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03. Januar 2018 – 17:17
Iran: Veranstalter warten die Entwicklung noch ab

Mit dem Iran ist im Bereich Rund- und Studienreisen einer der wichtigsten Hoffnungsträger der vergangenen Jahre in innenpolitische Turbulenzen geraten. Seit der letzten Dezemberwoche kommt es in vielen Städten des Landes zu Protesten, die sich gegen die Regierung, die schlechte wirtschaftliche Lage und immer öfter auch gegen das politische System des islamisch regierten Staates richten. Dabei nimmt die Gewaltbereitschaft zu. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kamen in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen ums Leben oder wurden verletzt. Jüngste Brennpunkte der Proteste waren die Städte Kermanschah und Nadschafabad in der Nähe von Isfahan. Das Auswärtige Amt hat am Silvestertag seinen Sicherheitshinweis und fordert Reisende zu erhöhter Aufmerksamkeit, zur Meidung von Protestveranstaltungen und zum strikten Verzicht auf Filmaufnahmen, auch per Handy, auf.

Noch können die meisten Reiseveranstalter der angespannten Lage zusehen, ohne zum Handeln gezwungen zu sein. Zwar fanden über den Jahreswechsel vereinzelt Reisen statt, doch bei den meisten Anbietern startet die Saison nicht vor Ende März. Bei einigen, wie zum Beispiel Studiosus, sind die nächsten Reisen allerdings bereits Ende Februar geplant. Deshalb dürfte der Marktführer in Sachen Studienreisen, der im vergangenen Jahr mehr als 2.200 Gäste in das Land schickte, über den Verlauf der Ereignisse einigermaßen beunruhigt sein. Studiosus hat aktuell eine Reisegruppe im Iran, der es nach Auskunft von Sicherheitsmanager Edwin Doldig gut geht. Die Reiseleiter und örtliche Leistungspartner des Veranstalters seien schon "seit langem zu Vorsicht und zum weiträumigen Meiden politisch motivierter Menschenansammlungen aufgefordert“, heißt es aus München. Man werde Partner und Reiseleiter "zu nochmals erhöhter Wachsamkeit verpflichten, die Gäste im Land über die aktuelle Lage informieren und sie zu erhöhter Vorsicht auffordern“. Bei Bedarf würden alle weiteren, für die Sicherheit der Gäste erforderlichen Maßnahmen ergriffen.

Ein Recht auf kostenlose Umbuchung oder Stornierung von Iran-Reisen bestehe für Studiosus-Gäste "bis auf Weiteres“ nicht. Zwar bietet der Studienreisespezialist seinen Kunden bei einigen Destinationen, in denen innenpolitische Proteste, wiederkehrende Unruhen oder eine sonstige kurzfristige Änderung der Sicherheitslage nicht unwahrscheinlich sind, bis vier Wochen vor der Abreise ein Recht auf kostenlose Umbuchungen auf ein anderes Reiseziel oder einen anderen Termin. Der Iran gehört bis dato allerdings nicht dazu.

 

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