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20. Juli 2018 – 14:03
10 Jahre im mobilen Vertrieb: "Ich wollte mein eigenes Ding machen“
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Dana Albers – Foto: privat

2009 machte sich Dana Albers als mobile Reiseverkäuferin selbstständig. Im Interview erzählt die Touristikerin, die keiner Vertriebsorganisation angehört, von den Vorzügen und Herausforderungen ihres Jobs.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Sie sind seit fast zehn Jahren als mobile selbstständige Reiseverkäuferin aktiv. Was gab damals den Ausschlag, dass Sie sich dafür entschieden haben?
Albers:
Die Freiheit, die damit verbunden ist. Meine Eltern haben mir Selbständigkeit vorgelebt und ich wollte einfach mein eigenes Ding machen. Die Rechnung ist aufgegangen und ich kann mich noch immer über jede einzelne Buchung und über jeden glücklichen Urlauber freuen.

Welches waren beim Start die größten Hürden, die Sie überwinden mussten?
Erst einmal galt es, den richtigen Geschäftspartner zu finden. Der mobile Vertrieb steckte damals ja noch in den Kinderschuhen und die Auswahl war nicht sehr groß. Und dann gab es eine Vielzahl von Dingen, die getan werden mussten – Agenturverträge abschließen, Buchungsprogramme einrichten, Büroausstattung designen, Homepage erstellen. Einzeln betrachtet sind das alles machbare Dinge, aber in der Summe dauern sie ziemlich lange; vor allem, wenn man keine 08/15-Lösungen haben will.

Ohne eigenes Ladenlokal fehlt die Laufkundschaft. Wie gewinnt man im mobilen Vertrieb neue Kunden?
Es ist nützlich, wenn man beim Start ein persönliches Netzwerk hat, auf dem man aufbauen kann. Von da an geht es in erster Linie um die Qualität der Arbeit. Das beginnt bei einer individuellen, emotionalen und bildhaften Beratung mit persönlicher Ansprache und setzt sich im Service fort. Die Kunden wissen es zu schätzen, wenn man ihnen möglichst viel organisatorischen Aufwand abnimmt. Der Rest kommt dann etwas vereinfacht gesagt von selbst – neue Kunden gewinne ich vor allem durch Empfehlungen.

Und wie halten Sie bestehende Kunden?
Auf dieselbe Weise, und indem ich mich regelmäßig in Erinnerung rufe. Kunden, die sich gut aufgehoben fühlen und Vertrauen haben, schätzen es durchaus, wenn man sie gelegentlich aktiv anspricht. Social Media haben das in den letzten Jahren sehr erleichtert. Sie ermöglichen es, sich unkompliziert in die Köpfe zu bringen und Inspirationen zu geben.

Als mobile Reiseverkäuferin sind Sie Einzelkämpferin und können nicht auf Spezialistenwissen von Bürokollegen zurückgreifen. Wie schafft man es, sich auf dem Laufenden zu halten und sein Zielgebietswissen immer wieder zu verbessern?
Das ist tatsächlich eine Herausforderung und erfordert einigen Aufwand. Aber ich mache meinen Job ja nicht zuletzt, weil ich selber gerne reise. Also bin ich regelmäßig unterwegs, nehme an möglichst vielen Famtrips und Reisebüroinfoabenden teil. Dabei kann ich einerseits mein Fachwissen auffrischen und treffe zudem viele Kollegen, mit denen ich mich austausche.

Ihre Website kommt ohne Buchungsfunktion und konkrete Angebote aus und setzt im wesentlichen auf Inspiration. Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Ich kann mich nicht täglich um Angebotseinstellungen kümmern. Dazu würde ich IT-Hilfe benötigen, und das ist mir zu aufwendig. Mit Online-Marketing bin ich natürlich aktiv, aber im direkten Online-Vertrieb nicht.

Haben sich die Rahmenbedingungen für Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren stark verändert?
Im Großen und Ganzen hat sich gar nicht so viel verändert. Durch die Pleiten der letzten Jahre bin ich in der Wahl der Partner vorsichtiger geworden, obwohl ich selbst glücklicherweise gar nicht stark davon betroffen war. Ansonsten arbeite ich nach wie vor sehr gerne mit kleineren spezialisierten Nischenveranstaltern zusammen, die sehr viel Herzblut in ihre Produkte legen. Aber auch die Zusammenarbeit mit den großen Partnern ist nach wie vor gut.

Könnten Sie sich heute noch vorstellen, wieder in einem klassischen Reisebüro zu arbeiten?
Nein! Ich genieße die Freiheit sehr, arbeiten zu können, wo ich möchte, wann ich möchte und mein eigener Chef zu sein. Manchmal vermisse ich zwar den täglichen Austausch mit den Kollegen, aber das versuche ich eben durch die Teilnahme an Infoveranstaltungen auszugleichen.

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