11. Juni 2018 – 13:10
Hahn Air – der unbekannte Riese
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Mit zweistrahligen Business Jets bedient Hahn Air die Strecke zwischen Düsseldorf und Luxemburg, doch das eigentliche Geschäft ist das Ticketing für andere Airlines. Foto: Hahn Air

Als Fluggesellschaft ist sie ein Winzling, und doch verkauft Hahn Air mit Hilfe der Reisebüros Flugtickets für rund eine Milliarde Dollar.

Nach 29 Minuten ist der Flug vorbei. Der Hüpfer von Düsseldorf nach Luxemburg dürfte einer der kürzesten Linienflüge überhaupt sein. Zweimal die Woche steht er im Flugplan von Hahn Air, montags und freitags, morgens hin und abends zurück. An Bord höchstens sechs oder acht Passagiere, je nachdem, welcher der beiden Business-Jets zum Einsatz kommt. Reich wird Hahn Air damit nicht. Doch die IATA-Fluggesellschaft ist ohnehin nur Mittel zum Zweck.

100.000 Reisebüros als Partner

Nikolaus Gormsen hat Hahn Air zusammen mit seinem Partner Hans Nolte und den Reisebüros groß gemacht. Wie groß genau, sagen die beiden nicht. Nur so viel, dass der Umsatz sich um eine Milliarde US-Dollar bewegt. Dabei geht es vor allem um den Flugticketverkauf für andere Airlines. Rund 300 Mitarbeiter kümmern sich weltweit um 350 angeschlossene Fluggesellschaften. „Wir bewegen pro Jahr vier Millionen Passagiere mit unseren Coupons“, sagt Gormsen. Das Zauberwort dafür heißt Interlining.

Weltweit arbeitet Hahn Air mit 100.000 Reisebüros zusammen. Ihnen das Ticketing so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Erfolgsgeheimnis. Mit vier Callcentern rund um den Globus ist Hahn Air für Expedienten 24/7 erreichbar. Schulungen machen die Reisebüros zudem fit beim Ticketing. Ein ganz wesentlicher Vorteil ist die Insolvenzversicherung. „Wir garantieren dem Reisebüro, dass im Insolvenzfall einer Airline der Kunde sein Geld zurückbekommt.“ Das gilt für alle Airline-Partner.

Start als GSA für Latino-Carrier

Eine Reservierung ist noch kein Ticket: Diese Lücke im Airline-Vertrieb haben Gormsen und Nolte früh entdeckt und besetzt. Eine IATA-Fluggesellschaft, die in einem anderen Land Tickets verkaufen will, muss dort selbst Mitglied im sogenannten Billing and Settlement Plan (BSP) sein, der das Geld von den IATA-Agenturen kassiert und an die Airlines verteilt. Alternativ kann sie einen General Sales Agent (GSA) berufen, der dort Tickets ausstellt und im Auftrag des Carriers auch das Inkasso übernimmt.

Heute ist aus Hahn Air eine globale Vertriebsgesellschaft für Airline-Tickets erwachsen, die in dieser Form ohne Wettbewerber ist. „Wir ermöglichen Interlining, ohne selbst immer am Transport beteiligt zu sein“, erklärt Gormsen das Prinzip. Am Anfang verstanden viele die Arbeitsweise nicht. „Was machen die denn da“, fragten die einen, „ist das rechtens“, die anderen. Heute sei das kein Thema mehr.

Thomas Hartung

Die komplette Story über Hahn Air lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: iDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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