beschäftigten der Luftsicherheitsunternehmen müssen für ihre schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eine deutlich höhere Entlohnung erhalten."

Die Tarifverhandlungen werden auf Wunsch der Gewerkschaft erst am 23. Januar in Berlin fortgesetzt. "Wir bedauern es sehr, dass sich die Verhandlungen so weit hinauszögern", so Friebertshäuser. Das aktuelle Angebot liege bei bis zu 6,4 Prozent mehr Lohn pro Jahr – das sei definitiv verhandlungsfähig. Zudem habe der Verband bereits bei der letzten Verhandlung signalisiert, dass man zu einer weiteren Erhöhung bereit sei. "Das erfordert aber, dass sich die Gewerkschaft aus ihrer absoluten Verweigerungshaltung löst und mit uns gemeinsam an einer umsetzbaren Lösung arbeitet. Trotziges Füße stampfen hilft uns gerade nicht weiter, sondern geht ausschließlich auf Kosten der Reisenden, Flughäfen und Fluggesellschaften", so Friebertshäuser.

 

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