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03. Januar 2018 – 16:30
Thomas Cook übernimmt Airberlin Aviation – was der Konzern mit dem Zukauf plant
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Boeing 767-300 – Foto: Condor

Thomas Cook übernimmt von der insolventen Airberlin für die Tochter Condor die Airberlin Aviation GmbH. Nach unbestätigten Berichten soll der Konzern dafür einen Betrag im mittleren einstelligen Millionenbereich hinblättern. Das  klingt einigermaßen kurios, denn bei dem Zukauf handelt es sich um ein gerade erst gegründetes Unternehmen, das weder über Flugzeuge noch über Start- und Landerechte oder gar eigenes Personal in größerem Umfang verfügt. Als einziges Gut beinhaltet die neue Gesellschaft das Air Operator Certificate  (AOC), also die Genehmigung zum Flugbetrieb, deren Erteilung offenbar kurz bevor steht.

Wachstumspläne. Hintergrund des Investments sind daher zunächst keine faktischen Werte, sondern eher taktische und strategische Überlegungen im Hinblick auf die künftige Position im Markt. Das Unternehmen selbst hält sich in dieser Hinsicht eher bedeckt und verweist lediglich auf allgemeine Wachstumspläne. Zum einen soll das Flugangebot aus Deutschland zum Sommer gegenüber dem Vorsommer um 20 Prozent wachsen. Die neue Gesellschaft soll dazu beitragen, indem sechs  Maschinen des Typs Airbus A321 aus dem Nachlass von Airberlin unter ihrem Dach abheben, für die Condor bereits Leasing-Verträge unterschrieben hat.

Slots und Personal. Nach Einschätzung von Brancheninsidern gegenüber Gloobi.de liegt der eigentliche Wert des Zukaufs in der Erwartung, dadurch doch noch an zusätzliche Slots zu gelangen, bei deren Vergabe Condor sonst leer ausgegangen wäre, und in einer schnelleren – und möglicherweise günstigeren  – Deckung des Personalbedarfs für die geplante Expansion. Zur Deckung des Personalbedarfs werden derzeit 85 Piloten und 210 Flugbegleiter gesucht. Über das neue Tochterunternehmen kann sich Thomas Cook dabei, ähnlich wie bei der zuletzt gegründeten Thomas Cook Balearics, im freien Markt bedienen, ohne den Regularien der Kerngesellschaft ausgesetzt zu sein.

Im Hinblick auf die Slots geht es um solche Start- und Landerechte, die bislang noch nicht an die anderen Käufer von Airberlin-Teilen gegangen sind. Außerdem rechnet Condor offenbar damit, dass noch Rechte wegen kartellrechtlicher Auflagen an Airberlin zurückgegeben werden, die dann an die neue Tochter gehen könnten.

Vor Thomas Cook waren zuletzt Lufthansa, Easyjet, IAG und das Logistikunternehmen Zeitfracht beim Kauf von Teilen der ehemals zweitgrößten deutschen Airline zum Zuge gekommen.

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